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Jüdische Wochenschau · 1962-04-13 · 1955 (13.4.1962) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1955 (13.4.1962)
Date
1962-04-13
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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8 — Vierne*, 13 de Abril de 1962 LA SEMANA ISRAELITA Aöe XXIII. — No. 1955 Das Leben in von GUENTHER KibJrazini [Aufforstung in Israel durch Selbstverständlich wird jeder Tourist in Israel auch situnal in einen Kibbuz ge . führt. Vielleicht nach Ajeiet : Haschachar, wo es ein erst- | klassiges Gästehaus und Restaurant gibt, und wo er dann di’ schönen Anlagen | und den herrlichen Rasen' bewundern kann. Er tut i auch einen Blick in den Speiseraum, sieht die Kin-; derhäuser (von aussen) und | ist von diesem Moment an ein Expert für Kibbuzim. | Vielleicht geht er sogar i nach En-Gew auf der ande- | ren Seite des Tiberias-Sees (hebräisch: Kineret gleich ' Harfe), wo man ihm frische ' Fische und eiskalte Feigen; vorsetzt. Eventuell tut er einen Bück in den Kibbuz j Mefalsim (wo 99 Prozent | der Chawerim spanisch spret dien oder sprachen), und j wenn die Zeit reicht, bleibt er ein paar Minuten im Kibbuz Jotwata, einem vor geschobenen Posten gar nicht weit von Elat am Roten Meer, wo eine Sorte junger Männer arbeitet, die wirklich noch echten chaluzischen Geist atmen und leben. Selbstverständlich bewundert er den Kibbuz — es wäre auch nicht ratsam, es nicht zu tun. Selbst in der Wüste um Jotwata gibt .es nun schon moderne Häuser mit Sonnen - Heizung für Warmwasser, Palmen und den Beginn einer grünen und fruchtbaren Pflanzung. Das alles in relativ sehr kurzer Zeit sozusagen aus der Wüste gestampft — das ist schon recht bewundernswert. Aber er geht durch die Kibbuzim als ein Fremder, durchaus gern gesehen, höflich herumgeführt, aber doch ein Aussenstehender, ohne innere Beziehung und wirkliches Begreifen. Alles ist neu, eigenartig, ein bisschen fremd: in Tel Aviv und Haifa fühlt er sich mehr ,,zu Hause”. Es gibt in Israel 225 Kibbuzim, aber sie repräsentieren nur einen recht geringen Prozentsatz der Bevölkerung, vielleicht 5 Prozent. Sie gehören verschiedenen Parteien an. der Mapäl. der Mapam, der etwa dazwischenliegenden Achdut Awoda oder religiösen Tendenzen (im letzteren Fall tragen die Chawerim Käppchen bei der Arbeit). Die älteren Kibbuzim treiben neben Landwirtschaft und Viehzucht auch verschiedene Industrien (z. B. Lampen und Essgeschirr in Mischmar Haemek, Moebel in Hasorea usw.). Sie sind dadurch recht wohlhabend geworden und können sich manchen Luxus erlauben. Sie bauen schönere und bequemere Häuser für ihre Chawerim, Kultursalons, Bibliotheken und Theater, aber ihre besondere Liebe und Sorgfalt gilt den Kinderhäusern, ihrem Stolz und ihrer Zukunft. Sie pflanzen Bäume und besitzen z. T. schon grosse und schöne Wälder Ein hundertjaehriges Jubilaeum New York. — Hundert Jahre waren es kürzlich her, dass der Senat einen Vorschlag des Präsidenten Lincoln billigte, die Rabbiner zum Dienst als Feldgeistliche in der nordamerikanischen Armee zuzulassen. Bis zum Bürgerkrieg war es nur den christlichen Priestern gestattet, als Feldprediger zu dienen. Aus diesem Anlass haben die grossen jüdischen Organisationen ein Programm vorbereitet, um ab 1. April Gedenkfeiern im Lande zu veranstalten, die im Juli mit einem Festakt zur Erinnerung an den Jahrhunderttag der Schlacht von Gettysburg, wo der erste jüdische Feldrabbiner schwer verwundet wurde, ihren Abschluss finden werden. Präsident Lincoln legte seinen Vorschlag dem Kongress vor und sanktionierte ihn am 17. Juli 1862. nachdem der erste