Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1962-04-26 · 1957 (26.4.1962) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1957 (26.4.1962)
Date
1962-04-26
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/9616703-9612947-9613177--2062-9613184
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

10 entity mentions

'UR und KUNST 'efle ron Ensisheim Réh "'«kSEVFELD es begraben eben Md auf n Frii ’«ßhrt;;; Ef^ e k“*» Und Witter J laS ich nicht a“cr der »Grossen Ju. mt keine Le. rheitsgetreue n^?erPo- Rabbi, Viti ' ^ser scbon :n kein Rabbi Meir 5die bedeu. ische Aslori- Mittelalters. e er dort ge- ■ In Deutsch. vor 675 Jah. e, die sieh der jüngsten vergleichen * das Leben unerträglich vei Jabrhunatten in kür. Seren Zeitabe oder weit lenverfolgunen und nicht ipfer geforn waren alt r Wirtschaft orden. Koch schien bed traf auch hrzehnt späher die ¿eilte, suchte n Ausweg, :n auch da' %enauswanderung von Jiaen unerwünscht und inlediglich wegen des a%nden Steuerausfalls, sag so beschlossen sie, die "•tderung zu verhindern. Ein getaufter Jude, der i» Gefolge des Bischofs von hisel aus Rom zurückkehrle soll als Spitzel die Hand i®Spiel gehabt und auf den 8#äenburger Rabbi auf- »eitsam gemacht haben. Ralbi Meir wurde verhaftet und zuerst in die Wasserbog in Mainz und dann uach Ensisheim gebracht. Sehe Haft war milde, ge- *iäermassen eine Ehrenhaft Er durfte ungehindert hrrespondieren und viele ¡«che empfangen. Ein aalangreicher Teil seiner leiisionsgesetzüchen Ent- Kiiidungen, die in mehreren Ausgaben gesammelt siie, ist von Ensisheim aus ergingen. Nach einem Berühr von Dr. Arthur Cohn, Bad, soll sein bedeutendst! Schüler, Ascher ben Jefftifj, abgekürzt Roseh geüat, eine Zeitlang in Basel gelebt haben, um seinem Meister möglichst nahe zu sein und ihn häufig besuchen zu können. Vielleicht hätte man Rabbi Meir gegen Lösegeld freigelassen, aber er selber war gegen jeden derartigen Versuch, weil er befürchtete, dass seine Freilassung nur Anreiz zu weiteren Verhaftungen und Erpressungen sein würde. Als Rabbi Meir nach siebenjähriger Haft am 27. April 1293 starb, verweigerte man sogar die Bestattung auf einem jüdischen Friedhof, und erst 14 Jahre später reichte ein wohlhabender Jude, Süsskind Wimpfen aus Frankfurt, gegen hohes Lösegeld die Freigabe seiner sterblichen Ueberreste und ihre Beisetzung auf dem alten — erhaltenen und wieder instandgesetzten Wormser Friedhof. Die Auswanderung der von Rabbi Meir von Rothenburg geführten Juden blieb dadurch in Oberitalien stecken und es siedelten sieh daher wertvolle, gelehrte Juden aus Deutschland in Italien an. literarische Notizen Skrfobjekte für Alaska -npfern. Ab-;lkes batten!i Jahren so ¡estört wer' rift in (¡er •»" wird an nnera k um seme ehe sein hrtausende einen seitrde £orad< r Führung Jadin erdherrn de« aus dem iervorgingählreiche jüdische Rituak die von den Deutschen «i Synagogen in versehieten Teilen Europas geil,)t und von den amerikaraien Besatzungstruppen •sttet worden waren, sind ja der jüdischen Gemeintem Alaska zur Weiterver- »(idung überlassen Worte Unter den Objekten befnten sich ein Hawdala- Teäer aus Deutschland, eine Sterschüssel aus Holland, ei* Etrog-Büchse aus der Titei, ein Weinbecher aus Dw.ig, Kerzenhalter aus techau, ein Gewürzbehälwaus Belgrad, ein Chaiaka-Leuchter aus Oesterrea und ein Kiddusch-Becki aus Deutschland. Brüderlichkeit Sts Drama „Eli” von Nelly Sachs wird in der ,,Wockder Brüderlichkeit” in Defmund aufgeführt. Der Skunk Stuttgart hat es tunlich als Hörspiel gesendet Anstellung über K$Verbrechen Öie Dokumentarausstelia! über die nationalsozialoschen Verbrechen gegen dieeuropäischen Juden wird mJüdischen Museum des Jtssehen Theologischen Sejn«rs in New York gevi- Das Material stammt au den Archiven des Jad Ihehem in Jerusalem. Bis ¡ir. 1. Februar bleibt die f|j(lEI KURSUS jjdieii Wochenschau Wocb<^cbau veröffentlichte j/brc ’ ist in unserer letz rsus0r(fn Dk jüdische Wo j uuiscne wogeschM-v^otfötUchung kleiner Ar. ”” tnracho deutscher und spa- ~her jei) inthsten Nummern betzung J“ Kuiau ok*i Lehrer” hat fünfscbe fnIspffhenden Punktierung mH d* . einen genügenden i *fbr8‘ dem eifr»gen Schüler die jireD- U" .