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Jüdische Wochenschau · 1962-05-04 · 1958 (4.5.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1958 (4.5.1962)
Date
1962-05-04
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Viernes, 4 de Mayo de 1962 LA SEMANA ISRAELITA Afio XXIII. — No. 195$ feignisse der Woche DIE 100 - JAHRESFEIERN Die bereits erwähnten bevorstehenden 100-Jahrfeiern der „Congregación Israelita” nahmen mit dem feierlichen Gottesdienst ihren Anfang, der am Vorabend des Pessachfestes in der Synagoge „Libertad” durchgefuhrt wurde, und dem der neue Legationsrat der israelischen Botschaft, Cohen- Abravanel, als Ehrengast beiwohnte. I Der Tempel war stark besucht, auch von Hunderten Jugendlichen, die dieses Mal auf den eigenen Gottesdienst verzichtet hatten. Nach dem j Maariwgebet nahm der Ehj renpräsident der Gemeinde, Don Roberto Mirelmann, das Wort, um einen gedrängten Ueberblic-k über -die hundertjährige Entwicklung der „Congregación” zu geben, auf das wichtigste Ereignis im Ablauf dieser Epoche, die Staatsgründung Israels, hinzuweisen und besonders der früheren Rabbiner und Kantoren sowie des unvergesslichen Max Glücksmann s. A. sowie der verewigten Frau Erna Schlesinger zu gedenken, ln bewegten Worten schilderte Don Roberto den Aufstieg,! den die Gemeinde allein in den 43 Jahren genommen habe, seit er selbst ihr angehöre. In seiner Fest predigt stellte Rabb. Dr. Schlesinger die Pessaehbetrachtung in den Rahmen dieser Jubiläumsfeier hinein und verband die Gedanken von Befreiung und Freiheit mit dem grossen Werk, das die ,-Congregaeiön” auf sich genommen habe. Das gesamte jüdische Leben der letzten Jahrzehnte, namentlich in den Zeiten von Krieg und Bedrohung der jüdischen Existenz, habe sich im Dasein und im Aufstieg der. Gemeinde wiedergespiegelt. Der besondere Dank gelte vor allem allen denen, die sich des Schulwesens und der jüdischen Bildung angenommen haben und vor kurzem an eine so schwierige Aufgabe wie die Schaffung eines modernen Rabbinerseminars herangingen. Mit klaren Worten wies Rabb. Dr. Schlesinger auf die Verantwortung dieser seiner Gemeinde vor der jüdischen Gesamtheit auf Grund ihres zunehmenden Einflusses auf die Entwicklung im argen- > tiniseh-jiidiseben Leben von 1 heute hin. Mit diesem sehr erhebenden Festgottesdienst dürfte ein würdiger Auftakt für die j kommenden Jubiläumsfeiern geschaffen worden sein. C. W. Vereinigte Kampagne Die Konvention der Veinigten Kampagne musste mit Rücksicht auf äussere Umstände um wenige Wochen verlegt werden. Sie wird nach den Feiern des Jom Haatzmauth zur Durchführung gelangen und die Richtlinien für die künftige Arbeit festlegen. Wahrscheinlich werden einige bedeutende und bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen jüdischen Lebens, aus Israel oder anderen Ländern, zu Besuch kommen, um Berichte über Fortschritte und Probleme unserer Zeit und unserer spezifischen Aufgaben abzugeben. Hiervon nicht berührt, sind die vorbereitenden Arbeiten für die Durchführung der Kampagne bereits in vollem Gange. Das zentraleuropäische Comité in seiner neuen Zusammenset- MODERNE INDUSTRIE Von der Hebraeischen Universitaet Die Orientalistik hat in der Forschungsarbeit und dem Unterricht der Hebräischen Universität von Anbeginn an einen wichtigen Platz eingenommen. Das Institut für Orientalistik, das