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Jüdische Wochenschau · 1962-05-26 · 1961 (26.5.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1961 (26.5.1962)
Date
1962-05-26
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German, Spanish
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Die Musikgeschichte Israels von LOTTE BALL-SENGER, Tel Aviv Die Musikgeschichte Israels von Peter Gradenwitz. von den biblischen Anfängen bis zum modernen Staat. Bärenreiter Kassel—Basel—New York 1961. o Das Buch von Dr. Peter Gradenwitz, dem bekannten Musikologen in Israel (Tel Aviv) behandelt die Entwicklung der Musik von den biblischen Anfängen bis zum modernen Staat. Es beginnt mit der Musik der Wüste und dem erstaunlich vielen Wissen, dass wir über die äussere Seite der Musikausübung im salomonischen Tempel, von den Musikern, ihren Instrumenten und über die Aufstellung der Sänger besitzen. Das Werk ist in guter Ausstattung auf 240 Seiten mit Illustrationen erschienen. Es ist allumfassend, aber keineswegs ein Kompendium, das nur bekannte Tatsachen zusammenfasst, sondern wir spüren auch die selbständige Verarbeitung des Themas. Historische Forschungen werden nachgeprüft, nicht einfach üb:rnommen, namentlich dort, wo es sich um Palästina handelt. König David ist der Schutzpatron der jüdischen Musik geworden, dessen Psalme in aller Welt gesungen werden. Sowohl der schweizer Komponist Arthur Hqnegger in ,,Roy David“, wie! der Franzose Darius Milhaud verherrlichen' den königlichen Sänger und Dichter. Mit der Zeit der Könige endet das Nomadentum der Israeliten; sie wurden sesshaft. In Jerusalem konnten sie ein kulturelles Leben führen und eine eigene Kultur wurde geschaffen. Sänger und Instrumentisten wurden ausgebildet. Im' Kapitel ..Musik in der Wüste“ weist der Verfasser nach, dass Musik und Landschaft eine Einheit bilden: die Kameltreiber, die Schafhirten mit ihrer Rohrtrommel. ihrer Flöte, die Endlosigkeit der Wüste, fernab der modernen Zeit, ja. die Zeit selbst scheint stille zu stehen. Alte Hochzeitsweisen. die Melodien der Kameltreiber, die Hirten, Spielen und Singen sind eng mit der Landschaft verbunden. Wir lesen von dem sagenhaften Chor König Salomons, von dem spielenden und tanzenden Vater David. Dies und die alten Orchester des nahen Ostens sind auf assyrischen und ägyptischen Gemälden dargestellt. Die wichtigste Quelle spricht von den Musikern Nebukadnezers. Hellas und Israel, die bei. den Kulturen, haben einander viel zu verdanken. In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, in der Renaissance, stossen wir auf den Namen Emanuel Rossi, der Jude. genannt. 1587 erscheint sein erstes Werk in Druck. Er war auf dem Gebiet der Synagogenmusik der erste Komponist. Aus der Analyse des 19. und 20. Jahrhunderts, bevor der Verfasser die Musik in Israel selbst behandelt, sei besonders sein abgewogenes und wohl zutreffendes Urteil über den ..jüdischen Einfluss“ hervorgehoben. Ueber den Einfluss in der Musik westeuropäischer, aus dem Judentum hervorgegangener Komponisten. Ferner die wohl ganz neue, zusammenfassende Schau- und Würdigung der russisch-jüdischen Schule (Joel Engel) und ihres Einflusses auf die westlich? Musik und auf die Musik Israels. Wir nähern uns nun immer mehr der Jetztzeit. Die Gegenüberstellung Mendelssohns zu Schönberg ist eine ins tiefst?' gehende Analyse und beleuchtet sehr interessant die Stellungnahme des