Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1960 (18.5.1962)
- Date
- 1962-05-18
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9612947-9613224--2107-9613229- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Viernes, 18 de Mayo de 1S62 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1960 — S Vier Geschenke der Meiinat Israel von Rabb. E. 1. LOEWENSTEIN, Santiago de Chile Der Midrasch sagt: „Als Israel aus Aegypten auszog wurde in der ersten Nacht sein Pessachopfer in Eile verzehrt, denn so wurde es ihnen geboten. Aber für die Zukunft kündet der Prophet Jesaia: Nicht in Eile sollt Ihr ausziehen und nicht in Hast Eures Weges gehen.“ Unsere Generation kann diesen Midrasch verstehen und nachempfinden. In den ersten Jahren der Existenz unserer Medinat Israel standen wir noch unter dem Eindruck des wunderbaren Geschehens. Uns erfüllte das Gefühl des Glücks und der Dankbarkeit. Wir kamen nicht zum Nachdenken. Der Staat mit seiner Vielfalt von Problemen, die auf uns eindrangen, stellte uns vor Aufgaben, die neu und zugle!ch beglückend waren. Jetzt feiern wir seinen 14 Geburtstag. Medinat Israel ist ein Teil unseres Alltags geworden. Wir können das wunderbare historische Ereignis der Wiedergeburt unseres Volkes auf seiner eigenen Erde — ohne Hast und ohne Eile — deuten. Allzu oft sehen wir nur den einen Aspekt der neuen Entwicklung jüdischen Lebens: den der materiellen und geistigen Leistung des jüdischen Volkes in der Welt für den „Staat unterwegs“ und für Medinat Israel selbst. Jetzt, am Geburtstag unseres Staates wollen wir dieses Thema vom entgegengesetzten Blickwinkel her betrachten. Wir sprechen nicht von der ungeheuren geistigen, moralischen, menschlichen und materiellen Kraft, die zur Verwirklichung des „Judenstaates geführt hat. Wir wollen ohne Eile und ohne Hast darüber rachdenken, was Medinat Israel schon jetzt, nach 14 Jahren ihrer Existenz den Juden in der Welt und vor allem in der westlichen Hemi-häre gebracht hat. I. Der 5. Ijar 5708/14. Mai 1948, ist der Höhepunkt von Ereignissen, die mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto begonnen und die das Antlitz des modernen Juden fundamental verändert haben. Der Widerstand im Warschauer Ghetto konnte brutal niedergemetzelt wer- Volkes, ohne den der Akt der Proklamation der Medinat Israel wohl kaum denkbar gewesen wäre. Eine Gemeinschaft, die zum Dulden und Leiden bestimmt schien wurde innerhalb weniger Jahre zum aktiven Gestalcer seiner Geschichte. Dieser Umwandlungsprozess von der Passivität zur Aktivität erfasste das gesamte jüdische Volk. Auch uns, die wir entfernt von unserem Staat leben, ist die passive Haltung des Erduldens unfassbar geworden. Unsere Juv< : ä , %< : In diesen Höhlen wurden die berühmten Bar Kochba- Briefe von den israelischen Archäologen gefunden. den. Aber das Ereignis selbst.Jöste in der Judenheit Kräfte aus, die in den zweitausend Jahren unserer Galutgeschichte nur selten sichtbar gewesen sind. Es vollzog sich ein Wandel in der geistigen und seelischen Physionomie des jüdischen NEU E R O E F F N E T rr Restaurant "SHARON" (früher PASO) S PASO 452 (al fondo) T. E. 87-9259 £ Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla £ MITTAGS- und ABENDTISCH } von jetzt an auch Sonntag abends geöffnet i ANRICHTEN VON KLEINEN