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Jüdische Wochenschau · 1962-06-01 · 1962 (1.6.1962) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1962 (1.6.1962)
Date
1962-06-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes. 1de Junio de 1962 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1962 — 3 Die Juden in Santo Doming Die Ermordung des dominikanischen Diktators Trujillo und die Vertreibung seiner Familie aus Santo Domingo hat, wie es scheint, die Möglichkeit geschaffen, dass diese karibische Insel- Republik eine liberale Regierung erhält. In diesem Zusammenhang wird die Erinnerung an jenes Angebot wach, das die Regierung Santo Domingos im Jahre 1937 zur Aufnahme jüdischer Einwanderer aus Deutschland machte. In der Tat gelangte eine Anzahl deutscher Juden nach Santo Domingo. Ueber eine von ihnen gegründete Siedlung, die in mancher Hinsicht an die von Menschen gleicher Herkunft in Israel geschaffenen mittelständischen Dörfer erinnert, berichtet die nachfolgende Reportage. * Tierra negra, schwarze Erde, sagt der dominikanische Farmer aufatmend. In sanften Windungen schlängelt sich die Strasse durch Zukkerrohrfelder und Viehweiden. Nicht mehr die harten Schwünge des Auf und Ab und die scharfen Kurven wie in den Bergen; nicht mehr dieser durch jede Ritze dringende Staub der verwitterten roten Erde, die den guten Boden für die Kaffee«- plantagen gibt, die sich aber lähmend auf die Lungen legt und in die Haut frisst. Rote Erde, das heisst in der Dominikanischen Republik Kaffee und kühles Klima, so kühl, dass der Mann aus dem Süden, wo die Karibische See an felsige Küste brandet, fröstelt und sich in eine fremde Welt verbannt glaubt. Aber die schwarze Erde ist ihm wieder vertraut, sie bedeutet Flachland und Wärme. Zwar ist es hier oben im Norden des Landes, in der Provinz Puerto Plata, nicht so warm wie im Bundesdistrikt Santo Domingo, aber die Landschaft atmet wieder tropische Weichheit nach der roten Strenge der Berge, in denen nur einsame Palmen an den Süden erinnern. Noch einmal führt die alles zu kaufen gibt. An einer Ecke ein grösseres Gebäude mit dem Schild Administración, daneben ein grosser Genossenschaftsladen, und wieder etwas weiter ein eoenerdiger Bau mit dem europäisch anmutenden Schild Café Oase. Der Name ist gut gewählt, denn dieser und Organisationsgabe haben sie es fertiggebracht, aus ihrer einst bedeutungslosen Kolonie einen wichtigen Produktions- und Handelsplatz zu machen, von dem auch das angeschlossene Eingeborenendorf, das ihnen heute die Kräfte für grobe Arbeiten stellt, nachm -■*. Á wem DAS ACCADI A HOTEL IN HERZLIA Strasse an palmstrohgedeckten Bretterhütten vorbei, zur Linken öffnet sich das Gestrüpp und gibt den Blick auf den Atlantischen Ozean frei, der in langer Dünung an den weissen Strand rollt, dann stehen auf einmal saubere niedrige Häuser an den Seiten, Wohnhäuser und Colmados. Läden, in denen es I NEUEROEFFNET i Restaurant "SHARON" *¡£>2 I (früher PASO) | PASO 452 (al fondo) T. E. 87-9259 1 Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla MITTAGS- und ABENDTISCH i von jetzt an auch Sonntag abends geöffnet 1 ANRICHTEN VON KLEINEN FESTLICH-; ZEITEN UND BANKETTEN j I JUAN JULIUSBURG! MALERARBEITEN £ 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 .*»,î*ÏH*I*HïSeï'5liîIH5ï3fSlSieSi*S*ll*n5ÏSSS"«iîi*Stl«*tt*ïï.'*. I Pension Familiär ^444^ $ M Flamm unter Aufsicht I. Ehrw., der Rabbiner Dr. J. Fink \ und Dr. J. Oppenheimer CHASCOMUS T. E. 2910 Cordoba 38 ¡[ ZIMMER MIT PRIVATBAD Telef. Auskünfte in Bs. Aires:76-2312 u. 70-5805 HOTEL LAGO J LE0 kähn *1^3 j RIO CEBALLOS — CORDOBA; Casilla Correo 34 t Bekannt durch seine Küche und aufmerki same Bedienung — Anmeldung erbeten j ganze Ort Sosua in der dominikanischen Provinz Puerto Plata, nach dem früher kein Mensch fragte, ist eine Oase. Und er wurde es im besonderen Sinne für seine Bewohner. Kaum hat die Karawane I haltig profitiert. In modernen und hygienisch einwandfreien Verarbeitungsbetrie-! ben werden ausgezeichnete Molkerei- und Fleischproj dukte hergestellt. Berühmt j im ganzen Lande und auch ‘ in karibischen Anlngestaader mit rotem Sandstaub be- \ ten SIcnd Goudf und Edamer aus Sosua. In die nähere Israels Flagge im Kieler Kanal Kiel. — Nach jetzt veröffentlichten Statistiken passierten in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres 20 israelische Schiffe mit einer Gesamttonnage von rund 85.000 