Autors zur jüdischen Musik. Mahler ist der letzte grosse Symphoniker, im „Lied von der Erde“, lässt er sich von der Farbe und den Gedanken des fernen Ostens inspirieren. Mahler, als Jude geboren. zum Christentum übergetreten, ist eine tragische Figur. Er weiss nicht, wohin er gehört. Ganz anders der jüdische Weg Schönbergs. Nur auf sich selbst bauend, weist er ihn auf die Bibel. Sein bedeutendes Werk ist seine grosse Oper „Moses und Aron“, die tief auf di-; geistigen Werte des Judentums zurückgreift. An dieser Stelle stossen wir auf Milhauds „David“- Diesem Werk glaubt der Verfasser eine besondere Stelle einräumen zu müssen und misst ihm Ewigkeitswerte bei. Wir hegen in diesem Punkt Zweifel MUSIK IM NEUEN ISRAEL Einen gewaltigen Impuls erfuhr das Land, als die Gründung des „Palestine Orchesters'S vor sieh ging. Hubermann war ihr Gründer, ihr erster Dirigent war Toscanini. 1936 wurde dann die Rundfunkstation in Jerusalem gegründet. Die erste Operngründung wurde von dem Russen Golinkin geschaffen. Sie hielt sich nicht lange. Nach vielenteils geglückten, teils missglückten Versuchen, gelang es Madame Edis de Philipp, in einem eigenen Haus eine Oper zu gründen, die seit vier Jahren mit einem eigenen Ensemble mit israelischen Kräften eine täglich spielende Oper auf die Beine zu stellen. In der ganzen Welt kann ein solches Institut nur bestehen, wenn der Staat oder die Stadt einen Zuschuss gewährt. Israel ist klein, und so hat die Oper mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Aber sie gibt der musikbegabten Juden im Lande die Möglichkeit, aufzutreten, und es fanden schon manche sehr hübsche Aufführungen statt. Verschieden? Dirigenten leiten das Orchester. Befruchtend wirkt die Oper natürlich auf die israelischen Komponisten. Marc Lavry schrieb die erste Volksoper „Dan Hasehomer“, Dan — der Wächter. Dies war die erste Volksoper, deren Melodien die breite Menge erfassten, denn auch das Thema war aktuell und es wurde ein grosser Erfolg. Das Textbuch war in Iwrit verfasst. Der Komponist ist sehr fruchtbar, und viele Lieder sind Volksgut geworden. Menachem Avidom schrieb die 2. Oper „Alexandra, die Hasmonäerin“. Sie wurde preisgekrönt und erhielt den Staatspreis 1961. Gradenwitz nennt nun in den folgenden Kapiteln eine Unzahl Komponisten, so Ben Chaim. weit über Israels Grenzen hinaus bekannt, Partosh. Kaminski. Ilaubenstock-Ramati und. in jiing- DOKUMENTE-URKUNDEN CHRONIKEN-LUDER über die Geschichte des ehemaligen deutschen Judentums sammelt das LEO BAECK-INSTITUT PUBLIKATIONEN DES LEO BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. a MOHR (PAUL SIEBECKj TUEBINGEN Yusi i* Book V I960 — VOM L.B.-INSTITUT HERAUSGEGEBEN: BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache. (416 Seiten) WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen bei Herrn CURT WILK, Moreno 2256, und im Büro der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU, PueyTredon 2190, 1, izq. (83/2613) LITERATUR é Wiedersehen mitd® „Ihr naht euch wieder. schwankende Gestalten, Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt. Versuch’ ich wohl, euch diesmal festzuhalten? Fühl’ ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt?