Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1962-04-19 · 1956 (19.4.1962) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1956 (19.4.1962)
Date
1962-04-19
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9616703-9612947-9613164--2048-9613170
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

8 — Jueves, 1* de Abril de 1962 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — Ne. 1956 Ereignisse der Woche (Fortsetzung von Seite 4) sten Mitglieder der Gemeinschaft San Miguel, des Herrn Oscar Laboschin, der seiner tiefen Befriedigung über das Gelingen dieses Werkes ' Ausdruck gab. das er seit vielen Jahren herbeigesehnt habe, und auch einen besonderen Dank Herrn Siegfried Wolff aussprach, der unermüdlich die Sorge um das religiös-traditionelle Leben in all diesen Jahren getragen habe. C. W. Generalversammlung der Campaña Unida Unter Beteiligung von Vertretern der Vorstände unse rer Gemeinden und Organisationen sowie der ständigen Delegierten fand am 12. April die diesjährige Ge neralversammlung der C.U., ihres zentraleuropäischen Sektors, sta U Nachdem der Präsident, Dr. Hardi Swarsensky, die Anwesenden und den Ehrengast des Abends, Herrn Gutwirt vom Direktorium, begrüsst hatte, gab er einen kurzen allgemeinen Ueberblick über die jüdischpolitische Situation der Gegenwart und die dringenden Probleme Israels. In sehr herzlichen Worten gedachte er dreier Mitglieder, die im abgelaufenen Arbeitsjahr dahingegangen waren, und deren Einsatzbereitschaft für die nationalen Aufgaben sowie deren jüdischer Ent husiasmus beispielgsbénd für uns alle sein dürften: Máximo Meyer, Dr. Jorge Simon und Abraham Fisch. Zu ihrem Gedenken erhoben sich die Anwesenden. Nachdem Dr. Swarsensky noch darauf hingewiesen hatte, dass die Anregung j des ve-gangenen Jahres, die! Herren Präsidenten der Orj ganisationen mögen sich für 3—4 Wochen selbst zugun-j sten der Kamapgne-ArbeitJ mobilisieren, keinen Wiei derhall gefunden hatte, bat! er den technischen Sekretär. Herrn José Horn, den Arbeitsbericht abzugeben. Dieser Rechenschaftsbericht, auf das Wesentliche! zusammengefasst, hob den Informationsabend hervor, der in Anwesenheit des Botschafters von Israels, des Generals Avidar, stattgefunden und den Vorständen unserer Gemeinden und Organisationen Gelegenheit gegeben hatte, wichtige Einzelheiten über die fortschreitende Entwicklung Israels ¡ zu erfahren. Auch ein gemeinsames Essen von Freunden der C. U. mit dem Botschafter trug dazu bei, die Arbeit des vergangenen Jahres zu intensiviewmm f Die Synagoge in San Migpel, die auch als Vortrags- und Versammlungsraum benutzt werden kann. Foto Uilniann ren. Ferner vermochte die Schaffung einer Liste solcher Personen, die seit 1956 ihrer Verpflichtung gegenüber Israel nicht mehr nachgekommen waren, die Wiedei’aktivierung einstiger Beisteuerer zu erreichen. Insgesamt ergab das Gesamtresultat eine Erhöhung gegenüber dem Jahre 1960 von etwas mehr als 23 Prozent. Der Vorsitzende ergänzte diesen Bericht durch einige tails und sprach im Namen aller Anwesenden dem gesamten Personal des Büros, insbesondere der langjährigen bewährten Mitarbeiterin I des Keren Hajessod, Fri. IIi se Blaustein sowie Herrn I José Horn den aufrichtigen •Dank aus. Im Namen des Gesamtdirektoriums der C.U. richtete Herr Gutwirt einige Worte an die Versammlung, in dem er auf das ernste Problem der Wanderung nach Israel aus Ländern hinwies. Mit einem Appell zur Mitarbeit schloss der Gast sei ne Ausführungen. Herr Hermann Levy, der frühere langjährige Präsi« dent