Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1959 (11.5.1962)
- Date
- 1962-05-11
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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: * — Vlw»«. II dr Mayo dr 1962 SEMANA ISRAELITA Afio XXIII. — X«. 1859 Ereignisse der Woche V ^ndau s. a. 25 Jahre _*C,BA fe *. VT- ' H. Sw. — Das bevorstehende 25. Jubiläum der ACIBA, der Jüdischen Kuliurgemeinschaft oder — wie wir sie alle Jahre hindurch genannt haben, der IKG, ist ein festlich-feierliches Ereig-, »is, das nicht nur diesen Kreis der alten und neueren Mitglieder dieser Vereini-; gung angeht, sondern die '■ ganze Kollektivität betrifft. ' 25 Jahre ACIBA spiegelt 25 j Jahre unserer „Emigration”; «der besser gesagt unseres Schicksals als Emigranten : wider. Ein schwerer und langer Weg musste zurück-; gelegt werden in diesen 25 1 Jahren, ein Weg von beit, Lernen, um nur einige Aufgabengebiete der IKG zu nennen, wurden — wenn wir die Dinge geschichtlich betrachten — von der IKG vor den Gemeinden geleistet. Das sei hier nicht als ein besonderes Verdienst, sondern lediglich als Tatsache festgestellt. ... heute vergessen Auch hierin ist die Entwicklung der ACIBA ein getreuer Reflex unserer Emigrationsgeschichte: bei sehr vielen, die damals dabei waren, besteht dieser Willen Gemeinschaft, und die Schmerz, Tränen und Ar- Gemeinschaft gab ihnen Mut beit, aber es war auch ein Weg des Erfolges, der gelungenen Einordnung, der Konsolidierung, der Festigung unseres Lebens. Für diese Einwanderungs- Welle, die sich in den Jahren der nationalsozialistischen Verfolgung in die südamerikanischen wie in andere Länder, die zur Aufnahme von Juden bereit wachen Erscheinungen zurückzuführen ist. Mit dem neuen Haus wird — wie wir anneh- | men — gerade dieser Teil der Aufgabe der ACIBA eine neue Belebung erfahren. Die Konzerte, Theater- und die Kleinkunstaufführungen, die Kurse und Referate sowie alle sonstigen kulturei'en Veranstaltungen der IKG waren wichtige Schritte zur { Festigung unserer Gemein- ' Schaft, zur Heranbildung eines starken gemeindlichen Lebens — wie viele Mitglie- I der der Vorstände unserer I Gemeinden sind aus den : Kreisen der IKG hervorge | gangen? — und zur Erzie- ' hung der Jugend, i Durch die Initiative des jetzigen Vorstandes wird der Versuch einer Reaktivierung , gerade dieses Arbzitsgebie-! tes gemacht werden, wobei begrüssenswerterweise mit andren Organisationen oder i Einrichtungen werden soll. Jedenfalls wird! die ACIBA ihr Ziel weiter Soeben erreicht uns die Trauernachricht, dass Dr. Siegfried Landau, der langjährige Präsident der jüdischen Gemeinde Bne Israel in Santiago de Chile im Alten von 67 JahreD gestorben ist. Dr. Landau, früher ein bekannter Anwalt in Leipzig, setzte sich mit seiner ganzen Kraft nnd seinem grossen Wissen für die Interessen der jüdischen Einwanderer aus Zentraleuropa ein und stand an der Spitze der Gemeinde und der zionistischen Bewegung in Chile. Er war auch Mitglied der Leitung der Exekutive der CENTRA. Der Tod dieses verdienstvollen Mannes hat weit über die Grenzen Chiles in allen jüdischen Gemeinschaften tiefe Trauer hervor gerufen. Kraft und Selbstvertrauen. Nun sind sie „gross“ oder „reich“ geworden, aber in- , , . .. nerlich wurden sie kleiner | verfolgen, das bereits in ,h- und ärmer. Sie glauben, sie r,em Namen Ausdruck fand brauchen die Gemeinschaft nicht mehr. Und so haben sie vergessen, ihre Organisation, ihre Freunde, ihren eigenen Werdegang. Solche Menschen gibt es gewiss bei allen Organisationen und yen, ergoss, war es charak-1 Gemeinden, un<??