Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1954 (6.4.1962)
- Date
- 1962-04-06
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Año XXIII. — No. 1954 — 5 Viera««, t ir Abril de 1962’ LA SEMANA ISRA'ELITÄ NEONAZISMUS AM WERK Das Budget der Jewish Agent* Man soll sich davor hüten, Einzelerscheinungen zu verallgemeinern. Aber man soll auch nicht über gewisse Symptome einer antisemitischen Restauration mit einer Handbewegung zur Tagesordnung schreiten und nur über solche Probleme sprechen, die uns nicht unmittelbar angehen. Kein vernünftiger Mensch konnte erwarten, dass eine Generation, die durch die Schule des Nationalsozialismus gegangen ist, alle dies« Theorien und Verleumdungen vergessen haben oder plötzlich davon überzeugt sein könnte, dass ihre Lehrmeister sich in ein2iii tiefen Unrecht befunden haben. Tatsache ist, dass die Mehrheit diese Zeit von sich abgestreift hat, nicht erinnert sein will, dem Augenblick lebt, der weidlich ausgenutzt wird, und der jüdischen Frage mit gemischten Gefühlen gegenübersteht: sicher ist ein Unrecht geschehen, aber .. In einer solchen Atmosphäre besteht bei ruhiger Ueberlegung immer die Gefahr, dass alte Vorstellungen geweckt und alte Hassgefiihle erneuert werden. Deswegen ist es richtig, die Aktionen der Berufsantisemiten genau zu beobachten. Und solche Hetzer, die in dem Kampf gegen die Juden ihre Existenzquelle erblicken, hat es immer gegeben. Offensichtlich wird diese Klique auch vorläufig nicht aussterben. Es ist interessant dass in Deutschland selbst die Voraussetzungen für das Wirken solcher Elemente weit ungünstiger sind als etwa in Oesterreich. Antisimetische Parolen verhallen in der Bundesrepublik meist unbeachtet, was wiederum noch nicht bedeutet, dass es solche Tendenzen nicht gäbe. In Wien erschien eine von der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien herausgegebene „Europa-Mappe", die hauptsächlich unter Lehrern und Schülern verbreitet wurde. Diese Europa - Mappe , wurde als Lehrmaterial benutzt und sollte im Sinne des Europa-Gedankens wirken. Im Grunde genommen aber handelte es sich um eine Empfehlung des Buches von Theodor Soucek „Wir rufen Europa”. Dieser Souvon H. B. SAMUEL ’ cek wurde 1948 wegen seiner nazistischen Betätigung zum Tode verurteilt (!l, später aber begnadigt. Sein Buch „Wir rufen Europa” gipfelt u. a. in der Behauptung, j dass die Gaskammern in | den Konzentrationslagern le- I diglich zur Desinfektion der I Kleidung gedient haben. In I dem Buch heisst es u. a.: I „Man hat 1945 die Lüge vom Judenabschlachten in die , Welt gesetzt und die Weltmeinung über Hitler und die Deutschen bewusst vergiftet und verfälscht. Das Juden- , tum ist bis zur Stunde jeden Beweis über die Höhe der angeblich in Vernichtungslagern und Gaskammern Ermordeten schuldig geblieben.” — Zu solchen Behauptungen kann sich ein politischer Hetzer treiben lassen nachdem vor wenigen Monaten erst im Prozess gegen Eichmann der Umfang der nazistischen Schuld unter Beweis gestellt worden ist. Im übrigen beziehen sieh die Ziff2rn über die Hohe der Anzahl jüdischer Opfer auf Statistiken, die nicht von Juden, sondern verschiedenen amtliehen Mitteilungen der betroffenen Länder aufgestellt worden sind, was nur neben- , bei erwähnt und wiederholt I sei. : Soucek behauptet dann u.! a., der Tod so vieler Menj sc heil hätte der Bevölke- | rung niemals verheimlicht; werden können. Hierzu sind 1 wir der Auffassung, dass sicherlich auch weit mehr Menschen hiervon gewusst haben, als heute wahrhaben wollen. Schliesslich arbeitet der neonazistische Autor auch noch mit „Logik”, die allerdings nur reine Bauernfängerei ist: da in den letzten Kriegsmonaten Hunderttausende auf den Fiuchtstrassen vor Kälte Hunger und Gewalt