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Jüdische Wochenschau · 1962-05-18 · 1960 (18.5.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1960 (18.5.1962)
Date
1962-05-18
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Viernes, 1* de Mayo de 1962 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1960 Ereignisse der Woche 14. Landestagung der C. U. C. \V.: — Die nach mehrmaliger Vertagung am 12. und 13. Mai durchgeführte Konvention der „Vereinigten Campagne pro Israel“ wurde am Sonnabend Abend im grossen Saale der Kehilla feitrlich eröffnet. An ihr nahmen 411 Delegierte aus des ganzen Lande teil. Nachdem die beiden Nationalhymnen verklungen waren, wurde ein Begrüssungstelegramm des Präsidenten des Welt-Keren Hajessod. Dr. Israel Goldstein, verlesen und der ehemalige argentinische Botschafter in Israel, Dr. Topolowsky herzlich -begriisst. In seiner Eröffnungsrede wies der Präsident der „Campafla Unida“. Isaac J. Lewin, zunächst auf die jüdische Lage der Gegenwart hin. Bedeutsame Ausführungen Die Lage der Juden ln der sogenannten „freien Welt“, also in Westeuropa. Amerika und Südafrika, kennt gewiss Sorgen, aber keine unüberwindlichen Schwierigkeiten. Die Sicherheit der Juden scheint nicht gefährdet; andererseits kämpfe der Staat Israel in Verteidigung seiner souveränen Rechte für alle jüdischen Gemeinschaften und halte die Tore offen für alle, die Schutz suchen. Dagegen unterliegt der Rest des jüdischen Volkes in vielen Ländern Bedrohungen; für ihn ist Medinat Jisrael die einzige Quelle der Hoffnung. Inunseren Händen liegt ein grosser Teil der Möglichkeiten zu helfen, doch unser Beispiel, das wir geben. kann niemanden befriedigen. Klar verwies der Redner auf die Beschlüsse der letzten Zionisten- und Keren Hajessod-Kongresse von 1960, wonach niemand an einer führenden Stelle im institutionellen jüdischen Leben stehen dürfe, der nicht seiner Verpflichtung gegenüber der Kampagne nachgekommen sei, dass kein Centavo für Zwecke zurückbehalten werden dürfe, die ausserhalb Israels lägen, dass die ersten Monate der Campafla die allergrössten und mutigsten Anstrengungen erfordern würden. dass Ermüdungserscheinungen, menschlich verständlich, überwunden werden müssten, dass es keine jüdische Aufgabe, sei es für Gemeinde. Loge, kulturelle und wohltätige Einrichtungen etc. gäbe, die an Bedeutung die Tätigkeit des Keren Hajessod, der C. U. für Israel überträfe. Die jüdische Presse müsse stärker als bisher die tiefe moralische Verbundenheit mit der C. U. unterstreichen. Ansprache des Botschafters Anschliessend ergriff der israelische Botschafter, General Josef Avidardas Wert, dem der Kongress eine Ovation bereitete. Er erinnerte an den vor drei Tagen gefeierten 14. Jom Ilaatz. mauth, der in Tel Aviv seinen Höhepunkt in der grossen Parade hatte, der eine halbe Million Zuschauer beiwohnten. Nach diesem schweren, doch erfolgreichen 14. Jahr des jungen Staates besass man das Recht zu einer schönen und erhebenden Feier. Der Botschafter erwähnte u. a. die enormen steuei-lichen Belastungen. denen die Israelis unterworfen seien. Im vergangenen Monat war die Einwanderung nach Israel dreimal so gross wie sie im gleichen Monat des vergangenen Jahres war. Der Häuserbau z. B. sei heute eines der vordringlichsten Probleme der letzten Zeit. Ganz Israel arbeitet unermüdlich daran, eine verstärkte Einwanderung aufzunehmen. General Avidar, der aus persönlichen Erfahrungen in anderen Ländern berichten ur.