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Jüdische Wochenschau · 1962-05-04 · 1958 (4.5.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1958 (4.5.1962)
Date
1962-05-04
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 4 de Mayo de 1962 LA SEMANA ISRAELITA Aüo XXIÍI. — No. 1358 — 3 MIT VERURTEILEN IST ES NICHT GETAN Die vor kurzem erschienene Dokumentation über die Verfolgung der jüdischen Bürger von Ulm wird mit dem folgenden Vorwort von Oberbürgermeister Dr. Pfitzer eingeleitet: ..Vielleicht das düsterste Kapitel im Buch der deutschen Geschichte bilden die Verfolgungen der Juden in den Jahren 1933 bis 1945. Was damals durch eiverbrecherisches Regime geschah. Baden-Württemberg braucht ein Zentrum zur Dokumentation der Judcn-5chicksa!e * Auswanderung gezwungen I und 112 in den Konzentrationslagern ermordet worden sind, nur weil sie jüdi- , sehen Glaubens waren. Nur vier der Deportierten haben ' das Martyrium hinter den Stacheldrahtzäunen überlebt. I nur zwei sind in ihre Heimat! zurückgekehrt. Das sind kann nicht wiedergutgej Tatsachen, die jeder Staatsmacht werden. Die Stimmen j bürger der Bundesrepublik Vergängenes nicht mehr j kennen muss und mit denen er sich auch aüseinandersetzen sollte. aufzurühren, von Grauen und Unrecht abzuwenden, werden immer wieder laut. Ihnen gegenüber muss unüberhörbar die andere Stimme mahnen, diese schwere Schuld nicht zu vergessen, j Zeitgenossen, sondern auch so wenig wie die Not. die r.;_ __—„„ ES FEHLT AN DEM BEKENNTNIS Aber nicht nur für den Tränen, das Blut der Opfer.“ So deutlich hat es schon lange niemand mehr gesagt, weder ein Historiker noch ein Politiker. Durch das von Heinz Keil im Auftrag der Stadt Ulm zusammengetragene und ausgewertete doj kumentarische Material j wird aber deutlich, dass es heutzutage mit den Prozessen gegen diejenigen, die da-! mals als Kronzeugen oder Handlanger die Verbrechen an den sechs Millionen Ju- ( den in dem von Deutschen . beherrschten Gebieten geduldet oder sogar organisiert ( haben, nicht getan ist. Die Zeitungsartikel und Polizeij Verordnungen von 1933 bis 1 1945, die in dem Buch abgedruckt sind, lassen jeden j Loser erkennen, dass wir uns von dieser Vergangenheit durch Wiedergutmachungs- : leistungen und Abfindunes-1 Zahlungen nicht loskaufen; können. : Hier werden wir Zeugen j der Zeitgeschichte von zwölf j Jahren, in denen allein in . einer Stadt 332 Bürger zur 1 für künftige Generationen, die sich einmal aus einem gewissen Abstand ihr eigej »es Bild von dem Geschehen während des Dritten Reii ches machen werden, sind j diese Zahlen und die Vorgänge. die sich dahinter ver- bergen, von Wichtigkeit. Ofj fenbar ist die- bis jetzt von | vielen noch nicht erkannt I worden, auch nicht von denjenigen, welche berufen sind unserer Zeit und dem deutschen Volk die Impulse und die Anregungen zu geben, für die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und für die Vorbereitung auf das was kommt. Die meisten deutschen Lehrer und Politiker der Nachkriegszeit sind so sehr von dem Tagesgeschehen gefangengenommen, dass sie vor lauter Gesetzgebung und Landesplanung übersehen, welches Rüstzeug der Bürger haben muss um diesen Gesetzen gerecht werden und diese Landesplanung sinnvoll verwirklichen zu können. VORSCHLAG ZWEIER BUERGER Deshalb verdient jetzt der Vorschlag zweier Männer besondere Beachtung. Es ist ein Archivrat und ein Pfarrer in der Landeshauptstadt, die Politiker und Dozenten Kirchen und Jugendverbände. kommunalpolitische Vereinigungen und nicht zuletzt den Staat, aufrufen und bitten wollen, dass in Baden- Württemberg siebzehn Jahre nach dem Krieg ein Zentrum für die Dokumentation des Schicksals der Juden von 1933 bis 1945 geschaffen werde. Das, was die Ulmer Stadtverwaltung aus historischer Verpflichtung heraus als ein Gebot dieser Zeit empfunden hat, solle nunmehr, und zwar möglichst schnell, im ganzen Lande geschehen. Der Archivrat und der Pfarrer sind der Meinung, dass es nicht dem Gewissen oder dem Geschmack der Bürgermeister überlassen werden dürfe und dass es nicht von dem Wohlwollen der mehr oder weniger aus- , gabefreudigen Gemeinderäte | abhängen dürfe, ob die jetzt j noch vorhandenen Akten i und Register in den Stanj riesämtern und Einwohnerämtem, bei der Staatsan- ...und immer richtig angezogen! waltschaft und im Haupt- Staatsarchiv, in den Stadtarchiven. in den Polizeipräsidien und Finanzämtern ausgewertet oder ungesehen vernichtet werden. Die beiden Männer stellen sich vor, dass irgendwo im Land eine Dokumentationsstelle gebildet werde, in der die vorhandenen Akten gesichtet und die für alle jüdischen Bürger Badens und Württembergs im Dritten Reich schicksalhaften Entscheidungen registriert werden. Dann könnten auch gewisse Arbeitsgrundlagen für die Gemeinden erarbeitet werden, so dass der