Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1957 (26.4.1962)
- Date
- 1962-04-26
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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8 — Jueves, 26 de Abril de 1862 «¿ilaWra»» frill LA SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1857 Musik in Buenos Aires „BUDAPEST STREICH. QUARTETT” IM COLON Joseph Roisman, Alexander und Mischa Schneider, Boris Kroyt: Wir haben diese Namen nicht vergessen, und wir erinnern uns noch sehr genau ihres Besuches vor einigen Jahren, als diese einzigartige Vereinigung reifer Künstler uns eine Lektion gab, bis zu welcher Stufe der Vollkommenheit eine Kammermusik-Gruppe gelangen kann, wenn sie in jahrelanger, ernster und weitabgewandter Zusammenarbeit aufeinander eingespielt ist. Jeder einzelne der vier Integranten ist ein Meister, und vier Meister ergeben ein Streichquartett, welches einmalig dasteht im gesamten Musikleben unserer Tage. Nicht nur unsere Erinnerung, sondern Berichte und Kritiken aus aller Welt zeugen davon. Die „Budapester” — man nennt sie so, obgleich keiner der jüdischen Künstler Ungar ist — boten in sechs Abonnements-Konzerten im Colón wieder einen Zyklus sämtlicher Streichquartette von Beethoven. Wenn auch das unbestechliche Ohr bei sehr wenigen Gelegenheiten fast unmerkliche Unreinheiten herauszuhören vermochte, so tut dies nichts im Vergleich zu dem tiefgehenden, sich im Laufe der Jahre mehr und mehr vervollkommenden Konzept, welches die ernsten Musiker gerade von Beethoven haben, und welches sie den Herzen des zahlreichen, treuen und völlig von der grossen Kunst des Meisters und seiner Interpreten gefangen genom¬ IHR INSERAT in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU bringt immer Erfolg Auskunft: 83-2613 menen Auditoriums immer aufs Neue nahebringen. Die sechs Programme waren klug zusammengestellt, indem sie immer zeitlich auseinander liegende Quartette brachten, denn das Gemessen von Werken nur bestimmter Schaffensperioden würde auch ein sehr musikalisches Gehör ermüden. Wenngleich die Budapester — sie gehören zu jenen immer seltener werdenden Gruppe von Künstlern, denen die Musik nicht nur Beruf, sondern auch Berufung ist — keiner der Kompositionen wissentlich einen Vorzug geben, so glauben wir, bescheinigen zu müssen, dass mit Ausnahme der Rasumowsky-Quartette ihnen speziell die letzten Quartette ans Herz gewachsen sind. Wir wollen nur unserer Ueberzeugung Gerechtigkeit widerfahren lassen, wenn wir bei diesem Zyklus die ,.opus 130 bis 134” an erster Stelle nennen. Das Lauschen I des ,,molto adagio” (a-moll), der „grossen Fuge”, des „adagio quasi un poco an- | dante” (cis-moll) und der „cavatina — adagio molto espressivo” (b-dur) bedeutete Gottesdienst. Im ,,Mozarteum Argenti no” hörten wir von den Budapestern eine herrliche Interpretation von Mozarts „La Chasse” K. V. 548, bdur, eine ebenso vollendete Wiedergabe des wohl eindrucksvollsten Schubert- Quartetts Nr. 6 d-moll (posthum) „Der Tod und das Mädchen”, und zwischen ihnen stand das Quartett Nr. 1 (1948) des Argentiniers Alberto Ginastera auf dem Spielzettel. Obzwar „allegro violento ed agitato” das „vivacissimo” auf den schöpferischen, vorwärtsstrebenden Geist des weit über unsere Grenzen hinaus bekannten und anerkannten Komponisten hinweisen, muss man dieses Lob bei „calmo e poetico” (lediglich Tristan - Chromatik) und bei dem Schluss-! HOTEL DAPHNE! 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Die „Bamberger” Otterloo, das Budapest-Streich-! quartett und nun keine Ge- \ ringere als Tamara Toumaj nova: Gute Vorzeichen für eine gute Spielzeit, i Wir haben uns mit den uni gewöhnlichen Qualitäten der wohl zur Zeit berühmtesten Tänzerin in letzter Zeit oft beschäftigt, sodass es einer ¡ Wiederholung des Lobes ei- I gentlicli nicht bedarf. Den- I noch beeindruckte die Tou- . manova wiederum in der Interpretation der „choreagraphischen Tragödie” von I Jean Cocteau (Vorhang, | Bühnenbilder und Kostüme j stammen ebenfalls von ¡ ihm), die der berühmte frti- ¡ here Tänzer und jetzige Spitzen-Choreograph Serge Lifar auf die Bühne brachte. Die dramatisch-ätherische Tänzerin sah sich bestens sekundiert von Olga Ferri, Mercedes Serrano, Enrique Lommi und Wasil Tupin, während die Leistungen des „Corps de Ballet” zu wünschen übrig liess. Im Programm fanden wir ferner den „Icaro” (Legende und Choreographie von Lifar und Vorhang nach Picasso), grossartig von José A. Neglia dargestellt und von Wasil Tupin sowie acht Solisten kongenial begleitet. Originell ist das