Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1958 (4.5.1962)
- Date
- 1962-05-04
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Vierr.es, 4 ds Mayo de 1962 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — N**. 1958 — 5 150 Jahre i. Von der überragenden Persönlichkeit Moses Mendelssohns war schliesslich der entscheidende Anstoss zur Verbesserung der rechtlichen Lage der Juden in den deutschen Landen ausgegangen, nachdem so viele frühere Versuche fehlgeschlagen waren. Doch schwere Verfassungskämpfe standen noch bevor, ehe das Werk gelang. Die Voraussetzung für ein Gelingen lag zweifellos in der grossen grossen Französischen Revolution von 1789; von Frankreich aus hatte sich der Gedanke der Gleichberechtigung der Juden über Europa verbreitet, aber diese erste Emanzipationsepoche, wie man sie vielleicht nennen darf, endete mit dem Jahre 1815, in welchem eine neue reaktionäre Welle einsetzte, die erst im Jahre 1848 ihren vorläufigen Abschluss finden sollte. II. Und doch ist durch Mendelssohn das westliche Judentum als Gemeinschaft in die Neuzeit eingetreten Schon um die Jahrhundertwende (1800) hatte die gesellschaftliche und kulturelle Annäherung der Juden an ihre Umgebung bedeutende Fortschritte gemacht. Man hatte sich redlich um deutsche Bildung bemüht, und es ist eine Tatsache, dass z. B. ein Mann wie Marcus Herz (der Gatte der noch berühmteren Henriette Herz) geradezu ein Apostel der Kantschen Philosophie geworden war in einer Epoche, da diese noch wenig allgemeines Verständnis fand. Braucht an die glänzenden Salons der schönen und geistvollen Jüdinnen von Berlin erinnert zu werden? Aber parallel mit dieser Entwicklung der Annäherung an die Umwelt ging das Bemühen einer nach allem Edlen und Schönen strebenden Generation, vom Judentum loszukommen. Hatte Moses Mondeissohn die Notwendigkeit der Erhaltung von jüdischer Lehre und jüdischem Gesetz mit aller Klarheit proklamiert, so verwarf das Geschlecht nach ihm das ,Ge- . setz’ als drückend und sinnlos und verlor damit den Boden unter den Füssen.! Alles Jüdische erschien die-! sen Menschen düster und I trostlos, alles Christliche | weit, hell, erfüllt von Freudigkeit. ,,Es haben sich”, so schreibt ein Zeitgenosse, Untugenden unter uns verbreitet, die unsere Väter nicht kannten, Irreligion. Ueppigkeit und Weichlichkeit, aus dem Missbrauch von Aufklärung und Kultur hervorgegangen, haben leider auch unter uns Wurzel gefasst.” Ein Symptom dieser „Uebergangszeit” war das berühmt gewordene „Sendschreiben’’ David Friedländers an den Oberkonsistorialrat und Probst Teller zu Berlin, das die Bereitwilligkeit zur Taufe ausspricht, falls bei diesem Uebertritt auf das Bekenntnis zu gewissen spezifisch - christlichen Dogmen verzichtet werden würde, ein merkwürdiges Angebot, das die Kirche stolz zurückwies. Sicherlich ist diese Verworrenheit im jüdischen Lager zum Teil aus einer gewissen Verzweiflung über die immer wieder hinausgeschobene politische Gleichberechtigung zu erklären, teilweise aber auch aus der völligen Verkennung des eigentlichen Inhalts des Judentums, zu dem man, sofern noch das sogenänte ,.Zeremonialgesetz” beseitigt würde, kaum noch eine innere Beziehung hatte. III. Am 28. September 1791 war den Juden Frankreichs die volle Gleichberechtigung gewährt worden, was sich im besetzten deutschen Gebiet, am linken Rheinufer, günstig auswirkte. Der Reichsdeputation zu Regensburg (1802), die damit befasst war, eine neue Gliederung des deutschen Reiches vorzunehmen, wurde „Im Namen der deutschen Judenschaft” eine Bittschrift vorgelegt, die noch bestehenden Ausnahmegesetze aufzuheben und die Eingliederung der Juden innerhalb der deutschen Nation zu erleichtern. Es gab auch Gegenschriften von antisemitischer Seite, die nicht unbeachtet blieben, und erst die ¿■SISÏI-îlïigJilSÏÊSla.