Lehrer oder der Bürgermeister draussen in der kleinen Gemeinde erfährt, wie auch er die ihm noch greifbaren Unterlagen und Akten von den jüdischen Bürgern seiner Gemeinde auswerten kann. Gerade in Deutschland ist LA SEM AM A ISMAELITA BISE MAN ARIO INDEPENDIENTE 6*. Aire* - PUEYRREDON 21S0, I* i*q. - I E. 83-261 39. Nissan 5722 4. Xa i 1962 ner ähnlichen Arbeit be- . Mexiko schäftigt. In Mannheim und Karlsruhe sollen du Bemü- : Mexico-City. — Höchste hungen um einen Nachweis! Beamte des Staates, unter des Schicksals der Juden in Führung des Präsidenten letzter Zeit stark intensij Mexicos, Don Adolfo Lopez viert worden sein. In Tübin- Mateos, nahmen an der Ergen bemüht sich die Volks- I Öffnung einer neuen Induhochschule um eine Aufhel- ' strieschule teil, deren Bau lung der Vorgänge um die jüdischen Bürger. In Pforz heim sollen die Unterlagen weitgehend vernichtet worden sein. Von vielen anderen Städten und Gemeinden hört man aber nichts. MALERARBEITEN Günter Stern, H. Rosenhain Deshalb scheint es uns eine Sache des Landes zu sein, das man sich um diese Frage mehr ais bisher andies von besonderer Bedeu-! nimmt. Man sollte es nicht tung. da es doch Verhältnis-; zwei Bürgern überlassen, ob mässig viele Dörfer gibt, in Baden-Württemberg sich die zu bevorzugten Sieddie Kirchen und andere Orlungsplätzen der Juden geganisationen zusammenfinworden waren. Auch als | den und das notwendige 1828 den Juden in Württemj Geld zur Einrichtung und berg die freie Niederlassung Unterhaltung eines Doku durch Gesetz erlaubt wormentationszentrums zusamden war, blieben viele in menbringen. Hier solte sich diesen Dörfern zurück und unserer Meinung nach der belebten die gesamte Wirt- Staat ebenso wie bei der Bil- und Einrichtung dem mexikanischen Staat von Elias Souraski geschenkt worden sind. Unter den Anwesenden sah man unter anderem auch den Erziehungsminister Mexicos und den israelischen Botschafter Dr. Mordechai Schneerson. Souraski ist ein bekannter Bankier und einer der Zionistenführer der mexikanischen Juden. Vor einigen Jahren gründete er eine Hypothekenbank in Israel, schuf einige Freistellen an der Hebräischen Universität in Jerusalem und ist Schutzpatron aller jüdischen Erzie- _ | hungseinrichtungen in Mexico. LEANDRO N ALEM 2530 T. F 795 8710 und 740 1925 MUNRO l Teppichhaus - M. Hochberg ♦ t UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKTUPFTEN TEPPICHEN ’J’UER IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN JEDES GEMUETLICHE HEIM. i»»♦♦♦♦♦♦♦44 « < < l < « 4 < 4 4 « ♦ 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 « * 4 4 4 Eigen« Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichtenngen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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Es muss nämlich leider gesagt werden, dass man sich in den anderen Bundesländern noch weniger für das Schicksal der Juden vor und während des Dritten Reiches interessiert. Es ist, als wollte man vergessen oder gar totschweigen, was in der W’lt immer noch vielen in den Ohren klingt, wenn sie von Deutschland sprechen: Die Vertr?ibung und die Vernichtung der Juden. Aus lauter Scheu, daran zu erinnern, begibt man sich aber auch der Möglichkeit des Historikers, die düng der Ludwigsburger Zentralen Stelle zur Verfolgung der NS-Verbrechen berufen fühlen, eine Einrichtung zur Auswertung und Koordination des vorhandenen Materials zu schaffen. Schliesslich geht es um das Schicksal von etwa 20.000 Juden, die früher in dem Land beheimatet gewesen sind. Man sollte sich zu dieser Ehrenpflicht auch deshalb berufen fühlen, weil in dem jüdischen Dokumentationszentrum in Israel ein Gemeindelexikon zusammengestellt werden soll, dessen erster Band die Namen aller in Baden und Württemberg wohnhaft gewesenen jüdischen Bürger, nach Gemeinj Vorgänge von 1933 bis 1945 den geordnet, enthalten soll, in das Licht zu rücken, in Wie gut könnte dieses Vor- ' dem sie der historischen haben von einer zentralen j Wahrheit wegen gesehen Dokumcntations - Stelle in werden müssen. Deutschland unterstützt wer-1 (aus Stuttgarter Zeitung) ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL! Dr. Hardi Swarsensky ¡ ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE m» I A’ I RÜCKERSTATTUNG I jetzt auch für Juden aus Polen. m i ★ ¡ ANMELDUNGSMOEGLICHKEITEN für alle, dis nach dem (. 10. 1953 5 aus Laendern hinter dem eisernen Vorhang auswandern kennten. I ★ m ¡ SPRECHSTUNDEN: 3 Dienstag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 18 Uhr m ¡ -★-! Dr. Günter Frey | ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS § Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun § gen - Miets-, Zivil* und Handelssachen. ¿i 3 *- ¡ PUEYRRED0N 2190 esq Av. LAS HERAS — T. E. 83*2613

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