Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1951 (19.3.1962)
- Date
- 1962-03-19
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/9616703-9612947-9613099--1979-9613101- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
2 — Viernes, IG fi; Marzo Ce 13G2 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIII. — No. 1951 lían solfie sich merken (Schluss von Seite 1) liebkeit beschäftigt. war früher Generalleutnant der SS. Ihm werden schauderiiehe Verbrechen zur Last gelegt, die er als SS-Ger.eral und Polizeigruppanführer während des Aufstandes der Polen in Warscau zwischen dem 1. August und 2. Oktober 1944 begangen haben soll. Man darf diesen Aufstand in Warschau nicht mit dem Ghetto-Aufstand verwechseln, der mehr als ein Jahr zuvor die Weltöffentlichkeit erregt hat. Damais hatten sich die Polen nicht an dem Versuch beteiligt, den die ve. zweifelten Juden des Ghetto zu ihrer Befreiung gemacht haben. Die zuständigen Stellen jai.-iier ist es Reinefarth ge-, lungen, sich seinen Richtern ] I zu entziehen. Der Fall ist i deswegen kompliziert, weil | sich der heldische Exgenej ral auf seine parlamentarii sehe Immunität berufen hat- ' te, die erst nach langen Debatten aufgehoben werden! sollie. Bereits 1958 sollte j ein Verfahren gegen ihn erj : öffnet werden, damals lagen I j aber die jetzt bekannten Do-: 1 kumente gegen ihn nicht j j vor. Jetzt war die Staatsan- I I walischaft in der Lage, di;!! sachlich unrichtige Darstelj j lung Reinefarlhs zu widerle- '! gen. j! Inzwischen hat Dr. Hanns j j von Krannhals. Dozent an ■ ■ der Ostdeutschen Akademie | in Lüneburg und Sptzialist bancle und gedungene Mörder”. Offiziere aus anderen Verbänden der Wehrmacht seien von Kaminski, falls sie diesem unbequeme Befehle überbracht hatten, „umgelegt’ werden. Zur Abschrekkung habe Karninski vor dem Eingang seines Bunkers die Leiche eines deutschen Offiziers aufgehängt. Kaminski sei schliesslich, als er betrunken und in einem Haufen gerauhten Goldes und Juwelen wühlend angetroffen worden sei, auf Befehl des SS-Obergruppenführers von dem Bach Zelewski erschossen worden. IV. Moerder unter sich wussten taürlich recht gut, für Osifragen, der Staatsanwer dieser . Reinefarth ist. | der Bürgermeister von Westerland und Mitglied des Landtags von Schleswig Holstein geworden ist. Dieses Bundesland spielüberhaupt eine eigenartige Rolle, weil immer neue nohe Nazis zum Vorschein kommen, die entweder dort begünstigt, hoch pensioniert oder zu einflussreichen Aemtern gelangt sind. Reinefarth war vor dem Krieg Rechtsanwalt und Rechtsberater der SS. Dann wurde er während des Krieges zum Polizeichef von Posen ernannt. Schliesslich wurde ihm 1944 die Aufgabe übertragen, den Aufstand der Polen in Warschau niederzuschlagen Er wird der völkerrechtswidrigen Ermordung von zehntausenden Männern, Frauen und Kindern beschuldigt für die er die Mitverantwortung trägt waltschaft in Flensburg ein! neues Gutachten über den! Belastet erscheint Reinefarlh auch vom Staatsrechtler Professor Hans Thieme in Freiburg, der 1944 als Ar- Warsc-hauer Aufstand vorgej tillerieoffizier Zeuge Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* izq nachm. 