starben, so ist der Anteil der Todesfälle durch Seuchen und Epidemien in Anhaltelagern erklärbar. Was allerdings der Tod deutscher Flüchtlinge mit dem Menschenmord in den Lagern zu tun haben soll, bleibt das Propaganda-Geheimnis des Verfassers. Diese .Kostproben’ dürften genügen. Soucek benutzt das ihm geschenkte Leben zur Fortsetzung seiner Herze. Die ihm erwiesene Gnade hat er mit der Wiederaufnahme seiner verbrecherischen Tätigkeit beantwortet. Aber all das dürfte kaum interessieren, da es heute noch hinreichende Möglichkeiten geben dürfte, einem solchen Menschen das Handwerk .zu legen. Dagegen ist das Verhalten der zuständigen Behörden im „Neuen Oesterreich” ausserordentlich befremdend. Wie ist es möglich, dass solche Schriften überhaupt erscheinen können und, wenn sie einmal erschienen sind, nicht sofort beschlagnahmt werden? Wie konnie die Direktion der Zentraisparkasse der Gemeinde Wien ein solches Pamphlet überhaupt finanzieren, und wenn sie dies nicht getan haben sollte, als Propaganda Lehrern und Schülern zur Verfügung stellen? Wie konnte schliesslich Lehrmaterial — und dazu noch dieser Art — Lehrern und Schülern zur Verfügung gestellt werden: ohne dass die zuständigen Schulbehörden dies genehmigten? Und wenn das Unterrichts-Ministerium oder seine Beauftragten ihr Einverständnis gegeben haben, bleibt nur zu fragen cb die hierfür Verantwortlichen zur Rechtfertigung ihres Verhaltens aufgefordert, gemassregelt und aus ihren Lehrstellen entfernt worden sind. Hierüber wurde bisher nichts verlaut'bart. Jerusalem. — Das aus fünf Richtern zusammengesetzte Appellationsgericht, das über die Berufungsklage des einstigen Obersturmbannführers Adolf Eichmann zu entscheiden hat, lehnte den Antrag des Strafverteidigers Dr. Robert Servatius, ab, neue Zeugen vorzuladen, und verfügte die Vertagung bis zur Beschlussfassung. Die Richter hörten vorher das letzte Piädayer des Verteidigers an, der bemüht ist, seinen Mandanten vor dem Galgen zu retten. Die Ablehnung des Ersuchens um nochmalige Zeugeneinvernahme stützt sich auf das israelische Gesetz, das eine nochmalige Vorladung von Zeugen in zweiter Instanz verbietet, wenn nicht S'issi-ssisâiJiEà-tsî-fâiiifisï^-asoâsSSSif ssiisSfiiHiiiëif fsïiisn m mi S JUAN JULIUSBURG s tun na I MALERARBEITEN I 73-1148 BLANCO -ENCALADA 1646 r*ss*-e jïiÿSïPïiâ^sïsrKïffMssgsinrissïiSâsiïseiïssiiissâisïisia VERBRINGEN SIE HDS IM MODERNSTEN “ItPD HOTEL M. FLAMM CHASCOMÜS — Cordoba 38 — T. E. 2910 1 QUADER VOM SRAND Alle Zimmer mit Privatbad — Alle Bequemlichkeiten J Telefonische Auskünfte in Bs. Aires: 76-2312 u. 76-5805 Rechtzeitige Anmeldung erbeten bis 11. April 70-5805 4 ril t Verbringen Sie die jj; lß/3 Pewachfwertage jj: im 1w ""! HOTEL LAGO RIO CEBALLOS — CORDOBA Casilla Correo 34 Bekannt durch seine Küche und aufmerk* same Bedienung — Anmeldung erbeten | Entscheidung Ende April erwartet Tel Aviv. — Das Oberste Gericht Israels wird noch im Laufe des Monats April — wie man annimmt — das Urteil über die von Eichmann eingelegte Berufung fällen. Inzwischen sind die Verhandlungen vor dem Obersten Gericht abgeschlossen worden. Eichmann ist in die Todeszelle zurückgeführt worden, wo er am letzten Kapitel seiner Memoiren arbeitet, deren Veröffentlichung allerdings durch das Tribunal verboten worden ist. bewiesen wird, dass das erstinstanzliche Gericht Fehler begangen hat. Aus diesem Grunde musste Dr. Ser vatius sich darauf beschränken, seine schon im Laufe des viermonatigen Prozesses im vergangenen Jahr vorgebrachten Argumente zu wiederholen. Eichmann klammerte sich fest an seinen Stuhl, als wolle er jede Gefühlsbewegung im Keim ersticken, doch konnte er seinen Tick, das Gesicht nervös zu verziehen, nicht unterdrücken und befeuchtete mit der Zunge immer