Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1950 (9.3.1962)
- Date
- 1962-03-09
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9612947-9613086--1966-9613088- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— Viernes, 9 de Marzo de 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIII. — No. 1954 [1er soll eine Chance haben 1i Nazis sitzen hinter Gittern (Schluss von Seite 1) er es gewagt hatte, die Dinge beim rech'.en Namen zu nennen. Der Ministerpriisi c.-'nt des Landes Schleswig- Holstein, in dem die merkwürdigsten Sachen Vorkommen, — vor allem hohe und höchste Pensionen für die grossen nazistischen Verbrecher, — wacht ängstlich über dem guten Namen seines Landes, tut aber nichts, um diese, allen sichtbaren Misstande zu beseitigen. Man erinnert sich des Falles der Staatsanwältin, die sieh nicht scheute, die Dinge beim rechten Namen zu n:nnen. dafür aber mit einem Disziplinarverfahren bedroht wurde, was sieh in einem ande:en Bundesland abspielte, also auf eine allgemeine Erscheinung schlie ssen lässt. Man soll nicht glauben, dass solche Zustände nur in Schleswig-Holstein herrschen. Nein, ungerecht darf man nicht sein. Unter der sozialdemokratischen Regierung d:s Landes Niedersachsen kann sogar einer der Kommentatoren der Nürnberger Schandgesetze, die unter dem Namen ,,Rassergesetze’ 'bekannt geworden sind, einen sehr hohen Posten bekleiden Der Beamte. der diese Tatsache bekannt gab und anprangerte. musste auch ein Disziplinarverfahren oder die Androhung eines solchen über sich ergehen lassen. V. Kurzsichtig Dass die Bundesregierung diese Vorgänge deckt, dass sie selbst äusserst stark be- FREY ABOGADO! lastete Leute in ..ochsten Funktionen belässt, zeugt 1 nicht von staatsmänniseher Weisheit. Oder meint man! es mit der Demokratie trotz aller feierlichen Beteueruni gen und trotz der engen und unverbrüchlichen Freundschaft mit den Amerikanern nicht recht ernst? — Es ist zwar wahr, dass man im ■■ Westen auch heute noch , weitgehend auf die Bündnisschaft der Deutschen angewiesen ist, die den Puffer- | Staat, zwischen Ost und West im Herzen Europas bilden. ■ Es wäre jedoch verfehlt, nun zu glauben, dass der : Westen auf Gedeih und Ver-! clerb auf dieses Bündnis angewiesen wäre. Unbestritten haben wir das deutsche Wirtschaftswunder, dessen; Wundersamkeit bei näherem i Zusehen durchaus weniger; verwunderlich erscheint, als man das immer hinzustellen; beliebt. Aber Geld bedeutet ’ auch nicht alles, besonders : mcht in der Politik unserer; Tage. Man wird es in Bonn nicht übersehen haben, dass die Franzosen in vielen Nato-Frngen bereits heute eine bedenkliche, in jedem : Fall aber eine reservierte i Haltung einnehmen. Auch; die Engländer sind vorsich-! fig und haben ihre Meinung! durchaus nicht geändert.! Die Wiedererstarkung der j deutschen Wehrmacht wird 1 von den europäischen Alli-; ierten der Amerikaner mit; geringer Begeisterung auf- | genommen. Sie haben alle die Vergangenheit nicht verj gnssen. Die ihnen geschlagenen Wunden sind auch! jetzt noch nicht geheilt, i Dass die Wiedererstarkung der deutschen Wehrmacht aber von einer ganzen Reihe bedenklicher Erscheinungen innerhalb des Bundesgebietes begleitet wird, das ist niemandem verborgen geblieben. Man hegt in Paris und London, I in Den Haag und Brüssel | sowie in manchen anderen j europäischen Hauptstädten des Nordens und des Südens recht erhebliche Zweifel, ob man es wirklich mit einem neuen Deutschland zu tun hat. Die Nazis in hohen Positionen sind durchaus nicht geeignet, die Bedenken zu zerstreuen. Die Bundesrepublik mag stark sein, sie mag sogar sehr stark sein, menn wan i berücksichtigt, in wie kurj zer Zeit sie aufgebaut wurde. Diese Tatsache wirkt j aber eher störend als fördernd bei den Ueberlegun-; gen. die von ihren nachj denklichen Verbündeten angestellt werden. Was aber , geschehen würde, wenn die i Westmächte ihre Allianz löj sen, ist klar. Trotz aller j neuen Stärke würde ganz! Westdeutschland in wenigen j Tagen ein neuer russischer! Satellit sein. Daraus folgt, j dass die Bundesrepublik \ trotz Wirtschaftswunder und Wiederaufrüstung nicht nur j mindestens so ernsthaft an der