Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1962-04-06 · 1954 (6.4.1962) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1954 (6.4.1962)
Date
1962-04-06
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9616703-9612947-9613138--2023-9613145
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

rut unit KUNST nggoge in V°%r LUDWIG BATO ajore Romano. des Vatikans, g-eich hinzu, mit Sicher- 1!t 'verdan koj. .Synagog{ tr. sei- In Irwar- Forschungstr s« jedoch sie ‘•'t der jäi. te auf das drite Jahrhundert rechnung ver- Inzwischen sei dts ermittelt die Synagoge 'n eines älteren gebaut wurde, erste Jahrhunlatiert werden le erklärte fole Struktur der Synagoge tarndem ersten entstehen, wähnten Teile der s dem dritten Jahrhundert;der Vergleich Synagoge von Ostia auf das zweite oder dritte Jahrhundert unserer Zeitrechnung verlegten. Was nun Pietrogrande betritt, lehnten die jüdischen Kreise seine Einschätzung der Entstehungszeit der Synagoge mit folgender Begründung ab: 1. Einige Mitglieder der Superintendenz der staatlichen Ausgrabungen selbst — also Leute von Pietrogrande — hielten mit ihrer Meinung durchaus nicht zurück, dass der Bau des Tempels sicherlich zwischen dem zweiten vorchristlichen und dem ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung erfolgt sein müsse. 2. ) Die Juden bauten in der damaligen Zeit Überlieferungsgemäss ihre Betstätten in der Nähe von Gewässern, also Flüssen. Quellen oder dem Meere, und tatsächlich wurden während der Ausgrabung keine Erde, sondern Sand und Seemuseheln unter den Ruinen gefunden. Dies bedeutet so viel, dass die Synagoge in der Nähe des Meeres entstanden ist, das sich später von Ostia entfernte, wie auch der Tiber, der früher bei Ostia ins Meer mündete, seinen Lauf änderte. Ostia gewann als Militär- und Handelshafen vom dritten vorchristlichen Jahrhundert an eine stets wachsende Bedeutung, aber ein halbes Jahrtausend später, d. i. vom zweiten Jahrhundert d.g.Z. an begann sein Abstieg. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass jüdische Kaufleute in Ostia eine Ostia Gemeinde gegründet und eine prachtvolle Synagoge aufgebaut hätten zu einer Zeit, als die Bedeutung des örtlichen Hafens ganz in den Hintergrund trat und Civitavecchia seine Rolle übernahm. Ein weiterer überzeugender Beweis dafür, dass die Synagoge vor dem ersten Jahrhundert gebaut worden sei, ist der Umstand, dass die Bundeslade in der Synagoge dem Eingang gegenüber sich nach Norden wendet. Nun sind die jüdischen Betstätten erst nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem in der Richtung nach Osten gebaut worden — zum Andenken an das Heiligtum, Da jedoch damals der Tempel noch aller Wahrscheinlickeit nach bestand, trugen die Architekten in Ostia keine Bedenken, den Bau gegen die starken südwestlichen Winde dadurch zu schützen, dass sie ihm eine nördliche Richtung gaben. Man verfolgt in jüdischen Kreisen in Italien mit grossem Interesse diesen Streit, der sich auf einem getarnten antijüdischen Hintergrund abspielt. Papst Johann XXIII. — so meint man in eingeweihten römischen Kreisen — ist im gewissen Sinne ein Gefangener der starken vatikanischen Kamarilla, die aufgrund einer uralten Tradition ihre judenfeindliche Politik weiter betreibt. Vergebens verwirft der Papst diese Tendenz, geschehen doch viele Dinge auf diesem Gebiet. die seiner Auffassung diametral entgegengesetzt sind. Robert St. John, Ben v»urion. La Biografía de un Hombre Extraordinario, — Editorial Candelabro, Buenos Aires. — Wir nehmen Veranlassung, noch einmal auf die ausgezeichnete. von Ilse J. de Smilg gefertigte spanische Uebersetzung dieser Biographie St. Johns aufmerksam zu machen. Der bekannte amerikanische Autor versteht es in seinen Schriften, und auch in dieser Ben Gurion-Biographie, Menschen und Ereignisse lebendig zu schildern. So entstand das Lebensbildnis eines Mannes, der wie kein anderer in unserer Zeit zur zentralen Figur jüdischen Schicksals und jüdischer Erneuerung wurde. — Das Buch wird als Geschenk für Jugendliche empfohlen (Barmitzwa, Geburtstage etc.), zumal es ein Geschenk von bleibendem Wert