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Jüdische Wochenschau · 1962-05-18 · 1960 (18.5.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1960 (18.5.1962)
Date
1962-05-18
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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-><!,•{-€ “7!E lAUTERBACH '""S.BRmjN Ebenheit, ja?*■< Ls lig La»- d6r des l>r, Lauterbacbs •r Nenien. ,n,erzen'a- W'lüonáren und als j¡¡. eine peijrisehe lä. taudischem m der Fj. ® gleichen len "’ir bei!il der west. uden sich ■ Auf ]üQga 11 die durch festgelegte <m allmäh- 11 der Aufrde assimi- »icht allzu e Mischehe ritten, vier* Generation n. (V, sehe Tafelj j sprach zu-> ar mit de? che wulj > Deutsch begann eier so bonilie Lauedelten in Orte über ich Wien, xcht zahl- Ingehöriman be- Ahnherr 110 Kin- . — wanreinigten lim nach en nicht, ater Dr, x Bezalel ir seinnrung des ropols innach Sarb. Einer E Lauter- Vereinigend und afed 1918. i sich nevaters. Welches Ende die Gemeinde Drohobycz und damit auch die dort zurückgeblieben Nachkommen der haiterbachs hatten, das mag in dem Stammbuch iaehgelesen werden. In drei Soadertabellen zählt der Autor 172 Namen der unter den Naziregims umgekomttenen Verwandten auf. Vtr einen tieferen Einblick in das Charakteristische der Fanilie Lauterbach gewinnt! will, möge, nachdem er die genealogischen Uebersidten hat Revue passieren lassen, sich dem fesselnden Kapitel zuwenden, das die Biagraphen von mehr als 900 Nachkommen enthält. Sie sind einmal kürzer, einmal ausführlicher, je nach der geistigen oder beruflichen Bedeutung der Nameasträger. Zur weiteren :bung dessen, was diese Kurzbiographien uns bieten, lässt der Autor eine Reihe von Erinnerungen und Selbst darstellungen folgen, denen Würdigungen von dritter Seite zugestellt sind. WTir finden dann eine Reihe lehrreicher Statistiken, dazu noch eine Uebersicht, welche die Adressen aller heute in 26 Länder lebenden Nachkommen enthält sowie schliesslich den alphabetisch geordneten Namensindex.Es mag den Autor als einen alten Zionisten mit Genugtuung erfüllen, dass die Zahl der in Israel wohnenden Lauterbachs und ihrer Verwandten mit 133 nur von jenen übertroffen wird, welche in den Vereinigten Staaten ein Heim fanden. (166'. Dem mit Liebe und Sorgfalt geschaffenen Buch sind zwei Photos beigegeben, zwei Männer zeigend, welche in ihrem Habitus Vergangenheit und Gegenwart repräsentieren: es sind die Bild- Rtissen vergeben Preise London. — Vier russische Juden, davon zwei Physiker, ein Pianist und ein Bildhauer. erhielten mit der Verleihung des Leninpreises die höchste sowjetische Auszeichnung. Professor Lev Landau ist ein Physiker, dessen wissenschaftliche Arbeiten auch von den Westmächten hoch geschätzt werden. Professor Eugen Lifschitz erhielt die Auszeichnung für Arbeit auf dem Gebiet der theoretischen Physik und Mathematik. Der Pianist, der den Preis erhielt. ist Emil Giles, der jüdische Bildhauer heisst Leo Kerbel. (ITA) Hebraeischer Unterricht nisse des Ahnherrn Jacob Bezalel (1800—1870) und des Autors selber. Der Ahne im hochgeschlossenen langen schwarzen Seidenrock, mit schwarzem Käppchen, von Bart und Pejot umrahmten Angesicht, scheint — so mag es dem Beschauer dünken — einem Disput in der Jeschiwa zuzuhören. Unser Autor aber, der sich an das vorläufige „Ende dieser schönen Reihe geschlossen sieht“, ihm fehlen Vollbart und Pejot; er ist sorgfältig modern gekleidet. Auch er scheint klug und gütig lächelnd einem Gesprächspartner zu lauschen. Dank ihm für die schöne Gabe. Uemoiren einer jüdischen Fran ron Dr. E. G. LOWENTHAL Sihon im April 1960, als Dr. Rahel Straus, die vor allem durch ihre gemeinnützige soziale und zionistisch Tätigkeit in München bekannte Aerztin in Jerusalen 80 Jahre wurde, war in aerOeffentlichkeit