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Jüdische Wochenschau · 1962-05-18 · 1960 (18.5.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1960 (18.5.1962)
Date
1962-05-18
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Vi?rr.es, IS de Mayo de 1°C2 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIII. — No. I960 ¡Verblendet und schlecht Im Geiste des “Führers” (Schluss von Seite 1) bat den zuständigen Poüzeicfüzier, mir nach Osirow kommen zu dürfen.“ Der Angeklagte war damals sUllvertreiender Lei.er der Tec hnischen Nothilfe in Warschau und hatte dienstlich keinerlei Veranlassung, an dei Exekution teilzur.ehmen. Mit grossen Gesten versuchte Pillich, dom Gericht die Gründe darzulegen, die ihn zum Mitfahren veranlagten. . Ich weiss, dass jedes Wort, das ich heute spreche, wie eine Phrase kingt“, entschuldigte er sieh. Der Nationalsozialismus sei in seiner österreichischen Heimat ,,etwas anderes“ gewesen als in Deutschland. „In Oesterreich war ich ein Kämpfer und Idealist. Ich glaubte an Gott und den .Völkischen Beobachter“.’’ Er habe sich inzwischen of’ gefragt, fügte der Angeklagte hinzu, wie es habe muglich sein können, dass er als damals 40jähriger Mann „am Mo* gen das Haus unbescholten verliess und am Abend als Mörder zurückkehrte.“ Mit dieser Selbstbezichtigung stellte sich Pillich im Gegensatz zu seinen früheren Aussagen, nach denen er in Osirow nicht gesci.ossen, sondern fotografiert haben will Zeugen hatten dagegen in der Voruntersuchung angegeben, der Angeklagte habe sieh mit der Pistole in der Faust ,.wie ein Woder“ gebärdet und ,.weiss gewordenen“' Angehörigen des. Exekutionskommandos böse Folgen angedroht. Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* izo. nachm. 16—19 Uhr REAL PEN Füllhalter ♦ REPARATUREN J Spezialgeschäft * CORRIENTES 569 * T. E. 49-5850 « Jaime Liebling! S. A. | SPERRHOELZER ♦ 4 HOELZER* : DIAZ VELEZ 5224 ♦ X Tel.: 89-9349. 33-9305! 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Sie versuchen ständig, andere zu belasten Das ist das Endergebnis ihrer Treue, ihrer Gefolgschaft, ihres Gehorsams. Nicht sie selbst sind schuldig, sondern der Vorgesetzte, der den Befehl gab. Will doch se.bst Eichmann ein einfacher Befehlsempfänger g. wesen sein. Nun steht ein Manu vor seinen Richtern, der bekennt. Er sagt, er verstehe sich selbst nicht wie er am Morgen „unbescholten“ das Haus verlas sen habe und am Abend als Mörder zurückgekehrt sei Aber er selbst hatte sich zum Morden gedrängt. Er wellte dabei sein, wenn Ju dtn getötet werden. Er ging freiwillig Er war nicht gezwungen worden. Er brauchte weder anwesend zu sein noch zu schiessen. Und er tat es doch. j :• JUDITH i SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schahbosdecken - Ta’lisbeutel - Käppchen - Maz- |» zot-Taschen - Hand- und f Masihinenstickerfi von S Bett und Tischwäsche;> Dr. P. I. RIVERA 2585 i (fr. Bebedero) i T. E. 73-9155; OPTICA J DIPL. OPTIKER J! Sarmiento 829. j T. 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Una er scheut sich nicht ver seinen Richtern zu bekennen, er habe damals an , Gott und den Völkischen Beobachter“ geglaubt. Welche Profanierung dessen, was Millionen Menschen heilic* ist und keineswegs nur uns Juden. Die Gottesidee mit dem Völkischen Beobachtel auf die gleiche Stufe zu stellen, zeigt mit der gleict en Klarheit die abgrundtiefe Vaiwehrlosung. Vervv rrur.g und Verwilderung, d e unmittelbaren Wirkun gen and Folgen der Hasspo- ]:,.k der Nazis gegen die Grundlagen der Zivilisation, des Glaubens