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Jüdische Wochenschau · 1962-05-26 · 1961 (26.5.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1961 (26.5.1962)
Date
1962-05-26
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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'Rund T mit dem Golem 11 BE-\-CHORIN Uch klnSordet und sein Blut )yb- I,n,ei®: Fiasehe unter dem Aj. Ainiinor der Altneuschul Ju- 'frsle(it. damit der Zorn im °skrtck. Damals lasen wir im M ® Programmheft und es nde j^^'te uns vor dem Ho. w Mittelalter, in dem -a„ "fglekhen wirklich vor- Dj’ ‘omi»«ii konnte, man denke da- Sur at Heines „Rabbi von , “ächatieh.“ Aber heute? e Aus der 64. Sitzung des , ^thmsEn-Prozesses in Je- . rusakm. Freitag, den 2. Jua B* Hfl: ,,Der Reichsführer ' 0 ® Himmler und Kaltenbrunner arbeiteten 1943 ei- 7!' “eD Plat zur systematischen s *’ 'Breitling des Ritualmordpr Marchesg in Radio-Sendunlls’ nach England und Ame- >W| dka aas. Auch Russland ex‘ sollte von dieser Blutliigenrs. Propaganda erfasst werden. u‘ üo imiaer in diesen Län- ,r d*ni eh christliches Kind sie versctaand. sollte sofort die ud Hitualmord-Propaganda einde setzen, atn den Argwohn und b" den Hass der Bevölkerung auf die Juden zu lenken.” er Mittelalterliche Legende l“ im 20. Jahrhundert .. Ich in sehe die Ritualmord-Numin mer des „Stürmer“ vom;e- Herbst 1934 vor mir... Bilnder des Grauens .. nicht ht nur auf der Buhne. ö- Rabbi Lob schafft den iS Golem, um einen Retter in ht der Not des Ghetto zu hall ben. Hie sehr mochten die :u Eingeschossenen, dem Unn tergang Geweihten im Warle schauer Ghetto sich einen r Golem gewünscht haben, der n»t übermenschlich s, Starken Armen das Richt- :ibeil schwingt und es auf die;r Schädel der Peiniger sausen ld lässt, blutige Ernte haltend m unter den Feinden Israels, m wie der Keltertreter von as Bozra im Gleichnis des it. Propheten Jesaja, er Legende aus Ghetto-Nacht:;i- Not hat sie uns nah geabracht. Das Gleichnis der id Sage wird in dieser Stunde id höchste Aktualität... ir- Neben uns sitzt die jiingbi ste Sekretärin der bundesen deutschen Beobachter-Deleen gation beim Eiehmann-Pro- ¡ezess. Fräulein Renate F. aus ht Hamburg, jetzt Bonn, Ausch wärtiges Amt. Mit verwuner derten lugen blickt sie auf in das seltsame Spiel von Julis dennot und Rettungstraum, je Ich erkürte ihr in der Paust sc den historischen Hinteren grund der Sage aus den n. Tagen Kaiser Rudolfs II. >r, von Habsburg. Erstaunt >n hört sie nu. Etwas von der n. Kontimiitä t des jüdischen ( IC* LEI B E R ) 21. Iyar 22. Iyar , v M. XXT1 3 - XXVII 34 ■„XVH^VH 14 mer-Tag rner-TaS mer-Tag mer-Tag ner-Tag ocr-Tag icr-Tag 14 11 idig“n* „er-Tag ]. siwan ner'lasi*ai (d«sci ’ 2. Siwan ■r-lag 23. Iyar 24. Iyar 25. Iyar 26. Iyar 27. Iyar 28. Iyar 29 Iyar IV 20 «ei Schicksals geht ihr auf: Prolog in der Holle zum Eiehmann-Prozess sozusagen. Die Eichmänner haben ihre Ahnen: Bischof Thaddäus und die Seinen — ein Beispiel von vielen, von allzuvielen. ,,Ist das wahr?“, Vielleicht nicht der Golem, dessen Leibestrümmer romantische Forscher immer und immer wiider auf dem Dachboden der Genisa der Ait-Neu-Synagoge zu Prag suchten und sich dabei von einem boshaften Schamasch verhöhnen lassen mussten, der gerne sagte: „Den Golem suchen Sie?