Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1962 (1.6.1962)
- Date
- 1962-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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ist 4 — Viernes, 1? de Junio de 1962 SEMANA ISRAELITA A ft« XXIII. No. 1962 nisse der Woche JWK in Montevideo Die südamerikanische Exekutive des Jüdischen Weltkongresses trat in der vergangenen Woche in Montevideo zur Beratung zusammen, die unter dem Vorsitz von Dr. Moisés Goldman stattfand. Die Exekutiv-Mitglieder aus Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay nahmen den umfassenden Bericht des ständigen Delegierten des Jüdischen Weltkongresses und Mitgliedes der Exekutive, des Herrn Mark Turkow. mit grossem Interesse auf. Die Aussprache war durch einen Ernst und hohes Verantwortungsbewusstsein gekennzeichnet. Sie bewies, dass sich die führenden Persönlichkeiten des südamerikanischen Judentums über die Tragweite der Krise klar sind, die den ganzen Kontinent ergriffen hat. An den Debatten beteiligten sich in erster Lir.ie die Dres. Gorbat. Nathan Lerner, Isaef und Hardi Swarsensky (sämtlich Argentinien), sowie Dr. Markman (Sao Paulo). Das Ergebnis der Beratung fand in einigen Resolutionen seinen Niederschlag, deren Wortlaut wir weiter unten veröffentlichen. Ein Kameradsehaftsessen in den Räu. en der NC.I. (Montevideo), an dem auch der israelische Botschafter in Uruguay. Don Jizchak Arkawi, teilnahm, schloss die Verhandlung ab. Die Delegierten wurden von dem Vertreter des Zentralcomités in Uruguay, Herrn Herbert Treitel, begrüsst. Die Delegierte des Jüdischen Weltkongresses, Dra. Nelly Rost erhielt für ihre geistreichen Ausführungen berechtigten Beifall. Die Resolutionen Die Delegierten nahmen folgende Resolutionen an: 1. Erneut ihre energische Ablehnung einer j:den Kundgebung von Hass. Intoleranz oder rassischer oder religiöser Diskriminierung auszusprechen. die bezweckt, die Völker zu entzweien und die Grundlagen des friedlichen und demokratischen Zusammenlebens zu untergraben. 2. Ihrer tiefen Besorgnis wegen der wiederholten und unbestraften Angriffe auf die jüdischen Gemeinschaften des Kontinents durch nazistische und rassistische Gruppen und Organisationen Ausdruck zu geben. 3. Die Behörden aller Länder des Kontinents zu ersuchen, die Anstiftung oder Ausübung von Talen zu verbieten oder zu unterdriikken, die die Menschenrecrte verletzen, welche ausdrücklich von der Charter der Vereinten Nationen und der Organisation der amerikanischen Staaten verkündet worden sind. 4. Die demokratischen Bürger des Kontinents aufzufordern, aktiv an dem Kampf für die volle Gültig keit der Prinzipien teilzunehmen, auf denen das menschliche Zusammenle ben beruht, und gegen jeden Versuch zu kämpfen, Methoden und verbrecherische Praktiken wieder zum Leben zu erwecken die nach einer tragischen Erfahrung, welcher in einer jüngst vergangenen Zeit so viele Millionen Menschen zum Opfer fielen, als überwunden betrachtet werden müssen. —:o:— Moses Kleinmann s. A. Im Alter von 77 Jahren verstarb in Buenos Aires der bekannte Philanthrop und Expräsident der jüdischen Alters- und L aisenheime in Burzaco, Herr Moses Kleinmann. Kleinmann kam im Jahre 1912 nach Argentinien, und vom ersten Tage an war er aktiv im jüdischen Gemeindeleben tätig. Er gehörte zu den Gründern zahlreicher sozialer und gesellschaftlicher Institutionen. Er war in jeder Hinsicht ein Selfmademan, der aus den kleinsten Anfängen eines der grössten Industrieunternehmen der Konfektions¬ und Textilbranche