Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1962 (1.6.1962)
- Date
- 1962-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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W«2 Viernes. I* de Junio de 1962 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1962 — 9 tonnt. Er üen fiber Erfahren e!« histoveröffent wgraphie von Bil- 16. Jahrialgohiet, “ch heute jüdische gelkunde ragistik). heit erinrs daran, am 20. >gang m Döbiinanisieren h zu Ross ächtlicheg Diamant für ii«- satorische Zwecke Tage fei- 'tn seinen Moza, im and, beien ,Jfenmt am Hauptin regen Mitglieige ,,Dawesentählr eichen Arbeiten Sammet zu wel- Freunde fonds ge- ' dem Beistellungen erwünscht Klaber, nen TO. ir wuchs . len, relider die ISRAEL-WIRTS Für eine stabile Wirtschaft Eine ungeheure Menschenmenge und eine Rekordzahl von Touristen aus aller Herren Länder jubelten am Unabhängigkeitstag den Soldaten des Zahal zu, die in einer eindrucksvollen Parade, bei der die Jetkampfflugzeuge der Luftwaffe und die schweren Tanks der Panzerwaffe mit ihren Kanonen eindrucksvoll die militärische Kraft des jungen Staates demonstrierten. Mit Recht durften die Führer des Staates in ihren Festreden auf die ungeheuren Leistungen im Aufbau des Staates und seiner Wirtschaft hinweisen und auf die Tatsache, dass seit der Gründung des Staates eine Million Immigranten aufgenommen und erfolgreich in die Wirtschaft eingeordnet wurden. Aber es musste auch gefordert werden, dass die Bevölkerung sich in ihren materiellen Forderungen heute eine grössere Zurückhaltung auferlegen solle und man Abstand nehmen müsse von einer weiteren Steigerung des Lebensstandards Israel muss heute alles tun, was in seinen Kräften steht um die Stabilisierung seiner Wirtschaft und seines Preisniveaus zu erreichen, wenn sich die letzte Abwertung als segensreich erweisen und die neue Wirtschafts-Politik der Regierung, Israel der wirtschaftlichen Unabhängigkeit entgegenzuführen, ihr Ziel erreichen soll. KANN EINHALT GEBOTEN WERDEN? Finanzminister Levi Eshkol und seine Berater schritten mit ihrem bekannten Optimismus an die Abwertung des Pfundes und an die von Dr. KÜRT OTTENSODSER (Israel; neue Wirtschafts-Politik. Sie hatten geglaubt, dass die Abwertung nur eine verhältnismässig unbedeutende Steigerung des Preisniveaus mit sich bringen werde, da praktisch ja bereits vor der offiziellen Abwertung des Pfundes «Jas Preisniveau einem Kurs von etwa 2,60 IL pro Dollar entsprochen hatte und ein Teil der zusätzlichen Differenz auf 3 IL für Schnell aber zeigte es sich dass das Preisniveau doch stärker anzog, als man erwartet hatte, und dies obwohl die Regierung 180 Millionen IL Subsidien einsetzte, besonders um eine Steigerung der Preise für die landwirtschaftlichen Produkte zu verhindern, und die Industrie sich bereit zeigte, die Preise nicht zu erhöhen, solange ihr noch Neue Regierungs-Anleihen Jerusalem. — Die israelische Regierung plant die Ausgabe neuer Wertpapiere in Höhe von 250 Millionen IL im Laufe des jetzigen Geschäftsjahres, wie Finanzminister Levi Eshkol in einer Pressekonferenz bakanntgab. Diese Bonds sollen zum Teil an den Lebenshaltungsindex gebunden, zum Teil von diesem unabhängig sein. Seinen Angaben nach werden die an den Index gebundenen Papiere eine Bruttorente von 5 Prozent, d. h. 3,75 Prozent nach Abzug der Steuern ergeben, während die freien Bonds 8,5 Prozent Gewinn abwerfen dürften. Eshkol fügte hinzu, die 110 Millionen IL aus dem Verkauf der neuen Wertpapiere sollten dem Budget zufliessen, während die restlichen 140 Millionen in der Staatsbank deponiert und auf diese Weise aus dem Umlauf gezogen würden. Der Finanzminister betonte, dass er sich für die Notwendigkeit eingesetzt habe, die Spartätigkeit zu verstärken. Hierbei gab er zu verstehen, dass er sich im Wege gesetzlicher Mittel gehalten sehen könnte, die Bevölkerung zu zwingen, einen grösseren Teil ihres Einkommens zu sparen. Er deutete jedoch nicht an, dass dies zusätzliche Verfügungen in sich schliessen könne wie z. B. die Zwangs-Sparanleihe, auf die er vor kurzem in der Knesset angespielt hat. (ITA) den Dollar durch Zollsenkungen zum Teil ausgeglichen werden sollte. Den Rest, so h_tte man gehofft, werde man durch Einsparungen bei den Produktionskosten durch Verbilligung der Dienste