Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1955 (13.4.1962)
- Date
- 1962-04-13
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vieram, IS «e Abril «e 19C2 JÜDISCHE WOCHENSCHAU AN* XXIII. __ No. 1*55 Viert®*’ Schicksal and Verantwortung f (Schluss von Seite 1) waren, um sich selbst und die spezifische jüdische Aufgabe zu erblicken: sich nicht nur selbst, sondern auch das Volk zu befreien, aus dem sie kamen. Sie alle suchten nach einer zeitgemässen Lösung in dem Bewusstsein. dass die Selbstaufgabe des Judentums nicht die Rettung, sondern den Untergang bedeutete. In jenem grandiosen Prozess, den wir als die Wiedergeburt des jüdischen Volkes und Landes bezeichnen, erstrahlte aufs neue der Gedanke der Freiheit. Er war die treibende Kraft. Aber nicht „Hein diese Idee gab der Bewegung unserer Renaissance jene Dynamik, die aus einem angenehmen Traum eine harte Wirklichkeit werden liess. Denn neben der religiös-nationalen Forderung, wieder frei zu sein, bestand immer die Mahnung der Brüderlichkeit. Nirgends ist gesagt, ich will ein freier Mann werden, sondern immer ist die Red? vom Volk, von der Gesamt heit, vom Kollektiv: „Dieses Jahr sind wir hier..., dieses Jahr Knechte, im nächsten freie Männer”. Auch hierin liegt eine Erklärung für das Geheimnis des jüdischen Ueberlebens bis in unsere Tage. Jüdisches Schicksal ist niemals ein Einzelschicksal gewesen. Wenn Juden zum Wanderstab greifen mussten, wanderten alle Juden. Wenn Juden litten, weil sie Juden waren, gab es keine Ausnahmen. Weder in Spanien noch sonst wo in der Welt, wo Juden vertrieben worden sind, wurde nur ein Dr. FREY ABOGADO : X PUEYRREDON 2130 1* izq. nachm. 16—19 Uhr 1 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft 2 CORRIENTES 569 Jaime Liebling! S. A. SPERRHOELZER H O E L Z E Rj DIAZ VELEZ 5224 : Tel.: 89-9349, 33-9305 j PROPIEDADES FRANKENBERG einzelner betoffen; sie wurden alle verjagt. Der oberflächliche Betrachter unserer Geschichte und unseres Erlebens mag den Eindruck gewinnen und zu der Ueberzeugung gelangen, dass dieses Kollektivschicksal zur Solidarität geführt hat. In Wahrheit aber ist es umgekehrt. Unsere Solidarität, unsere Gleichheit, unsere brüderliche Verbundenheit haben unser Kollektivschicksal und unser Kollektivleiden ausgslöst. Weil wir bewusst eine Einheit bildeten, traf uns auch das gleichen Leiden. Gewiss stehen Ursache und Wirkung in einer steten Wechselwirkung. Unser Leiden als Gesamtheit führte auch dazu, dass aus der gedanklichen Solidarität und aus der sittlichen Forderung nach Brüderlichkeit eine echte, tief miteinander verbundene Gemeinschaft geworden ist. Diese Brüderlichkeit ist eine Pflicht, die jeden Juden gegenüber seiner Gemeinschaft verantwortlich macht. Wer schon durch seine Fragestellung sich von der Gemeinschaft ausschliesst, hat die Grundlagen des Judentums verleugnet, steht in der Hagada'. Mit anderen Worten dürfte dies bedeuten, dass es kein Judentum ohne dieser Brüderlichkeit und ohne diese Verantwortlichkeit des einen für den anderen, und aller für einen wie für alle geben kann. Ohne sich in Deutungen oder Interpretationen zu verlieren, treten damit die Aufgaben klar hervor, die jedem von uns heute wie immer gestellt sind, und deren wir uns gerade in den Tagen des Pessach erneut bewusst werden sollen: im Judentum steht niemand allein, und jeder Jude ist der Gesamtheit verpflichtet. Deswegen ist es nicht hur Erkenntnis oder Gutwilligi JUDITH SCHENKOLEWSKI KIJLTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - Tallis-j beutel - Käppchen - Maz-i zot-Taschen - Hand- und 1 Maschinenstickerei von ¡j Bett und Tischwäsche 2 Dr. P. I. RIVERA 2585 ‘ (fr. Bebedero) T. E. 73-9153 ♦ T. E. 49-5850 Í OPTICA * DIPL. OPTIKER Sarmiento 829 I T. E. 35 - 7356 j berät Sie kostenlos und | anverbindlich beim Kauf? oder Verkauf von J! GESCHAEFTEN WOHNUNGEN H A E U S E *» 1-. j Manuela Pedraza 2530 J pl. b. 