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Jüdische Wochenschau · 1962-06-07 · 1963 (7.6.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1963 (7.6.1962)
Date
1962-06-07
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Jueves, 7 de Junio de 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIII. — No. 1063 (Schluss von Seite 1) nicht, wenn wir von Gefühlen der Rache frei sind. Man wird es noch nicht einmal für bemerkenswert halten. dass Martin Buber, der grosse und greise Philosoph für Eichmann um Gnade bat. Noch nicht einmal eine besondere moralische Be rechtigung darf Buber für sich reklamieren, ein solches Ansinnen an den Präsidenten Israels gerichtet zu haben. Denn Stellung zu nehmen in dieser Frage hat nur derjenige, der selbst die Verantwortung trägt. Ohne Zweifel ist die Gesinnung Ben Zwis nicht weniger lauter und menschlich als die Bubers. Nur dass die Ben Zwis die authentische Stimme unseres Volkes ist. weil auf ihm die Veranwortung lastet. Dass Buber Gnade übt. ist ohne Belang. Seine Mei nung ist gewiss auch in Betracht gezogen worden. Die Behandlung eines Gnadengesuches kann nicht Gegenstand einer Volksabstim mung sein. Amerikanische Präsidenten haben Todesurteile gegen die Mörder eines oder mehrerer Menschen vollstrecken lassen, obwohl tausende Bittgesuche einliefen, die Todesstrafe nicht zu vollziehen. Eisenhower hat die Eheleute Rosenberg durch den elektrischen Stuhl hinrichten lassen, obwohl sie keinen Menschen getötet ha ben. sondern angeblich Geheimnisse preisgegeben hätten. Und dieses Tode-urteil wurde ausgeführt, obwohl der Papst sich für die Um- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1» izq nachm. 16—19 Uhr T. E. 83 2613 ► ♦ ♦ REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft " CORRIENTES 569 * T. E. 49-5850 #-♦♦-♦♦♦ ♦ ♦ ♦ * ♦ « »♦ ♦ ♦ Wandlung der Todesstrafe eingesetzt hat. Wie aber kann man selbst einen elenden Massenmör der. der zehn oder zwanzig Menschenleben auf dem Ge wissen hat, mit einem Eichmann vergleichen, der im Besitz der Macht diese dazu benutzte, um bei der Ausrottung von Millionen Menschenleben als treibende Kraft mitzuwirken. (II. Argentiniens Stellung Die Eichmann-Affäre warf viele Aspekte auf.Dass Eichmann unter Bruch der argentinischen Souveränität aufgebracht und aus Argentinien verschleppt worden ist, steht fest. Hierüber wird man noch viel naehdenken und sprechen. Aber trotz der tiefen Erbitterung und einer gewissen Enttäuschung, die das israelische Vorgehen in Argentinien hervorgerufen hat. wird man die Besonderheit dieses Falles verstehen müssen. Es gab eine Zeit, wo durch die Kreise, die heute von den offiziellen argentinischen Ste len wegen totalitärer Prinzipien angegriffen werden, die Einreise nazistisch - antisemitischer Elemente begünstigt worden, ist. Es gab Helfeshelfer auf all:'n Seiten, um die Flucht nach Argentinien zu ermöglichen. sogar in kirchlichen Stellen. So konnte aus Eichmann Klement werden.Wie schwer ist es für heimliche Einwand?rer, wenn sie Juden waren, stets gewesen, sich einen argentinischen Personalausweis zu beschaffen. Dass Eichmann und alle anderen. die unter den gleichen Bedingungen nach Ar gentinien gekommen waren. JUDITH l SCHENKOLEWSKI!; KULTUSSTICKEREIEN £ Schahbosdecken Tailisbeute) - Käppchen - VLaz-.1 zot-Tascher. - Hand- und «I Masi hinensticker--; von Bett und Tischwäsche 1 Dr. P. I. RIVERA 2585 | (fr. Bebedero) T. E. 73-9153 1 Jaime Liebling* 1 s. a.; t SPERRHOELZER ¡ ♦ HOELZER l DIAZ VELEZ 5224; t Tel.: 89 -9349. 33-9305; i PROPIEDADES } FRANKENBERG 5 berät Sie Kostenlos und anverbindlich beim Kauf \ oder Verkauf von S GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN Manuela Pzdraza 2536 pl 0 Dp. ß T. E 70-7244 v ■--“.-.-.-.-.-..--"vw--..