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Jüdische Wochenschau · 1962-06-15 · 1964 (15.6.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1964 (15.6.1962)
Date
1962-06-15
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 15 de Junio de 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Das ist nicht zu verstehen Añ* XXIII. — No. l%4 (Schluss von Seite 1) inspiriert gewesen sei. Matthews schreibt das ausdrücklich auch an anderer Stelle: ..Die Revolution kam aus der Vergangenheit, nicht aus Moskau.“ Und Sartre bemerkle in diesem Zusammenhang: „Wenn es die Yankees nicht gegeben haben würde, hätte Castro sie erfinden müssen.“ Politische Entrechtung und wirtschaftliche Ausnutzung schreiten häufig — oder immer — nebeneinander her. Der Westen beklagt mit Recht das Vordringen antiwestlicher kommunistischer Doktrinen in vielen Ländern. Er unternimt aber nichts Entscheidendes, um gegen dieses Uebel vorzugehen. Eine der sichtbaren Ursachen für die kommunistischen Tendenzen in der Bevölkerung ist nicht die Theorie des Klassenkampfes oder eine sonstige marxistische Lehre. Auch von solchen Schlagwörtern wird niemand satt. Der Grund für das Anwachsen der kommunistischen Parteien liegt einfach in der falschen Verteilung der Güter, des Besitzes, der Möglichkeiten. Niemand will hungrig sein, niemand will Analphabet bleiben, niemand will, dass auch seine Kinder als Kulis leben müssen. Wir wissen, dass die Sirenenklänge der sowjetischen Machthaber Illusionen wekken und nicht geeignet sind. Probleme dieser Grösse wie die sozialen Fragen unserer Zeit zu lösen. Aber wer im Elend verharrt, greift nach Illusionen. Anstatt die kubanische Revolution abzufangen und den gerechten For- Dr. FREY ABOGADO JPUEYRREDON 2190 1* izo. nachm. 16—19 Uhr T. E. 83 2613 t REAL P Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 I Jaime Liebling: : S. A. * SPERRHOELZER ♦ ♦ X ♦ Tel. ♦ H O E DIAZ VELEZ 5224 89-9349. ♦ ♦ ♦ LZER¡ ♦ 33-93051 í PROPIEDADES < FRANKENBERG berät Sie Kostenlos und mverbindlieb beim Kauf V oder Verkauf von i GESCHAEFTEN \ WOHNUNGEN % HAEUSERN J Manuela Pedraza 2530 > pl b. Dp. B í T. E 70 7244 derungen nach Freiheit und Souveränität nachzukommen, hat man diese Bewegung isoliert, sodass sie sich andere Partner suchen musste. Das war der schwere Fehler des Westens. Matthews sagt hierzu: „In meinen 30 Jahren an der New York Times habe ich niemals eine grosse Sache so missverstanden, so falsch behandelt und fehlinterpretiert gssehen wie die kubanische Revolution.“ Politische und wirtschaftliche Faktoren haben diesen Aufstand der Bärtigen hervorgerufen, politische und wirtschaftliche Fehler haben die Gefahr des Kommunismus für einen ganzen Kontinent heraufbeschworen. Es mangelt an der moralischen Grösse, um selbst unter Missachtung eigener Interessen oder derjenigen bedeutender Finanzgruppen einen Ausgleich zu finden, die gerechten Forderungen des anderen von seinen unrechten zu unterscheiden. Kuba ist durchaus kein Einzelfall. Die Behandlung der chinesischen Frage weist manche Parallelen auf, nur dass Kuba eine kleine Insel ist, während China das Land mit der grössten Bevölkerung der Erde darstellt. Die Unversöhnliehkeit der Amerikaner in der chinesischen Frage wirft ungeheure