Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1963 (7.6.1962)
- Date
- 1962-06-07
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Jueves, 7 de Junio de 1962 SEMANA ISRAELITA Die Weltlage gleicht einem We’tcrbericht: fast alle Warle. die man üblicherweise im Ueberbiick über das Wetter von gestern oder in der Prognose über das von morgen verwendet, kann man als Chronist für di* Belrachtung der politischen Lage einsetzen. Das Einbre eben eines ,,Tief“, das Herankommen eines „Hoch“. „Bewölkung“, „Niederschläge“, „Sonne“, „Fall und Anstieg von Temperaturen“, „Spannungsfelder“, „Lokale Gewitter“ und „Grossvvetterlage“ — das sind alles Ausdrücke, die genau so von meteorologischen Instituten wie von Regierungskanzleien stammen können. Schildern sie doch in ähnlicher Weise die Situationen. Beschäftigen wir uns in diesem Bericht, wie bei der Wetterlage, zuerst mit der „Grosslage“, so sehen wir, dass wir weiterhin in Spannungsfildern stecken, deren Auflösung auf sich warten lässt. Die schweren Wolken der grossen Probleme hängen noch immer über dem Horizont, sie werden manchmal nur für Tage aufgelokkert ballen sich wieder zusammen und können jeden Augenblick mit der voraussehbaren, alles zerstörenden Wucht niedergehen. Neuerlich ist eine Konferenz, die von Genf, die mit den Hoffnungsstrahlen einer globalen Abrüstung und einer Bannung aller Atomwaffen angekündigt war, zusammengebrochen. Kaum war ein Hoffnungsschimmer sichtbar, wurde eine schwarze Wolke vorgeschoben. Nicht oft genug kann der einfache Satz wiederholt werden, dass mit den gigantischen Summen, die heute auf der ganzen Welt für Rü. stungszwecke ausgegeben werden, allen Menschen der Erde ein gesichertes und gutes Leben verschafft werden könnte. Die Zeitungen sind voll von Statistiken, was an Arbeitswert in Zerstörungswaffen hineinge- Politischer Wetterbericht steckt wird, an demselben Arbeitswert, der zur Entwässerung von Sümpfen und zur Bewässerung von Wüsten verwendet werden könnte. Nicht oft genug kann darauf hingewiesen werden, dass die Kosten weniger interkontinentaler Raketen und Atombomben hunderttausenden Menschen, die gegenwärtig in elenden Baracken ein unwürdiges Dasein leben menschenwürdige Verhältnisse verschaffen könnten. Da lasen wir kürzlich eine umfangreiche Reportage, dass die neueste Konstruktion von Superbomben in einem Zeitalter der Raketen! sinnlos geworden sei, die | Bomber wären bereits auf dem Reissbrett veraltet gewesen. Wie viele Milliarden wurden aber hinausgeworfen, für die man neue Arbeits- und Wohnstätten hätte errichten können? Die Genfer Abrüstungsgespräche haben wieder kein Resultat gebracht, im Gegenteiil, wieder wird den Völkern der WTelt die Arbeitskraft für neue, hyper- und supermoderne Rüstungen herausgepresst. Die Führer der Menschheit, die sich als „Wolkenschieber“ betätigen, lassen uns einen kleinen Sonnenstrahl sehen: eine Gipfelkonferenz könne den Himmel wieder voller Sonne zeigen! Die Spannungs von GEORG KUENSTLINGER, Wien rikaner offen die Dementis der Sowjets gegenüber und erklärte, es müsse sich doch ein Neutraler finden können, der feststellt, ob Rusk lüge oder Grcmyko irre. Rusk war sogar in dieser Formbildung höfiieh. Aber Gromyko blieb dabei, dass Kontrolle von Abrüstung „Spionage“ wäre. Hier ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie der Kommunismus gar keine Absicht zeigt, auch nur irgendwie zu der Verbesserung der schlechten Grosswetterlage beizutragen. Es war allerdings ein grosser Fehler der Amerikaner (oder