Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1959 (11.5.1962)
- Date
- 1962-05-11
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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- Alex Bein 1× ep/1003319
- Arthur Ruppin 1× ep/1011084
- Buenos Aires 1× ep/1047860
- Hermann Cohen 1× ep/1004894
- Hugo Gold 1× ep/1018571
- Jacob Lestschinsky 1× ep/1009233
- Mordecai Kaplan 1× ep/1002723
- Orna Porat 1× ep/1009210
- Schalom Ben-Chorin 1× ep/1009295
- Zalman Shazar 1× ep/1027476
- Zwi Perez Chajes 1× ep/1002955
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Viernes. 11 de Mayo de 1962 S E M- A.N A ISRAELITA An*> XXIII. — No. 1959 — 13 LITERATUR un Judentum als Wissenschaft ..Jahadut Smanenu’’, Zeitgenössisches Judentum ist seit 1958 ein akademisches Lehrfach an der Hebräischen Universität in Jerusalem und nun hat diese jüngste Disziplin der Alma- Mater ihr eigenes Haus, das Bet Sprinzak, erhalten. Mit diesem neuen Lehrfach, das nun in einem wundervoll zweckmässigen Neubau untergebracht ist, der nach einem der Erbauer des modernen Judentums und des Staates Israel, Joseph Sprinzak genannt ist, langjähriger Präsident des Zionistischen Aktionscomites und der Knesset, ging ein alter Traum in Erfüllung. Jahrzehntelang lehrte an der Universität Dr. Arthur Ruppin Demographie der Juden, wohl wissend, dass dies nur eine Teildisziplin einer Wissenschaft vom zeitgenössischen Judentum sein kann. So arbeitete Arthur Ruppin einen Plan für einen Lehrstuhl für zeitgenössisches Judentum aus. Auch Berl Katzenelson, der unvergessene Führer der Arbeiterschaft in Erez Israel, gab der Hoffnung Ausdruck, dass an der Hebräischen Universität nicht nur das Judentum der Vergangenheit, sondern auch das der Gegenwart erforscht werden möge, und konkrete Vorschläge in dieser Richtung machte ebenfalls schon vor Jahren der Historiker Jacob Lestschinsky, dessen Bibliothek heute den Grundstock der neuen Seminarbibliothek des Instituts für Zeitgenössisches Judentum an der Universität in Jerusalem bildet. Das Erbe aller dieser Visionäre einer Wissenschaft Zur Einweihung des Bet Sprinzak von SCHALOM BEN-CHORIN vom zeitgenössischen Judentum verwaltet heute Professor Mosche Davis, der vom Jewish Theological Seminary in New York, dem geistigen Zentrum des konservativen Judentums, zum akademischen Lehramt in Jerusalem herüberwechselte und mit viel Fleiss, Kenntnissen und Begeisterung die jüngste Wissenschaft von der jüngsten Vergangenheit und Gegenwart aufbaute. Dass diesen geistigen Bau nun heute auch ein solider Steinbau umfasst, ist ein Fortschritt, der nicht unterschätzt werden darf. Die Wissenschaft vom zeitgenössischen Judentum kann natürlich an keiner Universität so gepflegt werden wie gerade an dieser in Jerusalem, denn hier laufen ja alle Fäden zusammen, die in diesen Teppich hineingewirkt sein wollen: Professor Bacchi, der Statistik liest, befasst sich ohnedies mit Statistik der Juden, Professor Rottenstreich, der Philosophie liest, wechselt ins Sprinzak-Haus hinüber mit einer Vorlesung über Hermann Cohen, damit etwas über die geistige Gestalt des deutschen Judentums der Vornazi Aera darbietend. Dr. Schaul Esch, der im Rahmen Von Yad Waschern, dem Memorialwerk des jüdischen Volkes, Forschungen über die Zeit der. Naziverfolgungen treibt, hält über dieses Thema hier Vorlesungen. Die Historiker wie