wieder die Lippen. Dr. Servatius wiederholte, dass die Verbrechen, für die Eichmann verurteilt worden ist, nicht in Israel begangen wurden, da damals noch kein jüdischer Staat existierte. Er behauptete auch wieder, dass die Verhandlungen des erstinstanzlichen Gerichts in vieler Hinsicht zu bemängeln seien. So monierte er u. a„ dass der Prozess in Jerusalem abgehalten wurde, wo Zeugen Und Dokumente beigestellt werden konnten, was jedoch die Verteidigung behindert habe. Er behauptete ferner erneut, alle Dokumente der Generalstaatsanwalschaft seien unvollständig gewesen und ans ihrem Zusammenhang gerissen worden, um eine Anklage gegen den Beamten zu konstruieren, der dag Gestapobüro für Judenfragen geleitet hat. Der kölner Anwalt verwies ebenfalls nochmals auf die Entführung Eichmanns aus Argentinien, was. wie er ausführte, gegen die Menschenrechte seines Mandanten und das internationale Gesetz verstosse, denn Eichmann habe bei seiner Festnahme nicht versucht, aus der Zone der Gerichtsbarkeit zu entfliehen f!) Des weiteren stellte er fest, der Ankläger habe „ein verzerrtes Bild” der Rolle Eichmanns im Programm der Nazis für den Völkermord gegeben. (ITA) Infolge der Währungsreform musste der bereits ausgearbeitete und genehmigte Voranschlag der Jewish Agency für 1962/63 einer gründlichen Revision unterzogen werden. Während sich das Budget für das zu Ende gehende Finanzjahr auf 238.657.000 IL belaufen hatte und für 1982 63 ursprünglich 270 Millionen IL vorgesehen waren wurde es jetzt mit 370.910 000 IL nach dem neuen Kurs mit 123.636.687 Dollar festgesetzt. Nicht weniger als 81.8 % der Ausgaben dieses Rekordbudgets sind für Einwanderer, Einordnung und Siedlung bertimmt. Die für diese Posten vorgesehene Summe von 223.042.000 IL ist fast so gross wie das Gesamlbudget des Vorjahres. Diese beträchtliche Vergrösserung ist einerseits auf den ständig anschwellenden Strom der Einwanderung zurückzutühren. andererseits auf die durch die Devaiuation verursachte Sieigerung der Transport-, Aufnahme- und Baukosten. Für Erziehung, Kultur einschliesslich Zuwendungen an Hochschulen', Information, Jugend und Hechaluz sollen insgesamt 18.951.000 IL (im Vorjahr 10.995.000), die 7.1 % des Budgets entsprechen, verausgabt werden. Für wirtschaftliche Tätigkeit verschiedener Art sind 10.033.000 IL (früher 4.711.000 IL) vorgesehen. Die Tilgung von Schulden und Zinsendienst wird 79.156.000 IL (gegenüber 49.900.000) erfordern. Unter den veranschlagten Einnahmen steht an erster Stelle die Einheitskampagne in den Vereinigten Staaten mit 141.000.000 IL (im Vorjahr 88.400.000) und die Vereinigte Israel-Aktion des Keren Hajessod in den übrigen Ländern mit 33.670 000 IL. (18.900.000). Bei diesen beiden Posten ist als oeine Verdopplung zu verzeichnen denn einerseits wirkt sich hier der neue Kurs des IL aus, andererseits rechnet man mit einem höheren Ertrag der Sammelaktionen. Wiedergutmachungs-Zahlung aus Deutschland und Einkünfte aus erblosem Vermögen betragen zusammen 35.875.000 IL. Die Jugendalija, deren Budget insgesamt. 14.093.000 IL ausmaeht, wird einen beträchtlichen Teil davon, nämlich 9.108.000 IL selbst aufbringen. Der einzige Einnahmeposten, der nicht gestiegen, sondern inder gleichen Höhe verblieben ist wie im Jahre 1961'82, ist die Beteiligung der Regierung Israels am Kolonisationsbudget mit 40 Millionen IL. Die Jewish Agency plant langfristige Anleihen in der Höhe von 94.307.000 IL (im Vorjahr 59.350 000) aufzunehmen. fi*-*-#•>**»- +>m**9v*■***'***' 49 TERRENOS * INMUEBLES, Máximo rendimiento por la rápida y sataM valorizas#*, :k Máxima seguridatffpor la posesión inmediata y fácil coiÜrtibilidad. pf TEL AVÏJ ISRAEL Asesor legol: | Or. 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