Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1963 (7.6.1962)
- Date
- 1962-06-07
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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it tun und hoeren IH- BETRACHTUNG HALOM ben-chorin 'cl,tschnur Summen, Lottes ist ®e Tradins durch hindurch Beispiel eisegesetn wir daerklären iienische wie schiebt! ner Ein- 'dentum ü Fak- Jewish i. 1961 c.>, leidiger mdwirtrdlicher iRweineerlässig;s andein der \ dem -SynagoiS Rabbi il 1961) :: ..Die ipeisegeiygiene, seinen Jeremias - Roman ¡iberschrieb: ,,Höret die Stimme“ und Karl Wolfskehl, der die erste Sammlung seiner jüdischen Gedichte im Schicksalsjahr »33: ,,Die Stimme spricht“ nannte. Wir können (wenn wir es kunnen) überall auf diese Stirne, auf dieses Wort lauschen. Nicht nur ider Andachtsstunde des Gottesdienstes, sondern mitten im gelebten Tag, vielleicht im Autobus, vielleicht auf einem Weg durch die Stadt, im Wartezimmer des Aerzies... überall. Aber das Wort hat einen besonderen Ort, an dem es immer verfügbar ist, wenn wir uns dem geschehenden Wort öffnen. Wir meinen die Bibel, dem Thenak. der zu uns spricht, wenn wir uns anreden lassen wollen, wenn wir bereit sind, die Botschaft zu büren. Es hat den Anschein, als ob die Bibel im Judentum noch nie so viel gelesen worden wäre, wie gerade beute und in Israel. Die allzulauten Bibelwettbewerbe, die Chidonej-Hathenak sind zwar wieder etwas aus der Mode gekommen, aber die stetige und beharrliche Arbeit der Israelischen Gesellschaft für Bibelforschung geht weiter. In vielen Orten und Betrieben haben sich Bibelstudienkreise gebildet. Unsere Hebräische Universität in Jerusalem ist mit der kritischen Ausgabe einer Biblia Hebraica beschäftigt, der der berühmte Kodex Aleppo zugrunde liegt, der im 10. Jahrhundert von Ahron Ben-Ascher in Tiberias geschrieben wurde. Dis Tradition dieses Ben-Ascher reicht aber zurück bis auf Manuskripte, die vor der Zerstörung des Tempels 'im Jahre 70) dort aufbewahrt wurden und, wie Prof. Chaim Rabin betont, ihrerseits auf die ältesten Niederschriften des Bibeltextes zurückgingen. Mit dieser Ausgabe wird die Biblia Hebraica der Hebräischen Universität würdig an die Seite der Ausgabe von Prof. N. H. Snaith von der Universität Leeds treten, die 1958 von der Britischen und Ausländischen Bibelgesellschaft in Israel hergestellt wurde und vor allem an die Seite der Biblia Hebraica von Kittel & Kahle (1929—37), die in der Stuttgarter Privilegierten Bibelgesellschaft erschien und für jeden Bibelforscher unentbehrlich ist. Die wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Arbeit an der Bibel ist Eines, aber das Hören auf ihre Botschaft ein Anderes —: das Hören im existentiellen Sinne ist nicht an Philologie und Text-Kritik gebunden. Niemand sage: ich bin kein Gelehrter; hier kann ich nicht mithalten. Nach einem Wort der Ueberlieferung hat die Thora so viele Gesichter, wie es Lernende gibt. Jedem erschliesst sie sich anders. Jedem wird sein Teil 'zugemessen, und so beten wir ja: „Wethen chelkejnu be-Thora-thejcha“ (Gib uns unser Teil an deiner Thora). „Suum cuique“ — ..Jedem das Seine“, gilt auch hier. Jeder hört, was ihm gesagt werden soll, wenn er hören will. Tun und hören? Es ist eigentlich Eines: wir müssen den Entschluss fassen, hören zu wollen. Unser Hören selbst ist unsere primäre Tat. Wenn wir das Hören bestätigen wollen — dann hören wir auch. Das Tun, die Hinwendung zum Wort muss diesem Hören vorangehen. Nur wer sich selbst in der Tat des Glauben - Wollens öffnet, sein Ohr und sein Herz, seinen Verstand und sein Gefühl — der wird hören. AAras wird er hören? Das was ihm zukommt: sein eigenes: Du sollst und Du