*cht nVr teristisch, dass alle aus demselben Grunde auswandern mussten — weil sie Juden waren —, und alle unter den gleichen Bedingungen einwanderten, nämlich ohne nennenswerte Mittel. Das gemeinsame Leid, die gemeinsamen Sorgen um die in Deutschland gebliebenen Familienangehörigen, die gemeinsamen Schwierigkeiten der Einordnung in ein, bei uns. Aber wir haben sie auch, und das ist eigentlich bedauerlich, wenn man bedenkt, was wir erlebt haben. Jetzt ist die ACIBA nicht mehr das „adäquate ambiente“; gewiss waren sie früher glücklich, wenn sie das Fahrgeld hatten, um sonntags auf den Wochenendplatz nach Olivos fahren zu können. Wie zufrieden waren sie, dort ihre Freun- I halfen, das Fundament zu klwriert i leSen> das so feSt war> dass p' die ACIBA trotz der stürmi- ' sehen Zeiten nunmehr ihr j 25. Jubiläum feiern kann. Enthusiasmus und Mut bewies auch der jetzige Vorstand unter Leitung von Professor Ballin mit seinen bewährten Mitarbeitern, von denen nur Joe Brecher, Neufeld, Jakubowitz, Wurman und Neuberger erwähnt sei- Unter den vielen Themen, en, als sie mit dem Bau des die beim 25. ACIBA-Jubilä-' Hauses der ACIBA begonangeschnitten werden j nen haben, das jetzt zu ei- und bestrebt sein, eine „Kulturgemeinschaft“ zu sein. ACIBA und Wochenschau um i müssten, sollen abschlie-; ssend nur noch wenige ge- | streift werden. Man müsste | auch einiger Persönlichkei- | ten gedenken, die ihr ganzes Können in den Dienst j der JKG gestellt haben, die; sich wirklich opferten, die ihre besten Jahre der Orgai nisation, ihrem Aufbau, ih-! ren Menschen widmeten. Hier ist vor allem der frübeinahe allen völlig frem- ^e.?uJ,re ii ute hat . j,ere Vorstand unter dem des Lqnd, mit neuen, anselbstverständlich einen Wa' \ noch heute jugendlich-dynadersartigen Gewohnheiten, ^eht nicht auf ■uilj miSchen Hans Zweig zu nen- | nen, sein Kreis, zu dem Silber, Kremer, Sichel, Froh- Sitten, Auffassungen, klimatischen Verhältnissen und einem, uns bis dahin unbekannten Menschentyp schufen eine Gemeinschaft, die damals wenigstens zu vielem bereit war, was heute vergessen wurde. Damals bereit Der Wille zur Gemeinschaft war bei allen vorhanden. Gewiss mag die Tatsache auch eine Rolle gespielt hallen, dass man dort, in der IKG deutsch sprechen konnte und nicht spanisch sprechen musste. Aber der aktive Vorstand der IKG hat vor 25 Jahren Lebensbedingungen geschaffen, die für die Einwanderer von enormer Bedeutung gewesen sind. Er gab jedem das Gefühl, nicht »Hein zu sein, sich mit seinen Nöten und Sorgen in die Geborgenheit einer Gemein, sehaft zu begeben, in der er gleichgesinnte Menschen in gleicher Situation findet, die ihn verstehen, die ihm helfen könnten, die ihm raten würden. Menschen in der che Plätze, das 1st nicht mehr der angemessene Aufenthalt, und .. .da sind doch so viele Bekannte, die man besser nicht sieht... Es bleibt eine Aufgabe der ACIBA, auch diejenigen w!eder zu sammeln, die heute vergessen haben. Manchesmal haben wir-den Eindruck dass die Zeit mit ihren unsicheren Verhältnissen jene bald wieder erinnern wird. Aber es ist besser, dass wir sie erinnern, und dass sie aus eigenem Entschluss zurückkommen. Der Wochenendplatz Es muss in diesem Zusammenhang der Wochenendplatz erwähnt werden. Soweit dem Chronisten bekannt, war es die IKG, die mit ihrem Wochenendplatz erstmalig den Mitgliedern einer boriaerenser Organisation die Möglichkeit bot, für wenig Geld am Wochenede Entspannung und Erholung zu finden. Hiermit wurde damals eine soziale Tat ersten Ranges vollbracht, abmann, Nussbaum, Donig und mancher andere gehörte. Das waren die Männer — die Aufzählung ist gewiss nicht vollständig, und wer nicht erwähnt wurde, soll hierin keine Zurücksetzung sehen —, die den Grundstein legten oder wenigstens nem gewissen, glücklichen Abschluss geführt werden konnte. Mit der Jüdischen Wochenschau war die JKG stets und meist freundschaftlich verbunden. Die JKG begrüsste die Gründung der Jüdischen Wochenschau vor jetzt auch schon 22 Jahren und verstand sofort deren Bedeutung für den Aufbau des jüdischen Lebens in ganz Lateinamerika. — Wenn wir auf diese 25 Jahre ACIBA zurtickblikken, werden wir sagen müssen. es waren schwer« Jahre, in denen viele Halt und