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Jüdische Wochenschau · 1962-04-26 · 1957 (26.4.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1957 (26.4.1962)
Date
1962-04-26
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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jlwyMi 26 dt Abtil dt 1962 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1957 — 9 \ Theodor PUEYRREDON 21901. St. Die Ausgrabungen von Bet Schearim T. E. 83 - 2613;«SÍSS55*£¿::- 52 £ isll a? V Vor kurzem wurde von Kreisen der israelischen Archäologen und Historiker das 25. Jubiläum der Ausgrabungen von Bet Schearim, der grössten Forschungsstätte Israels, begangen. Diese Arbeiten, die noch immer nicht abgeschlossen sind, werden durch die israelische Gesellschaft für Altertumskunde in Zu- I sammenarbeit mit der He- I bräiscben Universität ausge- : führt. Die Stätte von Bet Schearim ist von ausschliesslich jüdischem Interesse und hat in jüdischen Kreisen ein starkes Echo gefunden, da sie mit den Namen einiger hervorragender Persönlichkeiten jüdischer Geschichte und Literatur in Beziehung steht. Nach literarischen Quellen wurde die kleine Stadt auf einem der Hügel von Untergaliläa in der Hasmonäerzeit gegründet. Der jüdische Geschichtsschreiber Josephus Flavius nennt sie in seinen Schriften Besara, während der Talmud sie in Ihrer aramäischen Form als Bet Scheari oder Schearin erwähnt. Nach den Bar Kochba-Aufständen siedelte sich eine Reihe grosser jüdischer Weiser und hervorvon HANNAH PETOR ragender Gcmeindefiihrer in Galiläa an, und als der römische Kaiser Antonin den jüdischen Bewohnern des Landes einige Erleichterungen gewährte, erhob sich die Stadt Bet Schearim mit vielen anderen Zentren jüdischer Gelehrsamkeit zu grosser Bedeutung und hohem Wohlstand. Ein Beweis sind die reichen architekto nischen Ausschmückungen der Synagoge und der Stadthäuser, die durch die gegenwärtigen Grabungen ans Licht befördert wurden. SITZ DES SANHEDIUN Zu jener Zeit wohnte in Bet Schearim der Patriarch Rabbi Juda Hanasi (der Prinz, 135—220 d. g. Z.), das geistige 4 Oberhaupt jüdischen Gemeindelebens und Herausgeber der Miscbna, und mit ihm die Mitglieder des Sanhedrion, der höchsten Autorität des jüdischen Volkes. Die Ausgrabungen bestätigen die Worte des Talmud, wonach der Friedhof der verhältnismässig kleinen Stadt Bet Schearim als zentraler Begräbnisort für die Juden Palästinas und der Gemeinden von Palmyra, Himyar (Südarabien), Mesena (Mesopotamien), Syrien, Phcnizien und Antiochien diente. Als der Oelberg, die traditionelle jüdische Ruhestätte, nach den Bar Kochba-Aufständen unerreichbar wurde, wuchs diejenige von Bet Schearim zu einer ausgedehnten Toten Stadt an. Tatsächlich fanden die Forscher den ganzen Abhang des Berges, auf dem die Stadt steht, mit Katakomben durchsetzt, die einen reichen Schatz historischen und architektonischen Studienmaterials ergeben. Es wurden im ganzen etwa 250 Grabinschriften aufgefunden, meistens in griechischer, aber auch in hebräischer, aramäischer und palmyrenischer Sprache. Von besonderer Bedeutung sind die griechisch-jüdischen Epigramme, die in monumentalen Buchstaben auf Marmorblöcke graviert sind. Ihre Sprache ist grossartig, fast