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Jüdische Wochenschau · 1962-04-13 · 1955 (13.4.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1955 (13.4.1962)
Date
1962-04-13
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Fritzi Massary - 80 Jahre Glasfenster «gen z ans?; ■■£¡¿5 “etfísiiag J' lenen i,“1 * ern\?chat,ifr®- 3eTr" bei»« gleich- •L nien^ &jA 'durch che eme starke. Wirkung errku,1S des Lichts •“““ «aren jeru- ■ag durch die Glasest und die Far . aufleuchten lässt. tcfl]ich öberwälti. ar Reichtum von d Formen ist un- Jnd der Beschauer mals müde, den Linien und Dar- - die sich deutiieh trken nachzugehen. enster stellt einen Stämme Israels >t in einer besonrundfarbe ausgejedoch wiederum idere Farben und igen zerfällt. Einster ist goldgelb, es grün; einig« schiedenen Nuanlau; der Stamm tiefrot. Das Gan- PETOR te vermittelt den Eindruck ton Harmonie und gleich- ¡eitig von Heiterkeit und Lebensfreude. In den Kompositionen erscheinen all die ns von Chagalls surrealistilehen Malerei her wohlbekannten Motive und Symbole. Der durch die Bleifassung erzielte Effekt der Aufteilung der Bilder erinnert uns such manchmal an seine kubistische Zeit. Da finden wir den siebenarmi- ■en Leuchter, den Löwen Judas, eine traumhafte Vision der Heiligen Stadt, stilisierte Geräte des Gottes-- dienstes, die Wahrzeichen der Stämme, den Magen David. Gemäss jüdischer Auffassung erscheint nirgends ein menschliches Abbildsondern allein Tiere und Pflanzen, wie sie der Künstler aus seiner Jugendzeit in Yitebsk her kannte. Diese Motive sind mit den von ihm auf seinen Reisen nach Israel und vom Studium der Bibel gewonnenen Eindrükken verwoben. Wenn auch der Bildeffekt phantastisch und unlogisch erscheinen mag, weist die Komposition doch sorgfältig gewählte Elemente zu ihrem Aufbau und der Hervorhebung der Themen auf. Im grossen ganzen trägt das Werk stark persönliche Züge und übt eine poetische Wirkung aus. Die Synagoge oder vielmehr die Kapelle der Klinik liegt bescheiden inmitten der grossartigen Bauten, deren moderner Stil in starkem Kontrast zu der quadratischen Konstruktion steht, die mit ihx-en Fensterbogen an traditionelle orientalische Synagogen erinnert. Der innere Raum ist ganz mit hellgelbem Marmor aus dem Negew ausgelegt. Die bescheidene, schlichte Ausführung ist gänzlich von dem starken Effekt der vielfabrigen Fenster überschattet, die ziemlich eng beieinander den oberen Teil des Raumes umgeben. Es liegen verschiedene Pläne für die Ausführung des Toraschreins vor. Man beabsichtigt* einen der reich verzierten Renaissance- Schreine aufzustellen, die vor einiger Zeit aus den verlassenen Synagogen Italiens nach Israel überführt worden sind. Marc Chagall schlug eine Arbeit in einem schlichteren Sitl vor. die er selbst auszuführen bereit ist. Die in herrlichen Farben schimmernden Fenster, die Marc Chagall innerhalb von zwei Jahren schuf, bilden das Ziel der Kunstliebhaber des ganzen Landes sowie der Touristen aus aller Welt. Jerusalem IÄD ÎS. ROSENSTEIN „Typen" kann c Chagall malen, :nd, wie wir wis- ■ennoch käme ihm ien Sinn, sich rer für „Israel" zu i, weil er weiss, jüdisch-liebendes ine ..russische'’ irinnerung ist. die zösische Surrealisur hohen Blüte hat keine Kunstreion, kann sie auch ben! Ob Steinhardt Ion, ob Prins oder , ob Frau Ticho )’u Krakauer, und nnts die Liste «• . sie alle