war es beabsichtigt?) vor der Konferenz durchblicken zu lassen, man könne an eine Gipfelkonferenz denken, falls die in Genf keine Resultate brinfelder der Grosswetterlage bleiben aber erhalten. Künstlich erhalten! Wir sind weit davon entfernt, die westliche Seite oder sagen wir direkt die Vereinigten Staaten als die „Guten“ zu bezeichnen, die voll Altruismus die Sonne über die ganze Welt scheinen lassen wollen. Aber ein Satz des amerikanischen Aussenministers Rusk hat uns sehr gefallen. Er stellte den Behauptungen der Ame- *, NEU EROEFFNET riruinAiiir Restaurant "SHARON" (früher PASO) PASO 452 (al fondo) T. E. 87-9259 Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla MITTAGS- und ABENDTISCH von jetzt an auch Sonntag abends geöffnet ANRICHTEN VON KLEINEN FESTLICH¬ KEITEN UND BANKETTEN JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 S£!*S£3*I£S3i Pension Familiär M Flamm unter Auisicht I. Ehrw., der Rabbiner Dr. J. Fink und Dr. J. Oppenheimer CHASCOMUS Córdoba 38 T. E. 2910 ZIMMER MIT PRIVATBAD ¡ Telef. Auskünfte in Bs. Aires:76-2312 u. 70-5805 So haben wir im Augenblick kaum Hoffnung, aus den globalen Spannungsfeldern herauszukommen. Der amerikanische Präsident Kennedy hat allerdings in einer vielbeachteten Rede erklärt, der Kommunismus habe den Zenit seiner Macht bereits überschritten. Das zeigt sich in den zahlreichen Spannungen, die in dem bisher zwar nie wirklich existenten, aber doch äusserlich gezeigten monolithischen Zustand des Weltkommunismus auftraten. Kennedy hat wohl besonders auf das Verhältnis der Sowjetunion zu China angespielt, das in seiner Rivalität Krutschew zu einem Nachgeben gegenüber dem Westen zwingen könnte, um freien Rücken und vielleicht auch freie Hand gegenüber Sowjet-China zu haben. Ist das nicht aber schon ein wenig das, was man im journalistischen Jargon „Kreml-Astrologie“ nennt? Hier werden oft Hoffnungen und Tatsachen durcheinaider gemischt. Und ist es nicht ein gefährliches Unterfangen, darauf zu rechnen, Krutschew wegen China zu unterstützen? Ist das denn nicht ein Hinzufügen eines neuen, elektrisch geladenen Spannungsfeldes? Das globale Gewitter ist uns bisher erspart geblieben, Käme es, würde es nicht so leicht sein, nachträglich einen Chronisten zu finden, der diese Vergangenheit schildern könnte, und der Zuhörer oder Leser hätte! Lokale Gewitter, wohl als Auswirkung der Gesamtspannung, mehren sich aber in erschreckender Weise. Es genügt hier, einige Meldungen zu zitieren. In Argentinien schwankt die Lage zwischen drohenden Blitzschlägen. Während diese Zeilen geschrieben werden, kann der bisherige Präsident Frondizi, der bereits einen Teil seiner Macht abgeben musste, zum Rücktritt gezwungen worden sein. Was kann kommen: Militärdiktatur oder eine rechtsextremistische (Peron?) oder eine linksextremistische Führung, so wie io Kuba unter Fidel Castro? Wieder ist damit ein ganzer Kontinent der bei behutsamer Entwicklung infolge seiner gigantischen Naturschätze zum Segen der ganzen Menschheit beitragen könnte, in Unruhe versetzt. Lesen wir noch einige Ueberschriften über die „Wetterlage“ in fernen Ländern. Da heisst es „Unruhe in Guatemala“, „Neue Schwierigkeiten im Kongo zwischen Adoula und Tschombe“, „Südkoreas Präsident tritt zurück“, „Abbruch der Neuguinea - Verhandlungen“, „Dschungelkrieg in Südvietnam“, „Verschwörung gegen Nasser“ und das grosse Problem Algerien. Wieviele Menschen werden noch sterben müssen, wieviel’ Werte werden noch zerstört werden, bis in Algerien wieder Ruhe herrscht? Wird überhaupt eine Entspannung eintreten oder wird gar auf das Mutterland die Spannung übergreifen? Was geschieht mit Frankreich, wenn sich dort politische Blitze entladen mit all ihrer zerstörenden Wirkung? Wie wird dann die Lage in Europa sein und wie in der ganzen Welt? Ist das nicht wirklich wie eine Naturkatastrophe, wie eine Lawine, die durch eine Kleinigkeit ausge.