schuf und trotzdem stets noch Zeit fand, um in vielen sozialen Hilfsorganisationen und zionistischen Institutionen an leitender Stelle mitzuarbeiten. In den ersten Jahren in Rosario tätig, verlegte Herr Kleinmann später seinen Wirkungskrei ■ nach Buenos Aires, wo er sich dem Aufbau der Alters- und Waisenheime widmete. Diese lagen zuerst in der Cabildo und wurden später dank der grosszügigen Stiftung des nichtjüdischen Philanthroben Iturrat auf dessen Estancia nach Burzaco verlegt. Unter der tatkräftigen Leitung von Herrn Kleinmann wurden dort mit der Hilfe führender jüdischer' Bankinstitutionen und Organisationen sowie Spenden aus privater Hand ein Krankenhaus mit Dutzenden Betten und Zahnklinik, ein grosser Tempel, der auch den Juden aus der Umgebung zur Verfügung steht, sowie geräumige Pavillons für die Alten und Heime für Waisenknaben, eine Mittelschule, ein modernes Klubhaus für Kinder mit Bibliothek, zwei Schwimmbassins und eine grosse Industrieschule, ein landwirtschaftlicher Betrieb u. v. a. errichtet. Die Finanzierung dieses Riesenbet-lebes, der einzig aus Beiträgen und Spenden aufgebaut worden ist, erforderte die ganze Kraft von Herrn Kleinmann, welcher diese Heime als sein Lebenswerk betrachtete. Seit Jahren erstrebte er die Errichtung eines Siechenheims, das jedoch, obwohl es drin gend benötigt wird, aus geldlichen Gründen nicht gebaut werden konnte. Frau Die naechsten Kurse finden statt, am MONTAG, DEN 4. JUNI, UM 20 UHR 30 IM GEMEINDEHAUS CRAMER 2060 1. Kurs: BIBELKUNDE: Dr. Meir Rosenberg (BEGINN 20 UHR 30 pktl.) 2 Kurs: GEGENWARTSKUNDE: Dr. Swarsensky 2. ABEND: DER KAMPF UMS RECHT (Geistige Lage der Juden zwischen den Zeiten) (BEGINN 21 UHR 20) 3. HEBRAEISCHE KURSE: 1. Jahr: Montags: 18 Uhr 30 und Mittwochs: 19 Uhr 15 2. Jahr: Dienstags und Donnerstags: 17 Uhr 3„ Jahr: Montags: 17 Uhr und Mittwochs: 17 Uhr 50 Alle Kurse finden in der Cramer 2060 statt VANDALEN IN SANTA FE Vor wenigen Wochen wurde die israelische Fahne, die auf dem Hause der Kehilla von Santa Fe anlässlich des Jom Haatzmauth gehisst worden war, nachts von Strolchen verbrannt. Leider ist es trotz aller Bemühungen nicht gelungen, die feigen Urheber dieses Attentates auf die Fahne eines mit Argentinien in freundschaftlichen Beziehungen stehenden Landes zu fassen. Die jüdische Gemeinschaft in Santa Fe schloss am 24. Mai vier Stunden lang als Protest gegen die ses Attentat alle jüdischen Geschäfte und Hess in den Schaufenstern Plakate aufstellen, auf denen gegen die Schändung der israelischen Fahne energisch protestiert wurde. Dr. Vera AVelzmann, die Burzaco besuchte, erklärte, dass diese jüdischen Heime in der Welt nicht ihresgleichen haben. Wenn seit vielen Jahren mittellose Menschen einen ruhigen, sorglosen Lebensabend verbringen können, so ist dies das Werk von Moses Kleinmann. Ebenso haben dort tausende jüdische Waisenknaben eine zufriedene Jugend verbracht, und viele bedeutende Akademiker und Kauf.eute sind hier erzogen worden, um später eine festgefügte Organisation zur Unterstützung der Heime zu gründen. In den Altersheimen wurden auch deutschsprechende Juden aufgenommen, und Kinder unserer Gemeinschaft besuchen die Schule von Burzaco. Dies alles ist an erster Stelle dem segensreichen Wirken von Moses Kleinmann zu danken, dessen Andenken wir stets in Ehren halten wollen. Das jüdische Buch C. Wr. — Für den 22. Mai hatten die hiesigen jüdischen Buchverleger die Vertreter der Presse zu einer Beratung einberufen, an denen auch ein Vorstandsmitglied der AMIA