sollst nicht, vor dem er sich immer wieder im Tun und Hören zu verantworten hat. Maimo- Zusam-;t: ,Du;n: ich Fleisch rwärtig. ollst du und beberühre i Vater nir verlesWormoder- Barth I von der betont, ■hthinnilem un- „Na’ascht. lieh mit ng tim pschen) Vlizwoth nt. die ich die ind na- Tuns. de Miz- Tun ab. Beugend erst wächst altung, es w’äur das ren — >r wird rr Rosist der i Glau- Hören tute jeinnerer >rophet i deine itimme hören: n sollt ). ist diente zu seitens feinen mama rff am in uns innen, bereit u lauie. &e rn, s° i» «e’ e Dichhabe“ Laule Cotito ti, » Symbol der Hoffnung Im achten Kapitel des Buches Nehemia lesen wir, dass die Heimkehrer aus dem Babylonischen Exil in Jerusalem auf Dächern und in Höfen Laubhütten gebaut haben. Sie taten es erstmalig. in den Tagen Josuas, denn der Schriftgelehrte Esra hatte dem Volke aus der Thora Mosis dieses Gebot ein ge schär ft. Also war der Brauch der Laubhütten während der langen Blütezeit Israels und Judas, unter den ersten Königen des geeinten Reiches S:ul, David und Solomo unbekannt, und natürlich auch in der Zeit der geteilten Reiche Israel und Juda. Erst die Gesetzesgemeinde des Esra führt diesen Brauch wieder ein. „Aehnlich liegen die Dinge in Israel. Wie viele oder besser gesagt, wie wenige Juden in der Gola bauen weh Sukkot? Der Kreis wrd immer kleiner. Es gilt fast nur noch als ein „Privzeg“ streng orthodoxer Juden, diesen schönen Brauch ja üben. Meist begnügt man sich in der Gemeinde mit einer Sukka für den Kahal, für die Mitglieder. Aber selbst Juden die die Vorschriften für Pesach einhalten, haben sich den Bau von Sukka abgewöhnt. Die Festis-ztte passt zu wenig in den modernen Lebensstil der Grosstadt hinein; man übt «ein Judentum lieber unsichtbar, in seinen vier Wänden oder in der Synagoge. So erzählte mir schon vor Jahren ein amerikanischer Rabbi, dass er ein kleines Sukka-Modell in seiner Synagoge aufstellt, um es alljährlich vor allem den Kindern zu erklären. Diese unverbindliche Form erinnert peinlich an die Weihnachts- Krippen und hat mit dem ursprünglichen Wohnen in Sukkot nichts mehr zu tun. Und nun sehen wir in Israel. geradezu wieder ein Aufleben der Situation der nachexilischen Gemeinde. Auch die Israelis sind ja eine ..Nachexilische Gemeinde“ im eigenen jüdischen Staat. Das Argument des Demonstrativen fällt hier ganz weg, die Jahreszeit ist dem Feste entsprechend, und vor allem die Kinder wollen auf die bunt geschmückte Festhütte nicht verzichten... In Kibbuzim, in denen der Jom-Kippur ein Tag ist, mit dem man nicht viel anzufangen weiss, wird gerade Sukkot ein echtes Fest, zu dem man eine oder mehrere Hütten errichtet. Das Sukkotfest ist das einzige, das nah dem Religionsgesetz eine stark ästhetische Seite hat, die sich allerdings primär nur auf die ,,Frucht vom schönen Baume-', auf das Ethrog erstreckt. Für ein schönes, fleckenloses Ethrog mit wohlgeformtem Stil werden die höchsten Preise gezahlt. Aber auch die Schönheit der Sukka wenigstens ihre Innendekoration ist allgemein geschätzt. Soll es im Judenstaat nur Schönheitsköniginnen und Strandköniginnen geben oder nicht auch Königinnen unter den Sukkot? Man kann die Schönheit suchen und prämiieren, wo sie anzutreffen ist. Ich will hier nicht puritanisch gegen Schönheitsköniginnen etwas sagen, da ihr Anblick so erfreulich ist, aber die schöne Sykka soll durchaus auch ins Scheinwerferlicht gerückt werden. Ueber die Bedeutung der Sukka gehen die 7 leinungen auseinander. Nach der Tradition erinnern sie an die Hütten, in welchen Gott die Kinder Israel in den vierzig Jahren der Wüstenwanderung wohnen liess. Nach der modernen Forschung aber handelt es sich um die Winzerhütte eines