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Jüdische Wochenschau · 1962-03-30 · 1953 (30.3.1962) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1953 (30.3.1962)
Date
1962-03-30
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German, Spanish
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8 — Viernes, 3# de Man« de 1962 LA SEMANA ISRAELITA Ado XXIII. No. 1953 Tagung der Claims - Conference Israels Reichtum: die Orange Kopenhagen. — Dr. Na chum Goldmann forderte in seiner Eigenschaft als Prä. sident der Konferenz für materielle Ansprüche gegen Deutschland die bonner Regierung auf, ein grosszügiges Gesetz zur Durchführung zu bringen, um die rasche Handhabung der 9(0.000 \ unerledigten Wiedergutmaj chungsanträge zu sichern, i Goldmann sprach auf der I Eröffnung der Jahresver- | Sammlung des Direktions- \ rats der Claims Conference! im Hotel Angleterre. Er; führte aus, dass ein solches Gesetz auch notwendig sei. um die Vergünstigungen des! bestehenden deutschen Gei setzes auch auf andere Opfer der Nazi Verfolgungen auszudehnen, besonders auf! diejenigen, die kürzlich aus Ländern hinter dem Eiser- | nen Vorhang angekommen sind. Er unterstrich, dass die Notwendigkeit eines sofortigen Handelns dringend sei, da das gegenwärtige Bundes - Entschädigungsgesetz am 21. Dezember 1962 abläuft und die Verhandlungen über ein solches Gesetz durch die kürzliehen Wahlen in der Bundesrepublik unterbrochen worden seien. Goldmann betonte, die Zahlung dieser Entschädigungen sei völlig unabhängig von den Beträgen, die die Claims Conferenc zur Verteilung an bedürftige Juden in der Welt erhalten' hat. Er teilte mit, dass bis jetzt über 80 Millionen Dollar unter überlebenden Opfern aus 30 Ländern von der Claims Conference verteilt wurden und rund 200.000 jii. dische Männer, Frauen und Kinder in den Genuss dieser Zuwendungen getreten sind. Der Gesamtbetrag, den die Claims Conference von der westdeutschen Regierung aufgrund des Entschädigungs - Abkommens erhalten soll, beliefe sich auf 107 Millionen Dollar, und er fügte hinzu, dass diese Institution auch von der deutschen Regierung als offizielle Sprecherin der Juden in der Welt, die einen Anspruch auf individuelle Entschädigung nach dem BEG haben, und von verschiedenen deutschen Staaten in dieser Eigenschaft anerkannt werde. Zu Beginn seiner Rede sprach Goldmann dem dänischen Volk und seiner Regierung für ihre heldenhafte Aktion zur Rettung ihrer jüdischen Mitbürger zur Zeit der Nazibesetzung warmen Dank aus. Er erinnerte daran, dass von den 7.000 Juden, die damals in Dänemarkt lebten, nur 475 in die Hände der Nazis fielen. Zum Kapitel der individuellen Entschädigungen äusserte Dr. Goldmann, dass diese nach cfem Bundesgesetz 2.598.000.000 Dollar am 1. Dezember 1961 ausmachten, ausser den Summen, die von deutschen Staaten gezahlt wurden, nämlich 3.948.000 Dollar vor der Sanktionierung des Bundesgesetzes im Jahre 1953, womit insgesamt rund 2.772 Millionen Dollar ausgeworfen wurden. Von dem Gesamtbetrag sind im Jahre 1961 ca. 556 Millionen Dollar eingeflossen. Diese Zahlen scheinen beeindruckend, bemerkte Dr. Goldmann, doch müssten sie im Rahmen der Kosten des totalen Entschädigungs-Programms betrachtet werden, die sich nach Schätzung der deutschen Behörden auf 4.300 Millionen Dollar belaufen. Wenn die Zahlen korrekt seien, so seien bis zur Stunde nur 60 Prozent gezahlt worden. Andere Redner auf der Eröffnungssitzung waren Schatzmeister Moses A’. Lea vitt. der über die Verteilung der Fonds durch die Claims Conference im Jahre 1961 berichtete, der Israel-Botschafter in Dänemark Har ry Levin und Otto Leviso.i. der Präsident der dänischen jüdischen Gemeinde. VERTEILUNG DER GELDER Im Jahre 1962 sollen 10.075.000 Dollar an 173 00C bedürftige Naziverfolgte in 25 Ländern verteilt werden, wie beschlossen wurde. Jacob Blaustein aus Baltimore, der erste Vizepräsident der Claims