Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1963 (7.6.1962)
- Date
- 1962-06-07
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Jueves, 7 de Junio de 15M>2 R A E L I T reignisse der Woche WIZO-Kongress Der 10. Kongress der OS- FA fand Ende des vergangenen Monats in Buenos Aires statt und wurde mit einem grossen Festakt im Teatro Astral eröffnet. Der israelische Botschafter in Argentinien. General Josef Awi- «iar, war als Ehrengast er schienen. Seine Ansprache stand im Mittelpunkt der Veranstaltung, auf der die Präsidentin der OSFA. Dra. Hadassa Grinberg, die Anwesenden begriisste und einen dringenden Appell an alle jüdischen Frauen Argentiniens richtete, an der Lösung der Aufgaben mitzu wirken, die der WIZO gestellt sind. Die Verhandlungen des Kongressas zogen sich mehrere Tage hin, auf der in ernster Aussprache die ver schiedenen Aspekte der WI- ZO-Arbeit b?handelt worden sind. Der Kongress war ein getreuer Spiegel der grossen Aktivität und Hingabe mit der die Frauen der WI- ZO, bzw. der OSFA ihre Aufgaben zu erfüllen trachten und die mannigfachen Arbeiten leisten, die erforderlich sind. Gesellschaftsreise nach Israel Die Reiseagentur ..Viajes Bittermann S. A.“ veranstaltet eine Gesellschafts fahrt, die es den Teilnehmern erlauben wird, die Hohen Feiertage in Israel zu verleben. Die Abfahrt ist für den 27. August an Bord des Dampfers ..Provence“ geplant, der von der bekannten Schiffahrtslinie C ge-1 chartert und vollkommen modernisiert wurde. Das! Schiff ist mit Luftkühlungsanlagen versehen, und es besitzt jetzt isolierte Wände in den Kabinen, die den Lärm von aussen abhalten. Die ,.Lfn?a C“ ist bei Touristen und Passagieren sehr beliebt und durch ihre guverbringen und am 26. September in Israel eintreffen. Dort sind Ausflüge in die verschiedenen Landesteile vorgesehen. Am 16. Oktober fährt das Schiff dann nach Europa zurück, wo zwischen dem 21. Oktober und 13. Dezember Gesellschaftsfahrten durch Italien, die Schweiz. Holland und andere Länder VON DER OSFA TAGUNG IN BUENOS AIRES ten Dienste auf dah Schiffen ,,Federico C“, ,.Anna C“ und „Andre C“ bekannt. Die „Provence“, auf der die j Passagiere zu Rosch Haschono und Jom Kippur nach Israel reisen werden, kann bequem 1.000 Menschen befördern. Sie besitzt ein Schwimmbassin und Orchester, die Küche ist international, und es stehen zahlreiche Duschräume und geräumige Gesellschaftszim- ' mer zur Verfügung. J Die Passagiere des Schiffes werden die Zeit vom 17. bis 22. September in Italien unternommen werden. Am 13. Dezember tritt die „Provence“ die Rückfahrt nach Argentinian an. Die Reisegesellschaft Wird dafür sorgen, dass die Teilnehmer an dieser Fahrt in den verschiedenen Ländern die interessantesten Punkte besuchen, und hat im besonderen für Israel ein umfassendes Programm ausgearbeitet. Berichtigung In dem in unserer vorigen Nummer vom 1. Juni er schienenen Bericht ,.Jüdi- Jüdisches Lehrhaus Die naechsten Kurse finden statt, am MONTAG, DIN 18. JUNI, UM 20 UHR 30 IM GEMEINDEHAUS (RAMER 2060 1. Kurs: BIBELKUNDE: Dr, Meir Rosenberg (BEGINN 20 UHR 30 pktl.) 2 Kurs: GEGENWARTSKUNDE: Dr. Swarsensky 3. ABEND: EUR0PAEISCHE UND JUEDISCHE EMANZIPATION (Geistige Lage der Juden zwischen den Zeiten) (BEGINN 21 UHR 20) 3. HEBRAEISCHE KURSE: 1. Jahr: Montags: 18 Uhr 30 und Mittwochs: 19 Uhr 15 2. Jahr: Dienstags und Donnerstags: 17 Uhr 3. Jahr: Montags: 17 Uhr und Mittwochs: 17 Uhr 50 sc-hes Leben in der Welt“ handelt es sich um die -Iah resversammlung des Arne rikanischen Jüdischen Comités <AJC> und picht, wie irrtümlich angegeben, da» Amerikanischen Jüdischen Kongresses. Wettbewerb für Fotos aus Israel Am 12. Juni wird die Eintragung für den Wettbewerb von Fotos aus Israel abgeschlossen, der von den Staatlichen Fremdenverkehrsbüros Israels unter den Auspizien des Argentinischen Fotoklubs organisiert worden und der ejrste Wettbewerb dieser Art in Argentinien ist. Zahlreiche Teilnehmer haben sich schon eingetragen, und auch die Preise wurden inzwischen bei.annt gegeben. Interessenten können sich im Staatlichen Fremdenverkehrsbüro Israels in der Suipacha 927, 