öst, alles, zumindestens áehr. sehr viel zerstört? Selbst die Natur als solch? ist in letzter Zeit in grössere Unruhe als üblich geraten, Katastrophen aller Art werden aus zahlreichen Gegenden gemeldet. Lawinenstörungen ungeheuren- Ausmasses in Perú, Ueberschwemmungen in Nordeuropa, Erdbeben in Südeuropa, Bergwerksunglücke mit hunderlen Toten, Schneeverwehungen in Gegenden, wo sonst Menschen in der Sonne baden und — so am Rande — Flugzeugunglücke mit hunderten Opfern. Wo ist hier Ursache und Wirkung dieser entsetzlichen, furchterregenden Unruhe von Mensch und Natur? Auch in dem kleinen Land Oesterreich herrscht viel Unruhe in der politischen Wetterlage. Die angekündigten, noch nicht datumsgemäss festgelegten Neuwahlen, zeigen sich durch unterirdisches Grollen und durch gelegentliche Blitze an. Wahlkämpfe werden nie „fein“ geführt, man ist an Uebertreibungen von dieser oder jener Seite gewöhnt und nimmt sie garnicht so ernst. Hört man aber heute, was die Mandatare der politischen Parteien jetzt An0 XXIII. — No. 1963 — 5 i schon sagen, in welche Ver- | däehtigungen des Gegners, der nach den Wahlen wieder der Partner sein wird, sie ausbrechen — dann fürchtet man ein Newilter, das so viel zerstören könnte, dass auch die Sonne nur mehr über Trümmer scheint. Der Mensch kann, trotz aller Erfindungen bis zur Weltraumforschung, die Natur noch nicht beherrschen oder gar lenken, aber die politische Wetterlage hängt viel vom guten Willen der Menschen ab. Die Reisen führender österreichischer Staatsmänner ins Ausland oder hohe Besuche in Oesterreich haben gezeigt, dass unser Land sich noch immer eines guten Rufes, in vielen Beziehungen eines steigenden Rufes, erfreut. Dessen sollten sich alle führenden Männer bewusst sein: in ihren Händen liegt die Gestaltung der Wetterlage Oesterreichs. Einer allein darf die Lenkung nicht anstreben und könnte es auch nicht schaffen. Beide aber sind dazu da. ein jeweiliges „Tief“ und „Hoch“ auszugleichen. In einem Lokal die „Sonne scheinen zu lassen“, während es im anderen „regnet“ — das ergibt für die „Gesamtwetterlage“ Oesterreichs nur neue Spannungsfelder. In der Gemeinsamkeit der Arbeit liegt die Gleiehmässigkeit der Temperatur, die für alle notwendig ist! LA & Ferias de c - >-»-♦ ♦ + % HOTEL LAGO LEO KAHN RIO CEBALLOS — CORDOBA Casilla Correo 34 Bekannt durch seine Küche und aufmerksame Bedienung — Anmeldung erbeten Klub für Neueinwanderer Tel Aviv. — Bei einer Mitgliederversammlung der Organisation der bei der „Solei Bone“ festangestellten Arbeiter wurde der Beschluss gefasst, das Urlaubsgeld für einen Tag zugunsten der Errichüing eines Klubheims für Neueinwanderer zu spenden. Das Heim soll in einem d’r Einwandere rvier tel von Jerusalem gebaut werden. Das Baumaterial wird von der Jewish Agency geü?fert und vom Keren Hayessod be-1 zahlt. (AWZ) ‘ HO SOLO DESDE LA PLATEAU! Los lugares que desde la pantalla le emocionan, le maravillan, le "transportan", VEA- 'los, CONOZCALOS, i VIVALOS...“* USTED MISMO EXCURSIONES "'EXODO" DE ti 1 , ' VhA.’ VIAJES 1 CORRIENTES 2063 PLANTA BAJA, 0F. 9, 10,14 y 16 T. E. 49-3491 / 45-4957 /49-0433/45-7607/49-1229