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Jüdische Wochenschau · 1962-04-26 · 1957 (26.4.1962) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1957 (26.4.1962)
Date
1962-04-26
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Jueves. 26 de Abril de 1962 LA SEMANA ISRAELITA Afi« XXIII. — N*. 1957 Ereignisse der Woche Neues Gemeindehaus Die Gemeinde BET 1SRA. EL die jüngste der Gemeinden unseres Sektors in der Bundeshauptstadt hat vor wenigen Wochen ein Haus erworben das in Zukunft der Mittelpunkt aller religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Aktivitäten dieser Gemeinde werden soll. Das sehr gut in Belgrano gelegene, geräumige Grundstück muss natürlich erst für gemeindliche Zwecke umgestaltet werden. Die vorbereitenden Arbeiten sind schon aufgenommen worden. Die Jugend ist be reits in dem Haus — wenn auch provisorisch — untergebracht. So konnten bereits der Kinder- und Jugendseder im neuen Gemeindehaus festlich begangen werden. Man kann nur der Hoffnung Ausdruck geben, dass es den Bemühungen der Gemeinde, ihres Vorstandes und ihrer Mitglieder gelingen möge, das Haus bald seinem eigentlichen Bestimmungszweck zu übergeben. Jüdisches Lehrhaus Die Bedeutung eines jüdischen Lehrhauses braucht wohl nicht in allen Einzelheiten dargelegt zu werden. Ein Lehrhaus ist eine Stätte des Lyhrens und des Lernens, eine Stätte der Weiterbildung und der Formung einer Anschauung, die sich vielleicht sogar einmal zu einer Weltanschauung erweitert. Ein* Lehrhans kann auch eine Stätte des Meinungsaustausches. der Diskussion, der ernsten Auseinandersetzung zwischen Ideen sein; hierzu gehört allerdings schon eine gehörige Schulung und Vorbereitung. Die Aufgabe eines JUEDI- SCHEN Lehrhauses dürfte zunächst auf stoffliche Begrenzung hinweisen. Aber; die Welt des Geistes kennt nicht die engen Grenzen, die von kleinlichen Menschen gezogen worden sind; sie kennt nicht die Katalogisierung nach Konfessionen oder Rassen, nach sozialen oder materiellen Gesichtspunkten. Wenn wir dennoch von einem Jüdischen Lehrhaus sprechen, wobei der Ton auf „jüdisch” liegt, so geschieht das aus besonderen Gründen, die in der eigenartigen geschichtlichen Struktur unserer eigenen Gemeinschaft zu suchen sind. Jedenfalls bietet die Beschäftigung mit jüdischen Themen einen ungeheuren Spielraum für eine geistige Arbeit und jede Möglichkeit, von hier aus, von unserer 'geistigen Plattform sozusagen, in andere Gebiete zu schweifen. Die Schaffung des Lehrhauses ist nicht Sache einzelner und auch nicht Sache einer Organisation oder Gemeinde. Sie geht einfach alle an. Und alle sollen daran teilnehmen, die gewillt sind, zu lernen und ihr Gesichtsfeld zu erweitern, sowie alle, die ihr Wissen vergrössern und in dieser Zeit der ständigen Umwälzungen auf einem eigenen festen Boden unseres jüdischen Denkens und Fühlens stehen wollen. Die Synagoge in San Miguel Wir haben bereits einen Bericht über die Einweihung der Synagoge in San Miguel erstattet, die dort auf dem Gelände des Elternheimes vom Hilfsverein errichtet worden ist. Die Synagoge macht bereits in ihrer Aussenfront einen starken Eindruck. Der eigentliche Bet raum wirkt durch schlichte Raumgestaltung. Keine unnötigen Verzierungen, die Holztäfelung der Decke, die angenehmen Bänke, die gute Plr.tzeinteilung machen diesen Bau zu einem wirklichen Betraum, in dem. der Mensch sich auf sich selbst konzentrieren