“ O Um es vorweg zu nehmen und so die Frage aus der „Zueignung“ in Goethes „Faust“ beantwortend: Ja. mein Herz fühlt sich noch jenem Wahn geneigt, der ..gleich einer alten, halbverklungenen Sage“ aus den Bildern und Szenen des „Golem“ von Levik emporsteigt. Ueber drei Jahrzehnte haben wir uns nicht gesehen: der Golem und ich, .. und jetzt steht er wieder da. urgewaltig aus Lehm und Magie gemacht: Tharon Meskin in der Rolle des Golem von Prag. Er ist nicht älter geworden, denn er ist zeitlos. Von mir kann ich das nicht behaupten... Damals 1930 etwa, noch bevor die braune Sintflut über uns zusammenschlug, gastierte die Habima in Deutschland, und ich sah damals den „Golem“ in den Kammerspielen im Schauspielhaus von München. Die blauweisse Fahne des jüdischen Volkes wehte stolz über dem Theater und — wurde kaum bemerkt, weil ja auch die bayerischen Farben dieselben sind, wenn auch in umgekehrter Folge: weiss-blau, aber wer bemerkte schon den Unterschied? Wir: di? zionistische Jugend, die stolz diese Fahne, unsere Fahne photographierten. Und dann die Tatsache, dass es ein hebräisches Theater gab, das in der uralten, wieder lebendig gewordenen Sprache unseres Volkes spielte — und wie, wie bezaubernd! — Das riss uns mit, W'enn wir auch kaum ein Wort verstanden. Es war hebräisches Theater und zugleich russisches; denn Habima kam aus Moskau, wo am 15. März 1925 die Premiere des „Golem“ stattgefunden hatte. Es war ihr zweites Stück: ihre erste Inszenierung war - der unsterbliche „Dybbuk“, von dem so viele Spötter jahrzehntelang sagten, er sei in die Habima gefahren und habe sie nie wieder verlassen. Das stimmt, oder stimmte doch für viele Jahre. aber ein Dämon gehört zum echten Theater, das ster Zeit, Noam Sherif, Gary Bertini, Vardina Schlonski u. a. m. Viele Begabungen bringt das kleine Land hervor, das nicht zu Unrecht das Land der Musik genannt wird. Das inhaltreich«? Buch Wird hoffentlich dazu beitragen, die Entwicklung der neuen Musik in Israel bekannt zu machen. Sie schöpf^ aus vielen Elementen. Da ist die reiche, auf älteste Tradition zurückgehende Musik der orientalischen Juden, mit den Jemeniten aber auch mit den Bucharen, und die alte aschkenasische Tradition von Europa und auch die Lieder der Pessaeh-Haggada, ferner die religiösen Gesänge wie die Musik des Ghetto. Auch die chassidische Tradition von Teilen des Ost- Judentums, wie die sefardischen Gesänge der Juden aus Spanien bewahren noch Elemente aus dem Orient So war der Böden für eine Entwicklung vorbereitet, in deren Anfängen wir uns heute befinden. von SCHALOM BEJS-CH0RliN des Dämonischen nie zur Gänze entraten kann. Auch im „Golem“ steckt der Dybbuk. Sie sind Geist von einem Geiste, mystisches Judentum: Chassidismus im „Dybbuk“: Hoch-Kabala im „Golem", dessen Legende sich um die Gestalt des Hohen Rabbi Löb von Prag, den ..Maharal“, rankt. Der Golem ist sozusagen ein dämonischer Milchbruder des Homunkulus aus dem ,Faust1, künstlicher Mensch, in der Retorte gezeugt, und deshalb uns heute so nah, so furchtbar nah. Inszeniert wurde der „Golem“ von B. Varsehilov, einem russischen Regisseur aus der Schule von Stanisiawsky und Waehtangow, den Grossmeistern des expressionistischen Theaters. Der Regisseur war k?in Jude, aber die Schauspieler Maren es so sehr, dass sie dadurch nicht vom Urgrund der dramatischen Legende aus dem Prager Ghetto abgezogen M-urden. In den 36 Jahren seit der Inszenierung des „Golem“ Murde nichts mehr daran geändert; denn hier ist ein vollendetes KunstM’erk geschaffen M’orden. Ein Anfang, der zugleich ein nicht mehr zu überbietender Höhepunkt M ar und blieb. Was hat Habima