Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1966 (29.6.1962)
- Date
- 1962-06-29
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
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8 — Viernes, 29 de Junio de 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIII. — No. me Widersprüche in unserer Zeit (Schluss von Seite J) eweiflungsphilosophie huldigen, einem Nihilismus. — Wir können auch gegen den Strom schwimmen und wir können sogar seine Rieh tung bestimmen.“ Das sind schöne Worte, die richtige Ideen ausdrücken. Diese Vorstellungen stimmen mit den jüdischen überein. Wir könnten noch ergänzend hinzufügen, dass wir nicht nur gegen den Strom schwimmen können, wenn wir es wollen, sondern gegen den Strom schwimmen müssen, wenn es das Gesetz befiehlt. Die in. eine Welt Die Bemühungen, eine Reihe von Philosophen aus verschiedenen Zeitaltern zum Beweis dafür heranzuziehen, dass eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn der Geschichte nur „dann sinnvoll sei, wenn es eine christliche Antwort wäre“, laufen eigentlich neben der Weltgeschichte her, die eines Tages, wie Schiller sagte, zum Weltgericht werden wird. Die verblendete Einengung der einen Welt, in der wir leben, in eine adjektivistisch beschränkte Lebenssphäre für einen Teil der Menschheit ist immer verhängnisvoll gewesen und ist es geblieben. Uns erscheint es vermessen, wenn der evangelische Geistliche diese Antwort gibt: Geschichte hat einen Sinn, „wenn anders Christus und die Christenheit auf Erden r. FREY ABOGADO PUEÏRREDON 2190 1* ini. nachm. 16—19 Uhr T. E. 83 2613 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäit CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 ♦ 4 ♦ . .. j Jaime Liebling* f S. A. ♦ SPERRHOELZER t HOELZERi t DIAZ VELEZ 5224 t Tel.: 89 -9349. ♦ nach Jesu eigenem Wort ,das Licht der Welt' ist und bleibt — oder wieder wird.“ Für jeden anderen Menschen, also für die Mehrheit aller Menschen, ist damit die Weltgeschichte zu einem Sinnlosen erklärt worden. Der Ausschliesslichkeitscharakter der Erkenntnis, des Glaubens, der Haltung, der Zielsetzungen wurde erneut festgelegt. Die aus dieser Grundeinstellung sich ergebende Intoleranz ist in unserem Zeitalter um so bedauerlicher, weil die Völker zu einer Koordinierung der Ideen und der Lebensmöglichkeilen aller Richtungen hinstreben müssen, um nicht unterzugehen. Wenn man dabei bedenkt, dass die evangelische Mission eine liberale Aussengruppe der Kirchen darstellt, kann man sich eine Vorstellung von der Unduldsamkeit aller anderen machen. Damit begegnen wir einer Situation, die derjenigen der kommunistischen Welt garnicht so unähnlich ist, was wir ruhig einmal aussprechen wollen, obwohl dies nicht gern gehört wird Innerhalb der kommunistischen Sphäre gibt es einen nicht unerheblich?n Sektor, der von einer Koexistenz zweier verschiedenen Lebenskreise und -Vorstellungen spricht. Da wir alle kein sinnloses Leben zu führen wünschen, an die Theorie oder das alte Dogma von der allein seligmachenden Kirche jedoch nicht glauben. — und mit uns lehnt die Mehrheit aller Menschen ein solches Dogma ab. — müssen wir eine Basis für die auch geistige Koexistenz der Völker suchen. die uns ohne weiteres dann gegeben erscheint, wenn derartige Ausschliesslichkeitsvorstellungen und JUDITH i SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN ¡1 i Schabbosdecken Tallis-!' , beutel Käppchen - Mazi* zot-Taschen Hand- und j, { Masihinenstickerv; von / i Bett und Tischwäsche i i Dr. P. I. RIVERA 2585 / (fr. Bebedero) £ T. E. 73-9155 .j s OPTICA ♦ ♦ I DIPL. OPTIKER Sarmiento 829 : T. E. 35-7356; -forderungen nicht aufgestellt werden. Wie es nur eine Wahrheit geben kann, kann es auch