kanaanitischen Weinlese-Festes, und nach der Kabbala ist die Sukka ein Abbild der messianischen Friedenshütte die dereinst aus der Haut des geschlachteten Seeungeheuers Leviathan errichtet wird Wir wollen alle drei Interpretationen gelten lassen. Wir haben selbst eine Wüsienwanderung hinter uns und sollen uns ihrer erinnern. Wir sind im guten Lande, in einem Weinlande sesshaft geworden und wollen unseren Wein in unserer Winzerhütte gemessen, und wir sind der Sukkat-Schalom, der Friedenshütte, sehr bedürftig und sehnen uns danach, dass sie wirklich ausgebreitet werde über dem Rat der Völker, der so wenig friedlich und so uneinig ist. In einem Aufsatz über die Sukka sprach Raw Kook einmal davon, dass sie ein Zeichen der „Hagana“ der Verteidigung ist; der Jude soll wissen, dass er sich nicht durch Schutzwälle im Stil der „chinesischen Mauer” vor seinen Feinden schützen kann. Gerade in der offenbar so wehrlosen Hütte, in der er sich ganz unter Gottes Schutz stellt, ist er behaust. Auch das haben die Israelis wirklich erlebt. Offen lag 1948 ihr Land vor der Ueberzahl der Feinde, schutzlos wie die Festhütte, und es hielt stand. Ein Symbol der Hoffnung — auch das ist ihre Hütte. Literarische Notizen Neues Kleinhotel _ In Herzüa wurde vor kurzem ein neues Hotel, „Ilod Hotel“, eröffnet, das 30 Zimmer hat. Es besitzt den Vorzug, vom Hotelüer leicht übersehbar zu sein und dem Gast persönlicher zu dienen. Verband ehemaliger deutscher Juden Ehrenamtlicher Geschäftsführer des „Council of Jews from Germany“ (London) als Nachfolger des verstorbenen Senatrats a. D. Ernst Berent wurde Dipl-Ing. Bruno AA'oyda. Bereits im Vorstand der früheren jüdischen Gemeinde Berlins war Woyda mit der Leitung der Wirtschaftshilfe betraut Er gehörte zum engeren Rat des Preussischen Lan¬ Bebraeischer Unterricht rn?J?n rusn __ I { «#^rn nnsy'73 rpip 3*33 73X ,3*332 “1371 ix 3*333*2 3337 33*2Pn . T : T *• “ : * : * .irais? ,«773 0*7737^3 ,3nx or 7# 7*7777 onia 77,3 X3n 7X *3 i1? 37x3 31777 mas? 3777 ûpn int^xi DS7Q d7$7 37px D33333 on7 3*2p 7*7777 .703 d*77?07 aipaa *3 ,73*73 "¿377 mas?*? 37s? *33222? 73377 . 33227 D237 m .mbtfri 7a x77 3337373 ma .ilia irx ni 3330 32*27 ûi?n as?- 32*777 na¡?n -is; frbaa nbsîab 7x3t2?*7 na7 0*7277 p7x 534 ,ü*7 ix 332 *332t2?3 may 71377 3722p 7tf did7x3 ~ai7 0*7*773 fr7a *7733 û^mrpn 3p?7 7133 0*7 71377 37277 7# imps 373 .7x1127 nana 7# 1137771 (rpaViv n nas? nia nxsina) T * I » I “ f i (Columna derecha) La familia Dehán llegó a Israel más o menos un año después de la fundación del Estado de Israel. Ellos se alojaron en un campo de inmigrantes cerca de Petach Tikwa. El padre Morís recibió trabajo en una obra y el nino Mcshé, de siete años, se sentó en casa y jugó. Un día vino a la familia Dehán la maestra Dvora y pidió que manden a Moshé a estudiar al colegio. El padre Morís dijo que no tenía bastante dinero para ello, pero la maestra le explicó que la familia no tenía que pagar nada, porque los estudios se daba n gratis. ¿“Y quién les paga a los maestros?“ preguntó Moris con una sonrisa. — “El Ministerio de Educación del Estado de Israel paga, y aun da cuadernos y útiles de escribir a los alumnos que no tienen dinero para comprar lo necesario (para ellos). El tiempo pasa rápido y el año terminó. Moshé leyó, escribió (Columna izquierda) y habló hebreo, pero en casa siguieron hablando francés o árabe. Un día cuando los niños se durmieron, fué Moris al instructor del campamento y le dijo que el también y su esposa quieren aprender hebreo y están preparados aun a pagar un poco de dinero. El instructor les contestó con una sonrisá, que en el lugar se cumplen para adultos clases nocturnas del Ministerio