sind Met ,5 Faches, aber retiv sind sie wjiM jst Dass andererinhardt grosse kerhat, nicht nur « ‘ ,r wüste" beganni sehr dürftige» ¡ule, dem jelastend dass er als L“ iJU'ii iar ausgezeichneter herange»>g“ . arnicht ' gewerden- Stein»' opäischen ist” nenn den was ma Begriffe» inmitte» « -in verstopf llzufnth ' petalfür - denw‘cder eine sr-äs* ysfes ias nie^Aet D«r sichs rdtschul1er „g an jöstlicben glichen iner * piast^ und farbigen Holzschnitten Japans. Chinas). Der ehemalige hochbegabte Bezalelschiiler Dan Hoffner wird von surrealistischen Visionen geapekt — stark beeinflusst von Braque und dem Paris unserer Tage. Sie alle wären nicht repräsentativ? Steinhardt gehörte vor allem zu denen, die gründliches Handwerk lehrten, das;o mancher „geniale Künstler" des jungen Israel glaubt, entbehren zu dürfen! Die Festausstellung im Belalelmuseum zeigt das vielseitige Können des jerusalerner Altmeisters: Bilder aus der „Jugend”, Städtebilder in Deutschland, noch ganz unter impressionistischem Eindruck, voller Nebel, Dunst, verhangenem Nachmittag, die nichts mit der Helligkeit Israels gemein hatten. Dann gibt es den „Aufbruch”, in der Zeit des ersten Weltkrieges, (Arnold Zweig entdeckte auf seine Weise den „Ostjuden”, so auch Sami Gronemann): ■Jide'.ech” jauchzend, tanzend. ein fanatisches Dennoch, — die Thora im Arm, — aus dem entsetzlichen Elend! Dann gab es die .Altstadtszenen”. Die „Tradition” des Hauses glaubte; in der Altstadt das „Repräsentative” zu-entdecken ... Indessen: gab es keine Emek-Entsumpfung”? Gab cs keine „Pioniere”? Gibt es »ieht schon heute eine Generation der „Zabres”? Wir finden sie in der Armee Und sahen sie kämpfen in ..Sinai sie studiert auf dem Campus der Hebräischen Universität. (Der Zeichner Jossele Stern. Bezalelschiiter. karikiert sie). Diese Art des „repnisen- ■ativen Israel” erscheint garnieht bei Steinhardt, “der nur ganz am Rande... Man versuchte sieh an der -Landschaft”, an der verkarsteten, versteinten BergjMwjschaft Judäas: Frau Krakauer wagte es, mystisch übersteigert. auch Steinhardt in ganz dem gleichen Sinn... Es blieb bei Versuchen. Das entwertet das „Oeuvre” nicht. Im Gegenteile es zeigt, welche Ansätze es gab, wie ernst gerungen wurde. Dafür gebührt Steinhardt der Dank aller, denen an dem Bau einer israelischen Kunst gelegen ist. Aber wir sollten uns darüber klar sein, dass diese ganze Generation einen entscheidenden Bruch ihres Lebensweges erfuhr, in ein Vakuum vorstiess, gänzlich unvorbereitet — seelisch, optisch —, so dass nicht mehr erreicht werden konnte als tastende Vorbereitung für ein Künftiges. Eine schmerzliche Bewusstwerdung wohl für jeden, der diesen Weg verantwortungsvoll ging. Durch die „Steinhardt-Galerie” gehen, heisst sein eigenes bewegtes Leben noch einmal im Geist nachgehen: erfreut, bewegt, manchmal erschüttert, zuweilen lächelnd und auch bereit zum „Nein”. Ein erfülltes Leben: dem viele Dank schulden, (selbst wenn sie undankbar sein sollten)... Hebraeisches Studium Der kürzlich gegründeten Tarbut Foundation in New York, einer Stiftung für hebräische Kultur, haben die beideq Brüder Abraham und Jacob Goodman, bekannte Industrielle und Zionisten, eine Spende in Höhe von einer Million Dollar überwiesen. Das Geld soll in erster Linie zum Bau einer Hochschule für hebräisches Studium in New York verwendet werden. „Sei doch so lieb. Bulli, und