von ihren im Druck befindlichen Merairen die Rede. Das Buch, aisManuskript 1940 beendet und eigentlich den „geliebtenKindern“ zugedacht, die sich „verbunden fühlen sollen mit denen, die vor Euch waren, und mit denen, die nach Euch kommen“, um zu wissen, „wo Ihr steht”, ist Ende 1961 erschienen (Rahel Straus: „Wir lebten in Deutschland — Erinnerungen einer deutschen Jüdin 1850—1933”, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart). Ein stattliches Werk von 300 Seiten, die man, fasziniert von igen EwtuscMco, der junge sowjetinit seinem Gedicht Babi Yar zu Weltkarte auf einer Pressekonferenz, dass dichts im Westen, wo man dieses als des heute noca in Russland herrschen; ausgelegt ht, falsch verstanden 'en, dass der Antisemitismus nicht im en' Volkes verankert ist”, setzte der >r „Ich h“ Nationalist und glaube, isten gute Menschen sind. Für mich Nationen geteat, nämlich in gute und n‘ iroendeite andere Einteilung ist -i wollte in meinem Gedicht zeigen, en im alten Russland nicht den wahf Name der Schlucht, in die die Na- Gegend besetzt hielten, die Leinen iüdisclw Männern, Frauen und «Tnerab «rfennachdem sie diese ft hatten. Die sowjetische Regierung Li! erteilt, an dieser Stelle ein r nm da» furchtbare Verbrechen, lten’ Juden verübten, der Welt r afl auf das Gedicht befragt, erklärin einer Zeitschrift erschienen, f-iiirm Leser besitzt, während die Kri- Gedieh in einer Zeitung mit * .fiaire veröffentlichte. Er fügte hinihersteliung dir beiden Zahlen einen «ainen Eindruck des Gedichts auf iet*n k«nne. rM sich m einem zweiwöchigen Rahnen des Abkommens über s*attfindet. Nachdem (jie ihn am Flughafen erwaret auf ihre Fragen erteilt hatte, rte" ciel,em schnell weggeführt. Er -n (ein». Kritik am Leben im r*s, »in persönliches Eintreten für i äusser8, ^merkte nur, er;n ^jjuBiüiChea Partei. (ITA) der wohltuenden Wärme und Diskretion, der Lebensstärke, der Leistungsfähigkeit und dem Mut dieser aus dem orthodoxen Goitein- Haus in Karlsruhe stammenden modeiuien Frau, mit Genuss und Gewinn lesen kann. Das ist nicht nur ein Zeichen für die hier so gelungene Mischung von sicher gut ausgewählten, freud- und leidvollen Familienerinnerungen einerseits imd allgemeinem Zeitgeschehen und allgemeinen Zeittendenzen andererseits, ein mixtum compositum, das die Lektüre zu keiner langweiligen Minute kommen lässt. Aber es ist auch, und mindestens ebensosehr, ein Kompliment für die Verfasserin, die an einer Sfe'le ihres Rn-dies bekennt, sie habe sich früher eher zu einem Vortrag als zu einem Artikel aufgeschwungen. Rahel Straus, deren Memoiren keinen „Literatur“- Anspruch machen und machen wollen, stellt hier indes ihre Gabe, dass sie erzählen und. dazu, formulieren und charakterisieren kann, mitunter mit (nie verletzender) Kritik c.der mit scherzhafter Wendung, das für einen Menschen, eine Situation oder eine Atmosphäre Typische zielsicher herausschälend, unter Beweis. Besonders diejenigen, die das eine oder andere oder mehrere Jahrzehnte, die hier Revue passieren, in Süddeutschland miterlebt haben, werden dieses fussnoten- und anmerkungslose, leider auch bilderarme Buch geniessen und am besten würdigen körvien.Man könnte sich sogar denken, dass die jüngere Generation, auch die jüdische, soweit sie deutsch versteht, an dem Buch Gefallen findet, weil es nie trocken wirkt, eher temperamentvoll. Es ist mit dem Herzen unsentimental, aber nicht nüchtern, kurz: mensch geschrieben, immer da, wo es an neue Welten rührt (und sie bejaht), abwägend, so wenn es um Probleme wie Frauenstudium, Frauen im Arztberuf, Frauenrechte oder um den jungen Zionismus und seine Beziehungen zu anderen jüdischen Richtungen im damaligen Deutschland geht. Der Autorin strenggläubige Eltern stammten aus Ungarn (Goitein) bezw. Posen (Löwenfeld; Raphael Löwenfeld, ein Onkel, gab 1893 mit der Broschüre „Schutzjude oder Staatsbürger?” den Anstoss zur Gründung des Central-Vereins). Der Vater, nacheinander Rabbiner in Aurich und Karlsruhe, starb in sehr jungen Jahren. Die liebende Verehrung für die früh und kinderreich W'itwe gewordene, für sich so bescheiden, zarte, gütige Mutter zieht durch das ganze Buch. Das gilt in natürlich noch stäx-kerem Mass für die Liebe und Verehrung, die sie den in frühen karlsruher Jahren zum Le- 'bensgefähi'ten Erkorenen, Elias (Eli) Straus, entgegenbrachte, dem späteren bekannten münchener Rechtsanwalt, dem höchst aktiven und in seinem Tun und Streben oft originell fortschrittlichen jüdischen Gemeindepolitiker; schweres und langes Leiden raffte ihn 1933, als es in Deutschland zu brennen anfing, dahin — und wie gern hätte er mitgeai-- beitet und geholfen. Rahel Straus, die, jüdischbewusst erzogen und dementsprechend aufgewachsen, von Jugend an begeisterte Zionistin war, ohne dabei ihre Liebe für das deutsche Land und ihre freundschaftliche Gesinnung zu einem gewissen Schlag deutscher Menschen zu verhehlen, ging nach Palästina, um in der Nähe ihi-er tüchtigen Kinder zu sein. Ob sie Schul- oder Hochschulerlebnisse wiedergibt, von Wandei-ungen mit den Kindern, von Reisen, die sie, oft gemeinsam mit Dr. Eli, genoss (.darunter der erste Besuch von Palästina. 1907), erzählt oder von beruflichen Pflichten oder das Leben im münchener Heim oder am Starnberger See schildei’t — überall wimmelt es nur so von Familienzusammennängen (nicht im Sinne etwa von „Mischpochologie“), von Begegnungen mit wertvollen Menschen, von hübschen Episoden. Bei aller Weltaufgeschlossenheit, für die Straus-Familie so charakteristisch, stehen das Jüdische und die Treue zum Jüdischen im Vordergrund: die Weiterbildung gemeinsam mit den Kindern („wir lesen Dubnow”) die Feste zu Hause, die Gemeinde, der Frau- JVH2i7n nssn («oa^tfiTa nas; Pa aniTsn noEp Ta Tx .b^Pit P niïop - T : BTan rmiPn ypta niiin »rna btbeP nPr.n rvfripn CTon PanPn - noaan ♦ « V T T * 1 ’•* *• nypç?? nsmrrnj» ■»xxr P anPn ay irr J V T T * : * ” na ‘•xsr any? ni'Tp ,)bt •’«st’ rrfrip a» “10! pa na’?!? nniia-apn apn .a^tfrra - T npa1? iznp npn Q’TT pK mp31? nçnp1? .nnsœan dv omani -rp rrani rrniaims : V T V“ : tv : * -aa nisiap tfais hdk a,l?$ ... I; T - * “ T ,nWn nîyurin nan /isri .Tpi pnpa a^paan (jvaVîs nnas nna nxsîna) •T * I * -I -T 1 SABADO EN JERUSALEN (Columna derecha) El sábado se nota en Jerusalén ya muchas horas antes t*el encender de las velas. Los millai’es de habitantes terminan su(s) oeupacione(s) ya en horas de la tarde y llenan las calles de la ciudad en el camino a sus casas. En sus manos (llevan) flox-es para el adorno de su(s) casa(s) para el sábabo, golosinas para los niños, tortas y manjares. En las puertas de la ciudad se nota el tráfico de ómnibuses y de coches. Turistas y visitantes vienen a pasar el sábado en la ciudad santa de Jerusalén. Al atardecer los negocios cierran y en las casas se completan los últimos preparativos para el sábado. Al oir el toque de la sirena que anuncia el comienzo del sábado, las calles se llenan de padres e hijos que van a centenares (columna izquierda) de sinagogas dispersas en todos los bandos de Jerusalén. La luz de las velas resplandece (1) en las ventanas de las casas y las voces de las oraciones se oyen desde las sinagogas —la oración de los Jasidim oriundos del Este de Eui’opa se confunde con la de los Yemenitos, las voces de los muchachos de Bukhara con las de los inmigrantes norte-africanos. En el día de sábado una tranquilidad completa (reina) en Jerusalén. El sábado se dedica (2) al descanso, al estudio, la lectura, la visita de amigos y compañeros, y paseos con la familia. En las calles