kann. Alles ist übersichtlich angeordnet. Es gibt keine guten oder schlechten Plätze. Die Einrichtung ist bei aller Einfachheit doch nicht nur würdig, sondern auch geschmackvoll. Der Raum kann auch zu Vorträgen und anderen kulturellen Veranstaltungen benutzt werden. Vor allem werden auch die in San Miguel ausserhalb des Heimes lebenden Juden in dieser Synagoge beten und an anderen Veranstaltungen teilnehmen können. Mit diesem Bau hat der Hilfsverein das Altersheim zu einem in jeder Beziehung vorbildlichen Werk gemacht, in welchem Eltern und Grosseltern, mit einem Worte unsere älteren Menschen, nicht nur gut und sorgenfrei leben können, in dem vielmehr auch geistige Anregung geboten und ein religiöses Leben geführt werden kann. Hierfür muss dem Vorstand des Hilfsvereins gedankt werden, besonders dem Vorsitzende!?. Ing. Fürth, dem Leiter der Baukommission, Don Ernesto i Oppenheimer, und den Ar-! chitekten J. Kümpfner und Dr. J. Mond. Colonia Avigdor Es war einmal .modern’, von unseren Kolonien hier zu sprechen. Was ist im Laufe von wenig mehr als zwei Jahrzehnten übrig geblieben? Lesen Sie den Brief, den der Vorsitzende der Ge meinde in Avigdor an. uns gerichtet hat. Herr Hermann Freudenstein schildert die Lage. Sein Schreiben wird zu einer Anklage gegen eine Gemeinschaft, die an diejenigen Menschen vergessen hat, die den schwereren Weg in Argentinien gesucht haben. In diesem Brief heisst es u. a.: WTir waren einmal 131 Familien deutscher Juden, heute sind wir noch ganze 23, Handwerker und Pensions¬ TODES ANZEIGE Nach kurzer Krankheit entschlief unsere liebe Mutter, gute Oma, Schwiegermutter, Schwägerin, Kusine und Tante, Frau Bella Mann, geb. Kaufmann (früher Ulm) im 75. Lebensjahr. WERNER ROSENBERG und Frau HENNY, geb. MANN OTTO MANN und Familie, Bolivien HEINZ RABAU und Frauu RUTH geb. GOLDSCHMIDT Dr. SIEGFRIED MANN und Familie. New York TOMY, RITA, ROBBY, RAQUEL, REUBEN und DANY Die Beisetzung in La Tablada' hat bereits stattgefunden. — Beileidsbesuche dankend verbeten. Buenos Aires, Monroe 3640. _ empfänger einbegriffen. Voo diesem Rest werden kurz über lang noch weitere fünf Familien abwandern, der Rest ist eine Frage der Zeit. Was ist der Grund fragen Sie. Die erste Abwanderung geht schon auf die Jah re 1937/40 zurück. Es gab Deute, die sich absolut nicht für die Landwirtschaft eigneten. Aber der grösst« Teil der ersten Abwanderung geht auf Konto J.C.A. Die Bedingungen, unter welchen die Menschen, welche aus einem Kulturland kamen, hier leben mussten, waren schandhaft Es gab einen Administrador Namens Sapfir, welcher als Direktor die Kolonie führte. Die Familien bekamen 35 Pesos pro Monat zum Lebensunterhalt. Dieses reichte weithin nicht einmal für das AHemöiigste. Die ungewohnte schwee Arbeit, das Klima und andere Gründe führten zur Abwanderung. Ich darf hinzufügen, auch Hunger war ein Grund dazu. Die Abwanderung in den letzten Jahren ist ein anderes Kapitel. Wir haben dafür einen schönen Spruch; Hitler hat die Juden aus Deutschland gejagt und Adenauer hat geholfen, dass sie aus Avigdor gingen. Aber auch hier gibt es Ausnahmefälle. Die älteren Menschen haben hier nicht mehr den rechten Platz, einige gingen ins Altersheim, andere zu ih*en Kindern, kurzum, jeder hatte seinen Grund. Aber jetzt komme ich auf einen Punkt, der auch nicht unerwähnt bleiben darf. In den ersten Jahren gab es' eine kleine kulturelle Gruppe