16—19 Uhr 1 RE AL PEN:! legt. Krannhals stützt sich dabei auf das nach dem Zusammenbruch von den Besatzungsmächten beschlagnahme vollständige Kriegstagebuch der C944 in Zen tralpolen kämpfenden 9. Armee der Wehrmacht, auf umfangreiche handschriftliche Anlagen und auf Mikrofilme. Das 7000 Seiten umfassende Kriegstagebuch befindet sich heute im Archiv von. Alexandria im Staat Mississippi. Aus dem Kriegstagebuch geht hervor, dass SS-Generalleutnant Reinefarth nicht am 5., sondern schon am 3. August 1944 in Warschau den Oberbefehl zur Niederschlagung des Aufstandes innegehabt hatte. Ihm waren I nicht nur seine zwei Poiizeigruppen aus Posen, sondern ' auch die Bewährungsbatail-' lone Dirlewangeb und die sogenannte Wlassow-Brigade unter Kamincki unmittelbar unterstellt D;r Erste Staatsanwalt Alff bezeichnete diese Einheit als . Plünderer- JUDITH SCKENKGLEWSK! Í KULTUSSTICKEREIEN )[ Schabbosdeeken Tallisbeute) - Käppchen - Vtiz-.i zot-Taschen - Handund1 ♦ Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 «¡ Maschinensticker--:; von % Bett und Tischwäsche > Dr. P. I. RIVERA 2585 S (fr. Bebedero) Ï T. E. 73-9155 : s. a. t SPERRHOELZER ♦ HOElZERj : DIAZ VELEZ 5224 ♦ i Tel t 89-9349, 33-9305* PROPIEDADES FRANKENBERG J« berät Sie Kostenlos und j •* an verbindlich beim Kauf„- ■1 oder Verkauf vo^ J *.* GESCHAFFTEN > ■I WOHNUNGEN HäEUSERN •! Manuela Pedraza 2520? pl b. Dp. B* T. E 70-7244 \ .-.«ASW.VWAW.W : OPTICA DIP!*. OPTIKER bestialischen Mo.daktion in Warschau gewesen ist. In Gegenwart Thi-emes habe Reinefarth gegenüber einem General geäussert, seine Truppe habe leider nicht so viel Munition, um 10.000 Menschen zu erschiessen. Diese Aeuss.erung ist bisher von Reinefarth bestritten worden. In einigen Unterlagen heisst es der Befehlsstand Reinefarth habe — im Gegensatz zu dessen bisheriger Bekundung — in unmittelbarer Nähe eines Warschauer Friedhofs gelegen, auf dem Tausende von Zivilisten getötet werden waren. Damit erscheint die Verteidigung Reinefa.ths, er habe davon nichts wissen können, nicht stichhaltig zu sein. Aus den Funksprücben Reinefarths, die der Führer des Kriegstagebuches der 9. Armee, der gefallene Oberleutnant Weller, ein Regierungsrat aus Kassel, festgec.alten hat, geht ferner hervor, dass der SS-General erst nach dem Massenmord auf dem Friedhof, nämlich am 6. August mit einem Panzerwagen zum Stab des Generals Stahel durchgebrochen ist. Der Historiker Krannhals glaubt schliesslich naehgewiesen zu haben, dass Reinefarth bereits bei der Ausarbeitung "der Angriffspläne gegen die polnischen Aufständische mitgewi’kt habe. Fest stehe ferner, dass die Erigade Kaminski ihren Angriffsbefehl von Reinefarth persönlich erhalten hat Staatsanwalt Alff. der vor kurzem den dimaligen SS- Oberbefehlshaber von dem Baeh-Zelewski im Nürnberger Untersuchungsgefängnis vernomrnen hat', ■ ist überzeugt, dass dieser — „mag er auch sonst zahlreiche > Menschenleben auf dem Gewissen haben” — für die Warschauer Mordtat nicht verantwortlich sei. Bach-Zelewski habe glaubwürdig versichert, er habe, als er zum Warschauer Friedhof gekommen sei. empört den Generalleutnant Reinefarth aufgefordert, die Erschiessung der polnischen Zivilisten sofort einzustellen, „wenn er nicht selbst umgelegt U) werden wolle”... Offensichtlich habe Baeh- Zelewski damit eine weitere Ausdehnung des Aufstandes verhindern wollen. Reinefa.th oeruft sich schliesslich auf einen ,,Führerbefohl” zur Vernichtung der Warschauer Bevölkerung; nach der Mitteilung des Staatsanwaltes sei jedoch „die Existenz eines solchen Führerbefehls noch nicht