ö auf die Sehnsucht der Judenheiten in osteuropäischen Ländern, nach Israel zu gelangen, hinweisen konnte, schloss seine Bemerkungen mit der dringenden Aufforderung an den argentinischen Jischuw, vom allerletzten Platz in der Reihe der' Beisteuernden wenigstens um einige Stufen aufzurücken und seinen proportioneilen Anteil wesentlich zu verbessern. Die sich anschliessende 1. Arbeitssitzung des Kinus brachte einen ergänzenden Bericht des Generalsekretärs der C. U., Isaac Misrach. der auch die Gründe darlegie, weshalb auf die Grossveranstaltung im Luna Park mit einem illustren Gast verzichtet werden musste. Der Redner gab ein allgemeines Bild der letzten Campafla, die trotz aller Schwierigkeiten eine Erhöhung von 14 Prozent gegenüber dem Jahre 1960 brachte. Es werde künftighin eine ganze Reihe organisatorischer Verbesserungen geben. Diese Ausführungen wurden durch weitere Berichte ergänzt. Anschliessend ist das Präsidium der Tagung gewählt worden, deren Präsident Dr. Topolowsky ist. Die Sitzung des Vorabends der Tagung wurde vom Vizepräsidenten Dr. Lapacö mit einem starken Aufruf an alle Mitarbeiter beendet. Die Konvention Am darauffolgenden Sonntag fand im Cine Opera eine Kundgebung statt, die einen ausserordentlich würdigen Verlauf nahm. Mit Genugtuung darf man feststellen. dass der sehr grosse Raum bis auf den letzten Platz gefüllt w’ar, und manche keinen Einlass finden konnten. Es sprachen Dr. Kamen-! DER JOM HMZMAUTH IN ISRAEL | Tel Aviv. — Eine halbe Million Zuschauer, darunter 20.000 Touristen, wohnten bei strömendem Regen der alljährlichen Militärparade am Unabhängigkeitstag bei. j Wegen des Regens konnten die Flugzeuge der Luftwaffe nicht aufsteigen, deren Erscheinen am Himmel vor dem Vorbeimarsch der ersten motorisierten Einheiten vorgesehen war. Auf der Ehrentribüne sah man den Staatspräsidenten Ben Zwi, Premierminister Ben Burion, Generalstabschef Zwi-Tsur und den Präsidenten Leon Mba von Gabon. Die sich drängenden Zuschauer, von denen | viele leichte Sommerkleidung trugen, wurden vom Re- ' gen durchnässt, doch die meisten blieben auf ihrem Platz.! um dem Aufmarsch beizuwohnen. | Zuerst dröhnten 29 schwere Zentuvion-Tanks vorbei, hinter denen 50 leichte und mittelschwere Sherman-Tanks fuhren. Hierauf folgte die Artillerie mit den modernsten! Kanonen. i Infanterie in Stahlhelmen marschierte auf. die Luft- | waffe in grauen, die Marine in weissen Uniformen. Ihj nen folgte ein Regiment der Drusen und Beduinen, Zivil-! polizei, Grenzpolizei, Jugendbataillone usw. Inzwischen j hatten sich die Regenwolken verzogen, und als Abschluss der Parade brausten die verschiedenen Typen der Mili-! türflugzeuge mit ohrenbetäubendem Lärm über die Menge dahin. (ITA) forlums werden ebenso wie die Resolutionen aus technischen Gründen erst in d-r nächsten Ausgabe der J.W. veröffentlicht. Beginn der Lehrkurse: MONTAG, DEN 21. MAI, UM 20 UHR 30 IM GEMEINDEHAUS CRAMER 2060 1. Kurs: BIBELKUNDE: Dr. Meir Rosenberg (BEGINN 20 UHR 30 pktl.) 2 Kurs: GEGENWARTSKUNDE: Dr. Swarsensky I. Abend: D£R STURM ZIEHT AUF (Geistige Lage der Juden zwischen den Zeiten) (BEGINN 21 UHR 20) 3. HEBRAEISCHE KURSE: 1. Jahr: Montags: 18 Uhr 30 und Mittwochs: 19 Uhr 15 2. Jahr: Dienstags und Donnerstags: 17 Uhr 3e Jahr: Montags: 17 Uhr und Mittwochs: 17 Uhr 50, Alle Kurse linden in der Cramer 2060 statt szain, der Präsident der Kehilia, Isaac Misraj. der Generalsekretär der Kampagne, und der israelische Botschafter, der mit grossem Jubel empfangen wurde. — Anschliessend fanden ausgezeichnete künstlerische Darbietungen den Beifall des zahlreichen Publikums. Die Nachmittagssitzung wurde mit einem gross angelegten F.sferat des Direktors der Vereinigten Kampagne, Herrn Tschornitzki, eröffnet, der — ein glänzender Redner — ein besonders anschauliches Bild der Lage gab und sowohl die grossen Aufgaben hervorhob, die heute der Kampagne gesielt sind, wie auch die Notwendigkeiten auseinandersetzte, die einen erhöhten Einsatz aller erforderlich machen. In der sich anj schliessenden Debatte wurde manche Kritik an der Arbeit geübt, gleichzeitig wurden aber auch zahlreiche Anregungen gegeben, die für die künftige Arbeit von Bedeutung sein werden. — In der Schuss-Sitzung wurden dann Resolutionen angenommen und Neuwahlen vorgenommen. Den Text der Resolutionen werden wir ebenso wie die Liste der neuen Leitung veröffentlichen. — Ein besonderer Dank wurde dem scheidenden Präsidenten, Don Jizchak Levin, ausgesprochen, der vier Jahre hindurch an der Spitze der Kampagne gestanden hat und sich bereit erklärte weiterhin in der Leitung, wenn auch nicht mehr als Präsident, mitzuarbeiten. Tschornicki vor der Konvention C. W.: — Die Nachmittags-Sitzung des Kinus der C. U. brachte eine sehr wichtige Rede von Josef | Tschornicki. dem Direktor | des lateinamerikanischen Departaments des Keren 1 Hajessod in Jerusalem. Dieses ausserordentliche Referat arbeitete zunächst klar heraus, dass die Beisteuerung zur Einheitskampagne eine freiwillige nationale 1 Steuer des jüdischen Volkes ausserhalb Israels bildet und die Aufgabe hat, die konkrete Beteiligung aller Juden an der Befestigung des Staates Israel zu sichern. Im Mittelpunkt aller Bemühungen stünde das hohe Ziel, eine sehr beträchtliche Einwanderung für 1962 zu ermöglichen. In grossen Umrissen zeichnete Tschornicki ein Bild der Situation: Nassers Wünsche haben keine Aenderung erfahren; sie sind auf Israels Vernichtung gerichtet. Seine und seiner Verbündeten militärischen Anstrengungen erfordern eine Aufrüstung Israels, für die alle noch vor einiger Zeit genannten Ziffern überholt sind. Israels Kampf um die Fähigkeit, im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu sein, nimmt immer grössere Dimensionen an. Doch alle politischen und strategischen Sorgen wurzeln in der Tatsache, dass wir zwar „schon“, aber doch „erst“ zwei Millionen Juden in unserem Lande sind, dass 50 Prozent der Gesamtfläche Israels noch nicht kolonisiert sind, und im Negew nur 100—150.000 Menschen leben. Die Zeit arbeitet gegen uns; Juden in Ländern, die dazu in der Lage sind, kommen nicht nach Israel (oder nur sehr wenige), und Juden, die von anderswo allzu gern zu uns kommen würden, werden daran gehindert. Wichtiger als alles Geld sind für Israel die jüdischen Menschen, die kommen. Man bedarf heute dynamischer Methoden; Nassers Druck auf gewisse Ostländer ist fühlbar. Es gibt eine grosse Judenheit, die man nur als „Gefangene“ bezeichnen kann, eine andere. wie die kubanische, als eine ruinierte. Der Referent streifte das ernste algerische Problem: Es ist dort nicht so sehr Antisemitismus, der die Juden zermürbt, sondern die latente Gefahr, zwischen die Räder von Weissen und Dunklen zu geraten. Wenn in diesem Jahr 80.000 Juden nach Israel gelangen könnten, so wären hierfür rund 18.000 Häuser bezugsbereit zu erstellen. Das würde etwa 96 Millionen Dollar kosten. Nun haben soeben die Juden der USA für diese Kampagne eine Erhöhung von 40 Millio: nen Dollar gegenüber dem Vorjahre zugesagt; wie werden aber die argentinischen Juden reagieren? Man werde dazu übergehen müssen, den einzelnen Judenschaften bestimmte Aufgaben zu übertrugen. Wenn z. B. die Juden dieses Landes die Ansiedlung von 500 Familien in Israel übernähmen, würden hierzu 2'i bis 3 Millionen Dollar nötig sein, eine phantastische Ziffer, wie es scheint, wenn man bedenkt, dass in diesem Lande 13.000 Juden im Jahre 1961 nur bis 1500 Pesos aufgebracht haben. Tschornicki, der mit grosser Leidenschaft sprach, appellierte zum Schluss an das Gewissen der argentinischen Juden, sich dieser grossen Stunde gewachsen zu zeigen. Die neue Leitung der Kampagne Die Konvention wählte dann einstimmig die neue Leitung der Vereinigten Kampagne in Argentinien. Das Präsidium wird von den folgenden Herren gebildet: Präsidenten: Escribano Abraham Maler und Dr. Hardi Swarsensky. 