de Educación y Cultura, sin ningún pago. Esta historia no es única. Desde la fundación del Estado de Israel'hasta hoy. llegaron a Israel arriba de un millón de olim. 534.000 adultos estudiaron hebreo en clases nocturnas o en ulpaiíim (escuelas para adultos) del Ministerio de- Educa ción y como medio millón de alumnos estudian en colegios, los que funcionan (literalmente: se dirigen) bajo la inspección del Ministerio de Educaci<3h y Cultura del Estado de Israel. I 7x32^7 02*27 173 0722p i .onao oopo onx7 0220 o*7i2 33733 3337271 DH o*oP 3xn .mprrnns t7 37*77 $33 H7i3y 73p IV33 327 ,173£’7 ]3 ,n2?3 nnstf» 7x px3 irix Di* - - . . V T T TV nçpai ,rni3 7 rnisn 177 n*33 3b77 mÿQ nx inpy*# rxtf 33X oniD axn ."idoh I V - T » TT V “ 7X ,737 703 |P*SDD 17 *3 ,17 m*3on mían t : * T o7tf7 n3*3K x7 nnstfan . t : t t ï 4 D*3D3 0*Tls7n *3 ,773 t - t : -"? 0*7137 D72$ *31" .D373 mÿû" - .73*73 0*733 7x2? 7xnSp n3*77 7a? 73377 “377 ]733 37pX3 ,337 d72?7 D*T07n7 H3*n3 *733 133")* . ..... t * •* : nx ni3p7 773 D77 j*K2? *\nn7 tfrnn' VT T -; n32?m nm miv pin 333 ,xnp naP ,no*no3 - t t) t V 1 : - : - (Rechte Spalte) .... Die Familie Dehan kam nach Israel ungefähr ein Jahr nach der Staatsgründung. Sie wurde im Einwandererlager bei Petach Tikwa einquartiert. Der Vater Morris erhielt Arbeit beim Bau, und das siebenjährige Kind Mosche sass zuhause und spielte. Eines Tages kam die Lehrerin Devora zur Familie Dehan und bat (sie), das Kind zum Lernen in die Schule zu schikken. Der Vater Morris sagte, dass er nicht genug Geld dazu habe, doch die Lehrerin erklärte ihm, dass die Familie nichts zu zahlen brauche, denn der Unterricht wird gratis erteilt. .-Und wer bezahlt die Lehrer?“ fragte Morris mit Lächeln. — „Das Erziehungsministerium des Staates Israel bezahlt uns und gibt sogar den Schülern, die kein Geld haben (das Notwendige zu kaufen), Hefte und Schreibutensilien.“ — Schnell vergeht die Zeit und (schon) endete ein Jahr. Mosche las, schrieb. (Linke Spalte) und sprach hebräisch, aber im Haus sprach man weiter französisch oder ara* bisch. Eines Tages, als die Kinder eingeschlafen waren, ging Morris zum Instruktor des Lagers und sagte ihm, dass auch er und seine Frau hebräisch lernen wollen und sogar bereit seisn, ein wenig Geld (dafür) zu zahlen. Der Instruktor antwortete ihnen lächelnd, dass am Ort hebräische Abendkurse für Erwachsene kostenlos vom Erziehungs- und Kultur- Ministerium abgehalten werden. Diese Geschichte ist nicht allein dastehend. Seit Gründung des Staates bis heute kamen nach Israel mehr als eine Million Olim (Immigranten), 534.009 Erwachsene lernten Hebräisch in Abendkursen oder in Ulpanim des Erziehungsministeriums und etwa eine halbe Million Schüler lernen in den Schulen, die unter der Aufsicht des Erziehungs- und Kultur- Ministeriums des Staates Israel stehen (würtl.: geleitet werden). desverbandes jüdischer Gemeinden und zum Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände des Deutschen Reiches, der Vorläuferin der späteren Reichsvertretung. Bruno AVoyda, der auch die Weltvereinigung für progressives Judentum mehrfach vertreten hat, steht im 62. Lebensjahr. Studentin mit 70 Jahren An ihrem 70. Geburtstag erhielt Frau Rose M. Fester aus Brooklyn die Bescheinigung über den Abschluss ihrer Studien mit einem B.A.- Grad. Die Studentin will ihre Studien im achten Jahrzehnt fortsetzen, und, wenn möglich, mit einem ,,Master of Arts“-Grad abschliessen. Einwohnerzaehlung Die Bevölkerung von Jerusalem hat sich auf 170 000 vermehrt; in jedem Monat können 100 neue Einwandererfamilien eingeordnet werden. Das neue Budget beträgt 23.5 Millionen israelische Pfund, 3 Millionen mehr als im vergangenen Jahr.