erwiesen” Aber selbst wenn eine solche Anweisung des „Führers” Vorgelegen hat, kann diese nicht die Verantwortlichkeit des Abgeordneten und Bürgermeisters, des einstigen Generals Reinefarth, aufheben oder ausschliessen. Denn der Jurist Reinefarth konnte — wie übrigens jeder andere Mensch, der kein Verbrecher war, — ohne weiteres erkennen, dass die Ermordung zehntausender Zivilisten. unter ihnen Frauen und Kinder, ein Verbrechen ist. Und so ein Mensch, dem solches zur Last gelegt wird, konnte in einem demokratischen Staat Bürgermeister und Abgeordneter werden... V. Prozess Oberlaender Man wird sich dessen er innern, dass Herr Professor Oberländer, lange Jahre hindurch Mitglied der Regierung Adenauer und Ziel heftigster Angriffe wegen seiner Mitwirkung an Kriegsverbrechen, im vergangenen Jahr endlich von seinem Minisferposten zurückgetreten ist. Im September 1959 hatte die in Frankfurt erscheinende Wochenzeitung „Die Tat” in einem Artikel den Verdacht ausgesprochen, der damalige Bundesminister Oberländer sei an Massenmorden während' des Krieges in Lemberg beteiligt gewesen. Oberländer gehörte 1941 als Offizier dem aus Ukrainern rekrutierten Bataillon „Nachtigall” an. Vor einigen Monaten wurde vor dem Landgericht Fulda im Privatv erfahren des ehemaligen Vertriebenen ministers gegen den verantwortlichen Redakteur Erhard Karpenstein verhandelt. Zur Beweisaufnahme waren drei Zeugen aus Israel erschienen, ein Diplomingenieur, ein Rundfunkredakteur und ein Archivar. Alle drei waren wie durch ein Wunder dem Massaker von Lemberg entronnen. Einheitlich sag.en alle drei Zeugen aus, dass die deutsch-uniformkrten Mordschützen ukrainisch gesprochen haben, also wahrscheinlich dem aus ukrainischen Nationalisten bestehenden Bataillon „Nachtigall” der Diviison Brandenburg angehörten, welches für die Massaker in Lemberg verantwortlich gemacht wird. Die Soldaten trugen, wie ein Zeuge bekundete, das ge b-blaue Einheitszeichen des Bataillons. Erschütternd war die Schilderung des heute 48jährigen Rundfunitredakteurs, der das Massaker selbst erlebte und ihm wie durch ein Wunder entkam. Die Zeit des Abzugs der Sowjets aus Lemberg sowie die Schiessereien zwischen Ukrainern und Russen hatte er, damals Musikstudent in Lemberg, in einem Keller'-ersteck mit anderen Juden erlebt. Als er nach dem Einzug der Deutschen Brot holen wollte, bemerkte Cr Plakate mit den Sätzen; „Es lebe Adolf Hitler. Es lebe Bandera der ukrainische Nationalistenführer — D. Reo.)! Tod den Juden und Kommunisten!” Auf dem Rückweg in sein Zimmer wurde er von einem jungen ukrainischen Nationalisten festgenommen und mit anderen Juden zum Platz vor dem grossen „Brigittengefängnis’ gebracht. Hier lagen bereits die Lei- U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece"* ios Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V;rantwortlich; Dr. Hardi Swarsensky Paeyrredón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien; $ 100.