Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1954 (6.4.1962)
- Date
- 1962-04-06
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Vir rae», 6 ó* AMI de »«2 JÜDISCHE WOCHENSCHAU AB* XHiL _ No. 1954 Eine unwürdige Verteidigung i 4 Schluss von Seit« 1) . über die Menschen nechte den Henker des jüdischen \oikes retten. - Mit grosser Energie wiederholte Servatius auch die Argumente, die er in erster Instanz vorgetragen hatte, das israelische Gericht sei nicht zuständig. Dabei stützte er sich widerum auf die illegale Verhaftung und Ver dem Vorgehen Israels israelischer Stellen oder israelischen Personen sind dem nach nicht mehr zulässig. Wenn auch das U« hereinkommen das beanstandete Vorgehen der Betieligten nicht legalisiert hat, ist der Zwischenfall als solcher doch erledigt. Aus diesem Grunde kann sich niemand mehr auf die Entführung Eichmanns berufen, um daraus briugung Eichmanns nach j Rechtsvorteile für ihn zu Israel sowie auf das angebliche ad hoc-Gesetz, aufgrund dessen die Verurteilung Eichmanns erfolgte. Mit Recht wurde vom Ankläger unterstrichen, dass ein Gericht nicht zu untersuchen habe, mit welchen Mitteln oder auf welchem Wege ein Verbrecher verhaftet worden ist. Wenn hierbei illegale Methoden angewandt wurden, die rechtlich oder moralisch zu verwerfen sind, so mögen die hierfür Verantwortlichen herangezogen werden. Der Verbrecher aber kann aus dem illegalen Vehaltea der Stellen, die seine Verhaftung ermöglichten und durchführten, keine Reehtsvorteile ziehen. Ein solches Verlangen kann nur als ab surd bezeichnet werden. Die Verhaftung und Vf bringung Eichmanns nac Israel hatte seinerzeit zu e; Bern internationalen Konflil zwischen Argentinien und I rael geführt, mit dem sic1 sogar der Sicherheitsrat de; UN beschäftigt hat. Diese- Konflikt ist durch eine gegenseitige Vereinbarung de; beteiligten Nationen rechts kräftig beigelegt worden. Ir gendwelche Folgerungen aus 1 Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON ZU» 1’ izq. nachm. 16—19 Uhr REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 ziehen, am wenigsten aoer der deutsche Verteidiger. Hinzu kommt, dass die Bundesrepublik keinen Auslieferungsantrag an Israel gestellt hat. Hierbei braucht nicht untersucht zu werden, ob Westdeutschland ein Recht gehabt haben würde, dieses Verlangen au Israel zu richten. Für uns genügt die Tatsache. da«s dies nicht geschehen ist. Damit hat neben allen anderen in diesem Zusammenhang von der deutschen Regierung abgegebenen Erklärungen Deutschland sein ausdrückliches Einvernehmen erklärt, dass die Aburteilung Eichmanns durch Israel erfolgen solle. Nach der Argumentation von Servatius sei Israel such nicht zuständig, wei e Verbrechen nicht auf is elischem Boden gesebe n seien. Unterstellen wi ’mal, Polen würde Eich anns Auslieferung verlar n und Israel wollte dieser; suchen Rechnung träger ■unten dann die Argumer atiooen zu seiner Verteir fing über die Zuständigke en aufrecht erhalten bl«' .en? — lieber den Ausgar 'ieses Proseses in Pole ö'irfte sich auch Eich man licht in hoffnungsvollem Zweifeln wiegen. Mit aller Sicherheit würde er nichf die Möglichkeiten einer um fangneichen Verteidigung haben, wie sie ihm Israel gewährt. Die Polen hätten i JUDITH l SCHENKOLEWSKI J •I KULTUSSTICKEREIEN t| Schahbosdecken - Tallls-J* •« beutel - Käppchen - Mazij zot-Taschen - Hand- und }? Mast hinenstickerci von i \ Bett und Tischwäsche * Dr. P. I. RIVERA 2585 * Jaime Liebling: : s. a.; t SPERRHOELZER ♦; HOELZER; l DIAZ YELE2 5224 ¡ Tel.: 89-9349. 