homerisch, und beweist, dass die Bewohner der Stadt eine tiefe Kenntnis der griechischen Literatur besassen. Die Inschriften rfennen die Jüdisches Lehrhaus EROEFFNUNGSVERANSTALTUNG am MITTWOCH, DEN 16. MAI, um 20 Uhr 45 Im Salon Conde 1345; Df R LEHRHAUS - GEDANKE Beginn der Lehrkurse: MONTAG, DEN 21, MAI, 20 Uhr 30 im Gemeindehaus Cramer 2060 70 1. Kurs: BIBELKUNDE: Dr. Meir Rosenberg (BEGINN 20 UHR 30 pktl.) 2 Kurs: GEGENWARTSKUNDE: Dr. Swarsensky I. Abend: DER STURM ZIEHT AUF (Geistige Lage der Juden zwischen den Zeiten) (BEGINN 21 UHR 20) Namen der Verstorbenen, manchmal auch deren Geburtsort. Die in den weichen Kalkstein geschnittenen Grabgewölbe führen tief in das Berginnere hinein und enthalten Nischen für die Konservierung der irdischen Ueberreste oder für Sarkophage. Die verhältnismässig niedrigen Eingänge wurden durch schwere und prächtig gemeisselte Steintüren geschlossen, die an geschnitzte Holztüren erinnern. Vor dem Eingang liegt manchmal ein weiter offener Hof mit Steinbänken. Manche Gewölbe waren zweifellos öffentliche Ruhestätten für die Toten der Stadt, die verschiedenen Handwerker und Hüter dieser grossen Nekropole. Eine Gruft ist zum Beispiel für tote Rabbiner reserviert, eine andere für die Beerdigung der Bewohner von Tadmor (Palmyra), andere für die Leute aus Byblos, Tyrus oder Sidon. GRAB DES RABBI JUDA HANASI Das Grabgewölbe Nr. 14, das prächtigste von allen, war wahrscheinlich die Ruhestätte von Rabbi Juda Ha nasi, der bekanntlich in Bet Schearim beerdigt wurde. Es hat drei monumentale Torbogen in prächtiger architektonischer Ausführung, aus feiner Steinmetzarbeit in hellenistischem Stil. Der mittlere Bogen, der ein wenig grösser als die Seitenbogen ist, enthält eine schwere, reichverzierte Steintür. Die geräumige Eingangshalle weist eine Anzahl kleiner Nischen für die Aufbewahrung der Knochen auf. Im tiefer gelegenen Raume befindet sich ein unbezeichnetes Grab mit drei aufrecht stehenden Steinpfeilern. In einem weiteren Raum fand man zwei Gräber mit den Namen Rabbi Gamiieis und Rabbi Schimons, den Söhnen Rabbi Juda Hanasis, und das Grab* von Rabbi Hanina, eines seiner getreuesten Anhänger. Auch die Gruft Nr. 20 weist eine grossartige, aus drei Bogen bestehende Fassade auf. Sie enthält viele, sehr eng aneinander stehende Sarkophage, in denen wahrscheinlich die Ueberreste bedeutender Persönlichkeiten aufbewahrt wurden. Eine der hier entdeckten hebräischen Inschriften nennt Rabbi Hiiiel, Sohn des Rabbi Levi; eine andere eine Dame Megah (?), Gattin des Rabbi Joschau Ben Levi. Ausser den Grabkammern in hellenistischem Stil wurden hier auch andere Formen der Begräbnisse gefunden, wie zum Beispiel ein mit Ornamenten reichverzierter bleierner Sarkophag, der wahrscheinlich aus "idon stammt. Man entdeck te auch Flach- und Sehachtgräber und muss daher annehmen. dass di? Begräbnismethoden an dieser Stätte je nach dem Herkunftsort des Toten verschieden gewesen sind INTERESSANTES MUSEUM Von besonderem Interesse bei einer Reihe von Gräbern sind die in den weichen Kalkstein der Wände gemeisselten Abbilder wie siebenarmige Leuchter Zi-! JOM HAATZMAUTH! 