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Jüdische Wochenschau · 1962-03-30 · 1953 (30.3.1962) · p. Seite 9

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1953 (30.3.1962)
Date
1962-03-30
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German, Spanish
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l«Sî Viernes, 30 de Marzo de 1902 LA SEMANA ISRAELITA Ano XXIll. — No. 1953 — 9 Der israelische Export steig i lm Mittelpunkt der neuen Wirtschaftspolitik der Regie- 3 ung Israels steht die Exportsteigerung. Dies betonte Finanzminister Levi Eschkol, ais er in der Knesset das neue Budget für das Jahr 1962 /63 mit seinen 2.357 Millionen IL ein- 'brachle, und dies betonten auch der Handels- und Industrieminister Pinchas Sapir und andere Sprecher der Regierung, die in zahlreichen Versammlungen und Vorträgen die Gründe und die Ziele dieser Politik dem breiten Publikum darzulegen versuchten. EXPORT UM FAST 15 PROZENT GESTIEGEN Vor kurzem wurden die -endgültigen Ziffern für den Israel-Export im Jahre 1961 veröffentlicht, der mit seinen fast 250 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahr um über 30 Millionen Dollar angewachsen ist. Auch die Monate Januar und Februar zeigten eine weiter aufsteigende Linie gegenüber den gleichen Monaten des Vorjahres. Für das gesamte Jahr 1962 erhofft man eine Ausfuhrsteigerung von 50 Millionen Dollar^ Das Bemerkenswerte, wenn man die genauen Exporttaieln verfolgt, ist die Feststellung, dass sich Israel auf von Dr. KÜRT 0TTENS0QSER (Israel) den verschiedenen Gebieten m den belieferten Ländern sichere Absatzmärkte zu erobern wusste. Der überwiegende Teil des Zuwachses;st jungen, neu entstandenen Unternehmungen, oder der Aufnahme neuer Artikel zususchreiben. Die Industrie nimmt übrigens am Export einen wachsenden Anteil, da eie Ausfuhr landwirtschaftlicher Produkte im letzten Jahr unter dem Rückgang des Zitrusexports infolge Kleinerer Ernten zu leiden hatte. Ferner kann mit Vergnügen festgestellt werden, dass der grösste Teil des Exports gegen Devisen und nicht im Verrechnungs- oder im Claeling-Verfahren erfolgte. NACH DER ABWERTUNG Wie wird sieh der Erport nun nach der Abwertung entwickeln? Das ist heute die Frage, di? allen ökonomischen Erwägungen zugrunde liegt. Die Abwertung brachte der Exporlindustrie keinen sehr starken Auftrieb, was von der Regierung zugegeben wird. Nach dem nunmehrigen Wegfall der Exportprämie beläuft sich die gewonnene Spannung nur auf etwa 15 bis 25 Agurot pro Dollar, und dieser Spielraum lässt der Exportindustrie keine sehr grosse Manövricr-Mög- Jichkeit, wde der Generaldirektor des Handels- und Industrieministeriums Herr Tzur selbst in einem Vortrag vor der Industrie zugegeben musste. Der Ausgleich soll in einer Rationalisierung der Industriebetriebe und der Hebung der Leistungsfähigkeit gefunden werden.Man strebt eine Konzentrierung der Kräfte in der Industrie an. Kleinere Betriebe sollen sich zusammensenüessen, und der Export soll in den Händen der Grossbetriebe und starker Export - Handelsgesellschaften zusammengelasst sein. Dies vViirde, so meint man, eine beträchtliche Rationalisierung und Herabsetzung der Generalunkosten mit sieh bringen. Auf der anderen Seite will man aber nach besten Kräften den Ueberkonsum am lokalen Markt drosseln und auch so die Betriebe zwingen, sich dem Export zuzuwenden, oowohl dieser schwerer ist und oft nur kleinere Gewinnmargen zulässt. Wenn die Industrie sich über mangelnde Kredite beklagt, so ist dies nur eine Folge dessen, dass man der lieben Konkurrenz w’egen dem lokalen Abnehmer viel zu bereitwillig grosse Kredite eingeräumt hatte, warf Herr Tsur den Industriellen vor, und ermahnte sie, dies zu unterlassen, auch wenn sie dazu Verkaufskartelle bilden müssten, denn so hätten sie genug Geld für die laufenden Betriebskosten, Gewiss, es gibt eine Ueberproduktion heute fast auf allen Gebieten, aber nicht der lokale Markt soll diese aufnehmen, sondern sie sollen zum Export gelangen. Es wird gerade