--"-“-*-”'’- : OPTICA DIPL, OPTIKER i Sarmiento 829 T. E. 35 - 7356; s MARTHA i CHAPEAUXI HUTSALON sogar ihre Namen anstandslos wechseln konnten, zeigt zur Genüge die Mitwissenschaft wichtiger behördlicher Stellen. Auch die Revolutionsregierung auf die vielen illegal im Lande befindlichen Nazis aufmerksam gemacht, unternahm nichts. Gewiss kann dieser Sachverhalt das israelische Eingreifen auf argentinischem Territorium nicht rechtfertigen. Inzwischen ist der argentinisch-israelische Zwischenfall nach einer Appellation Argentiniens an die UN auf direktem Wege zur gegenseitigen Zufriedenheit geregelt worden. Wenn man berücksichtigt, dass die beiden Länder, die in bestem Einvernehmen miteinander standen, zwei recht verschiedene Standpunkte vertraten, dann wird man zugeben müssen, dass die Form der Beilegung dieses Zwischenfalles Zeugnis für eine grosse politische Reife ablegte. Nach der Vollstreckung des Urteils hat der argentinische Aussenminister in einer Note noch einmal zu der Angelegenheit Eichmann Stellung genommen und seinem Bedauern Ausdruck verliehen, dass die israelischen Behörden nicht die argentinischen Gssetze berücksichtigt haben, die eine mildere Strafe vorsehen. Dieser Hinweis dürfte vom Standpunkt Argentiniens am Platze sein, denn Argentinien ist nun einmal der Meinung gewesen, dass eine Todesstrafe nicht verhängt werden könne, weil der Angeklagte in Argentinien verhaftet worden ist und weil das argentinische Gesetz die Todesstrafe nicht kennt. Form und Inhalt der argentinischen Verlautbarung folgen aber trotz einer gewissen Kritik der Tradition freundschaftlicher internationaler Gepflogenheiten. In seinen weiteren Ausführungan unterstreicht der argentinische Aussenminister den tiefen Abscheu vor den Verbrechen, deinetwegen Eichmann angeklagt war. Argentiniens Worte lassen keinen Zweifel daran, dass alle Vermutungen und Behauptungen über die Sympathie der verantwortlichen argentinischen Behörden mit den Nazis oder gar mit Eichmann üble Nachreden sind. Argentinien steht fest und entschlossen auf Seiten der Gerechtigkeit, für Freiheit und Gleichheit, gegen M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel Der Fall Eichmann! Mahnmal in Griechenland Athen. — Ein Monument, das auf seiner Spitze eine Menora trägt, wurde zi m Andenken an die 50.000 Juden, welche während der Naziherrschaft umkamen, in Saloniki eingeweiht. Der Feierlichkeit wohnten Vertreter der Behörden sowie Führer der jüdischen Gemeinden Griechenlands bei. Der Jüdische Weltkongress in London hatte I. Easterman als seinen Repräsentanten entsandt. Das Mahnmal ist von der jüdischen Gemeinde Salonikis erstellt worden. Es wurde eine Botschaft von Dr. Nachum Goldmann verlesen, in der es heisst, dass das jüdische Volk niemals die jüdischen Griechen vergessen wird, die den Naziverfolgungen zum Opfer gefallen sind. Goldmann gibt ferner der Hoffnung Ausdruck, dass die Juden Griechenlands „weiterhin zur Entwicklung des jüdischen Volkes beitragen werden.“ (ITA) Diskrimination und Verfolgung oder Unterdrückung von Minderheiten jeder Art. IV. Unbewältigr Der Eichmann-Prozass hat den aufmerksamen Beob achtern unserer Zeit mit einer erschreckenden Deutlichkeit gezeigt, dass die Vergangenheit nicht nur von den Deutschen, sondern ins besondere auch von uns Juden nicht bewältigt worden ist. Wie könnte es auch anders sein, wenn man die gewaltige Grösse dieser Ereignisse betrachtet und abwägt Welten sind zusammengebrochen. Nicht nur ein Kontinent ist in Flammen aufgegangan und hat unter seinen Trümmern Millionen Menschen aller Nationen verschüttet. Alte kulturelle Zen* tren, vor allem jüdische, wurden ausgelöscht. Nichts ist übrig gablieben, vielleicht einige Reste und Splitter, zerbrochene Menschen, lebendige Wracks, lebende Leichname. Sie tragen das Stigma des Unterganges auf ihrem Gesicht. In ihren Zügen ist Leid und Elend, Vernichtung und Zerstörung, grausames Sterban und Ueberleben zu lesen. Sie sind die zu uns gekommenen Zeuger der ,.Endlösung der Juden- PRAKTISCHER ARZT Dr. J. P. Kroll Bieber 3 DE FEBRERO 2030 Mo., Mitt. Freit. 