in der Kolonie, welche von Buenos Aires aus unterstützt wurde. Es gab eine J.K.G., einen Verein „Amigos de los Qolonias”, einen Hilfsverein usw. Von dort wurden Theater-Vorstellungen arrangiert. Vorträge gehalten, Unterhaltungsmaterial geschickt usw. Heute, wer denkt noch an Avigdor? Leider ist das meiste richtig, was dort geschrieben wurde. Selbstverständlich haben alle Organisationen in der Stadt auch ihre eigenen Sorgen .ihre eigenen grossen Schwierigkeiten. Aber dass die Gemeinden hätten einspringen können, davon steht nichts in diesem Brief, obwohl es doch eine gemeinschaftliche Aufgabe aller Gemeinden geben müsste- Aber daran denkt man nicht, weil die Kollektivität als solche durch ihre Zersplitterung und die Eigenbrödelei zu schwach ist, um etwas Gemeinsames zu machen, ausser einem Festakt gelegentlich oder einer unverbindlichen Besprechung. .. Aufgabe der Centra Schon auf der Gründungsversammlung der Centra wurde der Vorschlag gemacht, besondere Aufmerksamkeit der Betreuung der Kleingemeinden in der Provinz und den Kolonien zu schenken. Es sind Jahre vergangen, ohne dass man sich dieser so dringlichen Aufgabe gewidmet hätte. Auch hierfür gibt es natürlich manche Gründe, dass sich die Aktivität der Centra noch nicht so weit erstrecken konnte, wie dies gewünscht wird. Nachdem heute aber Mittel zur Verfügung stehen, dürften auch die sonstigen Schwierigkeiten überwunden werden können. Wir hoffen, dass die Anregung für die Arbeit in den Kleingemeinden auf fruchtbaren Boden fällt, aufgenommen und endlich durchgeführt wird. Die Leitung der Centra könnte sieh hiermit grosse Verdienste Der ungleiche Kampf «p i^r*' BS7 .V '. iÈp kWk... ./V' ” y;,... Diese Aufnahme wurde von deutschen Soldaten im Warschauer Ghetto gemacht. Sie wird! von allen deutschen Dokumentensammlungen veröffentlicht. Man sieht die hitleristische Wehrmacht im Kampf gegen wehrlose Frauen und Kinder, die aus einem Bunker durch Rauchgase herausgerieben wordei sind nachdem auch sie heroischen Widerstand geleistet hatten Hilfe für Einwanderer New York. — Um einem dringenden Hiifsersuchen für die augenblickliche Einwanderungswelle nach Israel nachzukommen, wurde beschlossen, den Betrag von 40 Millionen Dollar für Transporte, erste Einordnung und Kolonisation der Einwanderer in Israel zur Verfügung zu stellen. Haeuserbau fn Arad Tel Aviv. — Jüdische Geldgeber aus den USA wollen im Bezirk Arad im Negew über 3000 Wohnungseinheiten errichten. In der ersten Phase sollen 1200 Einheiten mit einem Kostenaufwand von sechs Millionen Dollar gebaut werden. Die Akfivitaet der Bank Leumi um die jüdische Sache erwerben. ln diesem Zusammenhang wäre es überhaupt gut, wenn nicht allein die Centra, sondern jede Organisation, die sich als Trägerin jüdischer Arbeit und Mittlerin jüdischen Wissens empfindet, den Versuch unternehmen würde, den Wert auf die Kontinuität ihrer Tätigkeit und nicht auf sporadische Aktionen zu lenken. Es sei hier nicht gesagt, dass dies nicht etwa der Fall sei. Es ist aber besser, um irgendein Beispiel herauszugreifen, Lehrmaterial für die Jugend anzuschaffen, als Vorträge durch Gastreferenten halten zu lassen. Vielleicht kann sieh; die Centra auch diese Aufj gäbe stellen: aus den vorhandenen Mitteln Standard- Bibliotheken für die Jugend zu schaffen. Es gibt heute bereits ein reichhaltiges Material in spanischer — und in portugiesischer — Sprache. Jede jugendgruppe