deswegen auch verständlich, warum sich Israel jetzt so sehr bemühte. zu einer schnellen Verständigung mit der EWG «Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft) zu kommen. Europa nimmt fast 60 Prozent der Exporte Israels auf und ohne den Export Israels nach Europa müsste eine sehr schwere Situation entstehen. Nun darf man allerdings hoffen, dass eine Verständigung in dieser oder jener Form erfolgen wird. EXPORT OHNE PRAEMIEN Um als Verhandlungspartner gegenüber der EWG der -Gatt - Organisation und New Yo) k. — Mit dem Wertzuwachs des Dollars in Israel sieht man ein Ansteigen der nordamerikani sehen Investitionen voraus. Vor einigen Wochen hat ein Stahlwerk in Pittsburgh einen Vertrag für die Entwicklung ähnlicher Fabriken in Israel abgeschlossen. Im vergangenen Monat akzeptierte die israelische Regierung die Lieferung einer grossen Zahl von Traktoren eines bedeutenden nordamerikanischen Unternehmens, das plant, eine Fabrik für Ersatzteile in Isrrei zu errichten. Die Aussichten für neue Investitionen in Israel machen sich besonders in der Eisenbranche, in der petrochemischen, elektronischen und Textil-Industrie sowie in der Lebensmittelproduktion bemerkbar. Man erwartet einen beschleunigten Zufluss von Investitionskapitalien im laufenden Jahr. Der Verkauf von Aktien der „Israel Investors' Corporation’” belief sich im Jahre 1961 auf 12 Miliio nen Dollar; im vorhergehenoen Jahr betrug der Eingang von Privatkapital in Israel 105 Millionen Dollar. Die israelische Regierung gründete im Jahre 1960 eine Investitionsgeselischaft mit Büros in New York, Boston. Philadelphia, Los Angeles, Milwaukee, Dalias, Chicago, Cleveland und Toronto. Die heutigen israelischen Gesetze sichern die lOOprozentige Repatriierung der Gewinne in Dollar und bieten einen interessanten Nutzen, der aus der Steuerfreiheit dieser Gelder resultiert. BORIS SMOLAR anderen Handelspartnern auftreten zu können, musste Israel auf das spiezielle, von j : ihm entwickelte Prämiensy- \ j stem verzichten.; i Natürlich wird die Regie- ' j rung es an indirekter Ex-1 portförderung, wie sie in al- > len Ländern üblich ist, nicht! fehlen lassenaber darüber hinaus wird di? Industrie für sich-selbst sorgen müssen, und eines der Instrumente hierzu sind Ausgleichskassen. die di? Industrie selbst errichtet und auffüllt, um so Mittel zur Eroberung neuer Märkte zur Verfügung zu haben. Di? Qualität des Israel- Produkts steht heute — natürlich allgemein gesprochen auf einer wirklich anerkennenswerten Höhe, was der Israel-Industrie bei ihrer Beteiligung auf internationalen Messen und Ausstellungen auch immer neue Kunden zuführte. Es wird sich jetzt zeigen müssen, ob sie auch in der Lage ist, preislich die Konkurrenz an den Weltmärkten aufzunehmen. Maschinenfabrik in Aschkalon von MEIR FAERBER Neues Leben blüht auf Askalons Ruinen, und nicht die Archäologen und Folklojisten sind heute für das Stadtbild Askalons entscheidend, sondern Techniker und Ingenieure, Kaufleute und Industrielle, Arbeiter und Hausfrauen, Lehrer und Schüler. Nördlich grenzt Askalon an die von den Arabern verlassene Stadt Medjdal, die von Einwanderern besiedelt zu Migdal, dann Magdal-Aschkelon, wurde, und schliesslich den Namen auf Askalon vereinfachend mit dem neuen, modernen Ort zu einer munizipalen Einheit verwachsen ist. Im Süden entwickelt sich die neue Hafenstadt Aschcod. deren Entstehen nicht wenig zur Ermunterung des weiteren Ausbaus von Askalon beiträgt. Wir besuchen — zusammen mit der Wirtschaftskommission der Knesset — eine neue Fabrik in Askalon, die für die wirtschaftlichen Fortschritte im Süden Israels symptomatisch ist. Die weiträumigen Fabrikshallen und die grossen, hellen Büros der Ingenieure rnd Techniker des Werkes und seines kaufmännischen Personals machen mit ihren insgesamt 14.000 Quadratmetern verbauter Fläthen den Eindruck, dass diese Maschinen- und Werkzeugfabrik noch mitten in der Anfangsphase ihrer Produktion steckt, denn noch viele Plätze sind nicht aus- __ _ gefüllt, und es