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Jüdische Wochenschau · 1962-05-11 · 1959 (11.5.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1959 (11.5.1962)
Date
1962-05-11
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German, Spanish
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'Probleme der Einwanderung ■Leon ist 60 Jahre alt. Die Gäste des Hotels Dan in Tel Aviv, die ein- und ausgehen, nehmen keine Notiz von ihm Et erweckt nicht das Interesse der Touristen, die einige Male am Tage an ihm Vorbeigehen.. Leon gehört zum festangestellten Personal dieses Luxushotels, aber er hat niemals mit den Gästen Kontakt gehabt. Er ist ein Neueinwanderer, der vor einigen Monaten nach Israel kam, nachdem er zahlreiche Schicksalsschläge und viel Not erlitten hatte. Seit lanvon DQV GOLDSTEIN erhielt sie von der Jewish Agency eine monatliche Beihilfe von 75 IL. Nachdvn Leon sich die notwendigsten Kenntnisse des Hebräischen angeeignet hatte, wurde er zum Kooperativ - Zentrum geschickt. Dort bot man ihm eine Arbeit an, die ständiges Umherreisen im ganzen Land erforderte, um die Buchhaltung in verschiedenen Dörfern und Siedlungen zu Land, die für Einwanderer bestimmt waren. Dann wurde beantragt, zusätzliche Wohnungen bereitzustellen. Der Finanzminister war der Meinung, dass die im Budget für das neue Finanzjahr bewilligten 6.000 Wohnungen ausreichen müssten. Inzwischen waren die 6.000 Wohnungen fevtiggestellt worden, absr sie waren nur ein Tropfen auf dem heissen Stein bei dem ständigen Bedarf an Einwandererwohnungen. Zur Zeit sind 17.000 Wohnungen im Bau. Dies ist 5708 - JOM HAA7M S'VVVW.-^A'iWVWWkWilW'.VV.-, wish Agency vor einem Problem. Der Süden des Landes bietet gute Arbeitsmöglichkeiten, aber keine Wohnungen. Im Norden gibt es Wohnungen, aber keine Arbeit. Dimona braucht dringend Arbeitskräfte und muss sie von Beer Schewa bringen, da es selbst nicht genügend Arbeiter für seine Fabriken und Spinnèreien hat Schon vor längerer Zeit wurde die letzte verfügbare Wohnung in Dimone besetzt. Daher gibt es zur Zeit keine Möglichkeit, Neuankömmlinge unterzubringen. In Kirjat Schmone stehen einige hundert Wohnungen leer, denn es gibt keine Arbeit. Dort g*bt es keine Industrie, und Einwanderer, die über ein gewisses Alter hinaus sind, ganz gleich, ob sie ihren Beruf haben, Akademiker oder Schwarzarbeiter sind, eignen sieh nur zur Landwirtschaft, die die einzige dort vorhandene Arbeitsmöglichkeit ist. Ein Uebergangslager bei Haifa Aber die Behörden haben keine Wahl. Die Unterbringung der Einwanderer ist das Wichtigste, wichtiger noch als Arbeit. Daher schickt man die Einwanderer nach dem Norden, wo sie die leeren Wohnungen mit ihrer spärlichen Habe und die Büros der Jewish Agency mit ihren Beschwerden und Forderungen füllen. gern hatte er alle Hoffnung verloren und erwartete keine grossen Erfolge in diesem neuen Land. Er war bereit, sich mit wenigem zu begnügen, doch er fühlte, dass trotz seines fortgeschrittenen Alters und des vielen Leids, das er erfahren hatte, er noch Kraft genug hatte, um weiterer Schwierigkeiten Herr zu werden. Er hegte keinen Zweifel, dass diese ihn erwarteten. Er war voller Sorge um seine Frau, die ein schweres Herzleiden hat und ständig unter ärztlicher Aufsicht stehen muss. Sie hatte sich bis jetzt gut gehalten, aber würde sie die seelische Kraft aufbringen, um die neuen Schwierigkeiten in diesem Land zu ertragen? überwachen. Mit Rücksicht auf sein Alter und seine kranke Frau konnte er die Arbeit nicht annehmen. Doch gerade, als seine Aussichten am schlechtesten waren, wendete sich das Glück. Eines Tages kam er ins Büro der Jewish Agency und berichtete, dass er eine Stelle im Hotel Dan erhalten habe. „Vorläufig