“ — „Bitte, da ist er .und damit zog er den Vorhang von einem Wandspiegel* weg. in dem sich der „Forscher“ selbst erblickte. Der Golem ist wohl ein Kind der Träume, aber die Verbreiter von Rituaimord-Lügen und die daraus entstandenen Pogrome sind die bittere Wahrheit ..” Renate F. hat einen Bück hinter den Vorhang des Geheimnisses jüdischer Geschichte geworfen. Renate im Wunder-Land, möchte man sagen... Aber in diesen dreieinhalb Jahrzehnten ist uns der Golem auch ausserhalb seines jüdischen Zusammenhanges noch viel näher gekommen. Denn er lebt mitten unter uns, dieser Golem. Nicht aus Lehm und Nacht geboren, sondern als Elektronenhirn, als Roboter, der uns hilft und uns zugleich bedroht. Der Golem ist ja nicht nur der Miichbruder des Homunkulus, er gleicht auch jenem zum Wasserträger verwandelten Besen aus der Ballade „Der Zauberlehrling“. über dem die Verzweiflungsworte erschallen: „Die ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los.“ Er ist das Symbol unserer Zeit geworden, dieser Golem, mit dem wir nicht mehr fertig werden. Auch der Hohe Rabbi Löb muss zu spät erkennen, dass die entfesselten Gewalten des Dämonischen (und auch die Technik ist nicht frei von dieser Nachtseite) nicht beliebig zu dirigieren sind. Die Maschine verabsolutiert sich, macht sich selbständig, wendet sich gegen ihre Erbauer. Im 16. Jahrhundert hat diese Kraft den Psalmen-Namen „Golem“ (Psalm 139: 16) angenommen; heute trägt sie andere Namen, aber das Problem ist nicht nur geblieben — es hat sich verschärft, ist ein Welt-Problem, eine Bedrohung nicht nur einer Stadt (Prag), sondern unserer gesamten Zivilisation geworden. Mit der Intuition grosser Dichtung hat die Golem-Sage dieses Weltproblem vorweg genommen, hat es „Habima“ gültig gestaltet .. Wie wahr wird hier der Schluss-Akkord aus Schillers Lied „An die Freunde“: Alles wiederholt sich nur im Leben, Ewig jung ist nur die Phantasie; Was sich nie und nirgends hat begeben, Das allein veraltet nie! Auch du bist nicht veraltet, Jehuda Golem; so nannte dich doch dein Meister der Maharal (Schimon Finkei) in gewaltiger Anrufung. Du lebst, wenn du auch tot bist. Du bist lebendiger geworden denn je. Schauerlich grinsend erscheinst du hinter deinem Meister und erhebst das Beil, das nur um Haaresbreite an dem Haupte des Denkers vorübergleitet ... Symbol unserer bedrohten Zivilisation, Musik in Buenos Aires HANS RICHTER HAASER SPIELT BEETHOVEN IM COLON UND IN DER „WAGNERI ANA“ ln der vorjährigen Saison lernten wir diesen Pianisten kennen, und wir waren des Lobes voll über ihn. Richter Haaser gehört weder der ganz jungen noch der älteren Generation an. Aber in seinem wohl einzigartigen Spiel, das sieh fast gänzlich auf Beethoven konzenriert, verkörpert er die Synthese jugendlichen Ungestüms mit der weisen Abgeklärtheit des Alters. Der Künstler absolviert zur Zeit zwei Beethoven-Zyklen; einer ist der Interpretation sämtlicher Javier-Sonaten gewidmet und geht im Teatro Colón vor sich. Der zweite wird von der „Asociación Wagneriana“ veranstaltet und bietet die fünf Klavierkonzerte mit Orchesterbegleitung und . die „Chorphantasie“ für Klavier, Chor, Solisten und Orchester. Richter-Haaser spielt nicht im gewöhnlichen Sinne. Er liebkost sein Instrument, er streichelt die Tasten. Sein strenges forte ist ebenso unwiderstehlich wie sein inniges, fast religiös zu nennendes' piano. Seien es nun die „Mondschein“- oder Waldstein-Sonaten oder irgendein« der bisher erklungenen, der Pianist vertieft sich in die Töne und übersetzt sie auf sein Instrument. Losgelöst erklingen die unsterblichen Kompositionen, ihr Ausdeuter f scheint in