Prof. Katz und Dr. Etrr TEL AVIV POB OLAMENU rv 3002 ISRAEL Herausgegeben von HUGO GOLD Prof. Dr. H. Sternberg: NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES Zur Geschichte der Juden in Czernowitz Reich illustriert Prof. Kamilo Landmann: Israel und die Juden der Welt SUBSKRIPTIONS-EINLADUNG: Kart. 3- Kart. 2 — GESCHICHTE DER JUDEN IN WIEN Gewidmet dem Andenken von Prof. Dr. Zwi Perez Chajes Unter Mitarbeit der hervorragendsten Kenner der Geschichte der Wiener Juden. ERMAESSIGTER SUBSKRIPTIONSPREIS: VOR Erscheinen Nach Erscheinen 15.— 20.— Alle Zuschriften u. Anfragen sind ausschliesslich an den Verlag, Tel Aviv, P.O.B. 3002 (Israel zu richten. Die Preise sind in U$A-Dolla* angegeben. ****** 4 * * » » .■» - A - - ■»-*■ I“' r*- - - - -V» > t *»-1 tinger bieten neueste jüdische Geschichte im Rahmen der Gegenwartskunde. Die Arabisten können über das Judentum in den Ländern des Islam, heute so wichtig für den Aufbau des Staatsvolkes in Israel, wesentliche Aussagen in Vorlesungen und Seminarübungen machen. Der Jiddischist Prof. Sadan ist natürlich zugleich Experte für osteuropäisches Judentum, und die Romanisten sind für das Judentum in Lateinamerika ergänzend zuständig. Hilfssprachen für Erfassung der heutigen Diaspora sind vor allem: Englisch, Jiddisch, Französisch, Spanisch, Deutsch, Arabisch. Also: Philologen an die jüdische Gegenwartsfront! Prof. Mosche Davis selbst rückt das ihm so nahe Hegende nordamerikanische Judentum in den Mittelpunkt seiner Vorlesungen. Er, der konservative Rabbi, der sozusagen in der Mitte steht, ist berufen, über religiöse Strömungen im USA- Judentum zu referieren, von der extremsten Reform bis zur Orthodoxie. Er holt sich Verstärkung durch den grossen alten Mann der Rekonstruktionisten” Professor Mordechai Kaplan, der im Vorjahr Gastvorlesungen über weltanschauliche Richtungen im gegenwärtigen Judentum hielt. Man zieht ausserhalb des akademischen Kreises wirkende Experten heran: Salman Schasa-r von der Zionistischen Exekutive oder Jaakow Tsur, Vorsitzender des A. C. und des Kuratoriums des KKL, vorzügliche Kenner der heutigen Diaspora, die sie in unzähligen Dienstreisen „zionistische Welt- Anschauung”, wie man scherzhaft sagt, beobachten konnten und ausserdem Experten für Zionismus sind. Das Institut wirkt aber nicht nur innerhalb der Mauern seines prächtigen Neubaus, der eine halbe Million IL gekostet hat, aufgebracht von Regierung, Sochnut und den Freunden der Hebräischen Universität. Es veranstaltet sozusagen an Ort und Stelle akademische Forschungs - Tagungen: im Herbst 1961 traf man sich in Buenos Aires zu einer Konferenz über lateinamerika nisches Judentum, im Früh--1 iing 1962 wird man in London an der dortigen Universität mit anglojüdisehen Führern zu einer Studientagung über da» Judentum im heutigen England Zusammentreffen und im Herbst in Brüssel zu einer Bestandaufnahme des kontinentaleuropäischen Judentums, 17 Jahre nach Beendigung der grössten Katastrophe dieses Judentums. Wer studiert zeitgenössisches Judentum? Kein junges Gemüse. Man muss sich schon die ersten akademischen Sporen verdient haben, um in den Tempel Mosche Davis’ eingelassen zu werden, der nur für Akademiker bestimmt ist, also Studenten, die mindestens schon drei Studienjahre hinter sich haben, bereits Judaisten oder Statistiker, Soziologen oder Volkswirtschaftler