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Jüdische Wochenschau · 1962-05-11 · 1959 (11.5.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1959 (11.5.1962)
Date
1962-05-11
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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Viernes. II de Mayo de 1962 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 19159 YON DER WOLGA Auf inoffiziellen und diplomatischen Wegen erkunden die Sowjets die Stimmung in Iran, Oman, Saudi-Arabien, Jemen, Aethiopien, im Sudan und Aegypten zu einem phantastisch anmutenden Projekt: dem Bau einer interkontinentalen Eisenbahnlinie, die Gebirge und Meere und riesige Wüstengebiete durchqueren und praktisch eine Eisenbahnverbindung zwischen Moskau und Addis Abeba herstellen würde. Die sowjetischen Meinungsforscher Hessen ihre Gesprächspartner wissen, dass der Kreml bereit wäre, für die erste Etappe dieses gigantischen Plans eine Milliarde Rubel bereitzustellen. Eisenbahnfachleute halten das Projekt, das auf den ersten Blick ein wenig märchenhaft erscheint, für durchaus durchführbar und glauben, dass es keine unüberwindbaren Schwierigkeiten bei der Trassenführung geben würde. Sie fragen sich nur, ob eine solche Strecke ökonomisch, rentabel sein könnte, und welchen Zwecken sie wohl in erster Linie dienen könnte. Ausgangspunkt der geplanten Transportlinie soll die Hauptstadt der Sowjetrepublik Turkmenistan werden, Aschchabad, das über Merw wiederum Verbindung mit der Turksib- und der Transsibirischen Bahn hat. Von der nordpersischen Stadt Meshed hätte die Linie Anschluss an das iranische Netz. Sie soll dann das ostpersische Wüstenplateau überqueren und über die Stadt Kerman zum Persischen Golf hinabführen. Endstation dieser Teilstrecke, die etwa 1500 Kilometer lang wäre, ist der kleine Fischerhafen Bendar Abbas. Er soll mit sowjetischen Krediten zu . einem Tiefseehafen ausgebaut werden, ebenso das jenseits der Meeresstrasse von Hormuz liegende Quassab im Sultanat Oman. Spezialfähren sollen Waggons und ganze Züge über den hier rund 100 km breiten Ausgang des Persischen Golfs transportieren. Von Quassab, das bisher nur als Umschlagplatz von Schmugglern einen Namen hatte, soll die Bahnlinie in die riesige Arabische Wüste führen. Sie folgt zunächst noch der Küste von Oman, schwenkt dann aber nach Südwesten in die Wüste um und hält sich an die alte Pilger- und Karawanenstrasse, die über einige kleine Oasen von Jabrin über Laila nach Haman geht. Nach rund 4.000 km erreicht die Teilstrecke bei Sabiya die Grenze des Jemen und folgt auf etwa 500 Kilometer Länge der Küstenebene des Roten Meeres. Eine Stichbahn soll hier den Anschluss an den von Sowjetingenieuren ausgebauten Hafen von Hodeida hersteilen. Die eigentliche Linienführung ist aber weiter bis zum jemenitischen Hafen Mocha vorgesehen. Hier, kurz vor der Strasse von Aden, ist der äthiopische Hafen Assab durch eine B0 km weite Uebersetzfähre erreichbar. Mit Interesse haben äthiopische Kreise den sowjetischen Plan studiert, die Hauptstadt Addis Abeba, die nur über die Bahnlinie nach Djibouti in Französisch-Somaliland verfügt, durch eine i neue, ausschliesslich über I äthiopisches Gebiet führende Strecke mit Assab und 1 der Küste des Roten Meeres zu verbinden. Auch im Sudan und im benachbarten Aegypten hätte man nichts gegen eine durchgehende Eisenbahnlinie Kairo—ICassala (Sudan»—Assab—Addis Abeba einzuwenden. Vor allem die 450 km weite eisenbahnlose Lücke zwischen dem sudanesischen Wadi Haifa und dem ägyptischen Assuan, die die Sowjets ausbauen wollen, hat die wirtschaftliche Entwicklung