Conference, unterbreitet« das Budget den 37 Direktoren, welche 23 jüdische Weltorganisationen vertreten. Mit diesem Betrag efhöhen sich die seit dem Jahre 1952 von der Deutschen Bundesregierung geleisteten Zahlungen auf 90 Millionen Dollar. Blaustein teilt« mit, dass die Ersuchen um Zuwendungen weit über den verfügbaren Fonds liegen und der Umfang der Anträge mit den Jahren nicht geringer geworden ist. „Die Ersuchen um Unterstützung sind um 7 Prozent höher als ita Jahre 1961.’, führte er aus, „und wir haben 433 Anträge vorliegen, die für das laufende Jahr um weit mehr als 20 Millionen Dollar ersuchen. Sie können sich vorstellen, dass die Aufgabe, diese Summen der Wirklichkeit anzupassen, viele Schwierigkeiten bereitet, um die verfügbaren 10 Millionen Dollar zu verteilen.” Die Zuwendungen an westeuropäische und südamerikanische Länder sind eingeschränkt worden, mit Ausnahme der Hilfe für Frankreich, das im vergangenen Jahr viele Tausende Flüchtlinge aufgenommen hat. Nach Blausteins Angaben sind im laufenden Jahre folgende Subsidien vorgesehen: für Hilfe und Rehabilitierung an Europa, Australien und im Rahmen anderer Programmes für die Naziopfer. für kulturellen und erzieherischen Wiederaufbau, für Verwaltung und ÖÄV.'.A* Jaffa-Apfelsinen in der Auslage des feinsten hamburger Obstgeschäfts ,,Der Fruchtkorb” Ausgaben an die israelische Einkaufsmission. Die Summe für Hilfe und Rehabilitierung wird, wie Blaustein betonte, vom JOINT verteilt werden, der sie aus eigenen Mitteln noch erhöhen wird. Raumfahrt ohne Vorschrift Man kann heute kaum noch daran zweifeln, dass die Weltraumspezialisten in fünf Jahren technisch in der Lage sein werden, einen Menschen auf dem Mond zu landen und ihn auch wieder wohlbehalten zur Erde zurückzubringen. Doch ob es den UN bis dahin gelingt, die Raumfahrt-Aktivität ihrer Mitglieder in geordnete Bahnen einer internationalen Zusammenarbeit zu bringen, das muss nach ihren bisherigen vergeblichen Bemühungen auf diesem Gebiet leider bezweifelt werden. Bereits am 10. Januar 1957 — über sieben Monate vor dem ersten Sputnik- Start — erklärte der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, Eisenhower: „Wir sind gewillt, jede Vereinbarung zu treffen, die eine zuverlässige Kontrolle der für den Weltraum bestimmten Flugkörper und Satelliten umfassen würde.” Am 14. Januar des gleichen Jahres trug der amerikanische Vertreter bei den Vereinten Nationen den gleichen Gedanken in der Abrüstungsdebatte der UN vor, damit „die Forschung und Entwicklung inbezug auf den Start von Geräten in den Weltraum ausschliesslich auf wissenschaftliche und friedliche Zwecke beschränkt” werde. Der Vertreter der Sowjetunion meldete darauf seine Bedenken an, und wie in solchen Fällen üblich, verwies man den von Lcdge gemachten Vorschlag an einen Unterausschuss. Nach -monate- Wie liegen die Feiertage im Jahre 5722? Mittwoch, den 18. April Donnerstag, den 19. April Freitag, den 20. April Sonabend, den 21. April Mittwoch, den 25. April Donnerstag, den 26. April Dienstag, den 1 Mai Mittwoch, den 9. Mai Donnerstag, den 7. Juni Freitag, den 8. Juni Sonnabend, den 9. Juni Donnerstag, den 19. Juli Mittwoch, den 8. August Donnerstag, den 9. August Freitag, den 28. September Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach Schabbat Chol hamoed 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach — Acharon schel Pessach Gedenken des Aufstandes im Ghetto von -Warschau Yom Haazmaut Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot Fasten Schiwa assar be Tamus Erew Tischa be Aw Tischa be Aw Erew Rosch Haschana langen fruchtlosen Diskussionen innerhalb dieses Ausschusses wurde dann zwar ein westlicher Vorschlag für die Schaffung eines Inspektionssystems zur ausschliesslich friedlichen Verwendung von Raumflugkörpern von der Vollversammlung der UN angenommen, doch seine praktische Verwirklichung scheiterte am Widerstand der USSR