Trost, Belehrung und Ablenkung, Erbauung und Freundschaft in der ACIBA erhalten und gefunden haben. Bald wird diese Organisation ein eigenes und schönes Haus besitzen. Wir Not suchen nicht nur Geld. | gesehen von der Erst- und Hier half der Hilfsverein. Menschen in der Not suchen auch Menschen. Man fand sie in der IKG, im einfachen man darf sagen, primitiven Heim, wo sie sich heimisch fühlten. Das ist kein Wortspiel, sondern ein« Wirklichkeit gewesen. So entstand eine Gemein¬ Einmaligkeit dieser Institution. Der Wochenendplatz in Olivos war ein echter Sammelpunkt für viele oder für alle. Recht einfach und bescheiden fing es an. Langsam wurde es komfortabler. Aber immer war man zufrieden. Man sah den Eifer Schaft, die lange Jahre der! des Vorstandes, die Einsatz- Mittelpunkt auch des orga- \ bereitsehaft der Mitglieder, nisatorischen Lebens unsedie Begeisterung einer neuen res Sektors gewesen ist. Un- J sere Gemeinden, die erst all-, mählich aufgebaut wurden | und heute viele der Funktionen erfüllen, die am Anfang von Hilfsverein und vor allem von der IKG allein ausge.füllt wurden, entstanden später, nicht ohne sich in den Anfängen auf die Miti arbeif der ACIBA stützen zu! Die Kulturarbeit der ACIBA können. Gottesdienste, Relij war in den Anfangsjahren gionsunterrieht, soziale Ar-, bedeutender als in der ietz-i beit, Bruderschaft, Kulturarten Zeit, was auf die glei- Jugend. Dass sich diese neue Form gesellschaftlichen Lebens bewährte, kann man daraus ersehen, dass selbst heute noch und dazu zwei Wochenendplätze der ACIBA bestehen. Kulturarbeit Hace el vestido mis fino.. Bnút de Poxo fjno Par m termos• Y, toloriii* ¡brillerabie! M «MK* J uemprt ' % elegante porque et Qtuirrugriblf « g omit 0 ASUMtA B «f4M MIN cr MO 4M» sollen wissen, dass ASeser äussere Rahmen wichtig, aber nur äusserlich ist. Die Kraft der ACIBA soll auch in Zukunft darin liegen, dass sie zur inneren Bereicherung ihrer Mitglieder und damit des ganzen argentinischen Judentums beiträgt. — Audienz beim Erziehungsminister In den letzten Wochen war die in unmitttiDarer j-,.ive von Buenos Aires gelegene Stadt San Martin Schauplatz zahlreicher Ueberfälle auf jüdische Kinder durch die Tacuarä. Die jüdischen Schüler wurden beim Verlassen der Schulen von Mitgliedern dieser antisemitischen Organisation angegriffen. Diese Vorkommnisse sind von der Justiz nicht in der erforderlichen Form verfolgt worden, sodass sich die Provokateure und Raufholde immer weiter vorwagten. Zahlreiche Häuser wurden mit antijüdischen Aufschriften beschmiert, die einen alarmierenden Charakter angenommen haben, zumal die Polizei nicht mit der gebotenen Energie eingeschritten ist. Besonders schwer waren die Ueberfälle auf die jüdischen Kinder vor der Temas Guido-Schule in San Martin und vor der jüdischen Schule, wobei einige Kinder verletzt worden sind. Vertreter der Jüdischen Gemeinde San Martin und . Repräsentanten des Elternj verbandes der jüdischen! Schüler wurden am vergan-! genen Freitag vom argenti- ' nisehen Erziehungsminister j Dr. Susini in Audienz empfangen. Dem Minister wurde ein ausführlicher Bericht über die Vorfälle unterbreitet. durch welche die Juden in San Martin in grosse Erregung versetzt wurden. Diese Ueberfälle haben aber auch die Empörung der übrigen Bevölkerung gefunden, zumal nicht nur jüdische Kinder angeriffen worden sind. Der Minister empfing die Delegation, die aus den Herren Valentin Schulman, Dr. Julio Ostrowski und Jalme Savransky bestand, mit grosser Höflichkeit. Mit tiefem Bedauern nahm er den Bericht entgegen. Der Minister verurteilte in schärfster Form die unglaublichen Vorfälle und versprach, die notwendigen Schritte einzuleiten und Massnahmen zu ergreifen, damit sich diese Ueberfälle nicht mehr wiederholen. Im Laufe des Gesprächs fand der Minister sehr freundschaftliche Worte für die argentinische Juden heit. (Bericht aus „Die Presse”). — Fussball-Tournier