lass die beiden Jungens zwischen uns sitzen.” Dies sagte eine elegante, schwarzhaarige Dame zu ihrem Begleiter in einer Loge in den «hemaligen Funkhallen in Berlin, als Pietro Mascagni „Aida” mit einer Stagione aufführte, die richtige Elefanten, mehr als tausend Statisten, zu dieser Monstre- Auffiihrung auf die Bühne brachte- So sah meine erste Begegnung mit Fritzi Massary aus. ,,Bulli” war ihr Mann, Max Pallenberg. — Es war im Anfang der 20er Jahre, und der Name Fritzi Massary war für uns irgendwie ein Mythos, etwas, das Krieg und Revolution wie ein unsterbliches Märchen überdauert hatte und nun so ganz einfach neben uns sass. Unsere Eltern hatten öfters von „der Massary” erzählt. Für sie war es ein feststehender Begriff, in dem sich ihre Träume von der „leichten Muse” verkörperten. Aber was konnte man schon mit diesem Wort anfangen? Wie kann man überhaupt heute noch die ganze Atmosphäre, die es um die Massary gab, in Worte fassen, sprachlich gestalten/ Es bliebe ein verwegenes, ja bestimmt unmögliches Unterfangen. Erst als sie unter dem Stadtbahnbogen am Alexanderplatz als Zigaretten-Reklame prangte, sahen wir sie auf der Bühne, als „Lustige Witwe”, Madame Pompadour, usw. in vielen Soubretten-Rollen, die alle nur durch die Kunst der Massary auf ein Niveau, das so gar nicht ein Operetten-Niveau war, gehoben wurden. Alle Erzählungen unserer Eltern und ihre Schwärmerei, wie wir sie sonst nie aus dem Mund der älteren Generation hörten. verblassten vor dem Charme, dieser Grazie, dieser Sprachkunst und dieser eigenartigen, von einer feinen, durchsichtigen, und doch so starken Erotik erfüllten Stimme. Die grosse Treppe, nicht die von Jessner, die sie bei ihrem ersten Auftritt, stets von brausendem Beifall umrauscht, herabstieg, wurde für uns zu einer Himmelsleiter, von der ein Wesen, das eher einem Traum zu gleichen schien, zu den irdischen Gefilden herabstieg. Oft wurde ein banaler Text durch sie zu einer Poesie, oft eine triviale Melodie zu wirklicher Musik. Und all das Leichte. Schwebende, das doch so einfach schien, war in harter, unermüdlicher Arbeit errungen. Es gab, mit wenigen Ausnahmen, keinen Autor oder Komponisten, der eine ebenbürtige Basis für die Leistung der Massary schuf. Einer dieser Glüeksfälle war eine einmalige Fledermaus- Aufführung mittags im Metropol-Theater, mit den Wiener Philharmonikern unter Bruno Walter mit Leo Sle- - zak, Hubert Marischka, und ihrem Mann Max Palienberg. Sie spielte die Adele in einer, von uns nie wieder gehörten Vollendung. Und als sie in einem improvisierten Dialog im letzten Akt mit Frosch, den ihr Mann, Max Pallenberg, verkörperte, dann diesen fragte, ob er überhaupt verheiratet wäre, ging dieser dicht an sie heran. betrachtete sie von oben bis unten, schätzte sie richtig ab, und antwortete: Ihnen gesagt! Das dauerte vielleicht eine Minute, aber JULIO YAVERÖVSKY ESTHER CARMEN YAVERÖVSKY geb. WEIL grossen als VERMAEHLTE Die Trauung findet s. G. w. am Sonnabend den 14. April 1962. um 21 Uhr 30 in der Chaim Weizmann Synagoge. Ar cos 2319. statt. Buenos Aires. Dclgado 860, V. wer könnte diese einmalige Minute beschreiben?! Nur noch einmal stand sie mit Max Pallenberg auf der Bühne: das war in der unvergesslichen Nacht im ehemaligen Staatlichen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Berlin, als alle Piominenfen sich zu einer