4M! IM s J ¡GEMEINSAME FEIERj | der THG mit BET ISRAEL j ¡am DIENSTAG, DEN G. MAI, um 21 Ulir. pktl. 4M | \ IM SALON CONDE 1345 i Kompositionen von Kapellmeister Ernst Steins i «• | vorgetragen von Alfred Baruch (Tenor) § i *« i m ( — — — ' — —- —' g 4 « I r iw j Szene: AUF DEM WEG NACH ISRAEL s h itn ■ (Vorführung der Jugend) £ u nu II u« « _ __ .. ■___ ___ __ m « * * m " Ml H MM j Ansprache: Dr. HARDI SWARSENSKY 5 b Ml H WH N WM i .-m! 2. Teil: 3 H 1 H l «Hl I WH Lechayien — Gemütl. Beisammensein — Tanz * NACHRICHTEN AUS ISRAEL MEDIZIN Israel hat sich den Ruf eines auf medizinischem Gebiet führenden Landes erworben sowohl was praktische Heilkunde, als auch medizinische Forschung anbelangt. Was das Land noch braucht, ist eine Verbesserung des Spitalwesens; auch an gewissen Kategorien von Aerzten herrscht noch Mangel. Kürzlich wurde die Arbeit am Bau der medizinischen Fakultät der Hebräischen Universität im Medizinischen Zentrum der „Haaassa” in Ein Kerem bei Jerusalem wieder aufgenommen In diesem Gebäude so len die verschiedenen Kliniken und Institute untergebracht werden, die heute in verschiedenen Teilen in der Stadt verstreut sind. Während heute viele Kandidaten, die Medizin studieren tronen, Palmzweige, sowie ein reitender Mann, das Re lief einer gerippten Säule mit einem reichgeschmückten Kapitol und Friese von stilisierten Tieren und Pflanzen. Fast alle Grabgewölbe zeigen Spuren von Einstürzen und Raub. Trotzdem er gaben sie einen reichen Schatz beweglicher Gegenstände wie wundervolle und guterhaitsne Glasgefässe und Schalen, Tonlampen, kosmetische Gegenstände, Sehmucksachen und Bronze-Utensilien aller Art, Dinge. die nach der damaligen Sitte den Toten mit ins Grab gegeben wurden. Sie sind jetzt in einem kleinen, hier vor kur ,em erstandenen Museum zu besichtigen. Es wurde ebenfalls eine bequeme Zufahrts; rasse zu dieser ausserordentlich intercs sanlen Stätte gebaut. wollen, wegen Platzmangel abgewiesen werden miis.-en, wird nach der Eröffnung des neuen Gebäudes in Ein Kerem die Studentenzahl beträchtlich vergrössert werden können. RENTABILITAET DER LANDWIRTSCHAFT Der Landwirtschaftsminister d ürfte in lälde wci.ere 105.000 Dunam den neuen und alten vom Keren Hajessod gegründeten Siedlungen zuweisen. Dies wird die Folge der Empfehlungen einer Untersuchungs- Kommission sein, die eingesetzt worden ist, um Mittel und Wege zur Steigerung der Rentabilität der landwirtschaftlichen Siedlungen zu prüfen. Wie verlautet, empfiehlt die Kommission, dass die neuen Siedlungen 85.000 und die alten 20 000 bekommen sollen. Ein Tei! der Böden, die bis nun an die Siedlungen kurzfristig verpachtet waren, wird jetzt in ihren ständigen Besitz übergehen. AIJFLOESUNG DER MAABAROT Der Minister für Entwicklung und Wonnbau, Dr. Giora Josephtal, gab bekannt, dass infolge der in dm Budget-Jahren 1960/1961 und 1381/1962 durchgefühlten Bauten weitere 2566 Familien in bereits fertiggestellte oder in Balde beziehbare Wohnungen übersiedeln können. Nachdem in einigen Monaten alle diese Wohnungen fertig sein werden, wird die Bilanz der Räumung der Maabarot 21.756 Familien aufweisen können welche in ständige Wohnungen überführt wurden. 3.361 Familien und 1.500 Alleinstehende verbleiben einstweilen in den Maabarot

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