J. M. K.: — Das KKL- Fussball-Tournier ist nicht nur ein Ereignis der Woche, sondern der letzten Monate. Von ein paar Sportenthusiasten organisiert, hat sich hier aus kleinen, bescheidenen Anfängen ein wahres. Treffen der jüdischen Jugend von Buenos Aires herauskristallisiert, bei dem man erfreulicherweise die junge Generation geeint in einem jüdischen Kreis wirken sehen kann. Zentraleuropäische und andere Sektoren des hier ansässigen Judentums geben sich ein wöchentliches Rendezvous, dessen Bedeutung über die rein sportliche Motivierung hinausgeht. Erwähnenswert ist auch, dass selbst die ältere Generation von Mal zu Mal regeres Interesse zeigt und einen immer mehr anwachsenden Zuschauerkreis (hinchas) stellt. Im Publikum sieht man auch bekannte Gesichter der früheren jüdischen Sportler aus den „Glanzzeiten” der ersten Emigrationsjalure. während Ein Zufall verhütet Explosion Miami. — Fünf Päckchen Dynamit die an einer drei Meter langen Zündschnur befestigt waren und, wie die Polizei sagte, genügt hätten, um das ganze Viertel zu gefährden und „wahrscheinlich den Verlust von Menschenleben“ zu verursachen, wurden von Polizisten vor der kleinen Anschei Emes- Synagoge gefunden, die mitten in einem von einfachen Leuten dicht bevölkerten Viertel der Stadt liegt. Die Synagoge war in dem Augenblick als das Dynamit entdeckt wurde, geschlossen. Der Polizeibericht meldete dass ein Vorübergehender die brennende Zündschnur bemerkte und das Polizeirevier verständigte. Polizeiliche Sachverständige und Feuerwehrleute stellten lest, dass schon zwei Meter des Dochtes heruntergebrannt waren. Die Detektive hoffen aufgrund der Vorgefundenen Fingerabdrücke die Schuldigen ausfindig machen zu können. Rüben Jasko, der Präsident der Gemeinde, und Irving Sacks, ihr Sekretär erklärten, die Anschei Emes habe 45 Mitglieder, alles alte Männer, die sieh täglich zum Gebet zusammenfinden. (ITA) Neues Passagierschiff Saint Nazaire (Frankreich) — Vor wenigen Tagen wurde mit dem Bau des neuen israelischen Passagierdampfers “Schalom” begonnen, der 23.000 Tonnen haben wird. Wie man erfährt, kann das Schiff 1071 Passagiere zwischen Haifa und New York befördern. Es ist modern eingerichtet und besitzt u. a. drei Schwimmbassins unter freiem Himmel sowie eine Bühneneinrichtung. bedauerlicherweise die Vorstände einiger teilnehmender Organisationen durch Abwesenheit glänzen. Die Veranstalter glaubten, dass gerade diese das grösste Interesse an einer gemeinschaftlichen Arbeit, vor allem für eine sportliche jüdische Jugend, haben würden. Dieses spannende Tournier findet unter dem Motto ..Für einen eigenen Sportplatz” statt. Das ist ein grosses Ansinnen, von unübersehbarer Wichtigkeit, um unserer Jugend endlich einen ständigen Treffpunkt im eigenen Rahmen geben zu können. Wie wichtig ein eigener Sportplatz ist. bewies ein ,,Ereignis” am letzten Sonntag. als die vorgesehenen drei Spiele in letzter Minute verlegt werden mussten. Fast 500 Personen, die sich eingefunden hatten, hätten beinahe unverrichteter Dinge nach Hause gehen müssen. Durch einen grossen Zufall und unter Aufwand erheblicher Mehrkosten, gelang es, diese Spiele den. noch auf einem benachbarten Platz auszutragen. Aber man kann niemanden, weder den Organisationen noch den Sportlern oder dem Publikum zumuten, von plötzlichen Verfügungen anderer abhängig zu sein. Der Wunsch der Jugend nach einem eigenen Sportplatz ist gerechtfertigt; und dass unsere jüdische Jugend Sport treiben soll, ja treiben . muss, bedarf in unserer Zeit keiner weiteren Rechtfertigung. Sport ist körperliche Ertüchtigung und auch Selbstwehr, die in diesen Tagen leider wieder einmal aktuell ist (wie einige Ereig. nisse der letzten Wochen bewiesen haben). Es steht zu . hoffen, dass dieser Ruf endlich von denen gehört wird, die für alles Mögliche Mittel bereisteilen, bloss nicht für die Zukunft unserer Jtt- , rUsrhen JuoenrL