Opus schon insofern als es irh Orchester nur rhythmische Instrumente aufweist. Der Abend wurde mit dem reizenden „Peter und der Wolf” von Serge Prokofieff eingeleitet, dessen Choreographie 14 Jahre alt ist und von Margarita Wallmann stammt. Inzwischen ist sie freilich veraltet, und die Wallmann selbst würde heute andere Wege gehen. Carlos Schiafino war der ausreichende Titelheld und hatte sehr mittelmässige Mitarbeiter. Das Philharmonische Orchester unter sicherer Leitung von Antonio Tauriello klang überraschend gut. OTTERLOO VER AB- SCHIEDET SICH MIT BRUCKNER Der holländische Dirigent, einer der besten unserer Tage, verlässt uns leider. In seinem Abschiedskonzert dirigierte er das Colónorchester, welches besser denn je klang, und bot ausgefeilte Wiedergaben der „primera obertura de concierto, opus 15” von Alberto Williams, dem Dekan argentinischer Musik, sowie der „Unvollendeten Symphonie” von Franz Schubert. Anton Bruckner erklingt unverhältnismässig und völlig unberechtigterweise selten in den bonaerenser Konzertsälen. Fritz Busch Arbeiter-Bank in Tel Aviv Oportunidad Unica en Israel Por enfermedad se vende negocio instalado hace 30 anos en TEL AVIV Ramo: ORTOPEDIA Y PEDICURA Capital necesario: U$S 25—30.000.— Ofertas a: No. 9048 Advertising - Expedition Gershon Ben, Allenby Rd. 51, Tel Aviv, Israel und Theodor Fuchs sind wohl die einzigen die sich an die populärste der zehn symphonischen Werke Anton Bruckners herangewagt haben, nämlich an die „Romantische”, Nr. 4 in es-dur. Der Mode, seine wegen als zu lang ausgesponnen verschrieenen Schöpfungen mit sehr anfeindbaren Kürzungen zu pflegen, erlag erfreulicherweise der Meisterdirigent nicht. Die niederländische Bruckner- und Gustav Mahler-Tradition — wir kennen seine wunderbaren Interpretationen Mahlerscher Symphonien glücklicherweise genau — findet in Otterloo einen berufenen und würdigen Exponenten. Die romantisch-wehmütige, sich langen Gedankengängen hingebende und Immer wieder auf das markante nur bei Bruckner mögliche verblüffend einfache Grundthema zurückgehende Symphonie in der ganz besonders die Bläsergruppen hier nahezu unbekannte Effekte mit ebenso unbekanntem reinen Ton aufzeigten fand in Willem van Otterloo den schlechthin vollendeten Dirigenten. Der Beifall ungewohnt für Buenos Aires sprach dafür. c-n j NS-Propaganda Bregenz. — In Lindau (Postfach 328) befindet sich! ein Verlag, der sich „Palm-; Schriften” nennt. Eigentü-! mer dieses Verlages ist ein gewisser Franz Burri, ein I schweizerischer Faschist, j der während des Krieges i den Versuch unternommen hat, nicht nur in der Schweiz eine Wühlarbeit zu Gunsten des Dritten Reiches zu enthalten, sondern auch im geheimen schweizerische SS- Formationen aufzustellen. Burri letzt jetzt in der Bundesrepublik Deutschland und hat Kontakt mit rechtsradikalen Gruppen. Er hat ein Buch unter dem Titel „Deutsches Südtirol” verfasst. Das Buch erschien im Verlag der Palm-Schriften, i Auch die anderen Autoren und Buchtitel der Palm- | Schriften sind wert, dass I man sich mit ihnen befasst. So erschien ein Buch von Schwabe „Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung”, ein Buch von Wiek „Wandlungen des Marxismus” und ein Buch von Waser unter dem Titel „Demokratische Wahrheiten”. Das Buch von Sc^uvabe ist auf die österreichische Leserschaft abgestimmt. In Semitische Kultur Walthan (Massachusetts). — Der nordamerikanische Archäologe, Prof. Cyrus Gordon von der Brandeis Universität erklärte, er habe weitere Beweise dafür gefunden, dass die griechische und hebräische Kultur des gleichen semitischen Ursprunges seien. Von ihm auf Kreta gefundene Inschriften seien inzwischen entziffert worden. Diese sind in einer phönizischen Schrift geschrieben, die sehr alt ist. Prof. Gordon vertritt die Meinung, dass aufgrund dieser Ausgrabungen angenommen werden müsse, die Phönizier hätten lange Zeit auf Kreta geherrscht, bevor die Griechen dorthin gelangt seien. Auch müsse man annehmen, dass die hebräische und griechische Kultur aus derselben Quelle stammen würden. (ITA) diesem Buch werden österreichische Stimmen oder österreichische Zeitungen der Vornazizeit zitiert. Es ist höchste Zeit, dass sich die Staatsanwaltschaft sowohl mit dem Verlag des berüchtigten Franz Burri wie auch mit den Palm- Schriften beschäftigt. (IPN) Industrial & Comercial Bank (ISRAEL - LATIN AMERICA) Ltd. TEL AVIV 65, Allenby Road NEUE BUEROS IN BUENOS AIRES Av. CORRIENTES 1145 ,T. E. 35*3463 (GALERIA DEL OBELISCO) INCOBA INVESTMENT & TRUST Cia. Av. CORRIENTES 1145 T. E. 35-3453