und Hebung der Produktionsleistung wettmachen können. HOTEL DAPHNE IHR HOTEL IN HAIFA - Israel VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM HAIFA. Hadar Hakarmel, Nordaustr. HOTEL ARMON j ISRAELS SCH0ENES TOURISTENHOTEL X Die beste Küche j Angenehmer Aufenthalt j Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 23711 1 4 (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt * erforderlich) I Dr. MAX FLESCH Berater für Investitionen und Finanzgeschaefte in Israt \ — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, George Elliot Str. X zum alten Kurs erworbene Rohmaterialien zur Verfügung stehen. Wenn auch die Zölle auf vielen Gebieten ermässigt wurden, so stellte dies doch nicht in allen Fällen einen genügenden Ausgleich dar. und im Juli muss dem um rund 8 Punkte gestiegenen Lebenshaitungsindex entsprochen, eine nicht unbeträchtliche Teuerungszulage gezahlt werden. Finanzminister Levi Eshkol hatte gehofft. die Histadrut dazu bewegen zu können, die Teuerungszulage einzufrieren, liessen an dem „heiligen Prinzip“ der Teuerungszulage nicht rütteln, und Levi Eshkol musste sich fügen. Es ist klar, dass die Teuerungszulage weitere Preiserhöhungen mit sich bringen muss und die Kaufkraft des Publikums weiter stärken wird. Aber gerade dem sollte doch im Rahmen der neuen Wirtschaftspolitik Einhalt geboten werden. ZWANGS¬ SPARANLEIHEN Levi Eshkol sah die ersten Erfolge der Abwertung und der neuen Wirtschaftspolitik der Regierung in der Tatsache, dass in den ersten zwei Monaten nach der Abwertung der Export, ohne jede Prämienzahlung, um 7 Prozent gesteigert werden konnte und der Wertpapier- Dollar, wie auch der Dollar am schwarzen Markt, sich nur um wenige Prozente über der offiziellen Notierung stellte, und dass die Zinsen am schwarzen Devisenmarkt von 18 bis 20 Prozent auf 12 bis 14 Prozent zurückgingen. Um nun der neuen Gefahr zu begegnen, die, durch die überschüssige Kaufkraft in Händen des Publikums, droht und sich inflatorisch auswirken muss, soll neben der weiteren Förderung der Spartätigkeit, eine Zwangs- Sparanleihe erhoben und auf diese 'Weise etwa 100 Millionen IL abgeschöpft werden. Diese Gelder sollen nicht etwa dem Staat im Rahmen seines Budgets zur Verfügung stehen, sondern auf einem „gesperrten Konto“ hinterlegt werden. Diese Anleihe soll fünf bis sechs Jahre laufen und an den Index gebunden sein. Die freiwillige Spartätigkeit soll darüber hinaus durch geeignete Massnahmen angespornt werden. Die Einzelheiten des ganzen Plans werden nunmehr ausgearbeitet und sollen der Knesset zur Genehmigung vorgelegt werden. DIE KOSTEN¬ INFLATION Aber auch der Kampf gegen die Kosten-Inflation soll mit aller Kraft aufgenommen werden. Levi Eshkoll verspricht, dass der Staat dabri selbst mit gutem Beispiel vorangehen und im gesamten Verwaltungsappara-t umfassende Sparmassnahmen und einen gewissen Beamtenabbau durchführen wird. Dadurch dürften auch Dienstleistungen verbilligt und Bankzinsen s<->wie Bankspesen herabgesetzt werden. Aber die Regierung hofft, dass auch die Produzenten ihren Teil zur Bekämpfung der Kosteninflation beitragen und die ab Juli zu zahlende Teuerungszulage nicht zu Preiserhöhungen benützen werden, sondern diese zusätzlichen Produktionskosten durch anderweitigen Spesenabbau und durch verbesserte Produktionsleistungen auszugleiehen versuchen. Psychologische Momente sind bei der Anwendung wirtschaftlicher Massnahmen von grosser Bedeutung und man muss leider sagen, dass man dieser Ueberlegung zu wenig Rechnung getragen hat. Die Regierung hat in der, letzten Monaten wieder und wieder dem Druck gewisser Gruppen nachgegeben und sich von ihrem Weg abbringen lassen. Sie hat daher viel von dem Vertrauen verloren, das man ihren Plänen anfänglich entgegenbrachte. Levi Eshkol hat daher jetzt mit einer wachsenden Kritik und Opposition zu rechnen und wird hart darum zu kämpfen haben, wenn seinen neuen Plänen der nötige Erfolg beschieden sein soll. DIE AUFFORSTUNG von HERBERT I REEDEN Nachdem es in Israel auf dem Gebiet der Aufforstung zu einer Vereinh;itlichung gekommen ist und der Keren Kayemet auch die Aufgaben der Forstabteilung der Regierung übernommen hat, bietet sich eine gute Gelegenheit, einmal die Bewaldung Israels vom Wirtschaftliehen Standpunkt aus zu betrachten. Im