des Comités, dankte der Leitung für die geleistete Arbeit und versprach der neuen Exekutive die volle Unterstützung der Organisationen. Alsdann wurde die neue Leitung gewählt, mit Dr. Hardi Swarsensky als Präsidenten, Herrn David Brosto als Generalsekretär sowie den Herren José Wurmann und Enrique Neubur ger als Sekretären. Die Liste der neuen Exekutiv- und Comité-Mitglieder wurde einstimmig genehmigt. Nachdem Herr Brosto einige neue Pläne zur Verstärkung der Arbeit im kommenden Jahre vorgelegt hatte, und die Herren Brueck und Tonn hierzu ergänzende Bemerkungen gemacht hatten, schloss der Vorsitzende die Generalversammlung mit dem Hinweis, dass die C.U. das einzige Gremium ist, in welchem alle unsere Orgäni sationen .harmonisch Zusammenarbeiten würden und das grosse Bindeglied im jüdischen Leben der Gegenwart sowie der Prüfstein für den ehrlichen Willen zur Zusammenarbeit sei. C. W. Musik in Buenos Aires WII.LEM VAN OTTKRLO DIRIGIERT COLON¬ ORCHESTER Der grosse holländische Dirigent, der uns bereits drei unvergessene Besuche abgestattet hat — er dirigierte das Nationale Rundfunk- und später das Nationale Symphonie-Orchester weilt wieder unter uns und absolviert einen Zyklus mit dem ständigen Orchester j unseres Opernhauses. Wer wie unser Kritiker Gelegenheit hatte. Otterloo mit senen ständigen Untergebenen f.,Het Residentie Orkest”) in Den Haag musizieren zu hören, wird verstehen, bis zu welchem Grad von Vollkommenheit eine Instrumental - Vereinigung gelangen kann, wenn sie in jahrelanger Zusammenarbeit mit einem Dirigenten wie diesem 1 musiziert, der eine wohl einmalige Synthese zwischen künstlerischem Ernst, Gewissenhaftigkeit und Musikantentum verkörpert. Otterloo stellte alle seine Tugenden neuerlich unter Beweis, indem er das Colön- Orchester — unmittelbar nach den Ferien ist dies be- I sonders schwer — in unver- | hältnismässig kurzer Pro-; benzeit zu einer klanglichen 1 Reinheit brachte, die an die Ciencia en Israel ISRAEL - BRIEFMARKEN; KA WIED ER VER RAEUFER — ALLE NEUA0SGA- \ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial «! del Estado de Israel, í VIAMONTE 550. l/B - Bu«»o« Aire», R«p Argentio» J Wie liegen die Feiertage im Jahre 5722? Mittwoch, den 18. April Donnerstag, den 19. April Freitag,! den 20. April Sonabend, den 21. April Mittwoch, den 25. April Donners.täg. den 26. April I Dienstag, den 1. Mal Mittwoch, den 9. Mal Donnerstag, den 7. Juni Freitag; den 8. Juni Sonnabend, den 9. Juni Donnerstag, den 19. Juli Mittwoch, den 8. August Donnerstag, den 9. August Freitag, den 28. September Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach Schabbat Cho’ hamoed 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach — Acharon sehet Pessach Gedenken des Aufstandes im Ghetto von Warschau Yom Haazmaut Erew Sehawuot 1. Tag Sehawuot 2. Tag Sehawuot Fasten Schiwa assar be Tamus Erew Tischa be Aw Tischa be Aw Erew Rosch Haschana besten Zeiten der Colón- Aera erinnert. Wenn man j dazu noch bedenkt, dass das erste Programm (2. Bachj Suite, Ginasteras „Pampeaj na Nr. 3” und- „Heldenleben” von Strauss) bei 32 Grad und 90 Prozent Luftj feuchtigkeit gestartet wurde ■ — mörderische Faktoren für j Orchester und seinen Leiter ¡ — so wird man doppelt zu; würdigen wissen, mit was! für einem aussergiwühnlichen Orchesterleiter man es zu tun hat. Eine grossartig-schwungvolle und delikate Ausdeutung war die Wiedergabe der 2. Suite aus .Daphnis et Cloe” (Maurice Ravel) und die ,,trois nocturnes” von Caude Debussy, sowie die byzantinisch dunkelgefärbte, jedoch