ist. — B. S. Telpuchowski: Die sowjetische Geschichte des Grossen Vaterländischen Krieges von 1941 bis 1945. — Erschienen im Verlag Bernard und Graefe. Verlag für Wehrwesen, Frankfurt a. M. 1961. — . Wir haben hier ein ernstes, wissenschaftliches Werk vor uns, das vom genannten Verlag in einer ausserordentlich sorgfältigen Ausgabe — auch in technischer Hinsicht — herausgebracht worden ist. Die Darstellung des sowjetisch-deutschen Krieges, die in deutscher Uebersetzung im Aufssere Schwierigkeiten, da die Bereitwilligkeit besteht, in Verbindung mit allem Jüdischen . und mit dem Staat Israel zu sein. Dazu kommt, dass auch die jungen Menschen, die davor Gemeinschaften zu übernehstehen, die Führung ihrer men, selbst daran interessiert sind, jüdische Erziehung zu pflegen und auszubauen und die heranw’achsende Jugend, bei der sich Assimilations-Tendenzen bereits in weit stärkerem Maten Synagogen i-orientaüscben anderen Basi- Gebäiiden «• lilig." en Gelehrten n persönlich i jedoch mit Zeitschätzunniciit einverdiese bewusst st von der al-;n Idee b«® mach die Zet- [uden über die ne Strafe Gotdass sieJesuS nizigt haben. ierspricM die blühende )»• iden ausser; und Dämcflt* d Ostia schon lern Geschebiaben, auf pas dieser K® Joch von vielt Kreisen gevrobl der j* ¡e Auffassung SEMINAR FUER Sein Hebräisch ist bereits recht gut, obwohl er hierhergekommen ist, um, sich in dieser Sprache zu vervollkommnen. Er soll auch Zionismus, jüdische Philosophie und israelische Staatsbürgerkunde studieren, bevor er w’ieder in sein südamerikanisches Heimatland zurückfährt. Dieser vierr.ndzwanzigjährige Student ist einer der dreissig jüdischen Jugendlichen, die aus Südamerika gekommen sind, um an einem Seminar teilzunehmen, das von der Hebräischen Universität in Zusammenarbeit mit staatlichen und zionistischen Gremien veranstaltet wird, um einer Reihe junger jüdischer Gemeindevertreter die Möglichkeit zu geben, ihr jüdisches Wissen zu vertiefen. der italieD1' £ idente» & »nid«". ¿ age der S« ia besprach liscbeírÍ bestreb1 «e ialSHelDSt dass rend der ®a, rA VI unter1 müsse? Die ja- , „ i« Re®1 £,%5 3#« 0 'mí Krei‘ ÍÍÍS Äriet den Die Auswahl der Kandidaten für dieses Seminar wurde durch die diplomatischen Vertreter Israels in Lateinamerika vorgenommen. Es hatten sieh mehr als die dreissig jungen Männer gemeldet, die man schliesslich akzeptierte und nach Israel sandte. "Man ging dabei von der Annahme aus, dass es für die Verbindung zwischen Israel und der Gola nur förderlich sein kann, wenn die jungen Repräsentanten, die in Kürze die Geschäfte der jüdischen Gemeinschaften in den Ländern Lateinamerikas übernehmen werden, eine Zeitlang in Israel weilen, das Leben hier kennenlernen und zugleich die Zeit dazu benutzen, um ihre jüdischen und hebräischen Kenntnisse so weit zu vervollkommnen, dass sie dieses Wissen später zugunsten Ihrer Gemeinden, besonders aber in der Jugenderziehung verwenden können. SÜDAMERIKA Diese jungen Menschen aus Lateinamerika sind dem Judentum, dem Zionismus und dem Staat Israel ohnehin eng verbunden. Sie steilen überwiegend die erste jüdische Generation in den lateinamerikanischen Ländern dar, die dort geboren ist; ihre Eltern kamen aus Europa, zumeist aus Osteuropa, und pflegen noch die jüdischen Werte, die sie aus ihrer früheren Umgebung mitgebracht haben. Die Assimilation hat sich in diesen Ländern noch keineswegs so w'eit durchgesetzt, dass man sie nicht aufhalten könnte. Die jungen Menschen, die bereits spanisch oder portugiesisch als Muttersprache sprechen, haben noch starke Bindungen an alles, was jüdisch ist. da sie vom Elternhaus her dazu erzogen worden sind. Das national ausgeriehtete Gefühl, Jude zu sein, ist hier noch in stärkstem Masse vorhanden. Daher ist es verhältnismässig einfach, Seminare für diesen Teil der Gola und seine jungen Repräsentanten zu veranstalten. Hier finden sich Kandidaten ohne grösse durchsetzen, im rein jüdischen Sinne zu beeinflussen. Die Bindungen des Staates Israel mit den ibero-amerikanischen Ländern werden immer mehr verstärkt. So schuf man letzthin ein Sondergremium, das sieh mit dem Ausbau der