Oberägyptens und des Sudans immer sehr gehemmt. Moskau veranschlagt die Gesamtbaukosten für die Transorientlinie mit etwa zwei Milliarden Dollar.Wirtschaftsexperten haben dagegen einzuwenden, dass eine solche Investition vom ökonomischen Standpunkt aus nur vertretbar ist, wenn jährlich mindestens ein Frachtenumsatz von 200 Millionen Dollar Wert erzielt werden kann. Unter den gegenwärtigen Gegebenheilen aber ist kaum damit zu rechnen, dass mehr als zwei Millionen Dollar jährlich an I Einnahmen aus Fracht- und | Personenverkehr erwartet 1 werden können. Hier sehen! viele der angesprochenen I politischen und wirtschaftli- I chen Kreise im Mittleren! Osten und in Nordafrika den i Pferdefuss des sowjetischen j! Plans. Was für ein Interesse ■ i leitet die Sowjetunion zu ih- J rem Projekt an? j j Dass die Sowjetunion ih- I ren Export in die arabischj afrikanischen Länder gern |; steigern möchte, ist veri i stündlich. Wer aber expor- I tiert, kann auch gut rechnen I und kann leicht ermitteln, dass die Transorientlinie ein glattes Verlustgeschäft werden muss. Aber die Sowjets haben andere Ziele im Sinn als die Exportsteigerung. Zunächst einmal möchten sie ihr aussenpolitisches Prestige im Mittleren Osten stark heben. Dann würde sich der Bau, dessen Vorplanungen allein schon 300 Millionen RubH kosten würden, auf etwa 10—15 Jahre erstrecken, er würde die Anwesenheit, sowjetischer Teams in Teilen Arabiens und Afrikas ermöglichen, die den Sowjets weitgehend verschlossen waren, -und die beiden Trajekte am Persischen Golf und im Roten Meer würden sicher eine gute Chance bieten, die wichtigsten Oelnachschublinien des Westens unaufällig zu kontrollieren. TERRENOS - INMUEBLES» Makkabaeer - Land im Umbruch Wenn man sich von Ben Schemen, gestärkt mit einem guten Frühstück, nach Osten wendet, begibt man sich sozusagen in die Wildnis — denn der Osten ist Grenzland, mit Steint.i übersät und felsigen Hügeln, bar von Mensch und Tier. Aber diese vernachlässigte Ecke Israels ist weltberühmt — hier ist das Gebiet von Modiin, der Stätte der Makkabäer. Nichts ist mehr von den sieben Säulen geblieben, je eine für seinen Vater, seine Mutter und deren fünf Söhne, die Schimon Hanassi einst über dem Grab seiner Familie, den Hasmonäern, errichtet hatte. Flavius Josephus spricht von einem herrlichen Monument im hellenistisch - ägyptischen Stil, das man vom fernen Meer uus sehen konnte; eingemeisselt waren Symbole der Kämpfe Mattatiahus und seiner Söhne und Formen von Schiffen, ein Ausdruck ihrer Bestrebungen, eine Flotte zu schaff jn. Sieben gewaltige Steinblöcke, auf jenen die Umgebung dominierenden Grabhügeln, ist alles, was man heute finden kann. von HERBERT FREEDETS Die vorgeschobenste Stellung moderner Zivilisation in dieser Gegend ist der Herzl-Wald, der erste Versuch der Wieder-Aufforstung des Landes im Rahmen des zionistischen Aufbaus. Mit seinen hohen, schon längst erwachsenen Kiefern, die ein weiches Bett von Nadeln über den Boden gelegt haben, hat er die Grazie und den Charme europäischer Wälder. Aber die Jahre der Unruhen sind an ihm nicht spurlos vorübergegangen. Arabische Vandalen haben Bäume verbrannt oder abgehackt, und von 120.000 gepflanzten Setzlingen haben nur 40.000 überlebt. Inmitten der Kiefern und Johannisbrotbäumen gibt es noch ein paar Oelbäume, Ueberbleibsel aus der Frühzeit zionistischer Verwirklichung. Sie machten den Beginn des Waldes und wurden im Jahre 1907 mit Geldern aus dem „Oelbaumfonds“ Prof. Otto Warburgs gepflanzt. Als die Vereinten Nationen zum zweiten Mal die Ein- Pension Familiär M. Flamm * 'TO unter Aufsicht