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Jüdische Wochenschau · 1962-05-11 · 1959 (11.5.1962) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1959 (11.5.1962)
Date
1962-05-11
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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SEMANA ISRAELITA Viernes. 11 de Mayo de 1962 A do XXIII. — No. 195» — 3 Scharfschützen bewachen Hussein Mit einem schnellen Wagen braucht man für die Strecke vier Minuten. Die Strasse führt vom Königspalast in Amman auf kürzestem Wege zum Flugplatz und ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Gegenwärtig benutzt sie König Hussein des öfteren, wenn er sich mit Freunden auf der Flugplatzpiste zu Kleinwagen-Rennen trifft. Die ausgebauten MG-Stellungen beiderseits der Chaussee machen jedoch deutlich, dass die Strasse nicht hauptsächlich dazu angelegt wurde, dem Haschemitenkönig eine bequeme Anfahrt zu seiner Rennstrecke zu ermöglichen. Wenn die Umstände es einmal nahelegen sollten, hofft Hussein vielmehr, auf diesem Wege schnell und sicher einen Düsenjäger zu erreichen, um sich in Richtung Europa in die Lüfte zu heben. Als ausgebildeter Pilot könnte der Nachkomme des Propheten Mohammed das Flugzeug notfalls selber steuern. In unmittelbarer Nähe des von einer Mauer umgebenen Palasthügels sind ständig i 5000 Beduinen-Soldaten stationiert, die mit Waffen und Schlacht ausgestattet sind. Munition für eine mittlere Verpflegung ist für ein halbes Jahr vorhanden. Die eigentliche Leibwache Husseins besteht aus 30 Scharfschützen. die es an Zielsicherheit mit den FBI-Bewachern des amerikanischen Präsidenten aufnehmen können. Diese umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen sind keineswegs auf ein besonders ängstliches Gemüt des 1,62 Meter grossen Wüstenkönigs zurückzuführen. Hussein hat im Gegenteil bewiesen, dass ihm persönlicher Mut nicht abzusprechen ist. Nach einer Zeit relativer Sicherheit ist aber König Hussein neuerdings wieder | ständiger Gefahr ausgesetzt, j Diesmal nicht ohne eigene Schuld. Während der syri- ' sehen Revolution Ende Oktoj ber liess Hussein nur knapp I eine Stunde vi rstreichen ehe er die Revolutionsregierung anerkannte. Er zahlte damit seinem Widersacher Nasser in gleicher Münze heim, der 1958 die Mörder von Husseins Vetter Feisal in Bagdad sofort als Regierung anerkannt hatte. Seitdem ruft Kairos Propagandasender die Transjordanier * wieder regelmässig zur Beseitigung ihres Königs auf. Auf einem Empfang in Amman sagte ein europäischer Diplomat: „Diesen unnötigen Affront gegen Nasser wird der König noch zu spüren bekommen.“ Zum erstenmal seit der Ermordung von Ministerpräsident Majali im Mai I960 sind jetzt wieder besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Auf den Strassen Ammans sieht man TEL - AVIV Vuele con nuestros veloces y modernos BOEING Jet m B en contadas horas hasta Zurich, desde donde dispone de conexiones inmediatas que lo conducen al mismo centro de Israel, joven país en pugna. Su agencia de viajes IATA o nuestras oficinas le facilitarán gustosas una información más detallada. Confíe también su carga aérea a LUFTHANSA. ZURICH TEL-AVIV BS. 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Geburtstag gefeiert hat Hussein, der einen englischen Tweedanzug trägt, antwortet in tadellosem Englisch auf die Fragen. Auf seinem Schreibtisch stehen neben einem weissen und einem grünen Telefon zwei Düsenjägermodelle.Die Frage nach der Rolle, die im Weltraumzeitalter einem Monarchen zukomme, schiebt er freundlich aber bestimmt mit der Bemerkung beiseite, -die Staatsform, ob Republik oder Monarchie, sei doch zweitrangig. Sein Ziel sei es, als Oberhaupt einer grossen Familie Transjordanien zu einem modernen Staat zu entwickeln. Und nach kurzem Zögern: „Ich hoffe, dabei Erfolg zu haben.