ist reichlich- <er Arbeitet Raum zur Intensivierung und zum Ausbau des Betriebs vorhanden. Tatsächlich wurde der Bau ser-Ilin Industries Ltd. Haifa ist. Die Fabrik E. Ilin Industries Ltd. Askalon befindet sich seit Juni 1961 im Anlauf-Stadium und hat ihre Produktion erst Anfang November aufgenommen. Das Erzeugungsprogramm umfasst Autobestandteile besonders für die haifaer Fabrik, Werkzeugmaschinen, Zahnräder, Drehbänke, Hobelbänke, Pressen u. dgl. Bisher wurden 30 Drehbänke hergestellt. Eine Sonderstellung dient dem Selbstbedarf der Fabrik zur Qualitätskontrolle, zur Herstellung von Stanzen und Formen, Regenerierung von Maschinen - Bestandteilen und Werkzeugen usw. Es gibt hier auch eine Fachschule zum Anlernen von Arbeitern, die in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Berufsausbildung im Arbeitsministerium geleitet wird. Der Unterricht dauert ein Jahr, und Exsoldaten und Einwanderer werden bevorzugt zur Ausbildung aufgenommen. Etw'a hundert Absolventen solcher Kurse sind bereits zur Zufriedenheit der Werkführer tätig. Leider sind zu wenige Jugendliche oei-eit, als Lehrhnge zu arbeiten, da sie als Kursteilnehmer nur 5 IL pro! Tag bekommen, als unge- : lernte Arbeiter aber mit eij nem Tageslohn von 12 IL! rechnen können und daher! nicht auf die Beendigung ih-! rer Ausbildung warten wollen. Der Durchschnittslohn beläuft sich auf 15 IL pro Tag, der Anfangslohn nach Beendigung eer Schule auf 8,30 täglich. , ¥T . . Die Fabrik plant, ähnliche des Unternehmens erst 1959 i Fachschulen auch in Kenya, begonnen, dessen Initiator [ Dahomey, Kamerun und an- 1 . Haupteigentümer Ephi deren afrikanischen Läni8)iT) Ilin, der Vorsitzende1 dein zu gründen. bereits 174 Leute, 80 % davon in der Produktion und m Produktionsdiensten und 20 % in der Verwaltung. Bis Februar 1962 sollte die Arbeiterzahl auf 210 erhöht v,»erden, bis Ende 1962 auf 450 und später auf 850 Deute. Dem Unternehmen stehen 100 Dunara Boden zur Verfügung. Gewisse Aufträge werden für die Flugzeug-Reparatur- Taass. Amcor und andere inländische Betriebe, Vc-rtikalwerkstatt Bedek in Lod, für Drehbänke für die deutsche Fabrik „Schiff“ bearbeitet, und man hofft, Werkzeugmaschinen auch in andere Länder Europas und nach Kanada exponieren zu können. Bis Ende 1962 soll Ware für 7 Millionen IL produziert sein, und im Jahre 1963 ist das Produktions- Soll 9,5 Millionen IL. Bisher wurden von der bestätigten Investition von 8 Millionen IL in die Aska-' loner Fabrik sieben Millionen IL investiert, davon aus Anleihen vom staatlichen EntwicklungsDudget etwa 3 990.000 IL, also über 50 %. In Boden und Bauten wurden 1,2 Millionen IL investiert, in Aufrüstung und Maschinen 4,6 Millionen IL, in Kräne, Instrumente, elektrische Transformation usw. 1,3 Millionen IL. Direktor Goldfarb betonte, dass die Hauptaufgabe des Werkes in der Vertiefung der 'Produktion liegt, dass nämlich möglichst viele Bestandteile der in Haifa montierten Autos im Lande selbst hergestellt werden sol- | len, wobei diese Fabrik die- | jenige in Haifa, die bereits i seit elf Jahren besteht, immer mehr ergänzen wird. Noch ist die Metallindustrie im Lande rückständig und muss ihr Potential erwei- Neue Industrien Die Einwohnerzahl von Tel Mond hat sich seit Staatsgründung verzehnfacht. — Man bereitet sich jetzt auf die Aufnahme von weiteren Einwanderern vor, indem man Arbeitspdätze für die Neuankömlinge schafft. Es ist die Errichtung von Fabriken für Textilwaren und plastische Stoffe vorgesehen. ken sukzessive von Importen unabhängig zu machen, denn die Lieferungen aus dem Ausland dauern zu lange und sind oft auch teurer als Eigenproduktion. Der bisher erzielte Mehrwert. ist etwa 35 Prozent, doch kann er in der exakten Metallindustrie auf 60 bis 70 Prozent gesteigert werden. Der durch Vermeidung von Importen ersparte Dollar kostet im ersten Jahr 3,41 IL, doch hofft man, im Lauf der Jahre die Kosten auf 2.80 IL senken zu können, wenn das Lohnniveau nicht steigt. 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