ist es nur für eine Probezeit, aber ich werde ihnen zeigen, was zweifellos eine erfreuliche Tatsache, aber um die geplanten 22.000 Wohnungen in diesem Jahr zu errichten, benötigen die Wohnbaubehörden „nur,* 170 Millionen IL, denn die Einwanderung geht in beispiellosem und stetig wachsendem Tempo vor sich. Man ist versucht, einen Mangel an Organisation zu vermuten. Aber bei den herrschenden Zuständen Sie haben natürlich recht, niemand bezweifelt das. Wenn es keine Arbeit am Wohnort gibt, werden die Menschen verbittert. Es ist eine gefährliche Situation, sie erzeugt ein Gefühl der Unbeständigkeit und macht die Wohnungen, die so viel gekostet haben, zu einem zeitweiligen Obdach. Die Folge hiervon ist, dass das Budget für Wohnbau vergrössert werden musste und die Bautätigkeit in Di- ERFAHRENER BUCHHALTER Bei der Ankunft Wurde das Ehepaar nach Sichron Jakob geschickt. Man sagte ihnen, dass anderswo keine Wohnung verfügbar wäre. Was sollte Leon dort tun? Er war ein erfahrener Buchhalter. Konnte er die Hacke ergreifen und Notstandsarbeiten verrichten, Strassen bauen? Oder sollte er auf seine alten Tage ein Bauer werden und seinen Lebensunterhalt dem Boden abgewinnen? Er legte seine Schwierigkeiten der Jewish Agency dar. Wie sollte er existieren? Die kleine Summe, die er von de: Jewish Agency erhalten hatte, schmolz schnell dahin. Es gab weder Arbeit noch Aussicht darauf. Er hatte keine Zeugnisse mitgebracht, um seine Fachkenntnisse in der Buchhaltung zu beweisen. Stattdessen zeigte er vier Bücher über Buchhaltung vor, die er in seinem Herkunftsland geschrieben hatte. Das genügte, und man bemühte sich, Leon in seinem Beruf unterzubringen. Leons fortgeschrittenes Alter und seine vollständige Unkenntnis der hebräischen Sprache waren ungünstig. Aber als erstes schickte man Leon in einen Ulpan, damit er die Grundlagen der hebräischen Sprache erlerne und brachte seine Frau in einer Asbesthütte in Holon bei Tel Aviv unter. Während ihr Mann die Anfangsgründe der hebräischen Sprache erlernte, Orientalische Juden tanzen am Simcbas Tauro mit Thorarollen in den Strassen von Tel Aviv. ich kann.“ Und er hielt Wort. Nach kurzer Zeit wurde er fest angestellt und fand eine Wohnung in Ramat Jizchak bei Tel Aviv. Er hat ein monatliches Gehalt von 450 IL. Kürzlich bestellte er Möbel für seine Wohnung, die er bald abbezahlen wird, denn er fühlt sieh in seiner Arbeit sicher. Dies ist kein typisches Beispiel. Leon hatte Erfolg, und wenn es viele Menschen seiner Art gäbe, wäre die Einordnung der Einwanderer viel leichter, und die Zahl der Akten, die sich zu tausenden in den Büros der Absorptionsabteilung der Jewish Agency in Tel Aviv anhäufen, würde beträchtlich sinken. WOHNUNGEN Im März 1961 gab es 4.200 leere Wohnung im ganzen könnte selbst das grösste Genie nicht die wichtigsten und dringendsten Bedürfnisse der Einwanderer, nämlich Wohnung und Arbeit, in Einklang bringen. Jede Einwandererwelle schafft eine unerwartete Situation. Nicht nur der Umfang und das Tempo der Einwanderung sind ständigem und unerwartetem Wechsel unterworfen. Ebenso wichtig sind die Altersschichtung und die soziale und Berufsstruktur der Ankömmlinge. Mehr als die Hälfte der neuen Einwanderer sind über 45 Jahre alt. Ein grosser Teil von ihnen hat Berufe, die in Israel überfüllt sind. Etwa 15 % sind Akademiker. Als die Einwanderung einen unvorhergesehenen Umfang annahm, stand die Je- Israels aufblühender Die schönen Künste beginnen ihre Herrschaft in Israel zu befestigen und eine wichtige Rolle im Leben seiner Bürger zu spielen. Die Existenz und Bedeutung dieses Bescbäftigungszweiges gewinnt steigende Anerkennung in der Gesellschaft und ihrer Lebensform. Die vielen, die ihr Leben mit der Herstellung