allgemeinen unterliegt das nationale Aufbauprogramm nicht nur ökonomischen Kriterien: oftmals muss von den öffentlichen Institutionen die Frage der Rentabilität Fragen der Sicherheit und politischen und sozialen Ueberlegungen hintangestellt werden, bevor sie neue Erschliessungs-Projekte in Angriff nehmen. Auch die Aufforstung fällt in diese Kategorie, und sie ist ein Bodenverbesserungsprojekt auf lange Sicht hinaus. Mit der Aufforstung in Israel sind viele Faktoren verbunden — auch die des Sentiments und der Aesthetik, und solche Imponderabilien wie Kühle und Schatten, die sich nicht in Zahlen ausdrücken lassen. Die aufgeforstete Fläche beläuft sich gegenwärtig auf 220.000 Dunam. Fast die Hälfte davon ist mit Kiefern bepflanzt, in erster Linie mit Aleppokiefern. Eukalyptuswälder erstrecken sich über 20.000 Dunam. Tamariskenpflanzungen über 11.000 Dunam und Johannis brotbäume — besonders für Viehfutter geeignet — über 16.000 Dunam. Der Rest sind grösstenteils Zypressen, Akazien und Oliven. Ungefähr die Hälfte aller Wälder sind Nutzwälder, und der Rest ist in erster Linie zum Zweck der Bodenkonservierung, der Verankerung von Sanddünen oder aus Sicherheitsgründen gepflanzt worden. Mit der Entwicklung der Bewaldung war es notwendig geworden, eine besondere Abteilung für Forstwirtschaft einzurichten. Ihre Aufgabe liegt nicht nur in der Pflege der Wälder, sondern auch in ihrer ökonomischen Nutzung. Seit der Gründung des Staates sind über 90.000 t Holz aus israelischen Wäldern gewonnen worden, und das jährliche Ausmass des Fällens beträgt gegenwärtig ca. 15.000 Tonnen. Aber da die Wälder fast alle noch jung sind, steht die israelische Forstwirtschaft erst im Anfang. 40 Prozent der gegenwärtigen Holzgewinnung kommt aus Kiefernwäldern, in denen das Lichten beginnt, wenn die Bäume 15 Jahre alt sind, während die restlichen 60 von Eukalyptuspflanzungen stammen — die bereits im Alter von 10 bis 12 Jahren gefällt weiden können. In Kiefernwäldern stehen ungefähr 150 Bäume pro Dunam, die in 5—6 Lichtungsvorgängen gefällt werden. Zuerst kommen die schwachen und unterentwickelten Exemplare an die Reihe, um den anderen Bäumen mehr Platz und Licht zum Wachsen zu geben. Wenn der Wald 40 bis 50 Jahre alt ist — das ist ungefähr die Lebensdauer einer solchen Kiefer _ sind nicht mehr als 10—20 Prozent des ursprünglichen Baumbestandes vorhanden. Eukalyptusbäume erfahren eine andere Behandlung. Sie wachsen nicht auf den Bergen wie die Kiefern, sondern da sie mehr Boden brauchen, in den Tälern. Eukalyptuspflanzungen werden nicht gelichtet, sondern alle 7—10 Jahre gefällt; nach einer solchen Operation erneut sich der Wald von selbst ohne weitere Pflanzung von Menschenhänden. Wieviel Holz kann ein Dunam Wald produzieren? Bei Kiefernwäldern richtet sich das Quantum nach dem Alter der Bäume und erreicht seinen Höhepunkt zwischen dem 25. und 35. Jahr. Beim Eukalyptus liegt dieser Höhepunkt früher, aber das Al ter spielt keine solche wichtige Rolle. Gegenwärtig wird ungefähr die Hälfte des einheimischen Holzes in Israel für industrielle Produktion, wie Sperrholz, Celotex etc. verwendet. und die andere Hälfte für landwirtschaftlichen Bedarf, wie Zäune, Pfosten und Stangen. Der Holzkonsum in Israel ist hoch und beträgt pro Kopf der Bevölkerung 0,1 Kubikmeter für Bauholz und 0,013 Tonnen für Papiererzeugung. Der zukünftige Plan der Aufforstung sieht eine Bepflanzung von 35.000 Dunam pro Jahr vor — 25.000 Dunam mit Kiefern und 10.000 Dunam mit Eukalyptus, was eine jährliche Investierung von 450.000 Arbeitstagen erfordert. In 10 Jahren wird demnach die gesamte Waldfläche des Landes fast 600.000 Dunam betragen. Solch ein Waldbestand dürfte 12.000 Tonnen Holz liefern und eine jährliche Ersparnis von 20 Millionen IL (in harter Währung) erzielen. 1980 würde diese Produktion bereits 185.000 Tonnen Holz liefern und somit bereits ein Viertel des Holzkonsums des Landes decken. Man schätzt, dass bis zu dieser Zeit 3.600 Familien ihren Lebensunterhalt aus permanenten Forstarbeiten ziehen werden. Industrial & Comercial Bank (ISRAEL - LATIN AMERICA) Ltd. T E L A V I V 65, Altenby Road NEUE BUEROS IN BUENOS AIRES Av. CORRIENTES 1145 (GALEPIA DEL OBELISCO) T. E. 35-3463 1NCOBA INVESTMENT & TRUST Cia. Av. CORRIENTES IÍ45 T. E. 35-3463