sind. Jetzt wenden sie sich hier einem Spezialthema zu, wofür ihnen eine wohl ausgewählte Handbibliothek zur Verfügung steht. Weiterhin ist aber eine grössere Bibliothek auch für Forscher von ausserhalb zugänglich: Publizisten und Schriftsteller, die sich mit einem einschlägigen Thema befassen. Aber nicht nur Bücher, auch Akten stehen zur Verfügung. Möglichst viel Aktenmaterial jüdischer Gemeinden und Organisationen wird hier planmässig eingeordnet, in Zusammenarbeit natürlich mit dem Zionistischen Zent.ralarcbiv des altbewährten Chefarchivars Dr. Alex Bein, mit dem Archiv der Historischen Gesellschaft. mit Yad Wa schem, dem Leo Baeck-lnstitut usw. Gewisse Ueberschneidungen sind kaum vermeidlich. Hier finden wir z. B. das gesamte Aussagenmaterial der Eichmann-Voruntersuchung des Stabes 66, das aber auch anderwärts z. B. bei Yad Waschern einzusehen ist, aber das schadet ja nicht. Eine Novität stellt die Abteilung für mündliche Bestandaufnahme dar, in der der rührige Dr. Vigoder am Werk ist. Auf Tonband ist die Stimme zeitgenössischer jüdischer Führer hier bewahrt. Dr. Naehum Goldmann z. B. erzählt auf Tonband die Geschichte der Schilumim - Verhandlungen mit der Bundesrepublik. Spätere Geschlechter werden andächtig lauschen... Ausser den Wissenschaftlern im engeren Sinn werden an dem Institut für zeitgenössisches Judentum aber auch Menschen vorgebildet, die aus Israel in die Diaspora gehen, um das Band zwischen beiden Teilen des jüdischen Volkes enger zu knüpfen. Schlichim der Nationalen Institutionen, angehende Diplomaten des Aussenministeriums, aber auch Instruktoren der Zahal-Armee, die so viel beizutragen haben zur Volkswerdung des Jischuw. Und liier haben wir wohl den Ki rn getroffen: das neue Institut ist eine Brücke zwischen Israel und der Diaspora und zwischen den verschiedenen Landsmannschaften in Israel selbst. Literarische Notizen Appell an die Juden Während seines zweitägigen Besuches in England sprach Moshe Sharett. der Vorsitzende der Exekutive der Jewish Agency, vor den Mitarbeitern der Einheitskampa0ne, wobei es ihm gelang, Zahlungen von insgesamt 400.000 Pfund zusätzlich zu den bisherigen Sammlungsergebnissen von zwei Millionen Pfund zu erzielen. Budg„tiert ist ein Ziel von 3 Millionen Pfund oder die Hälfte mehr als im letzten Jahr. Ein Jubilaeum Der Theater- und Filmregisseur Ludwig Berger, einst bei der UFA Schöpfer der Filme „Ein Glas Wasser“, ..Walzertraum“, „Dieb von Bagdad“, beging seinen 70. Geburtstag. 1953 publizierte er seine Memoiren unter dem Titel „Wir sind von -Fi]me übg,. die Bibel gleichem Stoff, aus dem die Träume sind“. dem Ersten Weltkrieg wurde er der Berater für Musik am preussischen Ministerium für Kunst und Erziehung. Auf Veranlassung von Brenislav Hubermann kam der bedeutende Musiker und Pädagoge an das Palästinensische Philharmonische Orchester, mit dem er viele Jahre arbeitete. Er war auch Verfasser vieler Bücher über verschiedene Aspekte der Musikerziehung. Orna Pcirat in Paris Die bekannte israelische Schauspielerin Orna Porat verlässt für zwei Jahre Israel, um ihrem Mann, der vcm Ausseuministerium nach Paris versetzt wurde, in diese Stadt zu folgen. Sie will die Zeit nützen, um bei Marcel Marceau Pantomimik zu studieren und sich mit den Problemen des Kindertheaters zu befassen. Prot Kestenberg gestorben Prof. Leo Kestenberg, früherer