Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1958 (4.5.1962)
- Date
- 1962-05-04
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viernes, 4 de Mayo Ue 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIII. — No. 1953 « KAZIS KAMFFEK GEGEN TOTE (Schluss von Seite 1> stellen werde. Die Zone würde daraus agitatorisches Kapital zu schlagen versuchen. Tatsächlich sei aber der Nationalsozialismus in der Bundesrepublik tot, und hinter Sonnemann habe niemand gestanden, der sein Treiben mit Wohlwollen verfolgt hätte. Das dürfe aber nicht dazu verführen, diese Taten auf die leichte Schulter zu nehmen. Es sei aber völlig unwahrscheinlich, dass Sonnemann die von ihm geplante Aufstellung eines sogenannten Freikorps Grossdeutschland jemals gelungen wäre. — Wenn wir einmal den Sachverhalt und das Urteil ein wenig genauer analysieren, werden wir zunächst nicht ohne weiteres sagen können, der Hauptangeklagte Sonnemann sei ein ,.alter Nazi”. Denn zu der Zeit, als dieses Schreckens- und Schandsystem zusammenbrach, war Sonnemann überhaupt erst vierzehn Jahre alt. Er kann diese Zeit nur am Rande erlebt haben. Seine Erinnerungen an diese Tage können nicht der lebendige Anlass für seine nazistische Einstellung sein. Es muss also andere Kräfte geben, die erzieherisch und praktisch auf Sonnemann eingewirkt haben, um innerhalb einer, an sich nicht nazistischen Umgebung. in vollem Umfang dem Neonazismus oder besser und einfacher gesagt, dem Nazismus einheimzufallen. Dieser junge Mann kann kaum direkte Beziehungen gehabt haben, während die indirekten Einflüs- FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1’ izQ nachm. 16—19 Uhr REAL PEN: ♦ Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 * : Jaime Liebling!! s. a.! t SPERRHOELZER ♦ HOEL DIAZ VELEZ 5224 Z E RJ : DIAZ VELEZ 5224 ♦ J Tel.: 89 -9349, 33-93051 PROPIEDADES FRANKENBERG berät Sie kostenlos und } | .inverbindlich beim Kauf? oder Verkauf von | Jgeschaeften •. i WOHNUNGEN * £ HAEUSERN '• Manuela Pedraza 2530 [ J pl b. Dp. B r i T. E 70-7244 | se, d. h. die Erziehung und Einflussnahme nach dem Zusammenbruch des Nazismus, umso stärker gewesen sein müssen. Wenn wir auch nur von Ausnahmefällen sprechen, wäre es interessant, auf die Einzelheiten der Entwicklung eines Uebeltäters von so niedriger Gesinnung näher einzugehen, wie es ein Friedhofschänder ist, der sich gegen Steine und gegen Tote vergeht. Vielleicht stösst man durch eine solche Untersuchung auf wichtige Symptome, die kennenzulernen für Bildungs- und Erziehungsfragen in der Bundesrepublik nicht uninteressant wäre. Der Bundesrichter hob in seiner Urteilsbegründung hervor, es sei der erste derartige Fall dieser Art, mit denen sich das oberste Tribunal zu beschäftigen habe. Das mag sein, aber doch nur deswegen, weil bisher die Polizei die ..spielenden Kinder” nicht gefasst hat. Jetzt konnte sich die deutsche Oeffentlichkeit — aber nicht nur sie — davon überzeugen, wie diese spielenden Kinder aussehen: erwachsene, verrohte, irregeleitete Menschen, die sich den ,KZ-Jargon’, gemeint die entmenschte Sprache der KZ-Schinder und Sklavenhalter. der brutalen Mörder angeeignet haben. Jedenfalls dürfte nach der Schilderung des Bundesrichters der Angeklagte Sonnemann ein Nazi-Verbrecher besonderen Kalibers sein. Die ihm zugeteilte Strafe (sechs Jahre Zuchthaus) unterstreicht die Bedeutung, die vom Gericht dem Verbrechen und seinem Täter zugeschrieben wird. Die vom Tribunal festgestellte und angeprangerte Verworfenheit der Tat musste durch eine schwere und JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - Tallis- % S beutel - Käppchen - Maz-? f zot-Taschen - Hand- und i f Maschinensticken-i von 5 S Bett und Tischwäsche? > Dr. P. I. RIVERA 2585 V (fr. Bebedero) i > T. E. 73-9153 X OPTICA ♦ 4 DIPL. OPTIKER T. E. 35 - 7356 MARTHA CHAPEAUX i empfindliche Strafe gesahnt werden, um zugleich mahnend und abschreckend zu wirken. Interessant ist aber nicht nur dieser Abschnitt des Urteils, der sich mit dem Angeklagten und seiner Tai beschäftigt. Der Richter wird plötzlich zum Verteidiger. Er hält zwar keine Rede, um den Angeklagten zu rechtfertigen, wohl aber erhebt er Feststellungen, die sich auf die Lage in der Bundesrepublik beziehen und mit dem eigentlichen Prozess in gar keinem Zusammenhang