33-9305! <► T J T. E. 73-9153 ¡¡ (fr. Bebedero) T. E. 73-9153 t OPTICA I DIPL. OPTIKER mit ihm „kurzen Proze*,o’ gemacht... Das zweite Hauptargument der Verteidigung zum Beweis dafür, dass Eichmann nicht für die ihm zur Last gelegten Talen verantwortlich gemacht werden dürfe, besteht in der .simplen Behauptung, Eichmann sei letzten Endes nur ein Transportbeamter gewesen. Der israelische Ankläger, Generalsta&tsar.walt Hausner, hat aufgrund seiner umfassenj «len Akten- und Tatsacfaen- | Kenntnisse ciese abwegigen, | um nicht zu sagen, grotes I ker. Darlegungen der Vor | teidigung Punkt für Punkt ] widerlegt, sodass t-s sich er | ubrigt, hierauf nochmals mit Einzelheiten einzugehen. Dass Eichmann selbst davon überzeugt ist mehr als ein Transpc,rtbeamter gewesen zu sein, ergab sich aus seiner wachsenden Nervosität bei der Rede Hausners. Schliesslich hat auch Servatius nicht bestreiten können, dass Eichmanr Chef der Sonderabteilung gewesen ist, der die Durch iihrung der „Endlösung der Tudenfrage” übertragen war. Ein Abteilungschef der üestapo war selbst in die em Terrorapparat kein ein re her Befehlsempfänger. Zur Frage des .höherer 'efehls’ gibt es bereits eine mfangreiche Literatur um *eehtssprechung sowohl detiernationalen Gerichtshof ie der deutschen Gerichte ie sich in den letzten Jah en mit diesem Problem ■u sein ander zusetzen hatten enn beinahe alle Kriegs erbrecher — von einigen, enigen Ausnahmen ^.abge eben — haben sich auf ihre iehorsamspflicht berufen. Sehen wir einmal davon ab, dass Eichmann in vielen Fällen sogar gegen den Befehl seiner Vorgesetzten gehandelt sowie eigene Mass nahmen und Initiativen eingeleitet hat, deren einziges Ziel die Vernichtung von immer mehr Juden gewesen ist. was ihm nachgewiesen W’urde, dann bleibt seine Verantwortung auch in «len Fäl. len bestehen, in denen er in Uebereinstimmung oder auf Weisung seiner Chefs auftrat. Würde man die Schuld aller derjenigen verneinen die im Aufträge oder auf Befehl ihrer Vorgesetzten die Mordtaten in den Lagern begangen haben, so würde man dadurch die gesamte Gesellschaftsordnung unserer wie aller Zeiten erschüttern. Dann könnte sich je- WASVWAV.W.^WVI j s PROPIEDADES \ FRANKENBERG;! berät Sie kostenlos und J anverbindlich beim Kauf J oder Verkauf von J GESCHAEFTEN < WOHNUNGEN * HAEUSERN, Manuela Pedraza 2530 | pl. b. Dp. B i T. E. 70-7244 * i Sarmiento 829 - í : T. E. 35 - 7356 Í MARTHA \ \CHAPEAUX\ < HUTSALON Í Í B E Jetzt in L G R A N 0 MOLDES 256 T E. 73 9229 73-9155 MQHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 der Mörder darauf berufen, «lass er für seine Tat nicht verantwortlich zu machen sei, weil die Umstände ihn zu einem wiliebh-sen Werkzeug der die Welt beherr sehenden Leidenschaften gemacht hätten, auch wenn er das Unrecht seiner Tat eiu- »ehen würde. Das nationale wie internationale Leben ist auf Verantwortlichkeiten; aufgebaut, die der einzelne Bürger wie die Gesamtheit zu tragen haben. Der Buchhalter, der auf Verlangen seines Chefs falsche Eintragungen vornimmt, auch wenn er hierzu durch Drohung gezwungen worden ist, kann sich mit dem Hinweis auf seine unglückliche Situation nicht seiner Verantwor lung entziehen «der von seiner Schuld befreien. Auch der „Buchhalter des Todes”, wie man Eichmann genannt hat, wird von diesem Rechtsgrundsatz erfasst. Selbst wenn er nur ein un- L-Tgeordneter Beamter gewesen wäre, der er nicht var, würde diese Tatsache tn seinem Verschulden .ichts ändern. Die Kriegsverbrecher-Pro «esse sind wenig dazu geeignet, die Frage der Wilensfreiheit eines Menschen -u diskutieren. Wollte man jber negieren, dass jeder Mensch die MOEGLICHvEIT der Entfaltung eigeer Willensentscheidungen jesitzt, so könnte es über laupt keine Justiz, sondern ur Sicherheitsverwahrung «n Verbrechern geben. Seit ahrlausenden beruht da gesellschaftliche wie staatli •he Leben aller Völker aul rem Gedanken der Verantwortlichkeit der einzelne; lürger für ihre eigene Wil .cnsbildung. Gewiss kann ss Grämte geben, durch die '•owohl die volle, w ie die teilweise Willensfreiheit eingeschränkt wird. Es können subjektive und objektive Gründe sein. Das Vorliegen solcher Gründe wird auch von jedem Gericht eines zivilisierten Staates berück sichtigt werden. Kein Befehl, auch