inzwischen nicht alles versucht und gezeigt? Von Shakespeare bis zu Bert Brecht, von modernen israelischen Autoren zurück bis zu den Ursprüngen der griechischen Tragödie: Medea — Grosses und Schönes, Unterhaltendes und zuMeilen auch Missglücktes; aber der Golem aus Lehm und Magie gemacht, mit dem Schem-Hamephorasch, dem M-ahren Namen Gottes, ins Leben gerufen .. er bleibt. Und wir sind ihm näher gekommen in diesen dreieinhalb Jahrzehnten! Tragische Nähe aus Angst und Not ,aus Untergang und Massentod geboren. Warum schafft der hohe Rabbi Löb in den bangen Nächten der Zwiesprache mit den Kräften der Unterwelt diesen Golem? Weil er nicht mehr auf die Rettung durch den Messias vertraut, der von Elia bewacht, als ein Bettler vor den Toren Roms kauert und seiner Stunde harrt. Die Not, die Angst haben die Krallen um den Hals des Juden geschlossen. Thaddäus, der Inquisitor, und die nachtgespenstischen Mönche haben ein Christenkind ermorde* dem Ai Ciner F!^r ARneusehu! Ahnemor * der Zorn versteckt. losbreche. Damals 1*^® w i«»a , es im Proframmlmü un^eschauderte ®s'#tin jerr dunklen MiUeial^1 ,; dergleichen *irk¿C¡ denk£ kommen tonnte, nur an Domes Bacharacb" Aber beute_ Aus derM- ^ltzuno ie Eichmann-Prozesse5 » J rusalem, Freitag, den f j" ni 1961: „Der Rcichsjunre SS Himmler und Kalte1 brunner arbeiteten lw e nen Plan zur systematische Verbreitung des Kitualmort Märchens in Radio-Sendui gen nach England und Amt rika aus Auch Russlan sollte von dieser Blutlüge Propaganda erfasst wer« Wo immer in diesen La dern ein christliches Kii verschwand.sollte sofort c Ritualmord-Propaganda ei setzen, um den Argwohn ut den Hass der Bevölkerui auf die Juden zu lenken.” Mittelalterliche Legenim 20. Jahrhundert .. I sehe die Rifualmord-Nui des ..Stürmer“ mer Herbst Tor m‘r" ' der des Grauens .. nii nur auf der Eiihne. Rabbi Löh schafft ( Golem, um einen Retter der Not des Ghetto zu ben. Wie sehr mochten Eingeschossenen, dem l tergang Geweihten im F schauer Ghetto sich ein Goiem gewünscht habt der mit ¡¡bermenschli Starken .traten das Ric heil schwingt und es auf i Schädel der Peiniger saus lässt, blusge Ernte halte unter den Feinden Israe M ie der Keitertreter v Bozra in Gleichnis i Prophetei lesaja. Legende ausGhetto-Nac] Not hat sie uns nah < bracht. Das Gleichnis d Sage wird in dieser Stun höchste Aktualität... Neben a$ sitzt die iüi ste Sekretärin der bundi deutschen Beohachter-De gation heim Eichnvann-P. zess. Frauen jjnateF , Hamburg, jetzt Bonn Ai wärtiges Amt, Mit verwu derten Augen bückt si?! das seltsame Spiel v^n dennot und Rettungstran, Ich erkläre fc h JJ1® se den Historischen grund der Sage nd Tagen Kaiser „g * von Hahbürp *; 1 hört des Kontinuität LUACH — ( K A L E N ¡¡ER) Freitag, den 25. Mai * , 36. Omer-Tag ‘ ‘>'w Sonnabend, den 26. Mai j- Parschat BECHUKOTAI 3. B. M. XXVI3 ftt1 Haftara Yirmeyahu XVI 19 — Kyjjy 37. Omer-Tag Sonntag, den 27. Mai 38. Omer-Tag Montag, den 28. Mai 39. Omer Tag Dienstag, den 29. Mai 40. Omer-Tag Mittwoch, den 30. Mai 41. Omer-Tag Donnerstag, den 31. Mai 42. Omer-Tag Freitag, den 1. Juni 43. Omer-Tag Sonnabend, den 2. Juni Parschat BAMIDBAR 4. B. M^IJ - iy ^tyar 23lyar & ]yat lyar lyar lyar lyar Haftara 1. B. Schmuei XX 18-^ Neumondankündigung SIWAN 44. Omer-Tag Sonntag, den 3. Juni 45. Omer-Tag Rosch Chodesch Siwan Siwi 'an Montag, den 4, Juni 46. Omer-Tag 2. Siw, an

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