teilnahm, damit etwas für die Förderung der Verbreitung jüdischer Bücher in Argentinien geschehe. Dabei ergab die Diskussion interessante Aspekte, so z. Bdass gegenwärtig hebräische Bücher eine grössere Nachfrage als jiddisch-geschriebene hätten, dass aber eine allgemeine Indifferenz gegenüber dem jüdischen Buch bestünde. Einer der bekanntesten Verlage bringe jährlich fünf neue Bücher mit jüdischen Themen in spanischer Sprache heraus, aber weit mehr Exemplare, als er verkaufen könne, sodass er gegenwärtig einen Stock von 50— 60.000 Büchern besässe, was eine schwere finanzielle Belastung sei. Die interessante Debatte ergab, dass die Jugend Bücher mit sensationellen Titeln bevorzuge, auch Romane und Reiseberichte aus Israel von nichtjüdischen Autoren, wenn der Titel vielversprechend sei. Auf etwa 1000 Propagandabriefe von Seiten der Verleger würden kaum mehr als 20 positive Antworten kommen. Welterfolge wie ,,Exodus“ und „Der Letzte der Gerechten“ seien auch in jiddischer und spanischer Sprache grosse Erfolge gewesen. Bücherausstellungen, vor allem im Innern des Landes, wären ein wirksames Propagandamittel des jüdischen Buches. Dagegen hätte die jüdische Presse nicht so propagandistisch gewirkt, wie dies z. B. die grossen Tageszeitungen “La Nación“ oder “La Prensa“ mit Bücherpropaganda täten. Die Unterstützung der AMIA für die Verbreitung jüdischer Bücher wurde rühmend hervorgehoben. Besonders eindrucksvolle Bemerkungen über propagandistische Methoden wurden vom Direktor der Zeitschrift “La Luz“ gemacht. Die Aussprache schloss mit einem Appell an die jüdische Zeitung, sich mehr als bisher für die Verbreitung des jüdischen Buches einzusetzen. Eine Nachbemerkung Da die „Jüdische Wochenschau“ immer dafür eingetreten ist, alle Anstrengungen zur Verbreitung jüdischer Kultur aufs tatkräftigste zu unterstützen, hat sie auch stets den Pressekonferenzen einen breiten Raum gegeben, die vom Editorial Candelabro einberufen und von Dr. Abraham Mibashan s.A. abgehalten worden sind. Alles, was auf der von unserem C. W.-Berichterstatter besuchten Pressekonferenz mitgeteilt worden ist, findet den uneingeschränkten Beifall der Jüdischen Wochenschau, und gewiss auch aller übrigen jüdischen Zeitungen. Die vier Verlage, die sich zur gemeinsamen Pressekonferenz entschlossen hatten, nämlich Editorial Acervo Cultural, Editorial Candelabro. Editorial Israel und Editorial Kium verdienen für ihre ausserordentlich wichtige Arbeit die volle Unterstützung nicht nur der Presse und nicht nur der zentralen jüdischen Organisationen, sondern eines breiten Leserpublikums. Es ist tief bedauerlich, dass viel zu wenig Bücher geschenkt werden. Die in spanischer Sprache erscheinenden jüdischen Bücher können vom technischen Standpunkt aus jeden Vergleich mit anderen Verlagsanstalten aushalten. Es gibt so viele Gelegenheiten, ein jüdisches Buch Jugendlichen und Kindern zu schenken. Unsere Jugend liest — wenn sie überhaupt liest — nur spanische und selten andere Bücher. Es liegt an den Eltern, ihren Kindern anständige Bücher zu geben. Oft klagen die Eltern über das mangelnde jüdische Interesse der Kinder. Aber was haben sie denn dafür getan? Und noch ein Wort an die Verlage: mit einem Appell an die jüdische Presse ist es noch nicht getan. Die jüdische Presse befindet sich, wenn man die Probleme rein materiell betrachtet, in den gleichen Schwierigkeiten wie die Verlagsanstalten. Wenn die Zeiten besser sind, dann interessiert sich ein gewisses Publikum schon nicht mehr für die jüdischen