1. Vizepräsident: Pedro Pechersky. Sekretäre: Dr. León Lapaco und M. Patrich. Die Namen der übrigen Mitglieder des Landesdirek- Neue Aktivitaet der „B’ne Brith” Die jüdische Presse folgte einer Einladung der Frau A. de Blank. Präsidentin .de la rama femenina de la Logia Bne Brith”, um zu erfahren. was von den „Schwestern” der Loge hinsichtlich der künftigen Kulturarbeit beabsichtigt sei. Die ’ orsitzende, von mehreren Mitarbeiterinnen lebhaft unterstützt, verwies zunächst auf das aus 4 Klassen bestehende Seminar, das zu Chanukka mit einer festlichen Veranstaltung seine vorjährige Arbeit abgeschlossen habe und im Jahre 1961 mit rund hundert Teilnehmerinnen rechnen konnte. Für das Jahr 1962 sei ein besonders Seminar in Aussicht genommen, das sich der Frage „Eltern und Kinder“ in der jüdischen Erziehung widme. In den Tagen vom 22.—24. Mai werde eine Konferenz durchgeführt werden, die sich Erziehungs- und Sozialfragen zuwenden wird. Für Kinder und Jugendliche würden Zusammenkünfte veranstaltet werden, in deren Mittelpunkt das jüdische Fest, Schabätfeiern, hebräischer Gesang und Israel-Filme stünden. Gegenwärtig bereite man eine Ausstellung plastischer Gegenstände vor, die von 5—12-Jährigen bsrgestelit wurden. Für den 27. Mai ist ein Ausflug geplant, auf dem, im Rahmen einer Lag Beomer-Feier, Bäume gepflanzt werden sollen. Aus der Fülle künftiger Aufgaben, über welche die Damen R. de Pelisch, L. de Glicksohn und A. de Fari referierten, seien besonders hervorgehoben; Besuche bei alleinstehenden Menschen, die häufig mehr moralischseelische als materielle Hilfe benötigten, die Schaffung einer bedeutenden Bibliothek. auch für Kinder, unter Berücksichtigung nichtjüdischer Autoren, die sich mit jüdischen Inhalten und Werten befassen, eine besondere Abteilung für Zeitschriften in allen Sprachen und aus möglichst vielen Ländern, was natürlich die Errichtung einer geräumigen ,,Sala de Lectura“ zur Voraussetzung hat. Der letzte Sinn der Frau-; en-Aktivität in der Loge ist, über den eigenen Kreis hinaus, namentlich der jüdischen Jugend alle Aspekte jüdischen Lebens vertraut zu machen, die Liebe zur jüdischen Vergangenheit zu wecken und Israel und seine Forderungen verständlich zu machen. In dieser Arbeit könnten beide Logen harmonisch Zusammenarbeiten, wofür bereits erfreuliche Ansätze vorhanden wären. - (C. W.). — Ausstellungen Wie die Frauengruppe der argentinischen Bne Brit mitteilt, wird am 20. Mai um 14 Uhr eine Ausstellung plastischer Arbeiten stattfinden, die von Kindern der verschiedenen jüdischen Schulen und Institutionen verfertigt worden sind. Die den Schülern gestellten Themen waren der Jom Haazmauth und die argentinische Unabhängigkeit. Vom 22. bis 24. Mai wird die von der gleichen Frauengruppe veranstaltete Internationale Blumen - Ausstellung gezeigt werden. Hieran beteiligen sich die Zweigstellen der Bne Brit aus dem Ausland. Die Eröffnung ist für den 22. Mai um 21 Uhr im Sitz der Vereinigung in der Juncal 2573 anberaumt worden. s (Weitere Ereignisse auf ) Seit« 8) ... -'

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