nicht ein nazistischer Befehl, kann jemals ausreichen, um den Befehlsempfänger zum willenlosen Werkzeug zu machen. Eichmann insbesondere. «Jer als Abteilungschef einen umfangreichen lieber - blick über die Absichten und die Durchführung des ver- Dr. 1 B. Schwanz i ZAHNARZT J 4ESTOMBA 2283 52 S214 + RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG b nee benschen Programms der „Endlösung der Judenfrage” hatte, ist in keinem Augenblick ein willenloses Werkzeug gewesen. Er war weder willenlos noch ein Werkzeug. Die Beweisaufnahme hat darüber hinaus bewiesen, dass er nach eigenen Entschlüssen gehandelt hat und über ihm erteilte Befehle hinausgegangen ist. An seiner vollen Verantwortlichkeit kann ein Zweifel nicht bestehen. Und niemand zweifelt daran, nicht die W7elt, nicht die Juden, nicht die Nazis. Wenn es denoch zu dieser Debatte gekommen ist. so liegt dies an einer peinlich genauen Prozessführung in Israel. In dem Bestreben, selbst dem schlimmsten Gegner Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, wurden alle Möglichkeiten der Verteidigung gegeben, jedes Argument vtwzutragen. Der Eichmann- Prozess sollte noch einmal der Wett die jüdische Tragödie unseres Jahrhunderts zum Bewusstsein bringen. Gleichzeitig aber sollte man begreifen lernen, dass die Zeiten vorüber sind, in denen solches geschehen konnte. Eichmann, der ehemals gewaltige Naziführer, Herr über Leben und Tod von Millionen, spielte während des Ablaufs dieses Prozesses eine immer erbärmlichere Rolle. Im Angesicht dessen, was vorgekommen war. und unter der Last der vor felegten Beweise, suchte die Verteidigung einen WTeg, um Tie Verantwortung, die un- 'estreitbare Verantwortung und vieltausendfache Schuld von diesem einen Uebeltäter •-bzuwälzen. Sehr schnell teilte es sich jedoch hernis, dass dieser Ausweg ins Nichts führt. Was Eichmann U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece •os Martes y Vie rnes. Editado pee Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abooo-Preise: Argentinien: t 100.— pro Quartal Ausland 6 600 — jährl Zttsammensftss Tel Aviv. — In Tel Aviv kam es vor einigen Tagen zu einem Zusammenstoss zwischen kommunistisch orientierten Arbeitern und der Polizei. Der Zwischenfall wurde jedoch schnell erledigt. getan hat, kann nicht verteidigt werden. Sicher gab es nicht nur einen Eichmann, was für und gegen den Angeklagten in Jerusalem gesagt worden ist. Aber dieser eine Ekhmann, der vor seinen Richtern stand, wird nicht weniger schuldig, weil er viele Komplizen hatte. Solange das Urteil nicht vorliegt «nd rechtskräftig ist, wer«Jen wir ein abschliessendes Wort nicht sprechen. Nur eines dürfte schon heute feststehen: dass dieser Mann, mag er nun die treibende Kraft heim grossen Juden morden, mag er ein Werkzeug oder der Buchhalter des Todes gewesen sein, einer der grausamsten Exponenten der nazistischen Furie und der Henker unseres Volkes war. —! MALERARBEITEN i | FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG. SAUBER, * * PREISWERT, SCHNELLSTENS * % ALFREDO STERN Virrey del Pino 2639 % * T. E. 76-7281 y 76-9088 * %*4!-*******«*»*»*-»*»»»*«-}HS*-8HS-*-k****»***. ¿i*IIiISIISS?^EISffl-äi ¿ 7 ¿ S5.Í3E15Í : JACOB LAPIDUS \ Í dipl. Mehel > Í NEUE ADRESSE > V VIAMONTE 2037. 4j. B. $ 46-1716 und 48-2124 5 ^.V.%VW.VAWWW' NERVEN n. GEMtiTS- KRANKHEITEN Dr. M. J, KUHN? prov. *. RIVADAV1A 2625 S Tel. 48-7524 c Mont., Mittwoch, Freitag \ \ 17—: III -20 Uhr. Tel. 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J Mor-tag, Dienstag, Mittwoch u Freitag von 15—18 Um ♦ Es wird gebeten, sich vorher telelon:scö an/umewn * ♦ SANTA FE 1391 T.E. ♦ ♦♦♦♦♦ i Dr. BERNARDO GOLDSTEIN i 5 MEDICO S w r 5 Cardiología — Hospital Fernández z Sg m * Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme; S CUBA 2141 — T. E. T3-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr 4 ..■m 44-9493 u. 44-154'/;