im Jahre 1926 gegründet wurde, war eines der ersten Institute der Hebräischen Universität. Anfangs galt das Studium und die Forschung hauptsächlich dem klassischen Arabisch, der arabischen Literatur und der islamischen Kultur, die Religion, arabisches Recht, arabische Phile Sophie und Archäologie so- / wib die Kunst der islamischen Völker umfasste, i Nach der Gründung des Staates Israel wurden je- : doch grundlegende Aende- [ rungen im Lehrplan vorge- | Kommen, da das Institut be- I auftragt wurde, Fachleute : für Angelegenheiten des! Wittelostens für den Dienst i in verschiedenen Regie- | rungsämtern auszubilaen. j Daher gibt das Institut jetzt j Unterricht in der Geschieh- : te des Orients, d. h. der ara- ' 'bischen Länder, der Türkei und Persiens, in der neue- : ster. Zeit, und seiner politi-! Gastspiel Max Perlman? Der bekannte jüdische Schauspieler Max Perlman gibt vor seiner Abreise nach Mexiko und den Vereinigten Siaaten'mit seiner Partnerin I Gitta Galina ein kurzes Gastspiel im Teatro Soleil.! Beide Künstler werden in j dem musikalischen Lust- | spiel „Der Vater bin ich”; auftreten. i Die musikalische Leitung | dieser Aufführung liegt in j Händen des bewährten Kaj pellmeisters Herrmann Ludwig, der unseren Lesern gut bekannt is* I von B. BARSHAI sehen, sozialen und kulturellen Entwicklung. Als Schlüssel zum Studium der Literatur, Kultur und Geschichte der Völker des Mittelostens wurden umfassende Kurse für modernes Arabisch (Literatur und Umgangssprache), Türkisch (in lateinischen und aiabischen Buchstaben) und Persisch (klassisch und modern) eingerichtet. ERWEITERUNG DES STUDIENGEBIETS Das Entstehen zahlreicher, unabhängiger Staaten in Asien und Afrika und die freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen Israel und vielen dieser neuen Länder geschaffen wurden, erforderten eine Erweiterung des Studiengsbiets der Orientforschung an der Hebrääischen Universität. Doch war dies nicht der einzige Gesichtspunkt, der diese Erweiterung veranlasst hat. Die alten Kulturen Indiens und Chinas, die grossen Religionen Siidostasiens und des Fernen Ostens bilden einen so wichtigen Bestandteil der menschlichen Kultur, dass sie in dem Lehrplan der nationalen Universität des jüdischen Volkes in Jerusalem nicht vernachlässigt werden dürfen. Es muss jedoch betont werden, dass bezüglich dieser Gebiete keine Grundlage historischer Beziehungen besteht wie sie zwischen dem jüdischen Volk und der mohammedanischen Kultur vorhanden sind. Nach gründlichen Vorbereitungen werden jetzt Schritte unternommen, um die Arbeit auf diesen Studiengebieten zu beginnen, wenn auch vorerst in bescheidenem Umfang. Einige junge Wissenschaftler wurden zu Studien- und Forschungszwecken ins Ausland gesandt. Auch hat man mit der Einrichtung von Bibliotheken für diese Fächer begonnen. KURSE UEBER CHINA UND SUEDOSTASIEN Vor zwei Jahren wurden \ die ersten Schritte in dieser Richtung unternommen, als Kurse in klassischem Chinesisch eingerichtet wurden. I | Ebenso werden seit einigen Jahren im Rahmen der soj ziologischen Abteilung Vor-; lesungen über die neueste j Geschichte Südostasiens und j die soziale Entwicklung des | heutigen Chinas abgehalten. Der Lehrplan für das Stu- | dium Asiens sieht für den! Anfang Elementarkurse über Indien, China und Japan vor. Das Studium wird sich mit der Sprache, Literatur, Religion. Geschichte (besonders der Gegenwart) und mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung | dieser Gebiete befassen. DAS STUDIUM AFRIKAS Auf dem Gebiet des Studiums und der Erforschung des afrikanischen Kontinents wurden seit einigen Jahren Vorlesungen über die Geschichte Nordafrikas gehalten. Die Lehrtätigkeit, die sich mit Afrika südlich der Sahara beschäftigt, wird sich von der über Asien unterscheiden. denn sie wird sich in erster Linie nicht mit Sprache und Literatur, sondern mit Völkerkunde, Soziologie und Geographie befassen. Bei dem Geschichtsunterricht wird die Hauptbetonung auf der Kolonialzeit, den Unabhängigkeitsbestrebungen und dem interessanten Prozess sozialer und wirtschaftlicher Modernisierung liegen. Die Orientalisten Israels haben im Vergleich mit denen der westlichen Länder den Vorteil der Nähe ihres Studiengebietes. Zwar sind ihnen die arabischen Länder verschlossen, aber Reisen nach der Türkei, Persien, Indien, usw. sind verhältnismässig kurz und leichter zu ermöglichen als für ihre Kollegen in Europa und den Vereinigten Staaten. Im Gegensatz zu ihren Kollegen im Mittleren und Fernen Osten unterscheidet sich für die israelischen Wissenschaftler der Orient sowohl in seiner Geschichte und Kultur als auch in seiner wirtschaftliehen Entwicklung und sozialen Struktur weitgehend von ihrer eigenen Welt. Sie h?ben daher einen grösseren Abstand von dem Gegenstand ihrer Forschung, welches eine Vorbedingung für wissenschaftliches Verständnis und Beurteilung ist. Tex.ilfabrik in Israel, die mit den neuesten Maschinen arbeitet zung hat seine Tätigkeit begonnen. Wir werden an dieser -Stelle laufend berichten. Jom Haazmauth Mit grosser Freude wird in diesem Jahr der 14. Jom Haazmauth. der Unabhängigkeitstag Israels, in allen Ländern der Golah begangen werden. Im zentraleuropäischen Sektor des argentinischen Judentums werden ebenfalls einige Feiern durchgeführt werden, auf die an anderer Stelle besonders aufmerksam gemacht worden ist. Die beiden zionistischen Organisationen unseres Sprachkreises, THG und Bar Kochba. (THG gemeinsam mit Bet Israel), haben Mitglieder und Freunde zu ihren Veranstaltungen eingeladen. Erstmalig geht man von der strengen „akademischen” Form der Feiern ab. Jom Haatzmauth ist ein Freudentag, der sogar die Trauer der Omertage unterbricht. An diesem Tage ist Musik und Tanz nicht nur erlaubt, sondern geboten. Aus diesem Grunde soll auch unsere Jugend — und Jugend ist kein Begriff, der vom Lebensalter abhängig ist —. in einer ihr und diesem Tage adäquaten Form feiern. — Zu Ehren... In den letzten Wochen könnte man in einer deutschgeschriebenen argentinischen Zeitung Anzeigen lesen, die mit den Worten begannen: Zu Ehren meines oder unseres Sohnes... Aus unbekannten Gründen, die im übrigen auch nur von der Zeitung zu vertreten sind und für die sie niemandem Rechenschaft schuldet, soll die Veröffentlichung des Wortes -.Bar Mitzwa” in dieser deutschgeschriebenen Zeitung unterbleiben. Wie gesagt, hat hierüber die Zeitung allein zu bestimmen, und wenn das Bar Mitzwa zu jüdisch oder das Wort aus sonstigen Gründen nicht mehr benutzt werden soll, so „geht das — auf Su* Deutsch gesagt — keinen anderen etwas an”. Trotzdem hat diese Geschichte auch noch eine andere Seile, nämlich nicht die der deutschgeschriebenen Zeitung, sondern der jüdischen