nur eine Menschheit sein, die an diese eine Wahrheit glaubt und hofft, dass in Erfüllung dieser Wahrheit ein neues Leben für die ganze Menschheit beginnen könne. Da das Leben nach religiöser Auffassung von Gott gegeben wurde. — und nicht nur das katholisch-christliche oder evangelisch-christliche Leben, muss jedes Leben sinnvoll sein. Denn was von Gottes Hand kommt, darf für keinen Gläubigen Gegenstand einer spekulativen Betrachtung sein. Dann kann aber auch die Antwort nach dem Sinn der Geschichte nicht auf einen bestimmten Kreis von Menschen oder Gläubigen begrenzt werden. Damit würde die gesamte Konstruktion des von Schweitzer vorgetragenen Weltbildes zusammenbrechen. Der Versuch einer einsngenden Geschichtsinterpretation muss immer scheitern. Denn kein Volk kann ohne die anderen Völker leben. Es gibt keine Loslösung von den Interessen oder den Möglichkeiten der Gesamtheit. Die von Schweitzer vorgetragene Aussehliessliehkeitstheorie der christlichen Geschichtsbejahung steht zum Gedanken der einen Welt in einem unlösbaren Widerspruch. Dabei muss man berücksichtigen, dass nach der evangelischen Vorstellung die Verbrüderung unter den christlichen Kirchen und unzähligen Sekten wünschenswert ist und eine Nebeneinnder-Existenz erstrebenswert erscheint. Die grosse, internationale Kirchenversammlung in Delhi ist von der Katholischen Kirche jedoch nicht als die eigene Sache des Heiligen Stuhls betrachtet worden; es waren nur Beobachter entsandt worden, nicht aber Delegierte. Dies wird hervorgehoben, um zu unterstreichen welche Bedeutung die dogmatische Einstellung der evangelischen Kreise hat, wie sie durch Schweitzer vertreten werden, obwohl diese Richtung als weltaufgeschlossen bezeichnet wird, wobei hierdurch der orthodoxe Standpunkt der Katholiken die Unversöhnbarkeit und Unvereinbarkeit der divergierenden Interpretationen unterstreicht. Während also Schweitzer Tagung in Moskau Jerusalem. — Eine Reihe israelischer Wissenschaftler wird an dem 8. Kongress für Krebsforschung teilnehmen, der im Juli in Moskau stattfindet, wie hier mitgeteilt wurde. Unter den israelischen Teilnehmern werden sich Angehörige der Fakultäten der Hebräischen Universität und des Weizmann-Instituts befinden, sowie verschiedene Aerzte, die sich mit der klinischen Untersuchung von Krebskrankheiten be fassen. (ITA) seine Theorie ausschliesslich auf den christlichen Standpunkt begrenzt — die Geschichte hat einen Sinn wenn die Christenheit „das Licht der Welt“ ist und bleibt —, sucht Papst Johannes XXIII. neue Wege, die aus dieser Enge herausführen. Natürlich wird nirgends von einer „Enge“ gesprochen, auf die wir von unserem Standort aus hinweisen. Die Rollen zwischen den beiden kirchlichen Richtungen erscheinen vertauscht. Die lutherische Kirche war antidogmatisch und deswegen antikatholisch. Heute ruft der Papst zur Kooperation, wenigstens der gläubigen Menschen, wobei dieser Kreis ausdrücklich nicht auf die Christenheit begrenzt wird. IV. Das Konzil Wir stehen vor einem Konzil. Wann immer während der europäischen Geschichte der letzten beinahe zweitausend Jahre zu einem Konzil gerufen wurde, gelangten Fragen von transzendentaler Bedeutung zur Entscheidung die keineswegs nur für das ..religiöse Leben“ der Gläubigen der Katholischen Kirche massgebend waren. Die Kirche war und ist nicht nur eine geistige Macht. Ihr politischer Einfluss in weltlichen Dingen war zu allen Zeiten stark, mitunter dezidierend. Er ist auch heute noch mächtiger, als die meisten vermuten. Die Zusammenberufung des Konzils war ein politisch ungewöhnlicher geschickter Schritt. Der ganzen Menschheit in einer ihrer schwierigsten Schicksalsstunden im Angesicht eines drohenden Unterganges