Probleme und noch grössere Gefahren auf. Peking vertritt den Standpunkt, dass es einen Ausgleich mit der westlichen Welt nicht geben kann und weicht mit dieser radikalen Auffassung erheblich vom Moskauer Kurs ab. Aber vor der Radikalisierung des Roten Chinas s*eht die bedingungslose Ablehnung der kommunistischen Regierung Pekings durch Washington. In China herrscht Hunger. Man kann eine Stadt aus- JUDITH \ SCHENKOLEWSKI I; 4 KULTUSSTICKEREIEN ¡j Schahbosdecken Tallis-% beutei - Käppchen - Maz- 5 Í zot-Taschen - Hand- und (? Masthinenstickerri von 5 % Bett und Tischwäsche? > Dr. P. I. RIVERA 2585 J "« (fr. Bebedero) 4 Î; T. E. 73-9153 5 : : OPTICA DIPL. OPTIKER I Sarmiento 829 \ T. E. 35 - 7356; I MARTHA \ 1 CHAPEAUX\ B HUTSALON Jetzt in E L G R A N 0 MOLDES 2561 T. E. 73 9229 i 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoria Conde 2020 76.0286 hungern, aber kein Land Hunger hat ungeheure motorische Kräfte. Hunger trieb ganze Völkerschaften in früheren Zeiten in ertragreichere Gegenden. Die Völkerwanderung, die eine totale Kräfteverschiebung und Ver teiiung der Länder mit sich brachte, legt hiervon Zeugnis ab. Aber niemand hört auf die grosse Lehrmeisterin Geschichte. Was wird geschehen, wenn das hungernde China aufbricht und die Millionenmassen die Grenzen mit Naturkraft überschreiten und andere Län der überschwemmen wird? Bleibt dann wohl noch Zeit, Schuldfragen zu erörtern, Wirtschaftsprobleme zu diskutieren oder politische Händel auszutragen? Es ist eine ethisch-moralische Forderung, „dem Hung lägen dein Brot zu brechen“, wie es der Prophet Jesajas (58,7) verlangt. Und er sagte, du sollst dem Hungrigen dein Brot brechen, nicht das eines anderen. Und es steht nicht geschrieben, dass der Hungrige zu diesem oder einem anderen Volke gehören müsse. es wird nicht gefragt, ob er diese oder eine andere Meinung vertrete, diese oder andere religiöse, politische, wirtschaftliche oder soziale Vorstellungen habe. Die christliche Lehre geht doch in ihrer Theorie der Nächstenliebe viel weiter, aber leider nur in ihrer Theorie. Gebietet es nicht auch die Vernunft, hungrigen Völkern eine helfende Hand auszustrecken, ohne daran weitgehende Bedingungen zu knüpfen. Wo sind die Staatsmänner, die über die Kraft verfügen würden, sittliche, moralische Gebote in das alltägliche politische und internationale Leben zu übertragen, damit endlich aus einer sinnlosen Rivalität, die zum Untergang führen muss, eine Harmonie oder ein erträgliches Zusammenarbeiten und Zusammenleben der Völker werden kann! Moralische Prinzipien haben sich bisher nicht im Völkerleben durchzusetzen vermocht. Aus diesem Grunde ist es nicht weiter verwunderlich. dass die destruktiven" Kräfte allmählich wieder die Oberhand gewinnen. In einer nach sittlichen Normen lebenden Völkerfamilie werden die Uebeltäter. diejenigen. di? gegen diese Gesetze handeln, gemassregelt oder ausgestossen. Nur in einer verdorbenen Gesell- M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 JACOB LAPIDUS Í i dipl. Mohel \ J NEUE ADRESSE J ’* VIA MONTE 2037. 4„. B. \ 46 1716 und 48-2134 .-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.■v'.