und der Sittl'chkcit. Ein Mensch, der von sieb zu sagen wagt, er habe an Gott gegiauot. schiesst auf Frauen und Kinder, fotografiert die zerstümmelten Leicnnarr.e und drängt sich darum, an Massen-Exek jtinnen tednehmen zu dürfer . Man soll nicht glauben, dass dieser Angeklagte eine Ausnahme- oder Einzelertrheii'ung war. Millionen Kinder und Frauen sind von den Nazic umgebracht werden. Die ganze nazistische Mordma'-chine mit ihren unzählbaren Helfern machte kirnen Unterschied zwischen dem Alter und Geschlecht ihrer Opler. Erst vor wenigen Tagen fand hier eine Vernehmung statt, bei der ein Augenzeuge des Gesche hens aus einem polnischen Konzentrationslager berich tote, das> die Frau des La g'rkommandanten zu Besuch kam und an den rege’müssig stattfindenden Ercohiessungen von Juden M0HEL N. PLAKSIN ¡ Superi 2719 ¡ T. E. 76-6784 n. 76-2S12 5 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037, 4j. B. 46-1716 und 48-21-4 In erschreckendem Ausmass beschäftigen sich pensionierte Militärs, Witwen ehemaliger NSDAP-Bonzen, neonazistische Geschichtskiitterer, demokratisch gewordene NS-Historiker und bewährte Abendland-Verteidiger mit der „unbewältigten Vergangenheit’’. Sie glauben die unselige deutsche Vergangenheit mit der Bildung rührseliger Legenden um Hitler bewältigen zu können, nach denen der 2. Weltkrieg keineswegs von Deutschland ausging, sondern vielmehr wie eine Naturkatastrophe die Kontinente überrollte. Zu jenen unerfreulichen Zeitgenossen, die Deutschlands Alleiaschuld am letzten Krieg vertuschen möchten, gehört auch der WELT-Redakteur Walter Görlitz. Aus seiner stramm-nationalen Feder floss eine Rezension des Werkes „Die Ursprünge des zweiten Weltkrieges“, das der englischer Historiker Taylor verfasste. Mit sichtlicher Genugtuung fischte Görlitz mehrere Passagen aus dem Buch, die er als eine halbe Rehabilitierung des „Führers“ auslegte. In seiner Besprechung schrieb Görlitz: „Wer souverän über das Phänomen Hitler urteilen will, muss allerdings eines tun, das dumme Klischee vom Tisch zu fegen, das Vernehmungsoffiziere, Ankläger und zum Teil, Gott sei’s geklagt, juristisch hochqualifizierte Richter in Nürnberg sich und der Aussenwelt zusammengeschustert hatten: Hitler und mit ihm die .Bande“ des Dritten Reiches .. hätten sich einer Verschwörung gegen den Weltfrieden schuldig gemacht und hätten von Ur- und Anbeginn an nur ein Ziel gekannt — die Entfesselung des zweiten Weltkrieges.“ Mit diesem „bösen Ammenmärchen“ müsse man endlich aufräumen, meint Görlitz weiter. Dass Hitler den Krieg inszenierte, verschweigt Göruitz. Er scheint ebenfalls die systematische Kriegsvorbereitung des Dritten Reiches seit 1933 zu ignorieren, die glaubhafte Historiker wissenschaftlich nachgewiesen haben. Schliesslich übersah Görlitz geflissentlich Hitlers „Mein Kampf“. Darin hiess es unmissverständlich (Ausgabe 1925!): „Wenn wir aber heute in Europa von neuem Grund und Boden reden, können wir in erster Linie nur an Russland und die ihm Untertanen Randstaaten denken.“ Görlitz“ plumper Rechtfertigungsversuch ist allzu durchsichtig. Und wenn die WELT Lobeshymnen auf die Forcierung der bundesdeutschen Aufrüstung singt, dann ist doppelte Vorsicht geboten. Hitler hätte beinahe die ganze Welt regiert, wenn die Völker seiner nicht Herr geworden wären. (Aus einer deutschen Zeitung). — arch einmal als Zuschauerin u ge gen sein durfte. Welch“ Schauspi 1! Ehemann Kom mandant sucht persönlich e:ne Gruppe von mehr als 20 Menszhen aus, die dann erschossen werden sollen. La seine Frau sieh verspätet, müssen die Todgeweihten auf sie warten. Dann \v rd die Exekution vorgenommen. Die Frau des Kommandanten sieht lachend zu und gibt ihrer Ge r.ngtuung über das Gesehe- PRAKTISCHER ARZT Br. J. P. Kroll Bieber 3 DE FEBRERO 203» Mo„ Mitt. Freit. 