ââSÏÎÎ-lSiîïISMII-iiïâgStïBSilSîîïSIÏSi»«’ i JUAN JULIUSBURG 1 m »i MALERARBEITEN Ï m M ** § 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 § “ rat S « •.s"!îs-r-:ïSïiiîïrign*irï«iissâi*ïEsfs*?*ï*s::;:;’-iïïBiS5sssii3S Pension Familiar M Flamm unter Aufsicht I. Ehrw.» der Rabbiner Dr. J. Finir und Dr. J. Oppenheimer CHASCQMUS T. E. 2910 Cordoba 38 Kriegsstürme von 1806—07, der siegreiche Vormarsch des napoleonischen Heeres, liess eine neue Situation entstehen. Nach den Verfassungen der von Napoleon neugeschaffenen Staaten (Grossherzogtum Berg, Königreich Westfalen etc.) genossen die Juden die gleichen Rechte wie die übrigen Untertanen, und ein Teil dieser, die Juden begünstigenden Gesetze blieb auch nach der Vertreibung der Franzosen bestehen. Doch nur das Grossherzogtum Baden nahm eine wirklich grundlegende Aenderung der Judengesetzgebung vor. Am 14. Juni 1808 wurden die Juden von Baden ,.erbfreie Staatsbürger”, und der ein Jahr später zu Karlsruhe eingesetzte „Oberrat der Israeliten” hatte die Aufgabe, nicht nur Kultus und Erziehung, sondern auch die allmähliche Berufsumschichtung der Juden zu überwachen. Etwas zögernder folgten Bayern und Württemberg auf diesem Wege, während sich Sachsen vorerst absolut ablehnend verhielt. IV. In Preussen ging aus dem Zusammenbruch der Staatsmaschine das Sehnen nach Schaffung der nationalen Einheit hervor; hierfür sollten auch die bedeutenden wirtschaftlichen Kräfte der Juden eingesetzt werden. Freiherr von Stein erlaubte 1808 die Wahl von Juden in die neuen städtischen Selbstverwaltungen. Doch dies war noch nicht die Gewährung der völligen staatsbürgerlichen Gleichstellung, über deren Tempo die Meinungen der Verantwortlichen sehr auseinandergingen. Erst Fürst Hardenbergs Ernennung zum; Staatskanzler Preussens I brachte den entscheidenden j Fortschritt, weil er nur von ' einem Gesetz ausgehen woll- , te, das auf dem Grundsatz | „Gleiche Pflichten — Gleii che Rechte’- aufgebaut war.; So kam das Edikt betref- | fend die bürgerlichen Ver- I hältnisse der Juden in dem i preussischen Staate zustande, das König Friedrich Wilhelm II. am 11. März 1812 Unterzeichnete. Dies war die Geburtsstunde der Emanzipation. V. Der Erlass wurde von den preussischen und insbesondere den Berliner Juden als der Beginn einer neuen Zeit des Lichts und der Freiheit gedeutet, und in der Tat waren sie auch berechtigt, solche Gefühle zu hegen. In unverkennbaren Ausdrücken hatte das Edikt die Beschränkungen und Rechtsverletzungen .unter denen die jüdischen Bewohner Preussens jahrhundertelang hatten leiden müssen, beseitigt. Man erhob sie zum Range von Bürgern unter der Bedingung, dass sie Familiennamen annehmen und sich bei ihren Geschäften der deutschen Sprache bedienen würden. Das Recht der freien Niederlassung im Lande und der Besitz von ZIMMER MIT PRTVATBAD J Telef. Auskünfte in Bs. Aires:76-2312 u. 70-5805 *. Eigentum waren ihnen zugesichert, auch Lehrerstellen und städtische Aemter durften sie fortan bekleiden. Die gewerblichen Beschränkungen waren aufgehoben, desgleichen die berüchtigten „Judenabgaben”. Dafür sollten die Juden Bürgerpflichten wie Steuerleistung und Heeresdienst auf sich nehmen; auch die rabbinische Gerichtsbarkeit sollte aufhören. Die allgemeine Tendenz des königlichen Erlasses war eine freiheitliche. VI. Es ist bekannt, dass die preussischen Junker in ihrer Mehrheit Schwierigkeiten machten. ..Soll Preussen ein neumodischer Judenstaat werden”, hiess es in einem weitverbreiteten Pamphlet. Während Junker und Stände den König vor allen Reformen „gruselig zu machen sich bemühten”, so wird berichtet, hielt Hardenberg an seinem Entschluss fest, den alten Klassen-, den Ständestaat zu beseitigen und dem allgemeinen Fortschritt den Weg zu ebnen. Dass sich der Fürst in Druckschriften „Judenminister” schimpfen lassen musste, machte ihm nicht viel aus. Er hatte auch einen schweren Stand, als nach den Freiheitskriegen von 1813/14 die Reaktion wiederum stark wurde. Eine wesentliche Folge des Emanzipationsediktes war, dass die Juden von der allgemeinen Begeisterung ergriffen wurden und zahlreiche Beispiele von Opferbereitschaft für die Sache Preussens und seiner Verbündeten lieferten. Hardenberg selbst hatte dies in einem Schreiben an den preussischen Gesandten in Hamburg (4. Januar 1815) anerkannt: „Auch hat die Geschichte dieses letzten Krieges gegen Frankreich bewiesen, dass die Juden des Staates, der sie in seinen Schoss aufgenommen. durch treue Anhänglichkeit würdig geworden sind. Die jungen Männer jüdischen Glaubens sind die Waffengefährten ihrer christlichen Mitbürger geweo sen, und wir haben unter ihnen Beispiele wahren Heldenmutes und rühmlicher Verachtung der Kriegsgefahren aufzuweisen.’’ Hier soll nicht im einzelnen aufgeführt werden, wie man später versucht hatte, einen erheblichen Teil der gewährten Rechte zurückzunehmen. Ein neues deutj sches Nationalgefühl war I nach 1815 entstanden, eine l Romantik, welche die deutj sehe Einheit auf „christlichgermanischer Grundlage” [ schaffen wollte. Den heissen ¡jüdischen Empfindungen für I das Vaterland aller seiner ■ Bürger zeigte die Reaktion j eisige Ablehnung. Schwere | Kämpfe um das jüdische I Dasein kennzeichnen die : zwanziger und dreissiger i Jahre des vergangenen I Jahrhunderts; erst nach 1848 gab es neuen Aufschwung und eine neue äussere Entfaltung. Die damals von vielen Völkern erkämpfte Staatsverfassung und Parlamente erreichten endlich die Einbeziehung der Juden in das Bürgerrecht. Aber auch dann, vor allem nach 1881, zeigten sich neue Verfolgungsmethoden, einer anderen Epoche angepasst. VII. Nach der ruhmreichen und edlen Tat Hardenbergs vor nunmehr 150 Jahren hatte der neue Nationalismus in den Juden ein Opfer entdeckt, das von da an jederzeit recht- und hilflos seine Beute gewesen ist. Nach den schönen Tagen der sogenannten „Emanzipation”, der gehobenen Stimmung der befreiten oder sich befreit dünkenden Juden, wurde in das deutsche Volk zum ersten Mal die Lehre von „Blut und Boden” gesenkt, welche die Juden 120 Jahre später vom Leben des Landes, dessen Bürger sie geworden waren, ausschliessen sollte. Die Emanzipation, teuer erkauft, durch schwere Opfer errungen, erwies sich als ein „Geschenk”, das jederzeit zurückgenommen werden konnte. Curl Wilk Handel mit Kairo Berlin — Ein Protokoll zu Fragen des Warenaustausches ist vom ostdeutschen Handelsminister Balkow und dem ägyptischen Wirtschaftsminister Kaissuni in Leipzig unterzeichnet worden. Bei den vorangegangenen Besprechungen wurde Uebereinstimmung darüber erzielt, das zwischen Ostdeutschland und Aegypten bestehende Handels- und Zahlungsabkommen für das Jahr 1962 zu verlängern und für 1963 und die folgenden Jahre neue Abkommen abzuschliessen. 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Seine Behauptung, er sei betrunken gewesen und könne sich an die Aeusserungen nicht mehr erinnern, wurde vom Gericht nicht anerkannt Er wurde von mehreren iZeugen eindeutig widerlegt. Los lugares que desde la pantalla le emocionan, le maravillan, le "transportan", VEA¬ LOS, CONOZCALOS, VIVALOS... ^USTED MISMO. EXCURSIONES "EXODO" DE /- VIAJES BITTERNIANN CORRIENTES 2063 - PLANTA BAJA, OF. 9, 10,14 y 16 T. E. 49-3491 /45-4957/49-0433/45-7607/49-1229' ti