-w- ‘ Schaft können die Sumpfblumen des Hasses wieder gedeihen. Wie tief die moralischen Vorstellungen gesunken sind, konnte man beobachten, als nach der Hinrichtung Eichmanns die subversiven Kreise wieder ihre Stimme erhoben. Sie haben es nur getan, weil sie sich darauf verbessern dass die allgemeinen Moralvorstellungen nicht stark genug seien. um ihren Hasstiraden zu widerstehen. Dass sie sich nicht durchgesetzt haben, mag als ein positives Zeichen gewertet werden. Dass sie es aber versuchten stimmt ausserordentlich bedenklich. Im übrigen darf man sich nicht in Sicherheit wiegen und annehmen, dass die wirkliche Gefahr bereits überwunden sei. Alles deutet darauf hin, dass die nazistische Welle im Steigen ist. Wir stehen vor traurigen Phänomenen. Aus welchem Grunde hat der nazistische Hassantisemitismus, der sich weder auf politische noch auf wissenschaftliche Fakten stützen kann, in den Ländern Fuss fassen können, die in der Nazi-Aera von solchen Degenerationserseheinungen frei waren? Wenn in Mitteleuropa nazifaschistische Gruppen wieder auftreten, dann sind sie von alten Nazis angeführt. Die europäische Jugend ist, was von allen Beobachtern versichert vrird, im wesentlichen frei von diesen Hassempfindungen, die einmal von den Nazis grossgezüchtet und für ihre dunklen politischen Zwecke missbraucht worden sind. Ein anderes Bild aber zeigt sich z.B. in lateinamerikanischen Ländern. Dort ist es plötzlich eine — fehlgeleitete — Jugend, die den Kampf gegen die Juden zu ihrer Parole gemacht hat. Wie war es möglich, dass ihre Lehrmeister gelehrige Schüler fanden? Diese Frage muss mit dem erforderlichen Ernst untersucht und bsantwortet werden. Wie war es nur PRAKTISCHER ARZT Dr. J. P. Kroll Bieber 3 DE FEBRERO 2030 Mo., Mitt. Freit. 15—20 Uhr. — T. E. 76-0266 PRIVAT 52-7734 Dr. : B. Schwanz; ZAHNARZT 3 ESTOMBA 2283 52 8214 < RAYOS X J PARADENTOSE i TELEF < VORANMELDUNG 1 NERVEN n. GEMÜTSi KRANKHEITEN £ Í Dr. M. J. KUHN prov. RIVADAVIA 2625 Hl 5 Tel. 48-7524 J Mont.. Mittwoch, Freitag «? 17—20 Uhr Tel. Anmel 5 düng erbeten. H. ROSENZWEIG j TAIL0R HENRY S TUCUMAN 563 piso 1 - T.E- 32-0913; Groesste Auswahl in imp. u. hiesigen Stoffen l BERNARDO STERN Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 möglich, dass Eichmann von einer amerikanischen Jugend als Heros auserkoren wurde? Man kann verstehen, dass seine Familie um seine Ehrenrettung bemüht ist. Aber ein Mann, der für den Tod von Millionen mitverantwortlich ist. — und daran wird selbst von den Nazis nicht gezweifelt, — wird nun von einer neuen Generation verteidigt nicht weil er unschuldig sei, sondern gerade seiner schrecklichen Taten wegen. Die Glorifizierung des Mordes enthüllt das völlige Fehlen sittlicher Masstäbe. Wieder wird die primitive Formel eines Goebbels, „die Juden“ sind unser Unglück, die Juden sind schuld, bedenkenlos übernommen. Bisher hat man nicht vernommen, dass irgendein verantwortlicher Repräsentant eines Staates oder der Kir che aufgestanden wäre und der missgeleiteten, irregeführten Jugend zugerufen hätte: Hass zerstört jede sittliche Ordnung, Kampf gegen Gemeinschaften führt zum Untergang jeder Gesellschaft. Mord ist ein Verbrechen, das unter keinen Umständen und Bedingungen eine politische, wirtschaftliche oder soziale Rechtfertigung erfahren kann. Wie aktuell sind die Worte, die Probst