Handelsbeziehungen zu diesen Staaten beschäftigen soli, und nicht wenige Experten Israels sind bereits in Lateiamerika tätig, während Studienkommissionen nach Israel kommen, um hier zu lernen. Nach fast anderthalb Jahrzehnten, in welchen man diese Verbindung in sträflichster Weise veranlässigt hatte, beginnt man in Jerusalem die Bedeutung Lateinamerikas für die Welt überhaupt, besonders aber für den Staat Israel, zu erkennen. Das grosse Reservoir, das für die Menschheit, sicher aber für das Judentum und für Israel in Lateinamerika erstanden ist, zu nützen, in Dienst zu stellen und entsprechend zu behandeln, ist nun Aufgabe geworden. Jetzt erst ist man an diese Aufgabe mit der nötigen Entschlossenheit herangegangen. Dieses Seminar in Jerusalem ist ein Glied der Kette. Hermann u. Marianne Edgar und Lise Laser Wolff geben die VERLOBUNG ihrer Kinder M A R I E T T A und CARLOS bekannt. Empfang: Sonntag, den 15. IV. 1962 Nahuel Huapi 4015 von 17—20 Uhr NEUE BUECHER trage des Arbeitskreises für Wehrforschung editiert und von A. Hillgruber und H. A. Jacobsen erläutert worden ist. kann gewiss nicht als eine ohne weiteres annehmbare Berichterstattung hingenommen werden. Ohne auf die ebenso alte wie schwer zu beantwortende Frage einzugehen. ob es eine objektive Geschichtsdarstellung überhaupt geben kann, trägt dieses Buch alle Anzeichen kommunistischer Sicht, also der reinen materialistischen Geschichtslehre. Dennoch ist dieses Werk Telpuchow'skis für den Zusammenhang und den Ablauf des Geschehens mindestens von der gleichen Bedeutung wie die vielen Publikationen, die zu diesem Thema von der anderen Seite in den letzten Jahren herausgebraeht w-orden sind. Das Werk ist umfangreich: es bringt viele und wichtige Einzelheiten, die — wenigstens uns — bisher nicht bekannt waren. Es spiegelt ein gigantisches Ringen wider, einen Kampf auf Leben und Tod, in dem alle verfügbaren Kräfte und Reserven an Menschen und Mitteln, an materiellen und ideellen Werten oder Unwerten mobilisiert w'urden. Der Sowjet-Historiker verbindet seine Sachdarstellung mit Wertungen, die nach seiner Weltanschauung orientiert sind, wie man dies wohl auch nicht anders erwarten kann. Mitunter wird sogar die Schilderung des Ablaufs der Ereignisse von seinem ideologisch - gebundenen Standpunkt überschattet oder verschüttet. Aber selbst das ändert nichts an dem Ernst dieses Buches, bei dem man .natürlicherw'eise’ derartige ideologische und weltanschauliche Ausgangspunkte voraussetzen muss. Im Rahmen einer Buchbesprechung können und sollen auch nicht ideologische Fragen ausgMragen werden, so interessant und verlokkend dies flieh sein mag. — Nur noch ein Wort darüber, warum wir uns für dieses Buch interessieren sollten. Die Zukunft des jüdischen Volkes war weitgehend mit dem Ausgang dieses Krieges zwischen Nazideutschland und der Sowjetunion abhängig. Trotz der tiefen, gerade weltanschaulichen Gegensätze, die zwischen der kommunistischen Ideenwelt und dem jüdischen Gedankengut bestehen, und die miteinander nicht vereinbar sind, waren die Sowjets während dieses Krieges die Träger der jüdischen Hoffnungen. Denn ein Sieg Hitlers über die Sowjetunion hätte für das ganze jüdische Volk unübersehbare — oder wenn man so will, sehr leicht übersehbare — Folgen gehabt. Schon aus diesem Grunde sollte jeder, der sieh nicht mit oberflächlichen Kenntnissen begnügen will, dieses Werk studieren. — Leo Saeck Institut sucht DOKUMENTE-URKUNDEN CHRONIKEN-BILDER über die Geschichte des ehemaligen deutschen Judentums sammelt das LEO BAECK-INSTITUT durch d'e Redaktion der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU (Buenos Aires, Pueyrredon 2190, Tel.: 83-2613) PUBLIKATIONEN DES IEO BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TUEBINGEN Year Book V I960 — VOM L.B.-iNSTITUT HERAUSGEGEBEN: BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache. WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen bei Herrn CURT WILK, Moreno 2256. und im Büro der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU, Pueyrredon 2190, 1, izq. (83/2613)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.