Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1950 (9.3.1962)
- Date
- 1962-03-09
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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i — Vierne«, I ó* Marzo do 1962 LA SEMANA ISRAELITA Afto XXIII. — No. MHHt Abbruch des Turms von Babel ” Der junge Beduine Achmed arbeitet als Traktorentuhier in einigen Kibbmim. Er spricht fiiessend hebräisch, aber hat nie lesen und schreiben gelernt. Vor kurzem entschloss er sich, ein Examen in seinem Beruf abzulegen, doch dazu musste er lesen und schreiben können. So beschloss er. dies zu erlernen und schrieb sich in Ulpan Akiba ein. Er ist der erste Beduine, der in einem hebräischen Ujpan lernt. Neun arabische Mädchen mohammedanischen Glaubens kamen aus ihrem Dorf in den Ulpan Akiba. Dies »st auch ein erstmaliger Fall denn bis jetzt haben roch nie mohammedanische Araber ihien Töchtern erlaubt von ROSE CARLIN ihr Dorf z,u Studienzwecken zu verfassen. Diese Mädchen wollen die Schwesternschule des Beilinson-Krankenhauses besuchen und dazu benötigen sie eine elementare Kenntnis der hebräischen Sprache. AUS ALLER HERREN LAENDER Aus Tanganjika und Zanzibar wurde je ein Mädchen ausgewählt, um in Jerusalem die neuesten Methoden der Säuglingspflege zu erlernen. Auch hierzu ist die Kenntnis der hebräischen Sprache erforderlich. Aus Mali kam eine Gruppe von neun Männern und Frauen, die sich aus Aerzten. Tierärzten und Landwirten zusammensetzte Sie wurden von der Israel Regierung zu einem Studienaufenthalt eingeladen und blieben für einige Zeit im Ulpan Akiba. um einen hebräischen Sprachkurs zu nehmen. Elf Mädchen aus dem Kongo gingen durch den Ulpan Akiba hindurch auf dem Wege zum Assaf - Harofe- Krankenhaus. wo sie als Hebammen ausgebildet werden. Aus Nigérien. Libérien, Kamerun, Ceylon. Burma .. Die Liste der Schüler des Ulpan Akiba bietet ein buntes Bild. Während eines kurzen Spaziergangs im Garten des Ulpan. der von Orangen- Das Leo Baeck Institut such] DOKUMENTE-URKUNDEN CHRONIKEN-BILDER über die Geschichte des ehemaligen deutschen Judentums sammelt das LEO BAECK-INSTITUT durch d'e Redaktion der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU (Buenos Aires, Pueyrredön 2190, Tel.: 83-2613) PUBLIKATIONEN DES IFO BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECKl TL1 EBINGEN ★ Vom* Book v I960 — VOM L.B.-INSTITUT HERAUSGEGEBENi BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache. (416 Sehen) WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen bei Herrn CURT WILK. Moreno 2256, und im Büro der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU. Pueyrredön 2190. 1, izq. <83 2613) hainen umgeben ist. stellte mir Schula Margalit, die aus Südafrika stammende Sekretärin. einen Mann aus Rumänien, ein Mädchen aus der Türkei, ein anderes aus Marokko, zwei Freunde ans Venezuela. Männer und Frauen aus Oesterreich, Finnland, der Schweiz, Belgien. Italien, den Vereinigten Staaten und Kanada vor. ..Jedes Semester haben wir 1 Schüler aus dreissig bis vierzig Ländern", sagte sie. Es war ein warmer Januartag. Die Orangen leuchi teten golden in den Bäumen, | und die Schüler gingen wäh- , rend ihrer Frühstückspause in Gruppen spazieren und < versuchten, sich in e’rem stammelnden Hebräisch zu unterhalten. j DER SCHLUESSEL ZUM LAND I Obgleich einige der Sohnj ier des Ulpan Akiba nur nach Israel gekommen sind, j um sich fachlich auszubilj den oder Berufe zu erlernen. ■ so sind