jüdische Feldgeistliche, ein junger Lehrer des Hebräischen in Philadelphia. Michael Allen, seinen Abschied nehmen musste, als man feststellte, dass er kein Christ war. Sein Ausschluss wurde vom Kriegsminister in Person verfügt, obwohl der Kommandant des Regiments, dem er zugeteilt war, Oberst Max Epstein, ebenso wie viele der Offiziere und Mannschaften dieser Formation, Jude war. Heute dienen rund 90 Armeerabbiner in der USA- Armee, viele von ihnen in Uebersee, ausser ungefähr 265 Rabbinern, die nur einen Teil ihrer Zeit der seelsorgerischen Betreuung von Heeresangehörigen widmen. Hierzu kommen die 311 Rabbiner, die in den Vereinigten Staaten studiert und im Zweiten Weltkrieg als Feldgeistliche in aktivem Dienst standen. Schätzungsweise gab es im letzten Krieg einen Feldrabbiner für je 2.000 jüdische Soldaten. BORIS SMOLAR ISRAEL - BmEFMAKKKN’: KA WIEDERVERKAEUFER — ALEE NEUAUSGA- BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 559, I/B — Bu«ao< Air««, R«p. Argentiaa Wie liegen die Feiertage im Jahre 5722? Mittwoch, den 18. April Donnerstag, den 19. April Freitag, de" 20. April Sonabend, den 21 April Mittwoch, den 25. April Donnerstag, den 26. April Dienstag, den 1. Mai Mittwoch, den 9. Mai Donnerstag, den 7. Juni Freitag, den 8. Juni Sonnabend, den 9. Juni Donnerstag, den 19. Juli Mittwoch, den 8. August Donnerstag, den 9. August Freitag, den 28. September Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach Schabbat Chol hamoed 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach — Acharon schel Pessach Gedenken des Aufstandes im Ghetto von Warschau Yom Haazmaut Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot Fasten Schiwa assar be Tamus Erew Tischa be Aw Tischa be Aw Erew Rosch Haschana europäischen Ausmasses, in denen bereits geschlagen werden muss, weil die Bäume zu gross geworden sind und einander Luft und Lieht fortnehmen. Sie haben Sport- und Spielplätze, Schwimmbassins, Fischteiche, Parkanlagen und sind in sich wie kleine Städte; aber während man durch eine Stadt hindurchfährt, fährt man in den Kibbuz hinein, denn er liegt neben der Strasse, durch einen Zaun abgetrennt: er ist eine Welt für sich. Es ist wahr, dass im Kibbuz alles allen gehört. Aber jeder hat sein Haus und seine Wohnung, die er nach seinem Geschmack einrichten kann, jeder hat sein Taschengeld. das er nach sei- 1 nem Belieben ausgeben j kann, und der Kibbuznik I weiss recht gut, was Geld! bedeutet, selbst wenn er we- , nig in der Tasche hat. Gute | Geschäfte des Kibbuz bedeuten für ihn ein schöneres Haus, einen modernen Ofen, einen besseren Anzugsstoff, eine neue Schule. Nicht jeder, der im Kibbuz lebt, ist Chawer. Die Eltern der Chawerim sind es nicht, und seine Kinder sind es auch nicht. Diese können es gewiss einmal werden, wenn sie wollen und gross genug sind, um über ihre Zukunft allein zu entscheiden. Bis dahin sind sie Bewohner des Kibbuz, aber sie gehören nicht zum Kreis i der Chawerim, die den Kibbuz regieren. Der Kibbuz ist ein demokratisches Lebewesen; man wählt Kommissionen für die verschiedenen Aufgaben, die bestimmen, was gemacht wird, wann und wo. Ist man mit einer Kommission unzufrieden. kann man das nächste Mal andere Leute wählen; bis dahin behält sie ihre Autorität. Es kann Vorkommen, dass ein Chawer sich von einer Kommission ungerecht behandelt fühlt; er hat gemeint, ihm stünde ein neuer Anzug zu, aber die Kommission, ist über seine Meinung hinweggegangen und behauptet, er besitze genug Sachen zum Anzie hen. Dieser Chawer kann protestieren, und man spricht in einem entsprechenden Gremium seinen Fall durch, hört Meinung und Gegenmeinung und entscheidet; es