müsste eine solche Bibliothek haben, auch in der kleinsten Gemeinde müssten für die Jugend diese Bücher zur Verfügung stehen. Ehrenvolle Ernennung ln Anerkennung seiner langjährigen Verdienste um die Austauschbeziehungen zwischen der. Hebräischen Universität Jerusalem und einem grossen Teil der lateinamerikanischen Universitäten und um die Verbreitung allgemeiner und jüdischer Kultur durch seine zahlreichen Uebersetzungen hervorragender Werke der Weltliteratur und seine vielen Vortragsreisen wurde der Vertreter der Jerusalemer Hochschule für Lateinameri ka, Dr. Siegfried Samuel Krebs, zum Professor am Seminar für Vergleichende Die grösste der israelischen Banken, die Bank Leumi. hat eine bedeutende \ktivität. bei der Beschaffung von Auslandskapital entwickelt. Die Bank Leumi veriiigf über eigene Auslandsfilialen wie auch über Tochter - Gesellschaften im Ausland, die ‘sieh an der Beschaffung von Investitionskapital beteiligen. Zu diesen Tochtergesellschaften gehören die „Cifico” in der Schweiz und Anglo-Israel- Bank in London. Nachdem die „Cifico” schon vorher einen Versuch unternommen hatte, Investitionskapital für einen Investment-Trust (mutual fund) zu schaffen, unterstützten Kreise der Bank Leumi in Grossbritannien in Zusammenarbeit mit führenden britischen Firmen die Gründung! der „Anglo Israel Securities | Ltd.” unter der Leitung von j Sir Henw Avigdor Goldj smith. Es handelt sich um einen Investment Trust des j Typs „closed end”, denn er! setzt Anteile bis zu einer i fest bestimmten Summe ab. : Der Trust konnte eine Milj lion Pfund Sterling an Kapi- ' tal aufbringen, und diese Gelder wurden in israelischen Wertpapieren inve- Oeffentliche Verwaltung im Institut für Staats- und Verwaltungs - Wissenschaften der Universität von Chile ernannt. stiert. Di.? Gesellschaft zahlte 1960 3 Prozent Dividende, für das abgelaufene Jahr wurde bisher eine Interimsdividende von 1,5 Prozent verteilt. Die Bank Leumi beteiligte sich in der letzten Zeit an der Gründung eines weiteren Investment-Trusts . in England. Die britischen Partner sind Lewis C. Cohen von der Alliance Building Society und Sydney Bellman. die eine Gruppe von Investoren aus der Stadt Brighton hinter sich haben. Der neue Trust wird in enger Verbindung mit dem israelischen Investment-Trust PIA stehen, deren Treuhänder die Bank Leumi ist. Die Bank Leumi übernimmt auch für den neuen Trust bis zu einem gewissen Ausmass Stützgarantie. Gemäss einer Anregung der PIA wird der britische Investment Trust seine Gelder vor allem i n dollargebundenen und konvertiblen Obligationen anlegen. Im AugenVlick beteiligt sich die Bank Leumi an den Vorarbeiten für ein neues Unternehmen, das besonders der Mittelstands-Investition dienen kann. Sie soll bei der Schaffung der Jüdischen Liquidationsbank mithelfen, die auf Anregung des Leiters der Wirtschaftsabteilung der Soehnut, Dulczin, gegründet werden soll. Diese Bank soll die künftige Mittelstandsalija fördern. * * * MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG, SAUBER, PREISWERT, SCHNELLSTENS ALFREDO STERN Virrey del Pino 2639 T. E. 76-7281 y 76-9088 Jüdische Wochenschau in Montevideo/Uruguay Einzelnummer 70 Centesimos Jahresabono 45-— $ urug. ABONOS — AVISOS — COBRANZA Sra. L Löblowitz Paraguay 1164, piso 2, apt. 9 Distribuidor: KIOSK TUREK Constituyentes 1757 Tel. 42-640

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