doch die Mehrzahl; Einwanderer, die sich im Land niederlassen wollen. Für sie ist die hebräische i Sprache der Schlüssel zum; Land, seiner Kultur, se:nen ‘ Sitten und Menschen. Der j Ulpan, der Klassen für Anfänger und Fortgeschrittene hat. legt das hauptsächliche , Gewicht auf die Alltagsrpra-; che der Zeitungen, des Rundj funks und der Strasse. I Schulamit Katznelson-K.orn die Gründerin und Leiterin des Ulpan Akiba, die eine Sabre ist. nennt das System des Ulpan den ..Abbruch des Turms zu Babel“. Im Uipan wird es auch mit dem Spitznamen ..Schockbehandlung“ bezeichnet. Frau Katznelson-Korn ist der Ansicht, dass es notwendig sei, an die errotio-; nelle Seite der Schüler zu appellieren. Eine rein intel-; lektuelle Einstellung sei nicht geeignet, den Schülern Oie Kultur des Landes zu! vermitteln und sie anzuspornen, die Sprache zu erleri nen. ..Wir schicken sie für j ein paar Tage zur Arbeit in I landwirtschaftliche Siedlun-! gen. Wir besuchen Orte, die j geschichtliche oder archäo- | logische Bedeutung haben , und geben ihnen die Wög- | lichkeit, an gesellsehaftli- : eben und Wohlfahrtsverani staltungen für Neueinwanderer teilzunehmen“, so erzählt sie i VERSCHIEDENE KURSE New York. — Ein Vergleich zwischen der Geistesfreiheit, welche die Juden in den Vereinigten Staaten geniessen, und den Entbehrungen, die heute die Juden in der Sowjetunion erleiden, wurde von Mosche Sharett, dem Präsidenten der Exekutive der Jewish Agency argestellt. Sharett sprach auf dem jährlichen Bankett der Kinneret-Schule, einer jüdischen Integralschule von New York. Als Ehrengast wohnte der Veranstaltung der Nationaldirektor jüdischer Primarschulen, L. Rubinstein, bei, der bei dieser Gelegenheit anlässlich seines 60. Geburtstages gefeiert wurde. Den Vorsitz führte Louis Segal, der Generalsekretär der zionistischen Arbeiter-Organisation Farband. ,.Die heutige Lage der Juden in Sowjetrussland’', fühlte Sharett aus, „ist eine tragische Erscheinung, die einzigartig in der jüdischen Geschichte ist. Selbst in den dunkelsten Zeiten des Mittelalters genossen Juden zumindest Geistesfreiheit und waren die Herren ihres religiösen Lebens. In Sowjetrussland haben die Juden nicht die geringste Möglichkeit, ein jüdisches Gemeindeleben zu führen, und sie können sich nur durch ihren jüdischen Instinkt leiten lassen.’’ „Im Gegensatz hierzu”. fvhr Sharett' fort, „bietet die nordamerikanische Demokratie ideale Bedingungen für die Entwicklung jüdischen Lebens und jüdischer Erziehung. Die jüdischen Gemeinden in USA müssen diesen positiven Faktor ausnützen und sich der zahlreichen Möglichkeiten bedienen, um den Fortbestand der Judenheit in diesem Land zu gewährleisten. Die Zahl der aktiv mit der jüdischen Erziehungsarbeit beschäftigten Menschen muss verdoppelt und verdreifacht werden. Das Kind, das uns heute ein Kapitel aus Jesajas auf Hebräisch vorlesen kann, wird nicht nur ein besserer Jude, sondern auch ein Mensch mit höheren Idealen sein. Die jüdische Erziehung, die Hebräisch und Jiddisch einschliesst, ist heute die Hauptaufgabe der nordamerikanischen Juden.” (ITA) Ans 4tr „Dtutscken Stldattnzcifvng” Bonn. — Die zweimal im Monat erscheinende „Deutsche Soldatenzeitung” behauptet in einer ihrer letzten Nummern, die Zahl von 6 Millionen Juden, die von den Nazis »imgebracht worden sein sollen, sei „äus-erst übertrieben”. Sie gibt zwar zu. dass „hunderttauseede Juden” getötet worden sind, doch die „Wahrheit i ber