nicht blasse, sondern eher -drastige „Psalmenj Symphonie” von Igor Strawinsky. Bei den beiden letzteren Werken kam die per } fekte Einstudierung des Coi lón-Chores unter Tullio Boni hinzu, die nicht wenig zum Gelingen des denkwiir- | digen Konzerts beitrug. Ein anderer Abend brachte die argentinische Erstaufführung des Klavierkonzerts (1945) von Paul Hindemith, einer interessanten, nicht knappgehaltenen Komposition des grossen Meisters, dessen Solopart überraschend frisch und korrekt von dem 28jährig2n argen tinisehen Pianisten Jorge Zulueta gemeistert wurde. Otterloo, der sich dabei als liebevoller und umsichtiger Begleiter erwies, leitete die Spielfolge mit der Brahmsschen „Akademischen Festouvertüre” ein und beschloss sie mit der .Symphonie Fantastique” von Héctor Beriioz. Wenngleich den Konzert-Besuchern noch die unglaublich dynamische Version des Holländers in den Ohren klingt, die dieser vor acht Jahren in der Rechtsfakultät aufführte, so war das Colon-Auditorium abermals frappiert von so vielen, oft nachlässig übergangenen und hier herausgearbeitsten Details einer Partitur, bei deren atemberaubendem Spiel zutage trat, dass sie niemals veralten wird, solange sie auf dem Dirigentenpult Willem Van Otterloos liegt, der zusammen mit Orchester und Solist enthusiastische Beifallskundgebungen einstreichen durfte. c-n Die argentinische Zweigstelle des Weizmann-Instituts in Israel gibt eine eigene, gut aufgemachte Publikation heraus, in der Veröffentlichungen aus der Arbeit und von der Entwicklung des Instituts ein anschauliches Bild über die Bedeutung dieser weltberühmten Forschungsstätte bieten. Ein reichhaltiges Bildmaterial veranschaulicht die vollbrachten und geplanten Leistungen. Auszeichnung Dr. Saül Umansky wurde zum Mitglied des Wissenschaftlichen Rates der Internationalen Vereinigung für Anchiologie und zum korrespondierenden auswärtigen Mitglied der Peruanischen und Mexikanischen Gesellschaften auf demselben Gebiet bestimmt. Die Ernennung erfolgte auf Grund seiner wertvollen Arbeiten, insbesondere auf I dem Gebiet neuartiger Tech- | niken für die Behandlung j von Venen- und Arterienerkrankungen. VORUNTERSUCHUNG GEGEN HEY0E Die 54 Jahre alte Sekretärin Ilse Lindner, die früher beim Euthanasie-Arzt Professor Dr. Heyde arbeitete, wurde vor kurzem in Weilheim (Oberbayern) zu fünf Monaten Gefängnis mit Bewährung verurteilt. Das Schöffengericht fand Ilse Lindner schuldig, im gerichtlichen Voruntersuchungsverfahren gegen ihren früheren Chef in drei Punkten vorsätzlich die Unwahrheit gesagt zu haben. Ilse Lindner verteidigte sich im wesentlichen damit, sich nach 20 Jahren nicht mehr an Einzelheiten erinnern zu können. Zwischen ihren Aussagen vor dem Frankfurter Staatsanwalt und einem Untersuchungsrichter hatten sich erhebliche Widersprüche ergeben. Die Angeklagte musste 1940 in der Heil- und Pflegeanstalt Bedburg-Hau Meldebogen ausfüllen und Kranke nach dem Tötungslager Grafeneck begleiten. Die ehemalige Sekretärin Df. Heydes konnte sich beispielsweise zwar an Korrespondenz mit ärztlichen und kirchlichen, aber nicht mit SS-Stellen und Konzentrationslagern erinnern. Nach Aussagen des als Zeuge sprechenden Frankfurter Staatsanwalts Zinall haben sich jedoch in einem Briefwechsel mq dem Leiter des Reichskrimmalpolizeiamtes Nebe und dem SS- Reichsarzt Dr. Grawitz gegenteilige Tatbestände herausgestellt. | Zwei Staatsanwälte arbeiten beim hessischen Generalstaatsanwalt in Frankfurt an der Anklage gegen den Euthanasiearzt Professor Dr. Werner Heyde, der