I. Ehrw.. der Rabbiner Dr. J. Fink und Dr. J. Oppenheimer CHASC0MUS T. E. 2910 Cérdoba 98 ZIMMER MIT PRIVATBAD Telef. Auskünfte in Bs. Aires:76-2312 u. 70-5805 HOTEL LAGO ■»3 LEO K,»H CORDOBA 34 RIO CEBALLOS — Casilla Correo Bekannt durch seine Küche und aufmerksame Bedienung — Anmeldung erbeten Stellung des Feuers im arabisch-jüdischen Krieg anordneten, befand sich die israelische Verteidigungsarmee gegenüber dem Dorfe Midia, einst Modiin, das im darauffolgenden Waffenstillstandsvertrag zwischen Israel und Transjordanien ausserhalb der Staatsgrenzen belassen wurde. Aber die ,',Begräbnisstätte der Juden“, wie die Araber die Gräber der Makkabäer nennen, wurde in das israelische Hoheitsgebiet eingeschlossen. Modiin ist nicht das einzige Ueberbleibsel ehemaliger jüdischer Siedlung in dieser Gegend, die einst unter den Händen jüdischer Bauern blühte. D!e Ueberreste von Terrassen, Jahrtausende alt sind Zeugen für die einstige Fruchtbarkeit des Landes. Die Namen vieler alter Orte haben sich bis heute bewahrt, wie z. B. Bet Nabala, Jimzu und Hadit; und die letzten beiden gehen bis auf die Tage von Jehouschua und Nehemia zurück. Im Befreiungskrieg flohen die Araber dieses Gebietes nach Transjordanien und mit dem Einsetzen der Masseneinwanderung und Ansiedlung, hatte man auch eine schnelle Kolonisierung dieses Stück Israels erwartet, denn es geht nicht nur darum der Geschichte Tribut zu zollen, sondern die Grenze zu bewachen. Obwohl im Jahre 1949150 die Dörfer von Jimzu und Hadita in der Nachbarschaft von Ben Schemen besiedelt wurden, blieb das Gebiet zwischen diesen Dörfern von Modiin in einer Entfernung von 7 km östlich leer. Und bis heute liegt die Umgebung der „Gräber der Makkabäer“ verödet. Es gibt dafür verschiedene Gründe. Das Hügelland mit seiner schweren Steinablagerung hat nicht genügend kultivierten Boden, um eine jüdische Siedlung ohne weiteres zu ermöglichen. Dörfer können hier erst existieren wenn grosse Strecken von Steinen gesäubert und terrassiert sind. Ausserdem fehlen natürlich Quellen und Regen ist alles, was es hier an Wasserzufuhr gibt. Natürlich kann moderne Landwirtschaft davon nicht abhängig bleiben. Ausssrdem müssen Strassen gebaut werden, um das Gebiet zu erschliessen, und zwar Strassen, die das ganze Jahr hindurch für aiio Arien von Fahrzeugen befahrbar sind. Gegenwärtig besteht die Verbindung mit Modiin nur durch einen Pfad. Bevor das Land daher besiedelt werden kann, müssen die Grundvoraussetzungen der Bodenverbesserung, der Bewässerung und des Strassenbaus erfüllt werden. Man schätzt, dass nach gründlicher Bearbeitung etwa ein Drittel der 100.000 Dunam umfassenden Gesamtfläche des Modiin - Gebietes für Landwirtschaft vorbereitet werden kann — ein grosser Teil des unkultivierbaren Bodens ist für Aufforstung geeignet. Ein Siedlungsplan, der jetzt zur Ausführung kommen soll, sieht die Errichtung zweier Dörfer vor. Eines von ihnen, und zwar in der Nähe des Grabes der Makkabäer, wird Modiin genannt werden, und das zweite, weiter westlich, auf halbem Weg zwischen Modinn und Ben Schemen heisst Schimon Hanassi, zur Erinnerung an den Gründer der j Dynastie der Hasmonäerkönige, die einige Generationen herrschten. Schimon war der erste in der jüdischen Geschichte, der den Titel „Hanassi“ trug Um eine Brücke von der Vergangenheit zur Gegenwart zu schlagen, wird die Strasse, die Ben Schemen mit den beiden Dörfern verbinden wird “Derech Hanassi” genannt werden, zu Ehren von Jizschak Ben Zwi und als Symbol seines eigenen Weges, eines Weges zionistischer Pionierabeit. 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