— pro Quartal Ausland $ 600 — jährl. chen erschlagener Juden auf dem Pflaster. Die Stimme versagte dem stämmigen Zeugen als er schilderte, wie er die Ermordung eines Kindes san, das mit dem Kopf an eine Mauer geschlagen wurde, und über den Leichnam einer Frau mit aufgeschlitztem Leib und abgeschnittenen Brüsten steigen musste. An der Gefängnispforte wurde der Trupp von der Miliz an Soldaten in deutschen Uniformen übergeben. Im Gefängnishof waren Hunderte von Juden zusammengepfercht. Eine Grube war gegraben, in welche Juden ältere Leicnen aus dem Keller des niedergebrannten Gefängnisses transportierten. Dabei wurden von den Wachen ständig Juden aus der Menge ausgewählt, an der Grube erschossen und hineingestossen. Um die Mittagszeit erschien ein deutscher Offizier, der eine kurze Ansprache an die Juden hielt, die am Kriege schuld seien . Das sind nur kleine Ausschnitte, wie gegen Juden, Polen und andere vorgegangen worden ist an die wir durch den Prozess oder die Affäre wieder erinnert werden. t MALERARBEITEN * FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG, SAUBER, PREISWERT, SCHNELLSTENS .. ALFREDO STERN Virrey del Pino 2639 T. E. 76-7281 y 76-9088 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN M0HEL N. PLAKSIN I, E. 35.-735! Br. B. Schwarcz MEDICO ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 f RAYOS X PAHADENTOSE TELEF. » VORANMELDUNG Verreist vom T. Februar bis 10. Maerz Vertreters Dr. A. SANGUINETTI Cabildo 2464 T. E. 76-2406 Sprechstunden täglich von 15 Uhr 36 bis 18 Uhr .*£SftSlg3f3153335? Superí 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 NERVEN u. GEMÜTS¬ KRANKHEITEN \ MARTHA I U H APE AUX j _ i HUTSALON Jetzt in BEL GRANO MO L D E S 2 5 T E. 73-9229 73-9155 6 1 N l'Z A Co h i i t er i e «• Servicios de lunch de categoría Conde 2020 76.0286 NEUE ADRESSE £ VÏAMONTE 2037. 4j. fi. îj 46-1716 und 48-2124 $ JACOB LAPIDUS dip!. Mohel Dr. M. J. KUHN VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL U MAN SK Y Sarmiento 3116 T. E. 87-1382 in? prov. < RIVADAVÏA 2625 Tel. 48-7524 | ÎMont.. Mittwoch, Freitag ' •17-«20 Uhr. Tel. Anmel-; '* - düng, erbeten. i ¿asïssEiiïïssïrEïiïîiË1;ïîSS*ïItjïïttï-=t3-- [>Dr. R OSEN ZWEIG TAILOR HENRY ^IiEIJBäS5E_äSHIIr.SirE2it;ii -g J BENJAMIN LIP NI Z K Y|| ZAHNARZT t ROENTGEN5TRÄHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBET AEUBUNG — REGIT- HV LIF.RUNG DER ZAHNSTELLUNG S Sprechstunden- Dienstag — Donnerstag — Sonnabend ü ms aU ,f JAmKa*. «a* U ArAmK ft TUCUMAN 563 piso 1 - T.E 32-0913; “ Grossste Auswahl in imp. u. hiesigen Stoffen nach ' vorheriger Vereinbarung. % JOSE HERNANDEZ 2518 S«*e*SM*s*s#às*rsEf5Sï5ïz«r*irïi T. E 76-86*1 “nd 73-0500 [ î4ss:s“T3bîeî'S,î7'-'? - j BERNARDO STERN uml JUAN JULÎUSBURG " Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. L. KLEIN Médico Mairen: und Darmkrankhçiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN; Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uht Eis wird gebeten, toeb vorher telefonisch anzumeiden SANTA FE 1391 E. 44-9493 u. 44-1542^ Dar Eicl»®*“® Aber. D'e B VOTUI*1' Mit ■ u* das wel iic*, -ie der fl“d, lernend &."'££ aSgi sä**«- S iebte" l ^IUÄe! Interesse i“* , erwarten ä«: StfSg Prwesses, ■»" ¡chea ZeltuM« und Strafmass und aui der er* richtet- U"d « höher r« **" m» bed“k J Hn-Krise a «n Härte »nd»“^ handlungea de; mächkitPfs Bedentunj f»r t Schicksal warei wakrhalti« aucl ternatlaoaieB Mangel W St« sehe Presse #* Bericktertsattu mestire warM eiaheiiger und | während der e des Prozesses, ist klar: ei g*h Deutschland r« - und es hand bei durchaus u Mensche* — di ruig Eichmane tinien als eine internattwalea urteilten und | ber einen k Cerichtshaf mi lung Eichmann te», Und sch während der gi er des Proaes Gefahr, dass MA Auf Wl MASCHnH OR0E9KI W Verkiuf ««S mm Avd