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Jüdische Wochenschau · 1962-03-30 · 1953 (30.3.1962) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1953 (30.3.1962)
Date
1962-03-30
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Viernta. 30 de Marzo de 19G2 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIII. No. 1953 Die geplante Planlosigkeit I (Schluss von Seite 1) sowjetische Husarenriite sie nicht, mitmachen wollten. Libanon und Transjordanien, mit den USA der eine, mit Grossbritannien der andere Staat eng verbunden, lehnten einen Ost-Kurs ständig ab. Saudi Arabien und Yemen halten aus vielen Gründen zum Westen, der vor allem den König Saud umwirbt, dessen wirtschaftche Potenz weitgehend durch die amerikanischen interessen gestützt wird. Dass diese Allianz in nächster Zeit erschüttert oder gar gefährdet werden könnte, ist nicht anzunehmen. Deswegen war Nasser bereit, Saudi Arabien und Yemen hemmungslos zu beschimpfen, als er erkennen musste, dass seine panarabische Politik gescheitert war. Anstatt auf der Linie der Verbindung arabischer Staaten nach dem in ein Nichts zerstobenen Plan einer „Vereinigten Arabischen Republik” vorwärtszukommen, ist Nasser heute isoliert. Wahrscheinlich wäre jeder andere Politiker nach solchen Misserfolgen gestürzt worden. Nasser jedoch gelang es dank seiner grossen Wendigkeit, auch aus dieser Niederlage seine Macht zu retten. Allerdings soll es in Aegypten brodeln. Zu viele und zu einflussreiche Kreise sind von den überstürzten Sozialisierungs-Massnahmen Nasser s betroffen worden. Zunächst hatten sie keine besonderen Einwendungen erhoben, weil andere enteignet Dr. FREY ABOGADO * PUEYRREDON 2190 I* izQ. nachm. 16—19 Uhr REAL P ’üllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 wurden, ausländische Gesellschafien und Privatpersonen. Erst als die ägyptischen Kapitalisten selbst an die Reihe kamen, wuchs die Empörung. Moskau sah diese Entwicklung mit Genugtuung. Nasser ist nicht der einzige Diktator, der den Roten den Weg ebnete. Ob die rebellierenden Wirtschaftler oder die besitzende Schicht in Aegypten die Möglichkeiten und Fähigkeiten besitzen, einige wirksame Schritte gegen Nasser einzuleiten, kann von aussen schwer beurteilt werden. Immerhin ist die Tatsache als solche bemerkenswert und zeigt, dass auch ein Nasser eines Tages von seinen eigenen Leuten eliminiert werden kann. Ist es doch ein besonderes Merkmal unserer Zeit, dass eben noch vergötterte Diktatoren brutal entthront werden. Man braucht doch nur an „Väterchen’' Stalin zu denken, dessen Leiche wenige Jahre nach seinem Tode degradiert worden ist. Anderen Diktatoren widerfuhr zu Lebzeiten ein gleiches Schicksal. Sicherlich gibt es auch in Aegypten heute Männer, die mit Nassers Herrschaft und seinen kaum noch zu übersehenden Misserfolgen unzufrieden sind. Gewiss werden diese Tyrannenstürzer aus den gleichen Kreisen wie Nasser selbst kommen, der sich als junger Offizier gegen seinen Vorgänger Naguib empörte. Da die Diktatur jede freie Meinungsäusserung unterdrückt, ist die Oeffentlichkeit im wesentlichen auf Gerüchte angewiesen, die sich beharrlich hal ten. Die wilden Spionageprozesse. unter Bruch internationalen Rechts durchgeführt, sind ein Indiz mehr dafür, dass die Fundamente JUDITH J SCHENKOLEWSK! Í KULTUSSTICKEREIEN ¡» ¡¡ Schabbosdecken - Tallis- ■« % beute) - Käppchen - Mnz- ¡* £ zot-Taschen - Hand- und Maschinensticker-ri von ¡. Bett und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585;! (fr. Bebedero) «¡ T. E. 73-9153 > laime Liebling S. A. SPERRHOELZER H DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89-9349. 