Auschwitz” sei. dass grosse Mengen polnischer und tussischer Soldaten bei Kri.’gshandlungen oder Hur.gers „unter den unbeschreiblichen Arbeitsbedingungen"’ in der Sowjetunion den Tod fanden. Die Zeitung verweist darauf. dass die heutige Bevölkerung Israels sich auf 2 Millionen beläuft, während dort vor dem Kriege 200.000 Juden lebten. Daher kannten unmöglich so viele Juden ermordet worden sein, wie es die Statistiken angeben. In einem anderen Artikel bestreitet die Soldatenzeitung die Echtheit der Fotografien von Nazigreueln. So behauptet sie. es sei ihr gelungen, eine Fotografie zu „identifizieren”, auf der die Erschiessung von Fraiien und Kindern gezeigt wird. Garantie gegeben wird, dass j Dieses Bild stamme v;eli und einen Vorgeschmack Israels für diejenigen, die ihr Leben im Lande ner. aufi bairen wollen. Der Ulpan Akiba wurde; vor zwölf Jahren von Frau Katznelson-Korn in Naharia gegründet, einem Badeort an der Küste des MJtelmeers. Im Jahre 1955 wurde er nach seinem gegenwärtigen Gelände in Natania verlegt. das auch an der Küste liegt. Er ist in einem , früheren Hotel in einer.! ru-! higen Viertel der Stadt un-; tergebracht. Der Strand und; das Stadtzentrum sind zu I Fuss erreichbar, j Mit seiner ständig wechselnden Schülerschaft, sei- ' nen achtwöchigen Sonderkursen für Studenten und j Touristen, seinen kurzen. | zweiwöchigen Kursen für Diplomaten und ausländi- I sehe Fachleute, denen die sie sich einen elementaren i Wortschatz von einigen 1 I hundert hebräischen Worten ■ aneignen werden, trägt der Ulpan Akiba zur kulturellen , und gesellschaftlichen Belebung Nafanias bei. Í mehr aus dem Jahre 1.923. und auf ihm könne man sehen, wie deutsche Separatisten unter dem Schutz französischer Soldaten deutsche Polizisten und Zivilisten ermorden. <ITAi In dem vollen, aeht/ehn-! wöchigen Kursus werden i auch Vorlesungen über die | Bibel und jüdische Ge- : schichte gehalten und gej sellschaftliche und kulturelle; Veranstaltungen organisiert i z. B. Volkstänze, Gesang. Feiern anlässlich religiöser und nationaler Feiertage,! wie Purim-Maskenbälle, der Seder und die Sukka. i Die Schüler haben auch die Möglichkeit, mit der eini heimischen Bevölkerung in! ihren Wohnungen zusammenzukommen — mit Aka- ‘ demikern, Kibbuz - Mitglie- | dem. Studenten, Lehrern, j Bauern und Geschäftsleuten, j Es werden auch öfters Aus- I flüge veranstaltet, z. B nach! Sodom oder dem neuen Ge-; bäude des Kammertheaters! in Tel Aviv. | „Es gibt in unserem Utpan keinen Luxus und keine Ele- : ganz”, betonte die Leiterin, j „Im Gegenteil, die Lebens- : weise ist sehr einfach' . An j den sechs Wochentagen werden täglich sieben Stunden dem Studium, Vorträgen und l den Hausaufgaben gewid-; met. Die Nahrung ist kräftig, aber einfach. Die Schii- 1 1er werden zu zweit, dritt und viert in einem Zimmer untergebracht. Aber das Ixrben im Ulpan Akiba gibt den Studenten reiche Erfahrung im Gemeinschaftsleben JECHEZKIEL PLAKSIN ETTEL KIPERST0K VERLOBTE Empfang am Sonntag, den 18. März, von »6—19 Uhr im Hause Superi 2719. Wir gratulieren unserer lieben Oma. Frau JUANA M. 4« KAHN zu ihrem 8«. GEBURTSTAG. Familie Ricard« Kahn i) Av. Gral. Paz 12498 Empfang Sonntag, den 18. März, von 18—20 Uhr. : ISRAEL-BRIEFMARKEN : ♦ ♦ KA WIEDER VEH IC AEUFER — ALLE NEU AUSGA- » | BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS * $ Agencia Filatélica oficia! t del Estado de Israel, ♦ VIAMONTE 55«. I/B — Bu«ao< Amt**, B*P Ar#«»**»* # :.......i