sich versunken und nimmt keine Notiz von den Auditorien, die die Säle bis zum äussersten füllen. Aehnlich steht es mit der Wiedergabe der Orchesterkonzerte. von denen wir bisher Nr. 1 opus 15 c-dur und Nr. 3 opus 37 in c-moll genossen, bei deren Spiel sich Richter-Haaser überlegen und dennoch werktreu bewegt. Lamberto Baldi, der zuverlässige Dirigent, den wir auch als Begleiter zu würdigen wissen, hatte mit dem Orchester der Gesellschaft zuweilen einen schweren Stand, denn dieses erwies sich im Gegensatz zu seiner sonst gepriesenen Homogenität reichlich unzuverlässig und entbehrte oft seiner seit Jahren bekannten Klangschönheit. Dies tat jedoch dem jubelnden Applaus keinen Abbruch, den der grosse Pianist in beiden Zyklen quittieren durfte. (c-n) Neue Bücher Abba Hillel Silver: Moses and the Original Tor ah. Macmillan 1961, N. Y. Immer und immer wieder ist die Frage nach der Zusammensetzung dsr fünf Bücher Moses aufgeworfen worden; insbesondere hatte man darüber nachgedacht, ob Moses selbst der Verfasser der Thora gewesen sein könnte. Es gibt Bibelforscher. die einen grossen Teil der Gesetzgebung nicht Moses, sondern späteren Männern wie den Propheten zuschreiben. Die Schule Wellhausens ist der Meinung, dass der Pentateuch zu einem grossen Teil erst nach oder im babylonischen Exil entstanden sei. Die Orthodoxie dagegen beharrt bis heute unbedingt auf der Autorenschaft Moses, der die Thora in göttlichem Auftrag niedergeschrieben habe. Nun behandelt auch der bekannte Führer des Weltjudentums Rabbi Abba Hillel dieses Problem, Im Gegensatz zu den liberalen Rabbinern Deutschlands, die diesen grundlegenden Problemen ausgewichen sind, nimmt Rabbi Silver eindeutig Stellung. Aehnlich wie die Hebraeischer Unterricht nnpan rna1? nppson nsiaprnp M?1? orvix irrnan ■pa1? nxs1? .n^oxn m nx Vap*? p ,nnpy wx Dp~jyn ifcsr X*? ox ,Dnix lüntzr na^n rtjapfi nnapn D^anyp pama ^atfa t—: t : t : “ ■* * : * □n p ,nso 7]-m ‘psnn1? tfnp ñipa1? D^is? nnapa nPin .n^atzä mP t * : - ■ t - t : v □Pi ,nnai*? .rn nifrsno t * t : t t \ : any rPnxa nipti jrx .opap ay npapn ^y Vppn opaitf m Pan otfiaa nx — t : v :t: nno-ma*? ónix loman *• t : t * : ■nnx .•■ttton*? wir initfa pni PpD-rpD iy’p D^an onio’ D^n an otoi -; .. T . . . □y in;; *?>nftra anaiyi orrañj? üT’aVis? rr-nv ma rnainaj T * * I - T « LA HUIDA A ERETZ ISRAEL ¡columna derecha) También en nuestros días suceden los cuentos de las mil y una noches. Pero los autores no los escriben, sino hombres vivos, que están en Israel, son a la vez sus héreos y escritores. Cuatro meses enteros migraron 37 hombres, mujeres, y niños desde un país árabe lejano de Israel. Algunos de ellos murieron de hambre y sed y fueron enterrados bajo las arenas ardientes. 70 judíos vivieron en un pequeño pueblo dondequiera en un remoto país árabe. Estuvieron aislados totalmente de Eretz Israel; aún cartas, que llegaron para ellos, no se les entregaron. El sheik local las aniquilaba y les contaba, que todos los judíos de Eretz fueron matados hace mucho tiempo, Una parte de las familias decidió (columna izquierda) huir y llegar a Eretz Israel. Antes de haber alcanzado a ponerse en camino, les forzaron a adoptar la creencia del Islam. Los árabes les amenazaron, que los matarían, si no harían así. El pequeño grupo caminó por senderos del desierto y a los árabes, que encontraron en su camino, contaron que peregrinaban a un santo lug-ar, para rezar que caiga lluvia. Las mujeres del