33-9305; ♦ ♦ ♦ O ELZEHj ♦ 4 PROPIEDADES '< FRÄNXENBERG - berät Sie kostenlos und 1 anverbindlich beim Kauf oder Verkauf von 1GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN Manuela Pedraza 2530 pt. b. Dp. B * T. E. 70-7244 : OPTICA DIPL, OPTIKER T. E. 35 - Ï? MARTHA \CHAPEAUX\ HUTSALON \\ / . I Jetzt in BELGRAN0 MOLDES 2 5 6 1;¡ T E. 73 9229 73-9155 Jder nasserschen Herrlichkeit erschüttert sein dürften. In dieser verworrenen Lage, in der sich Aegyptens Aussen- und Innenpolitik befindet, sah auch Nasser sich einmal mehr dazu veranlasst, auf den „Fall Palästina” zurückzugreifen. Unerwartet machte er einen Vorschlag und sprach von seinem Plan, dem Gebiet von Gaza Autonomie zu verleihen. Bekanntlich sind die sogenannten arabischen Flüchtlinge im Gazastreifen mit ihrem Schicksal durchaus nicht einverstanden. Ihr Hass wendet sich nicht allein und vielleicht auch nicht hauptsächlich gegen Israel, das schliesslich in einem ihm aufgezwungenen Krieg gesiegt hat. Die arabische Führung kann nicht bestreiten, dass sie sich damals gründlich verrechnete, als sie den „Flüchtlingen” riet und befahl, das Land zu verlassen, und als sie ihnen eine baldige Rückkehr mit lohnender Beute ver3prach. Inzwischen ist nichts oder sehr wenig für die Flüchtlinge in Gaza geschehen, nachdem die UN die Verwaltung dieses Gebietes den Aegyptern im Rahmen der israelisch - ägyptisch - arabischen Waffenstillstandsverträge anvertraut hat. In zahlreichen Sitzungen der zuständigen UN - Gremien wurde diese Tatsache trotz der allgemein wohlwollenden Haltung der Weitmächte gegenüber Nasker deutlich zum Ausdruck gebracht. Nun hatten sich a.le Parteien und vor allem die UN seinerzeit mit.einer ägyptischen Administration in Gaza einverstanden erklärt. Das bedeutet jedoch unmissverständlich. dass dieses Gebiet nicht ägyptisches Territorium werden sollte. Damit ist jede Aenderung des politischen Status dieses Gebiets der Entscheidung Aegyptens entzogen. Nur die UN können bestimmen, in welcher Form jetzt wie künftig Gaza verwaltet werden kann. Die logische Folge dieser staatsrechtlichen Position des Gaza-Streifens ist zunächst eine negative. Aegypten hat nicht das Recht, einseitig ein UN-Statut zu ändern. Wenn also heute Nasser seinen Plan mitteilt, dem Gaza-Gebiet weitgehende Autonomie zu verleihen, so verschenkt er Rechte ,die ihm garnicht zustehen. Der Zweck des Vorschlags, Î M0HEL N. PLAKSIN Í Í Superi 2719 i;! T. E. 76-6784 u. 76-2312 *¡ ¡ JACOB LAPIDUS i S dipl. Mohel? Ï NEUE ADRESSE V I* VIAMONTE 2037. 4j. B. % 46 1716 und 48-2124 - « Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría Conde 2020 76.0286 den Nasser gemacht hat, wurde von der Weltpresse sofort verstanden und richtig interpretiert. „Mit dem Erlass der ersten Verfassung für den Gaza Streifen hat Präsident Nasser die Initiative in der Palästinafrage wieder ergriffen”, schreibt der Kairo-Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung”. Darauf kam es dem ägyptischen Diktator in der Tat an. Er wollte nicht aus dem Rennen geworfen werden. Er darf nicht ruhig Zusehen, wde der Iraker sich als ein Vorkämpfer für ein „befreites Palästina’ aufspielt oder wie die Syrer Angriffe gegen Israel inszenieren. Nasser muss dabei sein. In solcher Situation wäre es überflüssig, wenn Nasser auch noch gedroht oder Grenzzwischenfälle veranlasst hätte. Nasser suchte ein anderes, neues, von seinen Konkurrenten und Gegnern abweichendes Manöver, um in der Paläsünafrage nicht nur die Initiative zu behalten, sondern sie auch sich künftig zu sichern. Die Flüchtlinge im Gaza streifen sind mit der ägyptischen Verwaltung unzufrieden. Mit einer eigenen Verfassung, dem persönlichen Geschenk des Präsidenten will ’Nasser seine Popularität wieder auffrischen. Schliesslich soll es sich um eine Gefolgschaft von etwa einer Million Menschen handeln. So lautet wenigstens die offizielle