von Kunstwerken ausfüllen von HANNAH PEt0R ist noch weit davon entfernt, eines zu kaufen. Die Kunsthändler sind, mit einigen wenigen Ausnahmen ausserstande, von Verkäufen allein zu leben, ohne nebenbei Bilder zu restaurieren oder zu rahmen, Reproduktionen auszuführen, usw. Es existiert vorläufig noch kein hochentwickelter Kunst¬ ■trelkn auch in »1er mil Händh die nicht n?historischer ui , Stífíes und ‘'Themen mcl ‘Virkkh an •tScber Kunst, -.ständlkhsn bi ilen Themen ■'¡¿sind Sie se *1 * Die Malerin Margalit Flint und die Maler Hans Peter, Mar«! Ivtieo und I lerstein (von links nach rechts) bringen Bilder in das Bürt (es Binttn der Kiins Jerkolonie Ein HoJ. Mit diesen Bildern, die als fiWkum verk« zahlen die Künstler ihre städtischen Staiera, und davon existieren, behaupten in steigendem Masse ihren Platz unter dem notwendigerweise praktisch eingestellten, Pionierprinzipien vertretenden'Publikum. Mit anderen Worten: es ist in Israel mehr und mehr eine kulturelle Atmosphäre zu fühlen. Wie überall, sind die Künste auch hier ein Barometer wirtschaftlichen Aufschwunges. Der israelische Bürger geht seinem Tagwerk in einem Milieu wachsender Sicherheit und Stabilität nach — ein wichtiger Faktor, der der Entwicklung eines nationalen Kulturlebens Unterbau und Niveau verleiht. Auch öffentliche Aemter entschliessen sich mehr und mehr dazu, der Schönheit von Kunstwerken den ihnen gehörigen Platz einzuräumen und Gelder zum Ankauf z. B. von geschnitzten Holz¬ oder Bronzetüren *und Mosaikfriesen zum Schmuck öffentlicher Bauten auszugeben. markt, der Hand in Hand mit den Händlern, Kennern und Sammlern arbeitet. Die relativ geringe Anzahl von antiken, klassischen und impressionistischen Bildern die europäische Einwanderer in den dreissiger Jahren ins Land brachten, wurde längst von ausländischen Händlern aufgekauft oder wanderte in israelische Museen und Privatsammlungen. Es gibt jedoch eine wachsende Zahl von Sammlern zeitgenössischer israelischer Kunst, wovon manche zum Beispiel in Landschaften oder abstrakter Richtung spezialisiert sind. Die israelische Kunst ist dabei, sich aufgrund von Presseberichten und Wanderausstellungen in ausländischen Kunstkreisen einen Namen zu machen. Es mona begonnen wurde, um das Missverhältnis zwischen Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten auszugleiehen. Guter Wille ist vorhanden, auch das Geld wurde zur Verfügung gestellt, aber es fehlen Fachkräfte für Bauarbeit. In Dimona, wo zur Zeit 1.700 Wohnungen im Bau sind, besteht ein grosser Mangel an Bauarbeitern aller Art. Sie werden täglich mit Taxis von auswärts hingebracht und erhalten sehr hohe Löhne. Wenn es mehr jüngere Einwanderer gäbe, sagen die Beamten der Jewish Agency, könnten wir sie zur Landarbeit nach dem Norden schicken, wo es grosse landwirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten gibt Aber bis jetzt ist diese Hoffnung nicht erfüllt worden. Die älteren Einwanderer All dies bewegt sich vorläufig noch in verhältnismässig bescheidenen Grenzen. Das israelische Publikum, das eine Malerei in einer Kunstgalerie bewundert, müssen in der Industrie untergebracht werden, und im Norden gibt es noch keine Fabriken. Vielleicht in ein paar Jahren... Tausende von Einwandedern sind in der letzten Zeit nach Kirjat Schmone geschickt worden. Viele von ihnen sind vorzügliche Arbeiter, Menschen mit langjähriger Erfahrung und mit Kenntnissen in der Textilindustrie, im Weben, Färben und Drucken. Ihre Wohnungsfrage ist zufriedenstellend gelöst; jetzt brauchen sie Arbeit. Die Wohnungszuteilung, so wichtig sie ist. Ist nur der erste Schritt der Einordnung, Der Präsident von Madag*üj .. , « «__ Frémit,

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