grupo estaban disfrazadas de hombres, pués en los países árabes las mujeres no acostumbraron rezar junto a los varones. Ladrones asaltaron el grupo y robaron su pobre pertenencia. También los encerraron en cárceles y solo ofreciendo soborno, salieron a la libertad. Después de muchos sufrimientos llegaron al fin a Israel y hoy viven en Israel junto a sus familiares y hermanos. niBo Q^pip ir¡ra oa x*7 ."rfr5?] nr1? x*?x ,onix atañía onsio TV T * : * lEtoy D'X^ajn ,tr*n nríftx t : - t : - “ ’ -isni D^iasn orí ^xaira ,n¡r os ons traban D'tznn nyanx; tt: t t : - (37) nyacñ m2 t : * J ‘ : :t pxa *]di mtpi ,omaa ^xnir2? npim maay »«»sai asna ina ano naai TT" T T T “ V “ T “ : rvfrina mapii rn trmrp (70) myatf t * : * : * •paxa dÇ-’N map nmya ma Tn an .npim many ‘^xnfcmpX'? him1? a^pn -m^a wan# acarpo .an1? nnotti rn x1? a1? V T * T : * T r tmn pipan pnmn m pn1? nsoa mm anix T V T : T T : T ,)ap anm fnxa amimn mpnn nimban )a pan DIE FLUCHT NACH EREZ ISRAEL (Rechte Spalte) Auch in unseren Tagen passieren die Geschichten aus 1001 Nacht. Aber nicht Schriftsteller schreiben sie, sondern lebendige Menschen, die sich jetzt in Israel befinden, sind die Helden und Autoren gleichzeitig. Vier ganze Monate wanderten 37 Männer, Frauen und Kinder aus einem fernen, arabischen Lande nach Israel und einige von ihnen starben vor Hunger und Durst und wurden im glühenden Sandten) begraben. 70 Juden lebten in einer kleinen Stadt irgendwo in einem fernen arabischen Lande. Sie waren von Erez Israel vollständig abgeschnitten, selbst Briefe, die für sie ankamen, wurden ihnen nicht ausgeliefert. Der Orts-Scheich pflegte diese zu vernichten und ihnen zu erzählen, dass alle Juden im Lande längst ausgerottet seien. Ein Teil der Familien beschloss (linke Spalte) zu fliehen und nach Israel zu gelangen. Bevor die Gruppe auswandern konnte (1) zwangen sie sie, die Religion des Islam anzunehmen. Die Araber drohten ihnen, dass sie sie hinschlachten würden, wenn sie es nicht täten. Die kleine Gruppe ging auf Wüsten- Pfaden und den Arabern, die sie auf dem Wege trafen, erzählten sie, dass sie zu einem heiligen Orte wallfahren (2L um um Regen zu beten, dass Regen falle (3). Die Frauen der Gruppe waren als Männer verkleidet, denn Frauen pflegen in arabischen Ländern nicht mit den Männern zusammen zu beten. Wegelagerer fielen über die Gruppe her und raubten ihre spärliche Habe. Man sperrte sie auch in Gefängnisse und nur durch Bestechung zogen sie (wieder) frei aus. Nach vielen Miihsalen gelangten sie endlich nach Israel, und heute leben und arbeiten sie in Israel gemeinsam mit ihren Verwandten und Brüdern. 1) wörtl.: Genügend Zeit hatte," auf den Weg tu gehen 2) „ hinaufsteigen 3) ,, dass Regen herunterkomme. Wellhausensche Schule steht auch er auf dem Standpunkt der Quellenscheidung, d. h., dass der Pentateuch mehrere Verfasser hat. Nach Silver hat Moses die ethischen Teile geschrieben, während die Opfergesetze und andere Ritualvorschriften zum grossen Teil erst im babylonischen Exil oder noch später entstanden sind. Rabbi Silver ist ein Meister der klaren Darstellung und ohne Zweifel ein gründlicher Kenner des biblischen Schrifttums. l|VW//.%%WWWW.VWrtV.WJVA-^i-.VAV •: UEBERLASSEN SIE UNS DIE ORGANISATION; Ï IHRES AUFENTHALTES IN ISRAEL Hotel-Reservierungen, Ausfluege, Fuehrungen VIA WIND AGENCIA DE VIAJES Y TURISMO 25 DE MAYO 189 34-6919 33-4146 »WA-AVWAIWVW.-.

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