¡^er leichter Artikel zu studl1Z weite*“ gründlicheren SturU «flton iffi^sfituto Cultural Ar- J555 angefordert werden, an« Sonntag geöffnet ist. Ausstellung in New7 York. Anschliessend wird sie in mehreren amerikanischen Grosstädten gezeigt. Ehrende Auszeichnung Josua A. Hassan, der Bürgermeister von Gibraltar, der mit seinen 46 Jahren schon 13 Mal ln seinem Amte bestätigt wurde, wurde zum Queen’s Councel ernannt. 65. Geburtstag In Heidelberg beging Prof. Dr. Karl Loewith, seit 1953 wieder in Deutschland, seinen 65. Geburtstag. Seine Bücher über Nietzsche, Jacob Burkhardt und Heidegger haben über seine Lehrtätigkeit als ordentlicher Professor für Philosophie hinaus seinen Namen bekannt gemacht. F euch twanger Bibliothek Bei den Bränden in den Aussenbezirken von Los Angeles wurde auch das Haus der Witwe von Lion Feuchtwanger bedroht; die Rettung der 30.000 Bände erfolgte durch Universitätsinstanzen. Man begann mit den kostbaren Erstdrucken, und es gelang in wenigen Stunden, die Bücher auf Lastwagen abzutr a importieren. Zu den geretteten Schätzen, die jetzt von der Universität katalogisiert werden, gehörten Originalmanuskripte sowie alte Werke. Auch Kunstgegenstände und die Totenmaske des Schriftstellers konnten in Sicherheit gebracht werden. Die Alien trauern um sie In Haifa starb die bekannte Soziologin Dr. Nadja Stein eine ergebene Zionistin seit den Jugendjahren, die sieh 1932 in Palästina niederliess. nachdem sie lange vorbildliche Arbeit für die WIZO geleistet hatte. Sie hat insbesondere in Rumänien. Deutschland und Ungarn gewirkt. Nach der Staatsgründung zog Frau Dr. Stein nach Haifa, wo sie sich im Rahmen der städtischen Verwaltung der Altersarbeit widmete. Bei der Bestattung folgten Hunderte von Betagten ihrer Bahre, die in der Verstorbenen ihren Freund und Berater verloren haben. Hugo Gold; Geschichte der Juden in der Bukowina. 11. Band. — Publishing House “OJamenu” Tel Aviv, POB 3002 (Israel'. Grossoktavformat, 232 Seiten und 51 Bildertafeln mit 457 Illustrationen. t 20.—. Der längst erwartete zweite Band ist nunmehr erschienen. Das Gesamtwert repräsentiert sich nunmehr als ein literarisches Monument, ein unvergängliches Denkmal, gesetzt der Judenheit der Bukowina. Es bringt ihre Geschichte von den ersten Anfängen, den Aufstieg von einer sich tastend vorwagenden Ghettoexistenz zu einer beachtlichen und achtunggebieten den politischen und ökonomischen Stellung, den durch den Ausgang des ersten Weltkrieges herbeigeführten Sturz und zum Schluss den plötzlichen Untergang zur Zeit der Naziherrschaft. Der Leser findet eine Sammlung von Beiträgen, die sich auf sorgfältige Quellenstudien stützen, Erinnerungen an Selbsterlebtes bringen, historische Reflexionen mit tatsächlichen Gegebenheiten verknüpfen und einen Ausblick in ein Heute gestatten, in dem die Reste der Bukowiner Judenheit mit Erfolg an den Wiederaufbau ihrer Existenz gehen. Es kommen Menschen aller Art zu Worte aber alle tragen den gemeinsamen Stempel von Leiden, heroischer Selbstbehauptung und treuen Gedenken an die Opfer der Verfolgung. Vor unseren Augen entrollt sich ein Bild der Landeshauptstadt Czernowitz in guten und bösen Tagen <Dr. Hermann Sternberg, Tel Aviv) ergänzt durch Memoiren aus der Zeit der Katastrophe (Dr. N. Getzler, Montreal) und die ergreifende Beichte des Dr. Trajan Popovici, des ehemaligen Bürgermeisters in jenen Tagen. eines Mannes, der mutig dem entfesselten Wahnsinn seiner rumänischen Volksgenossen entgegentrat und dem es gelang, Tausende von jüdischen Familien zu retten. Von Einzelarbeiten seien besonders hervorgehoben, eine dem Andenken von Dr. Mayer Ebner gewidmete Studie von Dr. Josef Ebner, die Geschichte des Zionismus zwischen den beiden Weltkriegen von Dr. Ehrlich, Tel Aviv, eine Sammlung von Urkunden (Dr. N. M. Gelber, Jerusalem), die zum erstenmale publiziert wurden, Berichte in den einzelnen jüdischen Landgemeinden der Bukowina, aus den Lagern in Transnistrien über