stehen. Diese Methode des Gerichts wirkt ein wenig befremdend. Angeklagt war ein« Bande von Grabschändern, von ininderwertigen Verbrechern, die noch nicht einmal vor dem Tode und den Toten Respekt haben. Niemals aber war die Bundesrepublik angeklagt. Keine Stimme hatte sich erhoban, um zu erklären, seht, diese Leute, die Sonnemann und Genossen, das sind die Produkte eurer gleichgültigen, nachlässigen, falschen Erziehung. Kein Wort war gefallen, das eine Apologetik dieser Art hätte provozieren können. Deswegen stimmt dieser Teil der Urteilsbegründung nachdenklich, sagt man doch, dass derjenige, der sich entschuldigt, ohne angegriffen worden zu sein, sich selbst anklagt. Man kann natürlich auch bezweifeln, ob es Aufgabe eines Gerichtes sei, politische Feststellungen dieser Art zu treffen. Wir sind bereit, die beiden positiven Er um innerdeutsche noch überhaupt um Politik. Der Antisemitismus, wie er von Hitler gepredigt wurde, hat auf beiden Seiten der Elbe noch seine Verteidiger. In Westwie in Ostdeutschland, in Bonn wie in Pankow, sitzen frühere Nazibonzen in hohen Positionen. Das Problem hat weder mit Kommunismus noch dem Ost- West-Gegensatz etwas zu tun, sondern mit Nazis und mit Juden. Für die deutsche Einstellung ist es ebenso betrüblich wie bezeichnend, sogar das Problem des Neanozismus unter dem Aspekt zu betrachten, was werden die Leute auf der anderen Seite der Elbe sagen. Wie wird man in der „Zone” oder in ..Pankow” reagieren. Diese Betrachtungsweise würde uns kaum tangieren, wenn sie nicht die Gefahr in sich bergen würde, die Wertskala der Probleme völlig zu verlagern. Wir könnten uns einfach auf den Standpunkt stellen, was geht uns Juden dieser deutsche Bruderzwist an, der für jeden aussenstehenden Beobachter bereits groteske Formen angenom-' men hat. Man kann nur daran sehen, dass man niemals einen Familienkonflikt nach aussen träger soll. Wem soll man glauben, dem einen Deutschen, der vom Westen her seinen Bruder beschimpft, oder dem anderen Deutschen, der heute in Leipzig oder sonstwo in der ..Zone” die westlichen Deutschen anprangert. Es geht aber nicht allein um eine innerdeutsche Auseinandersetzung oder um eine interne deutsche Frage. Heute stehen sich die beiden deutschen Fronten feindlich gegenüber. Aber gebnisse der Ueberlegungen ’ eines Tages wird ja doch ein HUTSALON Jetzt in B E L G R A N 0 MOLDES 2561 T. E. 73 9229 73-9155 des Bundesrichters zu akzeptieren, dass erstens der Nationalsozialismus keine politische Realität ' in der Bundesrepublik sei und dass er zweitens keine Wirkungen mehr habe. Dann zeigt sich aber der Bundesrichter von der modernen bundesdeutschen Krankheit befallen und verteidigt seinen Staat gegen den präsumptiven Feind, gegen die ostdeutsche Regierung. Die Sowjetzonenpresse wird, so heisst es in der Urteilsbegründung, die Untaten der Angeklagten als typisch und charakteristisch für die Bundesrepublik darstellen. Uns kann es wenig interessieren, was die Ostdeutschen sagen. Wir beobachten nur, dass Ost oder West häufig in beiden Rumpfstaaten antisemitische Exzesse zu verzeichnen sind. Für uns geht cs bei diesem Problem weder neuer Attinghausen kommen, der zur Einigkeit mahnt, oder gar ein neuer Trommler, der die Einheit von Volk, Reich und Führung verkündet. Dann wird man Ausschau halten nach dem Schuldigen. Mit neuen Parolen wird man alte Lieder anstimmen. Das agitatorische Kapital, um mit des Rechters Worten zu sprechen, wird sich auf neue, andere und letztlich doch die bekannten Probleme erstrekken. Vielleicht wird der Kommunismus als der Schuldige angeprangert werden, oder auch der Kapitalismus, der Imperialismus oder ein anderer -ismus. Deswegen soll man, wie der Bundesrichter mit Recht unterstrichen hat, einen Sonnemann nicht unterschätzen, auch wen es ,,völlig unwahrscheinlich ist, dass die von ihm geplante Aufstellung eines sogenannten Freikorps Grossdeutschland jemals gelungen wäre.” Wir alle haben schon miterlebt, wie das Unwahrscheiniche Wirklichkeit wurde. Was diesem Uebeltäter nicht gelang, kann von anderen, Späteren erreicht werden. Aus diesem Grunde sollte in solchen Fällen weniger Politik gemacht, als das Rechtsbewusstsein der Bevölkerung gestärkt werden. Auffallend ist übrigens an dem traurigen Vorfall, aus welchem Grunde der Plan der