arabische Statistik. Auch die übrigen arabischen Länder mögen zur Kenntnis nehmen, dass Nasserder führende Mann ist und bleibt, der die Palästina frage lösen will. Die neue Verfassung sieht einer. Exekutiv - Rat mit Fachdirektoren und eine gesetzgebend» Versa nuwlung für den Gaza-Streifen vor. Beide sollen die ägyptische Militärverwaltung ablöcpn. jedoch behält der von Kairo ernannte Gouverneur beherrschenden Einfluss. Der Gaza-Streifen ist eng mit der Frage eines arabischen Palästina-Staa'es verknüpft. Jahrelang hatten sich die arabischen Staaten über die Form der Wieder hersiellung eines colehen4- Staates gestritten, Der jet zige Soliachzu« Nassers richtet sich vor allem gegen den Dr. j ♦ 4 4 ZAHNARZT $ ' ESTOMBA 2283 52 S214 4 RAYOS X ■ | PARADENTOSE í TELEF. 4 VORANMELDUNG J transjordanischen König Hussein, der den westlich des Jordan gelegenen Teil des ehemaligen Mandatsgebietes, seinem Reich angliederte und die Rückgabe Westjordaniens an einen Palästina-Staat ablehnt. Daneben beabsichtigt Kairo, mit seiner Politik im .Gaza-Streifen frühere Versuche des in Beirut lebenden Grossmuftis von Jerusalem gegenstandslos zu machen, der auch die Bildung einer Palästina-Regelung angrstrehi hatte. Der Exesiitiv-Rat im Gaza-Streifen soll jetzt als eine Art Exilregierung für ganz Palästina sprechen Damit ist der Ausgangs punkt für eine arabische Ir redenta gegenüber Israel gegeben. Die atsächliche., Zustände in diesem Gebiet würden sich jedoch nur dann ändern, wenn der Exekutiv-Rat den Abzug der 5.000 UN-Soldaten forderte, die seit dem Ende der Suez- Krise vom Jahre 1956 die Grenzen des Gaza-Streitens bewachen. Die Entscheidung darüber liegt jedoch bei Kairo. Von drei Seiten aus — Irak, Syrien und Aegypten — wird jetzt der Versuch gemacht, die Angriffe gegen Israel politisch, militärisch und/wirtschaftlich zu erneuern. Die Arabische Liga, ein Instrument Nassers in seinem Kampf gegen Israel, hält eine neue Boykott- Konferenz ab, um die aufblühende Wirtschaft des jungen jüdischen Staates zu schädigen. Auch auf dem Gebiet der internationalen Wirtschaft hat Israel durch seine erfolgversprechenden Verhandlungen mit der Eu- LA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — -.parece .os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Vrrantwortlich: Dr. Hardi Srvarxensky Pueyrredón 2190, Io izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland S 600 — jährl ropa-Union den Zorn und Neid der Araberstaaten hervorgerufen. Alle diese arabischen Aktionen laufen planlos nebeneinander. Einige sind nicht allein, mitunter sogar erst in zweiter Linie gegen Israel gerichtet und sollen irgendeinen arabischen Gegner treffen. Planlos machen die Araber ihre politischen Vorstösse, um den Aufbau Israels zu erschweren oder gar zu verhindern. Aber in dieser Planlosigkeit liegt dennoch der Plan, aus dem lauten politischen Vorbringen, durch Drohreden, Kanonenschüsse oder diplomatische Aktionen einen doppelten Effekt zu erreichen: Israel zu schädigen und von eigenen Schwierigkeiten abzulenken. Aus diesen Gründen liegt in der von den Arabern „geplanten Planlosigkeit” eine ernste Gefahr für Israel, der es begegnen muss und die es mit der gleichen Zielsicherheit überwunden wird, mit der bisher alle Probleme gemeistert worden sind. NERVEN n. GEMÜTS¬ KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN P prov. f RIVADAVIA 2625 HI ¡> J Tel. 48-7524 } Mont., Mittwoch, Freitag S ¡17—20 Uhr. Tel. Anmel-'«!. düng erbeten. ÄWAV.VAV.ViUWt ••••••••••••••••••••••••••••••••••••fl» | H, ROSENZWEIG j; TAIL0R HENRY \ \ TUCUMAN 563 piso 1 - T.E- 32-0913;; Groesste Auswahl in imp. u. hiesigen Stoffen 1 BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG. 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