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Auf die Ebene des weltpolitischen Lebens übertragen bedeutet dies, dass ein Volk, das bisher unfrei war, mit dem Tage seiner nationalen Unabhängigkeit gezwungen ist, die volle Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Jener Teil unseres Volkes, der für sich den Satz der Hagada verwirklicht hat, der frei in seinem eigenen Lande lebt, hat seit wenig mehr als einem Jahrzehnt diese schwere Aufgabe lösen müssen. Nicht nur wir, sondern alle Völker — wenn wir einmal von den berufsmässigen Hetzern absehen, — blicken heute auf Israel mit Bewunderung. Es ist ein anderes, die Freiheit zu erringen, und die errungene Freiheit zu gebrauchen. Israel hat es verstanden, ein Volk von freien Männern zu schaffen, einen Staat aufzubauen, in dem das Recht regiert und nicht die Willkür. Nicht aus Sympathie, sondern aus echter Achtung vor dem Leben in Freiheit, wie es Israel geschaffen hat, kommen andere Staatsmänner, um zu lernen, werden die besten Elemente junger Völker nach Israel entsandt, um aus den dort gewonnenen Erkenntnissen und Eindrücken die Lehren in der eigenen Heimat zur Anwendung zu bringen. Während in vielen anderen jungen Nationen und Staaten die endlich erkämpfte Freiheit zu heftigen Auseinandersetzungen geführt hat, weil das Volk mit seiner Freiheit nichts anzufangen verstand, baute Israel eine Demokratie auf, in welcher der Willen des Volkes über das Schicksal des Landes entscheidet. Dies ist umso beachtenswerter, als durch die unglückliche aussenpoHtische Lage und die permanente Spannung an den Grenzen der Armee eine dezidierende Bedeutung für die Existenz des Staates zukommt. Während aber in allen arabischen Nachbarstaaten die Militärs den Ministerpräsidenten ernennen, ist Israel das einzige Land, in dem die Führung der Armee von der Regierung eingesetzt wird. Das ist ein tiefer Ausdruck echter Demokratie und freiheitlicher Gesinnung. Weilim Judentum der Gedanke der Freiheit mit dem der Brüderlichkeit untrennbar verbunden ist, waren sich bereits die ersten Pioniere des modernen Renaissance - Gedankens darüber im klaren, dass der Neuaufbau eines Volkes im eigenen Landes auch mit einer auf Brüderlichkeit und Gerechtigkeit beruhenden sozialen Ordnung verbunden sein muss. Dies brachten Herzl, Hess, Pinsker, Gordon und viele andere Wegbereiter Israels immer wieder deutlich zum Ausdruck. Wir brauchen nicht auf die grossen sozialen Leistungen hinzuweisen, die Israel mit Stolz in einer unsozialen Welt aufzeigen kann. Wir brauchen nur an die echte Solidarität zu erinnern, von der das Leben in Israel, der graue Alltag, erfüllt ist. Gewiss sind auch die Juden in Israel Menschen mit Vorzügen und Leidenschaften, mit Opfersinn und mit Egoismus, wie Menschen nun einmal sind. Aber sie alle sind von einem neuen Geist der Brüderlichkeit, der Gastfreundschaft, der Hilfsbereitschaften, des gegenseitigen Verständnisses erfüllt. Der Boden strahlt ihnen Kräfte zu, Mut und Entschlossenheit ebenso wie eine beeindruckende Sicherheit, die sie wohl am deutlichsten von den Juden in den Ländern der Zerstreuung unterscheidet. Es wäre einfältig, wollte man die Differenzierungen übersehen, die durch die historischen Gegebenheiten auch oder gerade in Israel I M0HEL N. PLAKSIN ÿ i Superi 2719? ¡i T. E. 76-6784 u. 76-2312 J JACOB LAPIDUS;l dipl. Möbel f Ï NEUE ADRESSE £ Ï VIA MONTE 2037, 4j. ß. Í £ 46-1716 und 48-2124 ¡j PRAKTISCHER ARZT Dr. J. P. Kroll Bieber 3 DE FEBRERO 2030 Mo., Mitt. Freit. 15—20 Uhr. — T. E. 76 0266 PRIVAT 52-7734 Dr. i B. Schwarcz PARADENTOSE VORANMELDUNG NERVEN n. GEMÜTS- KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN prov. RIVADAVIA 2625 UI Tel. 48-7524 Mont., Mittwoch, Freitag; 117—20 Uhr. Tel. Anmel-' duhg erbeten. BERNARDO STERN Autfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HEL6UERA 1915 T. E. 58-4052 bestehen. Aber auch diese werden von dem Bewusstsein der Brüderlichkeit, der Verantwortlichkeit überstrahlt, die Israels Bürger, Männer, Frauen wie Kinder beseelt. Wenn wir also jetzt wieder die Hagada lesen werden, dürften uns diese Gedanken bewegen. Bewusst und offenen Sinnes sollten wir diese jährliche Gelegenheit benutzen, um über diese Fragen und Phänomene j unseres Daseins