und einer mutwilligen Selbstvernichtung ein gebieterisches Halt zuzurufen und sie zur Umkehr aufzufordern, ist eine historisch wichtige Aufgabe, die der Papst erfüllen will. Seine Politik deutet auf eine versöhnliche Haltung hin die er gegenüber den glaubenden Menschen anderer Religionen oder Vorstellungswelten einnimmt. Dies gilt sowohl für die Juden wie die christlichen Kirchen, die sich von Rom getrennt haben. Die neue päpstliche Politik kann — wenigstens auf lange Sicht — zu einer entscheidenden Aenderung der jüdischen Position führen. Jahrhunderte hindurch wurden die Juden von der Kirche mit dem Makel belastet, am Tode Christi verantwortlich zu sein, obwohl die Kirche gewusst hat, dass diese Behauptung mit den geschichtlichen Tatsachen in Widerspruch steht. Dieser religiös entfachte Hass gegen die Juden, seit langen Zeitläufen bereits zu einem eingefleischten Vorurteil geworden, das mit keinen Gründen der Vernunft auszutreiben ist, bildet die stabile Grundlage jeder Form des alten wie des modernen Antisemitismus. Wenn also der Papst ex cathedra gegen die Verzerrung geschichtlicher Ereignisse U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece ,os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Vjrantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredóa 2190, U izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland $ 600 — jährl PRAKTISCHER ARZT Dr. J. P. Kroll Bieber 3 DE FEBRERO 2030 Mo., Mitt. Freit. 15—20 Uhr. — T. E. 76 0266 PRIVAT 52 7734 M0KEL PLAKSIN 76-6784 33-9305♦ ♦ PROPIEDADES FRANKENBERG; berät Sie Kostenlos und } ¡j jnverbindlicb beim Kauf, S oder Verkauf von », /GESCHAEFTEN! { WOHNUNGEN HAEUSEkN J. Manuela Pedraza 2530 ¡ / pl. b. Dp. B i < T. E. 70-7244 MARTHA \ \CHAPEAUX\ B HUTSALON Jetzt in ELGRAN JACOB LAPIDUS J dipl. Mohel } NEUE ADRESSE ÿ VIAMONTE 2037. 4j. ß. ■! 46 1716 und 48-2124 J Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG NERVEN n. GEMÜTS¬ KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN ui / prov. RIVADAVIA 2625 \ Tel. 48-7524 /Mont.. 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Stehen wir am Scheidewege der Menschheit, an einem Schnittpunkt des Schicksals, wie etwa in der grossen Krise, die vor zweitausend Jahren alle Völker und ihre geistige wie materielle Existenz erschüttert hatte? Es handelt sich doch nicht allein darum, dass durch den Besitz der Atombombe und ihre leichtfertige Anwendung die Menschheit zerstört werden kann. Wir stehen inmitten eines gewaltigen Umwälzungsprozesses, einer geistigen und gesellschaftlichen Revolutionierung unseres Lebens, deren Ausgang unbekannt ist, die aber Aufstieg oder Vernichtung bringen muss. ÏISI§SîïiatïIIIir-’5!F»ïï3iZ*SEÏfïS*âIfîliIÎS Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr j!E*lBl«*lIÏStï**iâ**tB*I3'!*ïïSlïSH*SB«**iSHiîî»Sa8ïSSailïI32 VARICES-ULCERAS¡ DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS ¡ Dr. SAUL UMANSKY f Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 2 SWlSïSSIBSSriïISIElSÏSIMHKMSESSSSMSURaSKSÏÏMIlS iisiiiiiiiiuuiiiiiniiHiuiuuiiiuiiuiiiiiiiiuiHumiti Dr. BENJAMIN L1PNIZKYS ZAHNARZT § i ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- 5! HANDLUNG Mil GASBETAEUBUNG — REGU- ■! LIF.RUNG DER ZAHNSTELLUNG 2 5 Sprechstunden: Dienstag - Donnerstag - Sonnabend S nach vorheriger Vereinbarung. 2 JOSE HERNANDEZ 2518 T. E. 76-8673 und 73-050iS Ul? Dr. L KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen - Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag. Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhi< ♦ Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anaumelden. I SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542;; 4 f f f t 4 6"'