1. St., eintragen und ihre Fotos mitbringen. Der Wettbswerb beschränkt sich nicht auf jene. die Israel besucht haben, sondern es werden auch alle die zugelassen, die in Israel aufgenommene Fotos besitzen, einschliesslich solcher Bilder, die schon in Ausstellungen und Wettbewerben gezeigt wurden oder auch zu Reklamezwecken gedient haben. Di?s soll heissen, dass auch schon veröffentlichte Fotos angenommen werden. Nicht geeignet sind dagegen Fotos, die Handelsmarken fiir Reklamezwecke tragen oder Reproduktionen von Bildern oder Stichen. Die Fotos müssen zumindest eine Grösse von 39x49 em oder das entsprechende Mass mit einer Toleranz bis zu 2 cm auf beiden Seiten I besitzen, auf weisser Pappe oder Elfenbein angebracht. I können sie 40x50 oder 50x50 em haben und sollen mit der ganzen Rückseite aufgeklebt sein. Die Uebergabe der Preise und die Ausstellung der Fotos findet in der Galerfa de las Américas, Suipacha 927 statt, deren Stände zu diesem Zweck besonders hergerichtet wurden. MUSIK IN BUENOS AIRES Es ist geplant, einen weiteren hebraeischen Aniaengerkurs für Teilnehmer ohne Vorkenntnisse einzurichten, der im Monat Juli beginnen wird. Dieser Kurs kann nur stattfinden, wenn sich wiederum eine genügende Anzahl von ERNSTHAFTEN Teilnehmern einschreiben wird. Um schriftliche Anmeldung unter genauer Angabe der Adresse und Telefonnummer wird gebeten. Alle Kurse finden in der Cramer 2060 statt TEATRO COLON Viernes 8 a las 21.30 hs.: Función extraordinaria coreográfica a cargo de Gert Reinholm. Coreografía: Tatjana Gsovsky. Sábado 9 a las 17.30 hs.: Recital extraordinario a cargo de la soprano Victoria de los Angeles. A las 21 horas: función extraordinaria: “11 Barbiere di Siviglia“ de Rossini. Domingo 10 a las 17 hs.: 4a. función del abono a días domingo: “Tosca“ de Pucci- Jii. Lunes 11 a las 21.30 hs.: 2da. función del abono a 8: Concierto sinfónico de la Orquesta Filarmónicale Buenos Aires, solista: Antonio De Racco. Martes 12 a las 21 horas: 3ra. función del abono popular: “Tosca“ de Puccini. »: UBHUUlIKli:.IWSKMij j Teafro Solei! j i CORRIENTES 3150; s T. E. 86-2307 i m 5 Freitag: um 22 Uhr ■ Sonabend um 22 Uhr f! Sonntag 18 und 22 Uhr; 5 Täglich um 22 Uhr! 5 GASTSPIEL 1 § MAX PERLMAN 5 und I GITTA GAUNER m * in dem musikalischen g Lustspiel i WENN MAN LEBT, s ERLEBT MAN! N m g Musikalische Leitung: M g Kapellmeister S HERRMANN LUDWIG TEATRO COLON: „DER BARBIER VON SE’HLLA“ Der geniale Wurf des grossen Geoacchio Rossini wurde in knapp dreizehn Tagen aufs Pentagramm „geworfen“. So schnell entledigte sich der unsterbliche Komponist seiner Arbeit, dass er nicht einmal Zeit hatte, eine Ouvertüre zu seiner berühmtesten Oper zu schreiben; das längst komponierte Vorspiel zu .„Elisabeth“ musste dazu herhalten. Und während diese Oper längst — wie so viele anäere Rossinis auch — in Vergessenheit geraten ist, wurde die angeblich zum „Barbier von Sevilla“ gehörende Ouvertüre unter diesem Namen weltberühmt. Es gibt von dem grossen Italiener bestimmt bedeutendere Werke; gerade in unseren Tagen holt man wieder viele verschollene Opern aus der Mottenkiste; einige halten sich im Tageslicht. Die Mehrzahl sinkt freilich wieder ins Dunkel zurück. Das auf das Libretto von Cesare Sterbini komponierte Musikwerk ist unerhört melodiös. Es ist unbegreiflich, dass das nun fast 150jährige Meisterwerk bei seiner Uraufführung mit Pauken und Trompeten „durchfiel“. Die „Rosina“ wurde von Victoria De Los Angeles gesungen, die an Körperumfang abgenommen, deren Stimmvolumen aber noch zugenommen hat. Sie ist eine berückende Vertreterin ihrer Rolle, die garnicht zu ihrem eigentlichen Vokalfach gehört. Aber ihr Register — und ihre Intelligenz — ist so gewaltig, dass sie alten Anforderungen der dankbaren, aber nicht einfachen Partie (Koloratur und gleichzeitig Lagenwechsel ( vorbildlich gerecht wird. Ihre Erscheinung, ihre Musikalität und ihr Charme nahmen das Colön-Publi kum gefangen, und sie wurde bereits bei ihrem ersten Auftritt und dann nach jeder Arie Gegenstand enthusiastischer Beifallskundgebungen. Luis Alva (neu für uns) in der Partie des „Graf