FESTLICHi KEITEN UND BANKETTEN > telSïï Sisisaf J-‘§ JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 ■><**iî*ifïï*si*ssïïrsis?iïsïïsï-r3ï*s**âSi*sâ*âs*7ess*ï»Eîïisâ Pension Familiär M, Flamm \\£7 mi unter Aufsicht I. Ehrw., der Rabbiner Dr. J. Fink und Dr. J. Oppenheimer CHASCOMUS Cordoba 38 T. E. 2910 ZIMMER MIT PRIVATBAD Tolef. Auskünfte in Bs. Aires:76-2312 u. 70-5805 ► ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ * i HOTEL LAGO LEO KAHN RIO CEBALLOS — CORDOBA Casilla Correo 34 Bekannt durch seine Küche und aufmerksame Bedienung — Anmeldung erbeten >♦♦♦♦♦♦ ... gend ist nicht mehr bereit, Verleumdung und Verfolgung untätig hinzunehmen. Der Jude ist zur aktiven Verteidigung übergegangen. Dadurch haben wir viele Juden, die aus mannigfachen Gründen aem Judentum entfremdet worden sind, der Judenheit wiederzurückgewonnen. Das ist das erste Geschenk der Medinat an die Judenheit der Welt. I IL Ihr zweiter Beitrag ist I dass den Juden zum ersten Mal. seit dem Jahre 70 unserer Zeitrechnung, ein Recht zurückgegeben worden ist, dass jeder freie Bürger auf dieser Erde besitzen soll: Das Recht, sich seinen Wohnsitz wählen zu dürfen. Wir dürfen uns entscheiden. Wir können bleiben oder auch von unserem Recht Gebrauch machen und in die Heimat unserer Vorfahren zurückkehren. Wir sind nicht mehr abhängig von dem mehr oder weniger guten Willen der Völker, in deren Mitte wir leben. Dieses Recht der Wahl des Wohnsitzes gibt unserem Leben Würde und Freiheit. III. Drittens ist die Stellung der Juden in der Welt durch Medinat Israel weitestgehend normalisiert worden. Der Jude war in den Ländern seiner Immigration die einzige Einwanderungsgruppe, dessen Ursprungsland nicht eindeutig bestimmt werden konnte Das Ergebnis war, dass wir Juden deutscher oder ungarischer oder rumänischer oder polnischer Abstammung sind. Dadurch wird die Rolle des Jud»n tragi-komisch. Er bleibt der Kulturträger des Landes, das er verlassen hat, weil er in ihm verfolgt wurde. Er wurde mit dem Land identifiziert, das ihm das Leben unerträglich machte. Durch Medinat Israel beginnt die Welt zu verstehen, dass wir nur mit uns ceibst identifiziert werden wollen. Wir werden von illegitimen Mutterländern befreit. Wir können Juden ohne Bindestrich werden. Die Schlagzeilen, die die internationale Presse 14 Jahre lang über Mer.inat Israel veröffentlicht nat, lehren die Völker, dass wir nicht nur mit den Ueberlebenden der Gnetti und Konzentrationslager identisch sind, sondern auch mit den Söhnen und Töchtern des alten Volkes, dass sich im Staate Israel einen demokratischen und unabhängigen Staat geschaffen hat. Als Jude soll und kann er seine Staatsbiirgerpf'.icht gegenüber dem Land seines Wohnsitzes loyal erfüllen. Seit; Dasein unler den Vülkerrt ist so normal geworden wie das anderer Nationen auch. IV. Das vierte Geschenk unserer Medinat Israel scheint uns auch ihr bedeutendster Beitrag zu sein. Sie hat das Profil des Juden in der Welt wiedcrhergestellt. Es lohnt sich, in diesem Zusammenhang einmal das Buch des nordamerikanischen Rabbiners Joshua Trachtenberg: The Devil and the Jews (Der Teufel und die .Tuaen) zu lesen. Im mittelalterlichen Weltbild war der Jude der Teufel, der Zauberer, der Antichrist. Er trug Hörner und war verunstaltet. Alle diese Vorstellungen vom Juden wurden