Bukowiner der Vergangenheit. Bukowiner im Auslande und in Israel. Zahlreiche Fotographien. Illustrationen, Fotokopien und die Bilder verdienter Männer und Frauen bringen uns die Bukowiner jüdische Vergangenheit besonders nahe. Den Abschluss dieses Pracht Werkes bilden ein Gedenkbuch für die Märtyrer von Sibirien und Transnistrien und Gedenktafeln an die gefallenen Helden aus der Bukowina, im Israelischen Befreiungskriege und in der Sinai-Aktion. Alles in allem ein eindrucksvolles Werk. —:o: — Paul Schmidt: Statist auf diplomatischer Bühne, Athenäumverlag Frankfurt und Bonn. — Dieses Buch, erstmalig 1949 erschienen, wurde jetzt wiederum verlegt. Mit seiner 9. Auflage erreichte es bereits die stattliche Anzahl von 145.000 Exemplaren. Paul Schmidt war Dolmetscher auf der diplomatischen Bühne. wie er seine Arbeit selbst bezeichnet. Er trat sein Amt im Jahre 1023 an: es endete mit dem Dritten Reich. Als Dolmetscher bzw. Chefdolmetscher im Auswärtigen Amt hat er mit den führenden Staatsmännern d-ieser Zeit gesprochen. sie gesehen, ihre Meinungen kennen gelernt, ihre Ansichten übersetzt und in¬ NEUE BUECHER terpretiert, hinter die Kulissen geschaut und sozusagen die Weltgeschichte aus erster Hand erlebt. In seinem Erinnerungsbuch berichtet er sachlich und doch spannend über die vielen Konferenzen, Begegnungen und Besprechungen, an denen er als Dolmetscher teilgenommen hat, von Weimar bis zum Ende der Hitlerzeit. Die persönlichen Bemerkungen, die eingeflochten werden. sind ebenfalls sachlich. Der Berichterstatter spricht von seinen Eindicken und, wenn er auf allgemeine historische Fakten zu sprechen kommt, bleibt seine Schilderung ruhig und nüchtern. Dies verleiht dem Buch sicherlich einen dokumentarischen Wert. Insoweit stellt es eine Ergänzung geschichtlicher Werke dar, weil es die Menschen in ihrem Auftreten, bei ihrer Arbeit, in Erfüllung diplomatischer Funktionen lebendig schildert. — Nicht wesentlich ist bei diesem Buch, ob es sich um eine apolegetische Schrift handelt oder nicht. Tatsächlich wurde der Autor nach gewissen Ueberprüfung-en in Freiheit gelassen. Dass man dabei nicht immer nach seinem Geschmack verfahren ist, dürfte er besonders gut verstehen, da er ja die Verhältnisse im Dritten Reich sehr genau gekannt hat. — :o: — Tradition and Crisis. Die jüdische Gesellschaft am Ende des Mittelalters, von Jakob Katz. The Free Press of Glencoe, N. York 1961. Professor Jakob Katz behandelt in seinem Buch Tradition und Krisis, die jüdische Geschichte vom 15. bis 18. Jahrhundert Prof. Katz ist ein hervorragender Vertreter der soziologischen Geschichtsschreibung. für die nicht Persönlichkeiten im Mittelpunkt der Geschichtsschreibung stehen, sondern wirtschaftliche und rechtliche Probleme. Der Verfasser gibt uns ein BUd der jüdischen Wirtschaftstätigkeit, behandelt insbesondere die Beziehungen zu den Nichtjuden und schildert die Einrichtungen der jüdischen Gemeinden. Wir hören von dem Erziehungssystem. das auf Cheder und Jeschiwa beruhte, von der Stellung des Rabbiners und seinem Verhältnis zu der Gemeinde. Im 18 Jahrhundert löste sich in Westeuropa diese Gesellschaftsordnung allmählich auf, während im Osten durch den Chassidismus sich grosse Aenderungen vollzogen. Das Buch von Prof. Katz, der an der Hebräischen Universität in Jerusalem wirkt, verdient grosse Beachtung. Dr. C. Vogel Das Leo Baeck Institut sucht DOKUMENTE-URKUNDEN CHRONIKEN-BILDER über die Geschichte des ehemaligen deutschen Judentums sammelt das LEO BAECK-INSTITUT durch d'e Redaktion der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU (Buenos Aires, Pueyrredön 2190, Tel.: 83-2613) PUBLIKATIONEN DES IEO BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TUEBINGEN Year Book V ISS0 — VOM L.B.-INSTITUT HERAUSGEGEBEN: BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache. WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen bei Kenn CURT WILK, Moreno 2256. und im Büro der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU. Pueyrredön 2190, 1, izq. (83/2613)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.