15—20 Uhr. — T. E. 76-0266 PRIVAT 52-7734 NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037, 4j. 46 1716 und 48-2124 «. Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52 8214 : RAYOS X : PARADENTOSE - TELEF. ’ VORANMELDUNG NERVEN n. GEMÜTS¬ KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN ui prov. RIVADAVIA 2625 1 Tel. 48-7524 1 Mont.. Mittwoch, Freitag 117—20 Uhr. Tel. Antieli düng erbeten. B E Jetzt in L G R A N 0 MOLDES 256 T. E. 73 9229 73-9155 Hr ROSENZWEIG TAILOR HENRY frage“, deren getreuer Diener und Vollstrecker Eichmann gewesen ist. Aber es sind viel mehr Mörder als Opfer am Leben geblieben. Nur ein kleiner Teil wurde zur Verantwortung gezogen. Der von deutschen Demokraten geforderte Reinigungsprozess kann nicht durchgeführt werden. Dafür waren die Henker und Hetzer zu zahlreich .. Deswegen muss die Zeit die Schlacken der Vergangenheit heilen oder beseitigen helfen, die von den Men-, sehen nicht zu bewältigen ist. Um diesen Gesundungsprozess am Körper des deutschen Volkes haben die deutschen Behörden den Prozess und das Urteil gegen Eichmann begrüsst. Wir dürfen unterstellen dass diese Kreise es ehrlich und ernst meinten, weil Eichmann als Chef der Abteilung für jüdische Angelegenheiten in der Gestapo an einem sichtbar verantwortlichen Posten stand. Sicherlich mögen manche Nazis, die man noch nicht gefasst und die man noch nicht abgeurteilt hat, bei der Nachricht über den Tod Eichmanns erleichtert aufgeatmet haben. Von dieser Seite können sie nicht mehr belastet werden. Denn Eichmann kannte sie alle; IA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece ios Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky PueyrredÓQ 2190, Io izq. T. E. 83-2613 80 6930 Abono-Preise: Argentinien: t 100.— pro Quartal Ausland * 600 — jährl er war der Mann, in dessen Hand die Fäden auch dann zusammenliefen, wenn er sie nicht immer zog. Sehr viel neues Material, das bisher nicht bekannt gewesen ist hat der Eichmann- Prozess nicht zutage gefördert. Aber die Welt hat noch einmal aufgehorcht, als sie Kenntnis von den furchtbaren Verbrechen erhielt, die von Menschen gegen Menschen begangen worden sind. Wird man lernen? Werden Menschen, werden Völker die Konsequenzen aus dem Geschehenen ziehen? Auf diese Frage zu antworten, ist schwer. Nicht lernen werden jene Unbelehrbaren, die von der Lüge und dem Verbrechen gegen die Menschheit und die Menschlichkeit leben. Nicht lernen werden jene, für die Nazismus und Antisemitismus, für die Hass und Verfolgung Lebenselemente sind die Geschäfte mit Hass und Blut machen und mit Hilfe dieser finsteren Instrumente nach der Macht streben. Sie versuchen, nicht nur Eichmann zu rechtfertigen, sondern ihn zu glorifizieren. Aus diesem Grunde dürfte es sicher sein, dass auch noch nach dem Tode des ehemaligen Nazigewaltigen Eichmann seine Epigonen alles tun werden; um den Kampf im Zeichen des Hasses fortzusetzen. Hierauf sollten wir vorbereitet sein. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-8817 g Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr m Sonnabend: 14—16 Uhr M ITCUMAN 563 piso 1 - T.E 32-0913 Groesste Auswahl in imp. u. hiesigen Stoffen gSSSfIIS*Í5£S5£S5I*2££liI5ISI€II3!t£**SIISff£SIIS?3IiIS=Is5IISS \ VARICES-ULCERAS j ¡ DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS ä! Dr. SAUL UMANSKY j 2 Sarmiento 3116 T. 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