Probleme. Das ist eine Wahrheit, die ruhig einmal ausgesprochen werden kann. Leider gibt cs keine jüdische Zeitung, die mit der Finanzkraft der Prensa oder Nación verglichen werden könnte. Das jüdische Buch gehört in das jüdische Haus, wie eine jüdische Zeitung in jedes jüdische Haus gehört. Aber wir sind noch reichlich weit von diesem Ziel oder dieser Pflicht entfernt. Hoffentlich werden es nicht äussere Einflüsse sein, die uns dieszm Ziel einmal näherbringen, obwohl dies so aussieht... Blumenausstellung der Bne Brit Die offizielle Einweihung der von der Frauen-Gruppe der Bne Brit veranstalteten Blumenausstellung fand in ■den in der Juncal 2573 gelegenen Räumen dieser Organisation statt. Den Vorsitz führte die Präsidentin ’Hau Ana Blank. Als Ehrengäste wohnten der Präsident der Bne Brit in Lateinamerika, Max Mazar Barnett, der Präsident der DAIA. Ing. Gregorio Faigón, der Präsident der Bne Brit, Ing. Alfredo Abulafia, Herr Rudi Schwarz für die Loge Tradición, in Vertretung der Israel-Botschaft Herr Y. Anouk, der Gouverneur des Distrikts Bu-nos Aires des Rotary Club, Herr Alberto Sienra, Dr. Arturo Capdevila und Delegierte der verschiedenen jüdischen Institutionen der Veranstaltung bei. Die Ausstellung wurde von der Architektin Ana Maria Favelukes de Natezon organisiert. Es wurden Blumenarrangements . us verschiedenen Teilen der Welt gezeigt, die von Mitgliedern der Bruderschaften anderer Länder per Flugzeug hierher geschickt worden sind. Ein jedes Arrangement trägt Namen und Fahne des Ursprungslandes, und an seiner Seite steht eine Puppe in der Nationaltracht. Unter den Blumen, die ausser aus Argentinien selbst aus Belgien, Bolivien, Brasilien. Oesterreich, Frankreich, Uruguay, Luxemburg, den USA, Israel, Venezuela Chile und Holland stammen, waren rote Tulpen, Edelweiss und Rosen aus Israel zu sehen. Die Ausstellung bezweckt nicht nur, die Flora anderer Länder zu zeigen, sondern auch freundschaftliche Beziehungen zu knüpfen und eine kulturelle Annäherung zu den anderen Bruderschaften herzustellen. In ihrer. Begrüssungsrede verwies die Präsidentni Frau Blank auf das Motto der Institution, die vor 160 Jahren in New York gegründet wurde und sich für Brüderlichkeit, Wohlfahrt und Eintracht einsetzt. Die Musik und die Blumen, so führte sie aus, sind das beste Mittel zu menschlicher Verständigung, da beide sich in allen Sprachen mitteilen. Rudi Schwarz verwies u.a. darauf, dass die Blumen wachsen, ohne einander zu belästigen, keinen Neid hegen und den Menschen ein Beispiel sein sollten, dass ein jeder im Leben die Eigenheiten seines Nächsten respektieren müsse. Die Schlussworte sprach der Präsident der Bne Brit in Lateinamerika, Max Mazar Barnett. Er unterstrich, dass die Ausstellung gleichzeitig als Ehrung für Argentinien an seinem Nationalfeiertag gedacht sei. Er zog Vergleiche zwischen dem Dasein der Blumen und dem Leben der Menschen und mahnte zur Brüderlichkeit und gegenseitigem Verständnis, die über jedweden Unterschied ethnischer, rassischer, politischer oder religiöser Art stehen sollten, um der Menschheit den Weg zu Fortschritt und Frieden ohne Furcht vor der Zukunft zu ermöglichen.! Teafro Solei! § S CORRIENTES 3150 2 s T. E. 86-2307 ■ ¡3 M 5 PREMIERE “ 3 Sonabend um 22 Uhr 3 Z Sonntag 18 und 22 Uhr 2 2 Täglich um 22 Uhr g Z GASTSPIEL 3 1 MAX PERLMAN 3 m 2 und 2 1 GITTA GAUNER \ 3 in dem musikalischen 3 3 Lustspiel S lWENN MAN LEBT, § s ERLEBT MAN! § £ 5 3 Musikalische Leitung: 2 3 Kapellmeister * 2 HERRMANN LUDWIG 5 -¿ïS'.ïrïr ïve**ïïi*ïi