BRT den Nordostsee-Kanal. (AWZ) Jüdische Generaele Rio de Janeiro. — Zu Generälen der brasilianischen Armee wurden der Oberst Rafael Zipin und der jüdische Offizier Aaron Bensebimol ernannt, der Mitglied der sefardischen Gemeinde ist. Die Gattin des Generals Benschimol arbeitet aktiv in jüdischen Gemeindeangelegenheiten und war Lehrerin einer jüdischen Schule. — (ITA) dung eine Aktie, die einen Nominalwert von 10 Doller hatte und deren Kurs heute bereits auf 300 Dollar steht. Ursprünglich hatten sich hier 160 jüdische Familien aus Deutschland, Oesterreich, der Tschechoslowakei und anderen europäischen Staaten angesiedelt. Die Dominikanische Republik hatte sich damals im Jahre 1937 als einziges Land in der Welt bereit erklärt, jüdische Emigranten in grösserer Zahl aufzunehmen. Der Generalissimo der grossen Antilleninsel, Trujillo, stellte dies gern als Beweis dafür heraus, wie aufgeschlossen und demokratisch er sei. Er wolle sogar hunderttausend Siedler aufnehmen, erklärte er in einer persönlichen Unterredung. Und wenn man ihm sagte, man sei von dieser blühenden Siedlung beeindruckt, dann fragte er prompt, ob man nicht auch * dorthin auswandern wolle. Trujillo kalkulierte ganz Neue Marke Anlässlich der Internationalen Orientmesse, die vom 5. Juni bis 5. Juli in Tel Aviv stattfindet, wird diese neue Briefmarke ausgegeben. Sie ist in Bogen von 15 Marken vielfarbig im Photolithograph - Verfahren gedruckt. Der Entwurf stammt von D. Reisinger, Tel Aviv. richtig, dass Scsua einer der grossen Aktivposten der Erschliessung dieser Antilleninsel ist. Allerdings ist es 1937 eine Oase für europäische Flüchtlinge gewesen, denen die übrige Welt verschlossen war und die deshalb alles daran setzten, aus der Wildnis ein blühendes Lebenszentrum zu machen. Inzwischen haben andere Länder ihre Tore geöffnet. Auch aus dem Inselparadies sind viele wieder abgewandert, heute leben dort nur noch 60 jüdische Familien, und deren erwachsene Söhne wandern oft genug nach Nordamerika aus. deckten Autos vor dem Café Oase gestoppt, da erscheint eine Dame und ruft etwas aufgeregt: ,,Ich bin die Frau des stellvertretenden Administrators, aber ich spreche nur Deutsch, kann man dolmetschen?“ Die beiden Deutschen unter der europäischen Besuchergruppe sind genauso verblüfft wie ihre Kollegen. Sie wussten zwar, dass Sosua eine Bauernsiedlung ist, in der sich 1937 aus Europa geflüchtete Juden in genossenschaftlicher Form zusammengeschlossen haben. Aber dass diese nach fast 25 Jahren immer noch an ihrer alten Sprache festhalten, das ist überraschend und bezeichnend. Beim Essen im Café Oase ist denn auch Deutsch die Hauptsprache. Auch einige Frauen beteiligen sich am Gespräch. Dabei fällt wiederum auf, dass die jüdischen Siedler ebenso sorgsam wie ihre heimische Mundart auch die gesellschaftlichen Formen bewahrt haben. Sie reden sich untereinander mit Sie an, sie haben ausgezeichnete Tischmanieren und sie sind in allem und jedem sehr höflich, obgleich harte körperliche Arbeit und besonders das Siedlerdasein die höfische Sitte als überflüssig abzuschleifen pflegt. Auf der anderen Seite hat aber hier die veränderte Arbeit doch die Mentalität der Menschen verändert: Sie.alle sind nicht bäuerlicher Herkunft, sie waren in geistigen Berufen tätig, und trotzdem gilt bei ihnen heute fast nur noch der Hände Arbeit. Da klagt der Tierarzt der Siedlung, dass ein schwerer Morgen hinter ihm liege. Der ihm gegenübersitzende stellvertretende Vor walter, einst Kaufmann im Oldenburgischen und heute wie-die anderen Viehzüchter meint daraufhin promot: „Doktor, was arheiten Sie denn schon gross.“ Einige dieser Siedler sind wieder Kaufleut3 geworden. Mit Fleiss, mit Weitblick Umgebung wird der billigere Weichkäse geliefert.Ebenso moderne Gefrieranlagen und einwandfreie Verarbeitungsmethoden hat die Fleischereigenossenschaft. Diese Leistungen sind nur dadurch möglich, dass man sich zu Genossenschaften zusammengeschlossen hat. Diese Genossenschaften besitzen die Form einer Aktiengesellschaft. Jeder Siedler zeichnete bei der Grün- "(ARMEL”-Resiauranl H " 3 l&D EROEFFNUNG AM SONNTAG, DEN 3. JUNI, UM 12 UHR in seinen luxuriösen Räumen SARMIENTO 2715 T. E. 88-7122 mit speziellem Programm. Reservieren Sie Ihr Gedeck im Salon Odeon, Sarmiento 2715. T. E. 88-7122 — Confitería Comercial, Corrientes 2161, T. E. 49-0198 NO SOLO DESDE J.A PLATEA!!! 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