15—20 Uhr. — T. E. 76 0266 PRIVAT 52-7734 Dr. B. Schwartz t ZAHNARZT j ESTOMBA 2283 52 8214 ♦ RAYOS X X PARADENTOSE î TTPT IT F I VORANMELDUNG f NERVEN n. GEMÜTS- KRANKHEITEN Dr. J. KUHN / prov.? RIVADAVIA 2625 Hl Ji £ Tel. 48-7524 JMont.. Mittwoch, Freitag!- <17—20 Uhr. Tel. Anniel- 5 düng erbeten. «[ j H, ROSENZWEIG : : TAIL0R HENRY : TITCUMAN 563 piso 1 - T.E, 32-0913 l Groesste Auswahl in intp. u. hiesigen Stoffen 5 BERNARDO STERN Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 r.e Ausdruck. Unglaublich? — Gewiss, niemand kann sii-h \orstellen, dass solches möglich war oder ist. Und doch ist es wahr, beschworen von einem ruhigen und ernsten Mann, der all dies gesehen und miterlebt hat. Im Eichmann - Prozess v:ar von der Wannsee-Kon- LA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — ^parece .os Martes y VU nies. Editado pot Estrellas Editorial Ltda. V irantwortlich: Dr. Hardi Swarsemky Pueyrredón 2190, V izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: 4 190.— pro Quartal Ausland 5 600 — jährl ferenz die Rede, auf der die Nazigrössen die „Endlösung der Jtidenfrage“ zur Kenntnis genommen haben, die Endlösung, von der jeder wusste, dass dies die physische Vernichtung bedeutete. Ler Beschluss, viele Millionen Juden systematisch zu löten, ist ein Abstraktum Man kann sich das schwer vorstellen was das beinhaltet, w;e .nan sich kaum einen Begriff davon machen kann, was es heisst: sechs Millionen Tote. Es ist schwer, mit Massenschicksaien mitzuempfinden. Auf die menschliche Psyche wirken Emzelschicksale. Aber um aich dieses Massenschicksal begreiflich zu machen, um zu verstehen, was es heisst, sechs Milionen ermordete Juden, muss man solche Ausschnitte aus dem Gesamtgeschehen hören, wie ■ce jetzt vor den Richtern in G.essen dargestellt wurden. ind wie sie die Zuhörer bei diesem Geständnis zur Kenntnis nehmen mussten. Armer jüdischer Junge, der mit seinen zwölf Jahren den Nazimördern zum Opfer “:ei wie so viele unschuldige Kinder, die grausam sterilen mussten, weil die entfesselte Ur.menschlichkeit wütete Wer wird, wer kann, wer darf das alles vergessen? lillllllHHUi SUHI'* Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Ul»r Sonnabend: 14—16 Uhr iimiisinKiHsiiisefisiiiiriiiisiiimiMiiiiiniiitiiiu ’Sia8*31Sf*SSSÍI**3tStSSiSSS»*a«íÍ**SfISS3S3a3S3SÍÍ3S2MfI3iliSS* Ü VARICES-ULCERAS í f DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS ¡ I Dr. SAUL UMANSKY ¡ Í Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 § * M? ** .£.SB3£atS33Hami3.IHSf»SfCK££SfEHIi:v3igi3SSSES3iíI33-«illt .*HE3X3H3£3glSf£iSÍ£-SIHCt»CS31gIHI3g3S2£IE33!I£<3tS3£S3(i5 §£>r. BENJAMIN LlPNlZKlg S ZAHNARZT S S ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- S «j HANDLUNG Mil GASBETAEUBUNG — REGU- « S LtERUNG OER ZAHNSTELLUNG S B Sprechstunden' Dienstag — Donnerstag — Sonnabend S g nach vorherig« Vereinbarung. g 5 {OSE HERNANDEZ 2518 T e »6-86*3 und?3-0&oc S insnuKiini^nHiisniiuiisnrasiiiiiniEü^iüHtKtsHi Dr. L KLEIN Medico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: f Montag. Dienstag, Mittwoch «. Freitag ron 15—16 Uhi ♦ Ea wird gebeten, sich vorher telefonisch aneumetdez» I SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542| t. V tl

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