und des Ostblocks. VORSCHLAEGE. ABER KEINE EINIGUNG Im März 1958 machte die Sowjetunion dann eigene Vorschläge. Doch da sie im Zusammenhang damit die Liquidierung der amerikanischen Militärstützpunkte in Europa und Asien forderte, war auch dieser Versuch zum Scheitern verurteilt. Ende 1958 kamen die Bemühungen um eine internationale Koordinierung der Raumfahrt dann in ein realistischeres Fahrwasser. Amerika verzichtete auf die Forderung nach einem doch nicht zu realisierenden Inspektions-System, und die Sowjetunion gab die Idee von der Liquidierung der nordamenikanisehen Militärstützpunkte auf. Im Dezember 1959 schien es dann endlich ernst zu werden. In der Vollversammlung der- Vereinten Nationen wurde die Diskussion über dieses Thema wieder aufgenommen, und es kam überraschend schnell zu einer Einigung über die Zusammensetzung des UN- Weltraumausschusses. In ihrer 856. Sitzung am 12. Dezember 1959 verabschiedete die Vollversammlung feierlich eine Entschliessung, in der zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit hinsichtlich der friedlichen Benutzung des Weltraums die Abhaltung einer grossen internationalen Konferenzdie Ermutigung nationaler Forschungs - Vorhaben und vor allem die Bildung eines UN - Weltraumausschusses verlangt wurde. Darin sollten vertreten sein: Albanien, Argentinien, Australien, Oesterreich, Belgien, Brasilien, Bulgarien, Frankreich, Ungarn, Indien Iran, Italien, Kanada, Japan, der Libanon, Mexiko, Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei, Schweden, die Sowjet- Jüdischer Minister amtsenthoben ¡Miami. — Máximo Bergman, ein bekannter kubanischer Jude und Minister für Innenhandel in der kubanischen Regierung unter Fidel Castro, ist seines Postens enthoben worden, wie aus Havanna eingelaufene Nachrichten besagen. Bergman, der die jüdische Schule in Havanna besucht hat und lange mit den jüdischen Textilkaufleuten in Kuba liiert war, war ein Jahr lang Minister. Wie aus der erwähnten Kabelmeldung hervorgeht, wurde Bergman in dem von ihm bisher geleiteten Ministerium auf einen niedrigeren Posten versetzt, während sein Portefeuille in Händen von Manuel Lasardo, einem Mitglied des Zentraleomités der kommunistischen Partei Kubas liegt. — (ITA) Union, die VAR, Grossbritannien und die USA. Der grossen Hoffnung folgte jedoch abermals eine grosse Enttäuschung. Den sieben Ostblock - Delegationen schienen in diesem Ausschuss plötzlich wieder die blockfesten und kommunistischen Staaten zu schwach vertreten zu sein. Sie boykottierten die Arbeit. Erst am 27. November 1961 erschienen sie ohne Angabe von Gründen zu der von Generalsekretär U Thant einberufenen Sitzung des UN? Ausschusses. Nun endlich konnte der Delegierte Oe- I nen Bilder den Vergleich sterreichs, Dr. Franz Match, mjt den \yetterdaten auf der zum Vorsitzenden gewählt j Erde_ und Wetterfronten mawerden, und ohne Gegenj chen bekanntlich nicht vor S i eTr^1€^ ^er, ■^u/na_ nationalen Grenzen halt. Bei ne Mihail Hasganu das Amt | den Nachrichtensatelliten ist des stellvertretenden Vorsit-! ejne internationale Absprache allein darum geboteA, um ein Durcheinander bei der Benutzung der verwendeten Frequenz zu vermeiden. Auch beim konventionellen Funkverkehr kommt man ohne solche Absprachen nicht aus. Andererseits erfüllen Nachrichtensatelliten überhaupt erst dann ihren Zweck, wenn sie über grosse Entfernungen, also von Kontinent zu Kontinent und damit über die nationalen Grenzen hinweg eingesetzt werden. Ihre Uebertragungskapazität ist auch meist so gross, dass nur ihre algemeine Nutzung, also zum Beispiel von allen Ländern Europas und Südamerikas gemeinsam, einen wirtschaftlichen Betrieb verspricht. Eine zentrale Stelle zur Erfassung aller Daten der Erdsatelliten und Raumsonden ist in erster Linie darum von grossem wirtschaftlichen Interesse, weil es dadurch erst richtig möglich wird, alle Bahnänderungen der Raumflugkörper richtig zu