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Jüdische Wochenschau · 1962-06-22 · 1965 (22.6.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1965 (22.6.1962)
Date
1962-06-22
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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tittSESSÑBS^ Vicrr.es, 22 de Junio de 1962 SEMANA ISRAELITA XXIII. — No. 1965 — 2 3 > r.2. ß/ie soziale Krankheit PSYCHOLOGEN-KONGRESS ZUM THEMA ANTISEMITISMUS u Die Erkenntnis der Tie fenpsychologie — die Be trachtung der Vorgänge im Unbewussten — müssen nach Ansicht des Berliner Psychologen Professor Dr Wolfgang Hochheimer zur Abwehr des Antisemitismus genutzt werden. Vor der Deutschen Gesellschaft für Psychotherapie und Tiefen Psychologie sagte Professor Hochheimer in Wiesbaden, der Antisemitismus sei zwar in der jüngeren deutschen Generation fast ganz verschwunden, als triebhafte Verhaltungsart haben er aber eine Jahrtausende alte Vorgeschichte und die zähe Tendenz, sich zu wiederholen. Da der Antisemitismus alles andere als ein verstau Einheitskampagne in USA New York. — Der Betrag von 36.240.000 Dollar ist bisher für die Einheitskampagne 1962 gesammelt worden, wie Joseph Meyerhoff, der Vorsitzende der Vereinigten Einheitskampagne in USA, mitteilte. Er sprach auf einer Versammlung im Savoy Hotel, der 250 Gemeindeführer aus dem ganzen Land beiwohnten. Die Summe ist um 10 Probent höher als die, die im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit zur Verfügung stand. Meyerhoff bezeichnete dieses Resultat als „einen grossen Sieg zu dieser Jahreszeit und eine gute Aussicht für das Bestreben, die Erfüllung der überseeischen Programme mit dem starken Druck der steigenden Einwanderung in Israel in Gang zu halten. (ITA) desmässiges Vorurteil sei, könne man dieser latenten Gefahr nicht mit Geschichtsdaten und blossem Bildungs wissen Vorbeugen. Vielmehr sei eine Erziehung der Jugend und der Eltern notwendig, die sich auf die tiefenpsychologische Forschung stütze. Für die Erziehung forderte Hochheimer, dass sie nicht autorität sein dür fe. Denn sie bilde Menschen heran, die in ihrem späteren Leben Befehlsempfänger und gehorsame Anhänger gleich welcher Autoritäten auch immer würden. Vor Professor Hochheimer hatte Dr. Alphons Sil bermann (Sydney und Köln) als Soziologe gutgemeinte Sympathie - Kundgebungen für die Juden als nutzlos bezeichnet. Es müsse eine gezielte Aufklärung allgemeiner Art über Form und Wesen des Vorurteils und über die Art der antisemitischen Persönlichkeit betrieben werden. Der Kongress beschloss zum Thema folgende Resolution: „Das Problem des Antisemitismus wurde nach sorgfältiger Vorbereitung am 5. Mai 1952 auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychotherapie und Tiefenpsychologie in Wiesbaden zwischen Soziologen, Sozialpsychologen und Tiefen Psychologen diskutiert. Nach •übereinstimmender Auffassung kam man zu den folgenden Feststellungen: Der Antisemitismus ist eine soziale Krankheit. Er gehört in den Zusammenhang der krankhaften irrationalen Verfestigung von Vorurteilen. Die bisher verfolgten Methoden der Erforschung des MALERARBEITEN Rosenhain Günter Stern, H. LEANDRO N. ALEM 2530 T. 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Die Wurzeln des Antisemitismus liegen heute darin, dass wir vielfältiger als uns meist bewusst wird, zur Bereitschaft Vorurteile anzunehmen, er ziehen und erzogen werden. Es besteht die Gefahr, dass bei einer Aenderung der Verhältnisse sich eine augenblicklich ruhende Vorurteilsbereitschaft erneut epidemisch ausbreitet. Die unterzeichnende Gesellschaft fühlt sich aus ihrem Erfahrungsbereich heraus verpflichtet, nachdrücklich vor dieser Gefahr zu warnen. Um ihr vorzubeugen, bedarf es einer verstärkten Aufklärung über die sozialen Voraussetzungen des modernen Antisemitismus. Sie lässt sich nur in der Zusammenarbeit von Soziologen, Sozialpsychologen, Tiefenpsychologen, Politologen, Historikern, Ethnologen, Theologen, Pädagogen und Reli gionswissenschaftlern erreichen. Aufgabe einer solchen Arbeitsgemeinschaft ist es. die in der Zusammenarbeit erzielten Ergebnisse in einer Form vorzulegen, die es allen an der Erziehung beteiligten Personen erlaubt zu verstehen, wie das Vor urteil des Antisemitismus von Mensch zu Mensch vermittelt, von Generation zu Generation weitergegeben Tagaus, lagein unverwüstlich ist der TIGERZWIRN¬ ANZUG Gin Anzug der allen Strapazen gewachsen ist. Sein Preis: $ 3.900.— IHR GUTER FREUND AN KALTEN TAGEN, DER CARLT0N ■ MANTEL in klassischer und moderner Form. Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst recht zu uns! In unserem Ausstattungs- Geschäft, Maipü 982, grosse Sortimente in: Bügelfreie Hemden Lavi-Listo, Manhattan. Taslan, Integrals- Popelinehemden, Sporthem den, Schlafanzüge aus Popeline und Flanell, Krawatten (importierte in Exklusivmustern und nationale, Spezialangebot: Taschentücher ans engl. Batist $ 65.