Schaffung eines Freikorps Grossdeutschland mit der Schändung eines jüdischen Friedhofs eingeleitet werden musste. Hierüber haben wir nichts erfahren. Sollen die Pläne zur Gründung des Vierten Reiches wieder von antisemitischen Hassgesängen begleitet werden, obwohl es heute keine Juden mehr in Deutschland gibt? Mit der Strafverfolgung allein ist es in diesem Chaos der Gedanken und Gefühle offensichtlich nicht getan. Liegt hier also doch ein Versagen der Erziehungsbehörde vor? Gerade ein so krasser Fall, wie er den Bundesgerichtshof noch niemals beschäftigt hat, müsste Veranlassung bieten, um den Problemen, die vorhanden sind, auf den Grund zu gehen. Mit Feststellungen allgemeiner Art und gutgemeinten Vermutungen ist es nicht getan. Wenn aueh heute keine akute Gefahr vorhanden sein mag, dass die neofasehistischen Pläne mit IA SEMANA ISRAELITA Bjsemanano — aparece .os Martes y Viernes. Editado peí Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swa.sensky Pueyrredón 2190, 1? izq T. E. 83-26¿3 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland $ 600 — jähri den alten Vorstellungen realisiert werden können, haben sich die Zwischenfälle in einer grossen Anzahl abgespielt, so dass man kaum noch von Einzelerscheinungen sprechen kann. Vorkehrungen sind umso eher geboten, da die politische Situation kompliziert und unzufrieden ist, auch wenn sich das gegenwärtige Leben unter der Sonne des Wirschaftswunders abspielt. Als der westdeutsche Wirtschaftsminister jüngst vor Uebermut warnte und zu Einsparungen aufrief, da wurden als erste jene Stimmen laut, die eine Einstel- | lung oder Einengung der Reparationszahlungen zu fordern pflegen. Was bedeutet das? Sofort hatte man den Schuldigen zur Hand: die an die Jaden zu zahlenden Entschädigungen sind dafür verantwortlich, dass man sparen muss, oder dass der Minister von einer drahenden Krise redet. Das ist bei der bekannten deutschen Mentalität kein Zufall. Dass man endlich Friedhcfschänder gefasst hat und dass sie zu schweren Strafen verurteilt wurden, ist bemerkenswert. Aber die Hiermit erneut aufgeworfenen Probleme verlangen Nachdenken und politische Sicherungen, solange die positiven. demokratischen, anständigen Kräfte noch die Möglichkeit haben, neues Unheil und neues Unrecht zu verhüten. SIIIIIHII PRAKTISCHER ARZT Dr. J. P. Kroll Bieber 3 DE FEBRERO 2030 Mo., Mitt. Freit. 15—20 Uhr. — T. E. 76-0266 PRIVAT 52-7734 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández ■ Radio X — Durchleuchtung — Electrocardicgramme S MONEL N. PLAKSIN T. Superi 2719 E. 76-6784 u. 76-2312 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel Dr. B. Schwarcz CUBA 2141 T. E. 73-8782 u. 73-6817 ZAHNARZT -ESTOMBA 2283 52 8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr 'WïïïIS*«iISElSSIiSSISSIHâIîi!ESfrS*f*Si5ï»ï**’**^ nesïfiiîi- ,ïïESSÏÏ5IIÏÎElIE3âEir£>ïîïâS«ÏSÏK*SÏBâ IliSfallslSlulssailSlS VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS NERVEN u. GEMÜTS¬ KRANKHEITEN M. J. KUHN Dr. SAUL UMANSKY Dr. Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 g NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037. 4j. 46 1716 und 48-2124 prov. i RIVADAVIA 2625 Hl ' Tel. 48-7524 Mont.. Mittwoch, Freitag _ 17—20 Uhr. Tel. Anmel- J düng erbeten. \ .ES'IIESESS'SISSSïHElSEÏÏSSieiISSâ'SSEitESS'lSïESSIî.SéâEilEiN*^ H, ROSENZWEIG TAILOR HENRY; TUCUMAN 563 piso 1 - T.E 32-0913; Groessfe Auswahl in intp. u. hiesigen Stoffen 'VS*EgSiiSiSSSISiiäiäE33IISS**iS*aKMiS*SSSäSiSS3S13SIie*I5iiäli Sör. BENJAMIN LIPN1ZKYS ZAHNARZT 5 m ROENTGENSTR AHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- S g HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU- » K LISRUNG DER ZAHNSTELLUNG « g Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend g g nach vorheriger Vereinbarung. jjj S JOSE HERNANDEZ 2518 T E n und?3-bsm|!iuiiiinininHinmHiiiin(H«iuninnu<i:HiiHHn^ Confitería NIZ£ Servicios de lunch de categoria Conde 2020 76.0286 ... BERNARDO STERN Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. L KLEIN Médico Magren, und Darmkrankheiten Röntgen Untersnehungen SPRECHSTUNDEN: ” Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von IS—1* Ubr< Es wird gebeten, sich vorher telefonisch »nrumelden SANTA FE 1391 T. 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