sich zur Zeit in Untersuchungshaft im Limburger Gerichtsgefängnis befindet. Heyde war in der NSjZeit Leiter der „Reiehsarbeitsgemeinschaft Heil- und Pflegeanstalten’’ und hatte nach dem Kriege unter dem Namen Dr. Sawade in Flensburg gelebt. Ihm und dem Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr. Bernard Bohne werden Euthanasie- Massenmorde zur Last gelegt. Heyde soll sich vor de na Limburger Schwurgericht verantworten, da vor den Toren der Lahnstadt in der Heil- und Pflegeanstalt Hadamar zahlreiche kranke Menschen den Euthanasie-Tod starben. Der Untersuchungsrichter in Limburg hat inzwischea die gerichtliche Voruntersuchung abgeschlossen. Die Spezialisten des Frankfurter Generalstaatsanwalts sind zur Zeit dabei, die Akten, die bereits rund 30 Bände, über 50 Ordner und eine Unzahl von Beiakten umfassen, zu sichten und für die Anklageschrift auszuwerten. Bis zur Anklageerhebung wird es bei der schwierigen Materie und den vielen tausend Akten-Seiten „noch ein Weilchen dauern”, meinte ein Sachbearbeiter des Generalstaatsanwalts. Die Anklageschrift werde sicher ein viele Seiten umfassendes Dokument. Mit dem Prozess vor dem Limburger Schwurgericht sei kaum vor dem Spätsommer zu rechnen. Aus Oesterreich Wien. — Das österreiehi sehe Parlament stimmte mit einer überwältigenden Majoj rität dem Abschluss eines finanziellens- Abkommens { zwischen Oesterreich und | Westdeutschland zu, durch welches ein Fonds zugunsten der Opfer das Nazismus geschaffen wird. Westdeutschland trägt zu diesem Fonds durch eine Zahlung von 80 Millionen Dollar bei. Die beiden grossen österreichischen Parteien, Sozialdemokraten und die Volkspartei stimmten geschlossen für dieses Abkommen, nur die extreme Rechte, die für ihre nazistische Haltung bekannt ist, votierte dagegen. 80 Prozent des Betrages ist für die jüdi- Delegation aus Tanganjika Jerusalem. — Acht afrikanische Frauen aus Tanganjika reisten nach Israel ab, um in Haifa an einem dreimonatlichen Instruktions - Kurs für Hauswirtschaft teilzunehmen. Die Einladung für die Delegation erfolgte durch die israelische Regierung. Die Auswahl der Frauen wurde durch das Entwicklungs - Ministerium ihres Landes vorgenommen. sehen Opfer des Nazismus, der Rest für die nichtjüdischen Opfer bestimmt. — (ITA) Jüdisches Lehrhaus Wir teilen auch auf diesem Wege mit dass auf Grund eines Beschlusses des Vorstandes der THG, beginnend mit diesem Winter, ein Jüdisches Lehrhaus (Jüdische Volkshochschule) unter Leitung von Dr. Hardi Swarsensky und Mitarbeit von Rabbiner Dr. Meir Rosenberg, aufgebaut wird. Zunaechst sind zwei Kurse (Arbeitsgemeinschaften) vorgesehen: 1. ) BIBELKUNDE (ein Bibelkurs). Referent: Robb, Dr. Meir Rosenberg. 2. ) JUEDISCHE GEGENWARTSKUNDE. Arbeitsgemeinschaft unter Lei , tung von Dr. Swarsensky. Die Durchführung weiterer Kurse bleibt Vorbehalten. Bei genügender Teilnehmerzahl wird auch ein hebraeischer Anfaengerkurs im Rahmen des Institutö Argentino Israeli abgehalten werdet». Einschreibegebühr für jeden Kurs: mSn 50. (Ehepaar $ 75.—).;■ Das Lehrhaus wird mit einer Veranstaltung eroeffnet werden, auf welcher über den Lehrhaus-Gedanken und die Bedeutung des Lehrhauses: gesprochen werden wird. Der Beginn der Kurse sowie alle weiteren technischen Einzelheiten werden noch bekannt gegeben. Wir dürfen beim Aufbau des Lehrhauses und der Durchführung des Programms mit der Mitwirkung befreundeter Gemeinden und Or ganisationen rechnen. Auch hierüber werden wir Weiteres berichten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.