nachzudenken. Vielleicht wird dann der eine oder andere dazu veranlasst werden, nicht nur über die Sonnenseiten unseres Lebens, über die Errungenschaften Israelsüber den wundersamen Wandel im Leben unseres Volkes und die vielen erfreulichen Folgerungen Betrachtungen anzustellen, sondern sich auch veranlasst sehen, unsere eigene Position zu überprüfen. Die assimilierten deutschen Juden haben vor garnicht so langer Zeit einen anderen Satz aus der Hagada, der nur eine logische Folgerung des ,.im nächsten Jahr im Lande Israel, im nächsten Jahr freie Männer”, nämlich den hoffnungsvollen Ausruf „Im nächsten Jahr in Jerusa lern!” darstellt, reichlich geschmacklos abgedandelt oder einfach ganz ausgelassen. Sie glaubten nicht mehr an das jüdische Gesamtschicksal. Aber wir haben doch an uns selbst verstehen gelernt, dass es kein Entweichen gibt. Die Lage ist nicht dazu angetan, solche Gedanken einfach von sich abzustreifen. Wir sind Optimisten, aber wir können nicht den Weg und die Haltung anderer Länder und »Völker bestimmen. Wozu wird die Frage des Wohin aufgewor- M SOMIU ISMEUTI fiisemanario — .parece .os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190, 1’ izq T. E. 83-26i3 80-6930 A bono-Preise: Argentinien: í 190,— pro Quartal Ausland $ 600 — jährl fen, wie dies in der jüngsten Vergangenheit nicht nur vereinzelt geschah. Unser Wohin ist eindeutig, und wenn wir die Hagada lesen, brauchen wir nur unsere Aufmerksamkeit auf die ersten Sejten zu konzentrieren, um die Antwort zu finden. .. Martin Buber veröffentlichte vor Jahrzehnten seine „Drei Reden über das Judentum”, die einen tiefen und unvergesslichen Eindruck auf die einstige jüdische Jugendbewegung machten. Dort erzählte er eine alte jüdische Sage: „Vor den Toren Roms sitzt ein Bettler und wartet. Es ist der Messias.” Damals kam ichso schreibt Buber, zu einem alten Manne und fragte ihn: „Worauf wartet er?” Und der alte Mann, so fährt Buber fort, antwortete mir etwas, was ich damals nicht verstand und erst viel später verstehen gelernt habe. Er sagte: „Auf Dich.” — Ist es nicht an der Zeit, dass wir diese Antwort endlich begreifen lernen? Nehmen wir die Verantwortung für unser Schicksal auf uns, so wie es in der Hagada geschrieben steht. »*%■*»***« tt-******-*»**"**********-"'******'*'3^ * i MALERARBEITEN * FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG, SAUBER, * PREISWERT, SCHNELLSTENS * ALFREDO STERN Virrey del Pino 2639 * T. E. 76-7281 y 76-9088 J X» M-J• IW I•'Ol J *w «wu «p iîSiiïSilIIHiiîlîSfiâlSiUâiiiitâriSïEiîïâliliaiIlSH Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández 5 Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 ZAHNARZT tESTOMBA 2283 52-8214 < RAYOS X J Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr ¿Miïi3MSâa*ÏÏSS*!KfEÏMM*SMââS»MM*3SÎSÎSÎÎS?S3SIS3ï3ï«i53 I VARICES-ULCERAS I I DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS | I Dr. SAUL UMANSKY : Sarmiento 3116 T. E. 87*1362 * .ïISS3aSiïSaMaSia*all»S*»**»iï‘S*t'^ï«*ïSS>EïlilîSiSïS«Sï*Sii»tî>' >* 5 j H. ROSENZWEIG : TAILOR HENRY •TITCUMAN 563 piso 1 - T.E. 32-0913; l Graossto Auswahl in imp. n. hiesigen Staffen SHHSMISEâIlSiiaNSESClCIlHI(e>Ni33HliaSIIIlEII113«IH>ËINN3« sDr. EE N J AMIN LIPNIZKYs S ZAHNARZT S I ftOENTGEMSTRAKLSN — ZAHNZIEHEN - BE- S B HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - HEGU. g 5 LIKRUNG DER ZAHN8TELLUNG B g Spraeh»tunden: Dienstag — Donnerrtag — Sonnabend g £ anafe vorheriger Vereinbarung. S 3 JOSE HERNANDEZ 2518 T. b. n eers und 73-esoo £ SHESSlIHaSCRIiESMIHBCHiliaHiMBinailHtSMWaiiallMllF ,♦ ♦♦♦ »4 ♦♦♦-♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Dr. L KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen -U ntersnehungen SPRECHSTUNDEN: ” Montag, Dienstag, Mittwoch n. Freitag von 15—10 IR»*” TEa wird gebeten, weh vorher telefonisch anaumelden : : SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-154S;; ♦-4Ó ♦ ♦< ♦■»■♦♦♦♦■»•♦♦♦♦♦♦♦ ♦ ♦♦♦♦♦«»»♦« I f i Allw&c1 bet fe »us / cjeui«"- Criechen Athen k°r sind B«d* jedoch m * und haben «sehen. 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