ist klar, dass diese Entscheidung versucht, so objektiv wie möglich zu sein. Man hört oft das Argument, im Kibbuz gäbe es keine richtige Eltern- und Kindesliebe, weil die Kinder in speziellen Kinderhäusern erzogen werden. Nichts ist falscher als das. Erstens werden die Kinder in eigenen Häusern von Fachleuten erzogen und nicht von Eltern, die-oftmals bei aller Liebe von Erziehung wenig genug verstehen und sich später wundern, wenn ihr Kinder anders werden, als sie sich einmal vorgestellt haben. Zweitens sehen die Eltern, die keine besonderen Sorgen um Wohnung, Nahrung, Kleidung etc. haben, ihre Kinder je den Tag mehrere Stunden, ohne sie dauernd erziehen zu müssen. Das bedeutet, dass Eltern, die unbelastet sind von spezifischen Alltagssorgen, mit ihren Kindern völlig unbeschwert Zusammensein können, wodurch die gegenseitige Liebe gesteigert und nicht verringert wird. Am Schabbat, wo Ek IHR INSERAT in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU bringt immer Erfolg Auskunft: 83-2613 a v*; e "t - j * * \ Mm?. * » tw tern und Kinder nicht arbeiten, ist das Zusammensein natürlich besonders intensiv und herzlich. Alles in allem sehen die Kibbuzeltern ihre Kinder wahrscheinlich häufiger und unter besseren Bedingungen als ein schwer arbeitender Vater und eine kartenspielende Mutter bei uns. Aber selbst wenn unsere Eltern ihre Kinder etwas häufiger sehen sollten, wird das Zusammensein durch die Verschiedenheit der Generationen sehr getrübt. Nicht im Kibbuz: die Eltern; sind das, was die Kinder; einmal werden wollen, und I die Kinder genau das, was | die Eltern einmal waren.; Vielleicht haben es die Kini der heute besser, als es die | Eltern seinerzeit hatten, j Aber das ist eine Verände- : rung faktischer, nicht theoretischer Natur. Im Kibbuz wird sehr gut gegessen. Das gehört zur guten Arbeit. Die Menschen haben Hunger und brauchen Vitamine und Kalorien. Eine gut -gemischte Kost ist selbstverständlich. Es gibt heute in Israel überall viel und gut zu essen und selbstverständlich auch und besonders im Kibbuz. Nicht jeder eignet sich fürs Kibbuzleben. Wer es mag und sich einlebt, für ‘ den ist es zweifellos eine ideale Lösung vieler Probleme, die wir alle, die wir für unseren Lebensunterhalt arbeiten müssen, vor uns sehen. Hier arbeitet man nicht, um zu essen, sondern um zu leben — und das ist ein gewaltiger Unterschied. Jüdisches Lehrhaus Wir teilen auch auf diesem Wege mit, dass auf Grund eines Beschlusses des Vorstandes der THG, beginnend mit diesem Winter, ein Jüdisches Lehrhaus (Jüdische Volkshochschule) unter Leitung ron Dr. Hardi Swotsensky und Mitarbeit von Rabbiner Dr. Meir Rosenberg, aufgebaut wird. Zunaechst sind zwei Kurse (Arbeitsgemeinschaften) vorgesehen: 1. ) BIBELKUNDE (ein Bibelkurs). Referent: Rabb. Dr. Meir Rosenberg. 2. ) JUEDISCHE GEGENWARTSKUNDE, Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Dr. Swarsensky. Die Durchführung weiterer Kurse bleibt Vorbehalten. Bei genügender Teilnehmerzahl wird auch ein hebraeischer Anfaengerkurs im Rahmen des Instituto Argentino Israeli abgehalten werden. Einschreibegebühr für jeden Kurs: m$n 50.— (Ehepaar $ 75.—). Das Lehrhaus wird mit einer Veranstaltung eroefinet werden, auf welcher über den Lehrhaus Gedanken und die Bedeutung des Lehrhauses gesprochen werden wird. Der Beginn der Kurse sowie alle weiteren technischen Einzelheiten werden noch bekannt gegeben. Wir dürfen beim Aufbau des Lehrhauses und der Durchführung des Programms mit der Mitwirkung befreundeter Gemeinden und Or ganisationen rechnen. Auch hierüber werden wir Weiteres berichten.

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