Gröber vor kurzem den deutschen Studenten zugerufen hat: „Die meisten Deutschen haben gesehen, wie Juden verfolgt und misshandelt worden sind, aber sie haben — genau wie die christlichen Kirchen — in der Mehrheit geschwiegen und damit ihre Mitschuld an diesen Verbrechen erworben. Wer heute sein Versagen von damals vertuscht, ist ein potentieller Verbrecher von morgen.” — Wieder herrscht im Angesicht des unverantwortlichen Treibens und einer unerhörten Hetze tiefes Schweigen. Es wäre kurzsichtig, wenn man behaupten würde, „nur“ die Juden wären LA SEMANA ISRAELITA B semanario — .parece .os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V rrantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredóo 2190, 1’ izq. T. E. 83-26i3 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 190.-— pro Quartal Ausland $ 600 — jährl bedroht. Wer die sittlichen Grundlagen der Gesellschaft verletzt und zerstört, greift an die Fundamente jeder staatlichen Ordnung. Der von den Nazis geführte Schlag hat gewiss die Juden schwer getroffen, aber er riss alle, auch das Dritte Reich, in das Chaos. Wer die Hand an jüdische Gotteshäuser anlegt, wird morgen die Kirchen in Brand stecken. Hass ist eine verzehrende Flamme, eine alles vernichtende Waffe. Der Antisemitismus ist eine Krankheit, an der die Gesellschaft leidet und keineswegs nur eine Pest, unter der die Juden seufzen. Die Verhetzung der Jugend ist ein Verbrechen, das sich gegen die staatliche Ordnung richtet. Man sollte es verhüten, solange es noch Zeit ist einzugreifen. Wenn Jugend auf Jugend schiesst, nur weil es sich um Andersgesinnte handelt, dann soll ten die Verantwortlichen dieses Alarmzeichen begreifen und zu verstehen geben, dass Hass alles zerstört und ungezügelt fortschreitet. Die Demoralisierung im öffentlichen Leben wird zur internationalen Gefahr. Nicht die Aufpeitschung der Leidenschaften, sondern der Ausgleich zwischen Mensch und Mensch bildet die Grundlage und die Stütze der Gesellschaft, eines jeden Staates wie der gesamten Völkergemeinschaft. ¿MÎ6ï*ÎIÏÏIÏSS«aSBSÎSSsSîâ«BiSïiïSs£iiïl*SÏSïIÏÏSÎEal£ÏIΑ;’! Dr. BERNARDO GOLDSTEIN î MEDICO a ffi £ Cardiología — Hospital Fernández!W 5 Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr £ Sonnabend: 14—16 Uhr M "ÜBETiBlMItiSiEBBSBiSäSBiiilSSSBI-BSBPlIBBSsSiSäSaSISia 21*»ïï31*HIl«**SMKH**********IM*I,i,l,H,*,IHH,i*,,,*B Î VARICES-ULCERAS DE LI PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY s Sarmiento 3H6 T. E. 87-1362 <SSSÏ?eâ*ISSâS£*SSSï3BSMi*«BINAMS5!ÏE*IS*>.SS5SÏSaasaiSSSSNiiNiN SDr. BENJAMIN L1PNIZKY: s ZAHNABZT a s ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN - BE- 8 S HANDLUNG Mil GA9BETAEU BUNG - REGU- « g LISRUNG DER ZAHNSTELLUNG m 5 Sprechstunden Dienstag — Donnerstag — Sonnabend «j S nach vorheriger Veremoarung. S S JOSE HEHN ANDEZ 2518 T. E tb-bfej und 73 05W B 5SSBS3tiSBSifSBSiSBSBlSSSSB*SiiiM*i*SSIBEtS8iBr*i*SB*I*BSSSS8? Dr. L KLEIN Medico Magren, und Darmkrankheiten Röntgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—1B Uhr- 1 Es wird gebeten, sich vorher telefonisch ansumelden ,, SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542;; + + + f-f t f + + f f + f-f-f éê*è44M4

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