Annoncengeber. Wenn eine Zeitung das Wort Bar Mitzwa vermeiden oder nicht veröffentlichen will, so ist das ihre Sache, aber ebenso wäre es Sache eines Juden mit ein wenig Ehre im Leibe, auf die Veröffentlichung seiner Anzeig? an dieser Stelle Verzicht zu leisten. Sich mit einer so albernen Umschreibung wi" „Zu Ehren meines Sohnes” zufrieden zu geben, ist unwürdig. Es mag zu Enren des Sohnes gedacht sein, den Eltern gereicht es gewiss nicht zur Ehre, solche Veröffentlichungen aufzugeben. Von der Kehilla Auf der letzten Sitzung des Vorstandes wurde das Budget für das kommende Geschäftsjahr veranschlagt. Eine genaue Ziffer kann bei den heutigen Verhältnissen nicht festgesetzt werden, aber man muss mit einer Summe von mindestens 170 Millionen rechnen, die von unserer Kollektivität aufgebracht werden muss. Für das Schulwesen sind achtundsechzig Millionen bereitzustellen. Die Kehilla baut ein neues Lehrerseminar. Dieser Bau wird im Betonskelett bereits in einigen Monaten fertiggestellt sein, wozu noch dringendst elf Millionen zur Deckung der Zahlungen gebraucht werden. Für einige Reparaturen auf den Friedhöfen der Kehilla wurden fast eine Million Pesos bezahlt. Die Kehillal führt auch eine weitverzweigte Kulturarbeit durch und finanziert Seminare in der Hauptstadt und in den Provinzen. Der Macabbi erhält jetzt eine Subsidie von 51000.— Pesos monatlich; für die mittelständische Alija hat die K-ehilla zur Deckung der Reisespesen 200.000.— Pesos gegeben. Der Vaad Hakehillot, der Landesverband der jüdischen Gemeinden in Argentinien, hat jetzt das Recht erhalten, sich an allen Sitzungen des Zionistischen Aktionscomitös zu beteiligen und Wird zu den nächsten Beratungen den Generalsekretär der Kehilla delegieren. Die Kehilla steht vor schweren Problemen bei der Aufbringung der nötigen Gelder. zumal sich die Haupteinnahmen der Kehilla auf die Einnahmen der Chewrah Keduscha beschränken, die nur ungenaue Kalkulationen zulassen, während die Ausgaben reale sind. Man konnte immer noch nicht vom alten System der Einnahmen aus den Beerdigungen abgehen, weil sich das System der progressiven Mitgliedsbeiträge nicht einführen lässt. Die Mitglieder zahlen noch immer nicht die der heuti- | gen Zeit angemessenen Beij träge, ein erheblicher Teil I der Mitglieder zahlt gar-! nichts. Im Durchschnitt lallt auf ein Mitglied der Betrag von dreissig Pesos monatlich. Man wird im bisherigen Umfang nicht arbeiten kön- | nen. wenn die Beiträge nicht | gesteigert werden, zumal die Unkosten täglich grösser | werden. Die Erhöhung der | Mitgliedsbeiträge ist eine; der dringenden Forderunj gen, die auf der Tagesordnung der Kehilla-Arbeit ste- | hen. Die Kehilla hat 45 800 | Mitglieder, davon zahlen immer noch 3.500 einen Beilrag I von zwölf Pesos monatlich, was keinesfalls den Anforderungen der Zeit entsprechen kann. Es ist dringend erwünscht, dass die Mitglie» der von allein ihre Beiträge erhöhen. f MALERARBEITEN * * FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG. SAUBER, PREISWERT, SCHNELLSTENS * ALFREDO STERN Virrey del Pino 2639 * T. E. 76-7281 y 76-9088 -Z-**-*-**#-**-*-*****-******-***************** Jüdische Wochenschau in Montevideo/Uru^uav Einzelnummer 70 Centesimos Jahresabono 45.— $ urug. LUFTPOST-VERSAND DURCH „PLUNA" ABONOS — AVISOS — COBRANZA Sra. 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