Almaviva“ nennt einen sauberen .innigen und biegsamen Tenor sein eigen. Wenn er auch zuweilen im Ensemble Schwierigkeiten hat durehzudringen, so sind sein Vor trag und auch sein Spiel ausserordentlich kultiviert. Fernando Corena als „Dok tor Bartolo“ ist wohl zur Zeit der berühmteste Vertreter dieser dankbaren Rolle. Ohne in Uebertreibungen zu verfallen, ist sein Spiel pikant, und stimmlich beherrscht er, wo immer er auftritt, das Bild. Die Titelrolle wurde von Sesto Brus cantini — ebenfalls Debut. nt im Colön — ausgezeichnet dargestellt und fast im mer zufriedenstellend gesungen. In der Kabinetts-Rolle des „Don Basilio“ über rasehte Miroslav Cangalovie durch ausgezeichnete Reinheit der Tongebung, die wir in „Khovantchina“ bei ihm vermissten; darstellerisch hatte er die Lacher stets auf seiner Seite. Das Pro gramm nannte ferner Gian Piero Mastromei (Fioreilo) Carmen Burello (Beria) und Humberto Di Toto (Offizier), die ihre Sache zur Zu friedenheit machten. Carlos F. Ciliario dirigierte mit Schwung und Verve das herrliche Werk und nahm straffe, energische Tempi, ein Vorzug, der sich speziell in den von ihm selbst am Cembalo gespislten Rezitativen erwies; leider tat die Ueberbesetzung der Streicher (man sollte den ..Barbier“ nur noch mit sehr kleinem Orchester konzertieren) der Transparenz einigen Abbruch. Die Bühnenbilder von Attilio Colonelio waren farbenfreudig und stiiecht, aber sie dehnten — besonders in dem saaiartigen Zimmer des letzten Aktes — den Blickwinkel des Zuschauers ins Ueberdimensiona’.e, statt ihn zu konzentrieren; seine Kostüme waren ausgezeichnet. Die Regie von Carlo Maestrini hatte einige originelle Momente, unterschied sich aber im allgemeinen in nichts vom Herkömmlichen. Perfekt, wie nicht anders zu erwarten, der Männerchor unter Tuilio Boni. Es gab — ungewöhnlich für die Besucher das „Gran Abono“ — sehr langen und herzlichen Beifall. STANISLAW W1SLOCKI DIRIGIERT LRA- ORCHESTER Den Reigen der ausländischen Orchesterleiter, die im Zyklus des Nationalen Rundfunk - Orchesters auf dem Podium stehen werden, eröffnete der polnisohe Dirigent Stanislaw Wislocki. Im ersten der bisher gehörten zwei Konzerte hatte er zuweilen einen schweren Stand gegenüber der Instrumentaivereinigung, deren Präzision oft zu wünschen übrig liess. Am zweiten Abend freilich wurden die Fehler fast behoben. Die reizvolle „Obertura Grotesca“ von Julian Bautista und die „Tres Pastorales“ von José Maria Castro wurden einfühlsam und temperamentvoll interpretiert* und die anerkennenswert mit reduziertem Orchester musizierte Haydn-Symphonie Nr. 88 g-dur erklang sehr rein; der Effekt wurde allerdings durch das allzu rasend gejagte „finale — allegro con brio“ beeinträchtigt. Wohldurehdacht und durchgeistigt erklang die bekannte d-moll - Symphonie aus der Feder von César Franck und die 2. Symphonie von Johannes Brahms opus 73. d-dur wurde Gegenstand einer gewissenhaften, im „adagio non troppo“ oft zu schleppenden und im „allegro con spirito“ hinreissenden Wiedergabe. Wislofkis Landsmann Kazimierz Serocki kam mit seiner „Sinfonietta für doppeltes Streichorchester“ zur argentinischen Erstaufführung. Das konzis geschriebene Opus ist in die gemässigte Moderne einzustufen und spricht durch klare, unkomplizierte Faktur an. Ebenfalls als Erstaufführung lernten wir das erste Klavierkonzert opus 10 desdur des zwanzigjährigen Serge Prokofieff kennen. Es handelt sich um ein jugendliches, genial konzipiertes, dickinstrumentiertes und für den Solopart mit enormen manuellen Schwierigkeiten durchsetztes Opus, denen die argentinische, glänzend spielende Pianistin Haydee Loustaunau mühelos gerecht wurde. Die Künstlerin, die hiermit ihr Rentrée machte, zeigte ihre enormen manuellen Fähigkeit und ihr Durchdringen der Partitur von der besten Seite; sie hatte grossartigen Beifall, den sie freigebig mit Orchester und ■ Dirigenten teilte, der seinerseits nicht über mangelnden Applaus zu klagen brauchte. c-n « ♦ ♦ ♦ ♦ * <. 4 ♦ 4 ♦♦♦♦♦♦ < J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bine. MITRE 430 V. Of. 550 T.E.: 30-1474 « i >♦♦« e««♦♦♦♦♦♦♦♦♦«♦♦♦♦♦<