y en los parques de Jerusalén encuentramos (3) grupos de jóvenes, socios de las distintas agrupaciones quienes se divierten juntos con juego(s) y canto(s). a?pc?n“a rna? nap -an nppan *ip*? niai nip? ampia amtpinn mpx .nia amnsn niytfa amias? nx -t: t “ : * T T mp niaina nx ampaai BTTa .omnap oaaa_a aiaap man aip1? amas niny ,DmTp a^pnpp .nimm t : * nsnan naas a^n nsröa t : V V * * t “; .niaiap amiaiaix Va? niP1? ama amaixi amsn - : t * : : *t - am B'^rva nairn nx . ♦ - T * T - ~ .ppn nipnn nínaoa aas? nxapp -xa niasnn niapa?? mnaai .natz? nxnp niñan aaisn satfn ay T - I T ‘ ,npn ñopa nx a pan niaxa niainan ampana nixa ^x ampian o Tapa SCHABBAT IN JERUSALEM (Rechte Spalte) Der Schabbat macht sich in Jerusalem schon viele Stunden vor dem Entzünden der Lichter bemerkbar. Tausende Bürger (1) beenden ihi’e Arbeit bereits in den Mittagsstunden und füllen die Strassen der Stadt auf ihi’em Weg nach Hause. In ihren Händen (tragen sie) Blumen zum Schmuck des Hauses zum Schabbat, Siissigkeiten für die Kinder, Kuchen und Näschereien. In den Toren der Stadt ist der Omnibus- und Auto-Verkehr spürbar. Touristen und Gäste koinmen, um den Schabbat in der heiligen Stadt Jerusalem zu verbringen. Gegen Abend werden die Läden geschlossen und die letzten Schabbatvorbereitungen getroffen. Mit dem Ertönen (2) (des Tones) der Sirene, die den Schabbat- Beginn verkündet, füllen sich die Strassen mit Eltern und (ihren) Kindern, die in die Hunderte von (linke Spalte) Synagogen gehen, die über alle Viertel von Jerusalem verteilt sind. Das Licht der Kerzen strahlt (3) an den Fenstern der Häuser, die Töne der Gebete hallen (4) aus den Synagogen, das Gebet der Chassidim (kommend) aus Osteuropa wird gemeinsam mit dem Gebet der Jemeniten vernommen, die Stimmen der Jungen aus der Buchara gemeinsam mit denen der Einwanderer aus Nord-Afrika. Und am Schabbat (herrscht) vollkommene Ruhe in Jerusalem. Der Schabbat ist bestimmt (5) zur Ruhe, zum Lernen, zur Lektüre, zum Besuch bei Freunden und Genossen und zum Spaziergang mit der Familie. Auf den Strassen und in den Parks von Jerusalem trifft man (6) Gruppen von Jugendlichen, Mitglieder der verschiedenen Oi-- ganisationen. die gemeinsam mit Spiel und Sang (den Schabbat) verbringen. 1) wörtlich; Einwohner 2) 3) traspasa 2) 3) >» >> gehört werden durchbricht (tiene) santidad 4) ft werden gehört 5) i» Heiligkeit für tu encuentras 6) ti triffst du enbund (von der Stadt-, Land- und Reichsebene her gesehen), nicht zu vergessen: die soziale, die stille Einzelhilfe und schliesslich das offene Haus, offen für viele münchner und nichtxniinchner Juden, aber auch für die Grossen in der jüdischen Welt Politisch Interessierte werden die Kapitel über den Ersten Weltkrieg, die Revolutionswirren in der bayerischen Hauptstadt, den Hitler-Putsch deshalb mit Interesse studieren, weil sie manches Bekannte ergänzt und erklärt finden. „Wir lebten in Deutschland“ ist eine der jüngsten Veröffentlichungen des Leo Baeck-Instituts (Jerusalem- London-New York); Dr. Max Kreutzberger, der Direktor des newyorker Arbeitszentrums. weist in seinem die Institutsaufgaben umreissenden Nachwort auf die Bedeutung der Niederschrift, der Ei-haltung, der Sammlung und der Auswertung von Memoiren als Materialien für die Dokumentation der Geschichte der deutschen Juden im Emanzipations-Zeitalter hin. Einige Hundert solcher Memoiren-Manuskripte liegen bereits vor. Manche wird das L. B. I. inv Laufe der Zeit sicher noch als Monographien herausbringen. Rahel Straus’ ihre Zeit anschaulich dokumentierenden Erinnerungen eröffnen die Reihe dieser Schriftengattung. und sie tun das in ei ner Weise, auf die die Ver fasserin. das L. B. I. und der Verlag stolz sein dürfen. /

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