auch Wurzeln des modernen Antisemitismus. Bis in unsere Tage blieb die Existenz des Juden ein unerklärbares Phänomen. Sein Fortbestand war ein unerklärliches Rätsel. Auch über den Juden in der Karikatur ist geschrieben worden. Wir haben Juden und Nichtjuden Bücher schreiben lassen, um der Welt zu erklären, wer wir sind und woher wir kommen Aber sie hat keine Zeit, um die Aufklärungsschriften zu lesen. Und im Grunde hat ps sie auch nicht interes- Verelnigte Staaten und Israel Jerusalem. — Eine eingehende Studie der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Israel wurde in einer Reihe von Sitzungen durchgeführt, die drei Tage lang im israelischen Aussenministerium statlfanden. Unter den Teilnehmern an den Beratungen waren Abraham Harman, der israelische Botschafter in USA, und Michael Comay, Israels ständiger Botschafter vor den UN. Der Bericht Harmans enthielt eine Uebersicht über diese Beziehungen im ersten Jahr der Verwal tung Kennedys und die Mittelostpolitik des USA-Präsidenten. Die Teilnahme Comays beweist, dass die Haltung des State Department vor dem Sicherheits rat bei den Verhandlungen über die syrisch-israelischen Zwischenfälle auch Gegenstand der Beratungen waren. (ITA) siert. Sie brauchte den Juden, um sich von ihren Hasskomplexen zu befreien. Was blieb, war die Abneigung gegen den Juden, die ihre Wurzeln in den Tiefen des menschlichen Unterbewusstseins hat. Zum ersten Mal kann der Jude seinem nichtjüdischen Nachbarn nunmehr wieder zeigen, wer wir sind und woher wir kommen. In Medinat Israel werden nicht nur politische Antworten auf die Judenfrage gegeben. Dort wird die Welt auch von ei- | nom schweren psychischen Trauma befreit. Gestern waren wir noch ein unklärbares Rätsel. Heute besiizen wir seine Lösung. Die Welt sieht diese Lösung im Ringen eines Volkes um seine Zukunft. Wir können -eingeerdret werden in die Kategorien des menschlichen Denkens. Was immer Juden in der Welt für die Medinat Israel getan haben, es ist ihnen vielfach wiedergegeben worden. Wir sind wieder zu aktiven Trägern unserer Geschichte geworden, wir haben die Freiheit des Rechtes der Wahl unseres Wohnsitzes zurückgewonnen, unsere Siebung ist normalisiert und schliesslich ist das Profil des Juden wiederhergestellt worden. Hinzugefügt werden darf noch, dass nunmehr auch das Buch der Bücher — unsere Bibel — dem rechtmässigen Eigentümer in Medinat Israel zurüexgegeben worden ist. Israel hat uns bereits mehr geschenkt als wir ihm gegeben haben. Dafür danken wir der Medinat Israel an ihrem 14. Geburtstag. TERRENOS Máximo rem rápida y la INMUEBLES^ por, valo* Máxima posesión cil co|l|rtibilidad. Ijpor I« y fá-. /i PINJES 15 '' TEL AVflMSRAElTj % %'■ ** Asesor legal: vi Dr. Benjamín Rinsky * - Ré'pres.;en Latinoamérica':, f MAX MAZAR 'I gARNETT - ■ M o r^iío ' 7 2 7 O, " 2 » /'v Tet;1!¿9-047-1 /7 390 /1 * - --i . V* . -'’Buenos; Aires. ( R.-A. )• no solo; desde! LA. PLATEA!!!! Los tugares que desde la pantalla le emoí donan, le maravillan, le "transportan", VEA* LOS, CONOZCALOS, , VIVALOS.., ¿AJSTED] MISMO EXCURSIONES "EXODO" DE Ihr Inserat in der JUEDISCHEX WOCHENSCHAU bringt immer Erfolg Auskunft: 83-2613 •? « * -• .; s > J ^VIAJES. BITTERMANN CORRIENTES 2043 - PLANTA BAJA, 0F. », 10, î^y jit Ti- 49-3491 / 45-4957 / 49-0433 / 457607 /w|»f® èsïÙ-