—, Morgenröcke u. a. m. Herrenbekleidung Mcdpú 484 I T.E. 31-7845 Herrenausstattung Mcdpú 982 T. E. 31-0357 Solidaritaet mit den Juden Mailand. — Der Stadtrat von Mailand nahm eine Resolution an, in der die „kürzlichen böswilligen Angriffe“ auf das jüdische Viertel von Rom durch faschistische Elemente der Italienischen Sozialen Bewegung verurteilt werden. Der mailänder Stadtrat gibt seiner „Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft“ Ausdruck und wiederholt erneut seine „Entschlossenheit“, den Kampf für die Grundsätze der Zivilisation und Demokratie gegen eine Wiederkehr des verwerflichen Rassenhasses fortzusetzen.“ (ITA) LA SEMANA ISRAELITA BISEMANARIO INDEPENDIENTE 6«. Aire* — PUETRREDO* 2190, I9 «q. - T E. 83-2SÍ 20. Siwan 5722 22. Juni 1062 wird und schliesslich den unheilvollen Charakter der absoluten Gewissheit erlangt, der später durch Erfahrungen, Ermahnungen und moralischen Appell nicht mehr erschüttert werden kann. Die Erkenntnis des Antisemitismus dient zugleich dem Kampf gegen Vorurteile überhaupt. Gerade in einer jungen Demokratie, wie der unseren, kurz nach einem furchtbaren Ausbruch der Vorurteilskrankheit, ist eine solche Forschung eine der politisch wichtigsten Aufgaben, die uns überhanpt gestellt sind. Die Deutsche Gesellschaft für Psychotherapie und Tiefenpsychologie stellt daher an die zuständigen politischen Instanzen der Bundesrepublik, das Bundesministerium des Innern, den Bundestag, die Kultur mini ster und Landtage folgenden Antrag: Es ist eine Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung des Antisemitismus und Vorbeugung gegen seine Verbreitung zu bilden und mit den erforderlichen Mitteln auszustatten. Nur auf diese Weise können wir uns gegen das erneute Auftreten einer Volksseuche schützen, die nicht tot ist, weil sie sich im Augenblick nicht hervorwagt.“ Paris. — Hitlers Stellvertreter Martin Bormann ist nicht tot, er lebt in Südamerika und besucht einmal jedes Jahr Europa, wie hier ein Spanier, Angel Alcazar de Velaseo, enthüllte. Velasco war früher Presseattache der spanischen Botschaft in London. Er ist 52 Jahre alt und wurde vom Hitlerregime für „geleistete Dienste“ mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Wie Velaseo aussagte, sei ihm von der Regierung Hitlers die Leitung der nazistischen Gegenspionage in Spanisn übertragen worden. Dies geschah im Jahre 1940. und nachdem er dann von Spanien auf den diplomatischen Posten nach London versetzt wurde, wo er von 1941 bis 1942 verblieb, arbeitete er dort weiter für die Nazis. Im Jahre 1945, so berichtete Velaseo, habe sich ihm in Madrid ein Naziagent genähert. Dieser war unter dem Kodenamen „Felipe“ bekannt. Er bat ihn, die Ankunft „einer höchst wichtigen Persönlichkeit“ zu erwarten, die innerhalb eines Monats eintreffm werde. Diese wichtige Persönlichkeit sei Bormann gewesen. Er, Velaseo, habe Bormann auf ein deutsches Unterseeboot gebracht, welches in der Nähe eines im Nordosten Spaniens gelegenen Fischerhafens vor Anker lag. Das U-Boot habe Bormann dann nach 21tägiger Fahrt in Südamerika an Land gesetzt. Ferner erklärte Velaseo, er habe Bormann zum letzten Mal 1958 in Ekuador gesehen. Er fügte hinzu, Bormann sei sehr gealtert und seine Gesichtszüge seien verändert, da er sich einer plastischen Operation unterzogen habe. (ITA) Bauauftraege für franzoesischa Werften Tel Aviv. — Die israelische Schiffahrts-Gesellschaft ZIM hat mit französischen Werften Aufträge über den Bau von vier grossen Frachtern abgeschlossen. Drei davon sollen auf der Atlantik- Route eingesetzt werden, während der vierte im Frachtdienst nach Fernost verkehren wird und deshalb mit besonderen Kühlanlagen ausgerüstet werden soll. — (ITA) Spenden von Frau Lüders Bonn. — Die langjährige Alterspräsidenten des deutschen Bundestages Frau Lüders hat dem Alterspräsidenten des Berliner Angeordnetenhauses, CDU-Abgeordneten und Stadtältesten von Berlin, S. Weitlinge.-, einen Scheck über 1000 Mark für seine Arbeit übermirtelt. Mit der Zustimmung von Frau Lüders will We.tlinger den Betrag der von ihm mitbegründeten und mitgeleiteten Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Berlin zur Verfügung stellen. Die Spende stammt aus einer Zuwendung, die Frau Lüders von der „Fried a- Wüsthoff-Stiftung’’ in München in Würdigung ihrer langjährigen Mitarbeit vor und nach dem Kriege für den Frieden übergeben wurde. ’^IiZIIII5PBlBÍE5!3!i71 I3ÍIIS1SM1 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky \ ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE 1 i I ★ RÜCKERSTATTUNG I jetzt auch iür Juden aus Polen. ★! ANMELDUNGSMOEGLICHKEITEN für alle, die nach dem L 10. 1953 i aus Laendern hinter dem eisernen Vorhang auswandarn konnten, j i i ★ s j SPRECHSTUNDEN: I i e Dienstag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 18 Uhr \ -★-! a Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS j i Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltern j gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. -★- I PUEYRRED0N 2190 esq Av. LAS HERAS — T. E. 83-2613 r ¿ia:«M3liUiiSäiSilSH*H;iJiJBSiiiEE;S5E:ä!;ii,ääämK«.lläiiä<Uiliütäi3EäElilSilliH-;ri

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