musikalischer Direktor des Palästinensischen Philharmonischen Orchesters, starb im Alter von £3 Jahren. Er stammte aus der Tschechoslowakei und studierte unter Busoni und anderen bekannten Musikern. Mit 15 Jahren war er Konzertpianist von Rang. Nach Papst Johannes XXIII. hat die Herstellung eines Riesenfilmes über die Bibel gebilligt, den einer der bekanntesten Filmproduzenten Italiens, Dino de Laurentis, zu drehen beabsichtigt. Die Spieldauer soll zehn Stunden betragen; das dreiteilige Werk wird 46 Abschnitte des Neuen Testaments darstellen Der Produzent hat in der Umgebung von Rom grosse Studios errichtet; es wird erwogen, Teile in Israel zu drehen. Pessach in der CSR Tel Aviv. - Die tschechischslowakischen Juden haben in diesem Jahr eine hinreichende Menge Mazzoth bekommen, wie der Rabbiner Bernard Farkas aus Prag berichtete, der zu einem privaten Besuch in Israel weilt. (ITA). Kleine jüdische Gemeinde London. — Die jüdische Gemeinde Thailands besteht aus etwa 60 bis 70 Seelen, die in der Hauptstadt Bangkok leben. Sie sind zum Teil sefardischen, zum Teil aschkenasischen Ursprungs. Die Gottesdienste finden gemeinsam statt. (AWZ) Auszeichnung in Moskau Moskau. — Der jüdischrussische Violinist Boris Gutlikow, erhielt den ersten Preis für Violine im 2. Internationalen Violinkonzert- Wettbewerb, der in Moskau durchgeführt worden ist. LUACH — (KALENDER) XXIV 23 31 Freitag, den 11. Mai 22. Omer-Tag Sonnabend, den 12. Mai Parschat EMOR 3. B. M. XXI 1 Haftara Yeeheske] XLIV 15 — 23. Omer-Tag Sonntag, den 13. Mai 24. Omer Tag Montag, den 14. Mai 25. Omer-Tag Dienstag, den 15. Mai 26. OtBir-Tag Mittwoch, den 16. Mai 27. Omer-Tag Donnerstag, den 17. Mai 28. Omer-Tag Freitag, den 18. Mai 29. Omer-Tag Sonnabend, den 19. Mai 30. Omer-Tag Parschat BEHAR S. B. M. XV 1 — XVI 2 Haftara Yirmeyahu XXXII 6—27 Sonntag, den 20. Mai 31. Omer-Tag Montag, den 21.Mai 32. Omer-Tag Dienstag, den 22. Mai 33. Omer-Tag — LAG B’OMER Mittwoch, den 23. Mai 34. Omer-Tag Donnerstag, den 24. Mai 35. Omer-Tag Freitag, den 25. Mai 36. Omer-Tag 7. Iyar 8. Iyar 9 Iyar 10. Iyar 11. Iyar 12. Iyar 13. Iyar 14. Iyar 15. Iyar 16. Iyar 17. Iyar 18. Iyar 19. Iyar 20. Iyar 21. Iyar Den zweiten Preis erhielt, neben einer russischen Geigerin. Samuel Aschkenasi (Israel). Eine Modeschau London. — Im londoner Dorehester-Hotel veranstaltete das weltberühmte Pariser Modehaus Jacques Heim eine Modeschau, deren Ertrag dem UN-Kinderhilfswerk (UNICEF) und der Jugend-Alija zufloss. Für jede der Organisationen kamen rund 2.000 Pfund Sterling zusammen. (ITA) Ehrung von Dr. Persky Tel Aviv. — Der vor kurzem in New York gestorbene hebräissche Schriftsteller Daniel Persky wurde in Israel beigesetzt. In einer Reihe von Ansprachen, die bei der Beerdigung gehalten wurden, wurde die Persönlichkeit: und das Werk dieses Mannes gewürdigt. _ (ITA) BESTSELLERS Die Erfolgsbücher KLEIN-HAPAR ASCH: .. der vor dem Löwen flieht URIS: Mila 18 URIS: Exodus .MICHENER: Hawai 5 RUARK: Nie mehr Arm / SCHWARZ-BART: Der S letzte der Gerechten? St. JOHN: Ben Gurion \ ULLSTEIN: Erinnerungen LANDMANN: Der jüdische Witz / ftEISSBERG: Die Gesch.!• 5 von Joel Brand i* i AMOUROUX: Israel — S > Erlebtes Land \ CATRIVAS: Israel (Spa- ¡]» nisch) Neu erschienen: DER BILDERBAND AUF DEN SPUREN DES EXODUS tUris) mit 267 Fotos cosmopolita; TUCUMAN 413 CORRIENTES 424 Belgrano: SUCRE 2390