beobachten und daraus zum Beispiel Schlüsse auf die Wanderung der interstellaren Materie durch den Raum zu ziehen. Natürlich stellt dieses, nach nunmehr fünf Jahren vielleicht endlich zur Bearbeitung herangereifte Programm nur ein absolutes Minimum einer Internationalisierung der Weltraumforschung dar. Es werden heute allein in die Entwicklung neuer Raketentypen zenden. Das bei dieser Gelegenheit von dem USA-Vertreter Charles W. Yost vorgelegte Arbeitsprogramm fand bei den meisten Delegierten klare Zustimmung. Es sieht im einzelnen vor, dass man bei der Verwendung der Erdsatelliten als Hilfsmittel der Wettervorhersage und zur Nachrichtenübermittlung international zusammenarbeitet. Ausserdem soll der Abschuss jedes Raumflugkörpers mit allen technischen Einzelheiten an eine zentrale Stelle gemeldet werden, die diese Daten dann allen Interessenten innerhalb kurzer Frist zugänglich machen kann. Darüber hinaus enthält das Programm die Forderung, der Weltraum und einzelne Himmelskörper — vor allem wohl der Mond — dürften nicht von einzelnen Ländern für sich beansprucht werden und müssten den Forschern aller Nationen zur Verfügung stehen. Das sind eigentlich Selbstverständlichkeiten, von denen jedes beteiligte Land nur profitiert, ohne dafür viel opfern zu müssen. Die sogenannten Wettersatelliten, die dem Meteorologen mit Hilfe einer Fernsehbezw. Bildtelegraphie - Einrichtung einen Ueberbliek vom Wettergeschehen geben, überschauen zwangsläufig die ganze Erdkugel und nicht nur ihr Geburtsland. Ausserdem braucht man zur Deutung der von den Wettersatelliten aufgenomme- Milliardenbeträge gesteckt, die man leicht weitgehend sparen könnte, wenn diese Raketen frei an andere Länder verkauft würden und nicht in erster Linie militärischen Zwecken dienten. Man spricht auch nicht gern davon, dass neben den zivilen Nachrichten- und Wettersatelliten ähnliche Satellitentypen gebaut werden, die mit ihren für ultrarotes Licht empfindlichen Photozellen in erster Linie dafür bestimmt sind, die heissen Auspuffgase von Raketen- Abschiissen zu registrieren und die später einmal die Radar - Ueberwachung des Luftraums unterstützen sollen. ATOMBOMBEN ALS SATELLITEN? Der freie Weltraum ist ausserdem ein zwar nicht gerade ideales, aber andererseits gar nicht so unpraktisches Gelände für Atomwaffen - Experimente, und man denkt sogar daran, statt eines Bombengeschwaders Atombomben als Satelliten um die Erde kreisen zu lassen und sie bei Ausbruch eines Krieges durch Bremsraketen in das feindliche Land zu steuern. Andererseits werden gegenwärtig, wie erst _yor kurzem zu lesen war, spezielle Kernreaktoren entwickelt, mit deren Hilfe sich scharf gebündelte Waffenstrahlen erzeugen lassen. Diese Strahlen will man dazu verwenden, überzählige alte Satelliten zu vernichten oder aber solche Atombombensatelliten zu beseitigen. Einfacher liess sieh dieses Problem durch ein anerkanntes internationales Recht für den Weltraum lösen. Angesichts solcher Probleme mag es verständlich erscheinen, dass die Sowjetunion befürchtet, in einem UN-Weltraumausschuss majorisiert zu werden. So hat denn der sowjetische Chefdelegierte auch bereits in der ersten regulären Sitzung des UN-Weltraumausschusses am 27. November 1961 nach einer Reorganisation dieses Ausschusses gerufen. Es ist deshalb nach wie vor sehr fraglich, ob die praktische Arbeit dieser Organisation nun endlich beginnen kann. Andererseits dürfte sich auch in Russland in absehbarer Zeit die Erkenntnis durchsetzen, dass die Chancen für eine internationale Regelung der friedlichen Nutzung des Weltraums in Zukunft eher kleiner als grösser werden, weil sich seine militärische Nutzung mehr und mehr in den Vordergrund schiebt. Zudem kann auch die Sowjetunion zumindest in einigen Teilbe. reichen der Weltraumforschung nicht auf eine internationale Regelung yer^eft-, ten, f

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