“ Die Aufgabe seiner Familie, der Haschemiten, sei es. den arabischen Zielen zu dienen, „gleichgültig welches Leid ihnen dabei zustossen mag“. Der Verfassung nach ist das Land eine konstitutionelle Monarchie, in Wirklichkeit eine von einem jungen Offizier geleitete Militärdikten wird Hussein dabei von seinem Onkel Scherif Nasser dem Chef des Geheimdientatur. Fachmännisch berastes. Seit Jahren in Amman ansässige Diplomaten sind der Auffassung dass Hussein persönlich die Politik bestimme. Auf die Armee selbst könne er sich ziemlich verlassen. Die Hauptgefahr bilde ein Attentat. Im Parlament werden lediglich wenige harmlose Oppositionspolitiker geduldet .Durch Wahlgesetz - Manipulationen wird im übrigen dafür gesorgt. dass ins Repräsentantenhaus nur Männer kommen, die ,ihm“ genehm sind Bei der letzten Wahl wurden von den Kandidaten polizeiliche Führungszeugnisse verlangt. Einem ehemaligen Minister und Bürgermeister von Jerusalem wurden die Führungszeugnisse ohne An- : gäbe von Gründen nicht ausgestellt. Politisches Amt ist gleichbedeutsnd mit persönlicher Pfründe. Etwas zu hoch entwickelt war der Geschäftssinn des vorigen Innenministers, der privat mit einem Kompagnon eine Baufirma betrieb. Diese scheint trotz der staatlichen Aufträge nicht floriert zu haben, denn sie wurde bald in branchenfremde Geschäfte verwickelt Wer seinem Gegner einen üblen Streich spielen wollte und über genügend Mittel verfügte, brauchte nur zum Geschäftspartner des Ministers zu gehen. Dort zahlte er 50 Dinare (rund 125 Dollar) und nannte einen Namen. Der Genannte wurde ein paar Tage später als Kommunist verhaftet und wanderte ins Gefängnis. Falls die Familie des Verhafteten Wert auf Freilassung legte, musste sie den Festpreis von 80 Dinar <200 Dollar) entrichten. Mit derlei Praktiken verletzte der Innenminister allerdings die ungeschriebenen Spielregeln, und Hussein entliess ihn. Angesichts derlei Vorkommnissen ist der Zynismus verständlich, mit dem sich die Mutter König Husseins über die Politiker ihres Landes äusserte: „Gauner. Diebe. Verbrecher die an die Krippe wollen, sind sie doch alle. Warum sollen wir dann nicht jene Gauner. Diebe und Verbrecher an die Krippe lassen, die zu uns halten?“ Der Staatshaushalt kann nur mit Hilfe von amerika- I nischen und englischen Subventionen ausgeglichen wer-! den. Washington überweist I jährlich 40 Millionen Dollar, , London 20 Millionen Dollar. ' Zusammen sind das ein Drittel der Staatseinnahmen Bonn hat ein Entwicklungshilfsabkommen mit Transjordanien geschlossen.Trans- 1 jordanien revanchierte sich durch ein« streng westlich orientierte Aussenpolitik. Mit Ausnahme von Jugoslawien unterhält es zu keinem kommunistischen Staat diplomatische Beziehungen. I Jeder Kommunist, dessen 1 man habhaf* wird, wandert ins Gefängnis, falls ihm nicht noch Schlimmeres widerfährt. CHA CHA-CHA Ein in Beduinenzelten, Bazaren und Offiziersmessen sowie bei Kaffeekränzchen der Diplomatenfrauen gleichermassen beliebtes Gesprächsthema bildet in Jordanien noch immer die im vorigen Jahr erfolgte Heirat Husseins mit der englischen Offizierstochter Tony Gardner, die seitdem den Namen Prinzessin Mona führt.Bei den Arabern stösst die Heirat allgemein auf Ablehnung und hat nach übereinstimmendem Urteil dem König viel Sympathien beim 1 LA SEMANA ISRAELITA B ISEM AN ARIO INDEPENDIENTE Si. Airei - PUEYRREDON 2190, 1* i*q. — T. E. Í3-2B1 11. Mai 1962 7. Iyar 5722 Volk gekostet. Kairos Propaganda nährt diese Stimmung mit der Behauptung, die Bekanntschaft zwischen der früheren Sprecherin der englischen Nachrichtensendungen von Radio Amman und König Hussein sei vom British Intelligence Service vermittelt worden. Wer Mona kennt, weiss um die Absurdität solcher Propagandamärchen. Unbestritten ist dagegen ihre grosse Fertigkeit im Cha- Cha-Cha-Tanzen, dem Lieblingsrhythmus Husseins. Zum grossen Kummer vieler Diplomatenfrauen wird auf den in Amman beliebten Tanz-Dinners der Botschaften ausschliesslich zum Cha- Cha-Cha aufgespielt, sobald Hussein und Mona eintreffen Und die beiden bleiben oft bis in die frühen Morgenstunden. Eichmann Jerusalem. —Wie bekannt wird, hat der Reverend iViliam Hüll aus Winnipeg, der in Israel * ansässig ist, die Seelsorge des zum Tode verurteilten Eichmann übernommen, nachdem alle zuständigen Instanzen, auch der Verteidiger, seine Einwilligung hierzu gegeben! haben. | Verhaftungen 1 in Marokko! Paris. — In Südmarokko! sind kürzlich fünf Juden j verhaftet worden. Sie wer- | den beschuldigt, marokkani- : sehen Juden bei der Aus- | Wanderung nach Israel ge-! holfen und sich für zionistij sehe Organisationen betätigt i zu haben. (JTA). Í5rER95 Nuestras sucursales en Tel-Aviv y Haifa atenderán sus negodos ton ISRAEL toll preferente atendón. 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