Aufführung von Wedekinds Marquis von Keith zu Ehren des verstorbenen Kollegen Albert Sieinriick zusammenfanden. In einem kleinen Auftritt, als Dienstmädchen, huschte der ganze Glanz dieser einzigartigen Darstellerin über die Bühne. Von ihr ging, wie man heute sagen würde, ein Strahlenfeld aus. Sie verbreitete, auch wo es ihre Rolle garnieht zuliesse, eine Kraft der Darstellung um sieh, die wie ein Leuchten die ganze Bühne erfüllte. Später verlies® sie die aussterbende Gattung der Operette und wechselte zur Sprechbühne hinüber: Und nic-bts von den vergangenen Jahrzehnten ihrer Bühnentätigkeit, die wie ein Märchen klang, verblasste, nein, jetzt erst zeigte sich so recht, wie diese unnachahmliche „Dame” zu einer Menschengestalterin hinaufstieg, wie sie auf den Bühnen Europas scselten anzutreffen waren, — Nun sah man. einmalig, wenn man Käthe Dorsch nicht als Parallele ansehen will, dass dieser Sprung wohl ihre höchste Leistung war. „Die zweite Mrs. Selby” wurde, neben „Nina”, einem Stück ihres Schwiegersohnes Brunf» Frank, ihr unvergesslicher Abgang von der deutschen Bühne, ehe das braune Dunkel über die glanzvolle Epoche deutscher Theaterkunst im Jahre 1933 hereinbrach. Wir sahen dann nichts mehr von ihr. rur hörten wir hier in Südamerika sporadisch von ihr. In Europa gibt die Elek- Irola-Geselisehaft eine Serie Platten heraus, die den gemeinsamen Titel tragen: Unvergänglich, Unvergessen. Da singt sie noch die weiss, was sie will”, „Ma- Chansons ihrer „Frau, die dame Pompadour” und andere .Schlager” ihrer Operetten-Erfolge. Keiner von der jüngeren Generation hat sie gesehen, aber ihre Platten. wie die Platten djs unvergesslichen Rieh;rd Tauber, sind heute noch die grossen Verkaufsschlager dieser Serie. Nun ist Fritzi Massary 80 Jahre! Ein bisschen wehmütig und mit einem kleinen Schlucken in der Kehle griissen wir sie über alle räumliche Entfernung hinweg. Wir fühlen sie unserem Lehen unveräusserlich verbun- .. Encyclopaedia Judaica" Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses und Präsident der Judaica-Stiftung, Dr. Naehum Goldmann, gab kürzlich in New ’Y ork Pläne für die Herausgabe einer zehnbändigen Encyclopaedic Judaica bekannt. Das Projekt wird rund eine Million Dollar kosten. Ueber 400 jüdische Wissenschaftler und Gelehrte aus allen Teilen der Weit haben ihre Mitarbeit zueesagt. Chefredakteur des geplanten Werks, das in vier Jahren fertiggestellt werden soll, ist der Professor für Alte und Moderne hebräische Literatur am Drop=;e- College in Philadelphia Dr. N. Netanyahu. Tod eines Schriftstellers In New York starb der Journalist und Schriftsteller Konrad Bercovici im Alter von 80 Jahren. Er stammte aus Rumänien, kam als Kind nach Paris und wandert« von dort nach den Vereinigten Staaten aus. In seinen Werken beschäftigte er sich vornehmlich mit dem Leben der Zigeuner. den. wir sind heute noch glücklich, wenn wir an sie denken, und sie vor unserem inneren Augen erscheint. H, D. Hebraeisch ohne Lehrer 481 angenehm 482 (er) rasiert 483 Anzug 484 Hemd 485 Nadel por AHARON ROSEN 486 Faden : sieb 487 Schneider 488 Schild 489 Eisschrank 490 Herd. Ofen Dan .4 86 ' ■" can ,4 81 * T DO .4 87 T — npana .4 82 D1?!? .4 88 nania .4 83 * * T 7 Tipa .4 89 naiia .4 84 \ Tan .490 Dna .4 85 Dna i*?dx naos prx ‘’’papn niaa niaiD niana -a . . . 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