westlichen Allianz inter-1 essiert ist wie der Westen! an einem Bündnis mit der! Bundesrepublik, sondern | dass Bonn ohne den Westen I aufhört zu bestehen. Man sollt« erwarten dür-1 feil, dass' die notwendigen , Konsequenzen aus dieser i Konstellation gezogen wer- | den. Eine Reinigung der At-! mosphäre von nazistischen : Elementen liegt gewiss im! Interesse des Westens, noch; mehr aber im deutschen Ini teresse selbst. New York. — Drei Mitglieder der nordamerikanischen Nazipartei in Khakihosen und Hemden mit Hakenkreuzarmbinden wurden wegen Tragens unerlaubter Uniformen festgenommen, als sie vor der Carnegie Hall Posten standen, in der eine von der Zeitung ,.The Worker” (Der Arbeiter) einberufene Versammlung stattfand. Die drei Burschen, die keine Jacken anhatten und in der schneidenden Kälte mit den Zähnen klapperten. wurden verhaftet, nachdem Leutnant Sullivav sie darauf aufmerksam gemacht hatte, dass sie sich durch das Tragen des Hakenkreuzes einer Gesetzesübertretung schuldig machen. Ein jeder von ihnen trug ausserdem ein Abzeichen seines .Ranges" in der Nazipartei, und alle gaben als Adresse 928, North Randolph Street, Virginia, an. Es handelt sich um den 23jährigen ,.Hauptmann ' Seth Ryan, den 24 Jahre alten ..Sturmführer" Anthony Wells und den 18jähngen , Wachtoffizier” Paul Uhring. (ITA) U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Paeyrredón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland 5 600 — jährl Nazi-Verbrecher freigelassen teilung der Seekriegsleitung hatte er einen wesentlichen Anteil an der Planung und Durchführung von Ueber fällen auf benachbarte und neutrale Länder. Als die Widerstandskämpfer im Jahre neral Warlimont. ehemaliger Chef des Führungsstahes des Oberkommandos der Wehrmacht vor dem Landgericht in Trier im Rahmen eines KZ-Prozesses äusserte: ,,Infolge der dem 1944 den Umfang der hitlej Offizier angeborenen und an- VI. Der Wehrbeauftragte PUEYRREDON 2190 1* iza nachm. 16—19 Uhr Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 : T. E. 49-5850 4 44-f >4♦♦♦♦ ♦♦ 444-4 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - Tallisb-eutel - Käppchen - Mazzot-Taschen - Hand- und Masihinenstickerci von Bett und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 : OPTICA Jaime Liebling: DIPL. OPTIKER S. A. SPERRHOELZER X X, ♦ HOELZERj; Díaz velez 5224 : % Tel.: 89 -9349, 33-9305; f..♦ Der deutsche Bundestag hat einen neuen Wehrbeauftragten ernannt, den frühe, ren Vizeadmiral Heye. Der neue Mann kündigte an, dass er sich mit der Frage beschäftigen wolle, wie weit die Widerstandsbefugnis des einzelnen gegen Befehle gehen dürfe. Das ist ein grosses Wort. Denn diese Frage spielte bisher bei der gesamten Diskussion der von den Deutschen nicht bewältigten Vergangenheit eine entscheidende Rolle. Offensichtlich hat man in Wehrkreisen davor Angst, dass in Zukunft nicht alle von Vorgesetzten erteilten Befehle befolgt werden. Wie wir aus einer deutschen Zeitung erfahren, war Heye kein Widerstandskämpfer. Er gehörte also zu denen, die alle Befehle getreu ausgeführt haben. Als Chef der Operationsabristischen Verbrechen erkannten, befehligte Heye jene Selbstmordkommandos. die mit bemannten Torpedos, Einmann U-Booten und Kampfschwimmern angriffen. ,,IIeye war von der gleichen Gehorsamspflicht wie seine 250 Admirals- und Generalskameraden, denen Hitler am 30. März 1941 den Kriegsplan gegen die Sowjetunion klarlegte und von denen er die Ermordung gefangener politischer Offiziere der Roten Armee verlangte. Keiner der Admiräle und Generäle, von denen sehr viele heute bei der Bundeswehr in ähnlicher Stellung sind, widersprach.” Gewiss muss man abwarten, was der neue Wehrbeauftragte über die Gehorsamspflicht des Solaaten und dessen Widerstandsbefugnis gegen ihm erteilte Befehle zu sagen weiss. Kürzlich hat Heye erklärt, dass der Typ des Soldaten, für den andere denken und handeln müssten, der Vergangenheit angehören solle. Das ist eine vernünftige Auffassung, die nunmehr in die Tat umgesetzt werden sollte. Kein Soldat war und ist verpflichtet, einen Befehl zur Ausführung zu bringen, dessen verbrechen-: scher Charakter ihm erj kennbar ist. I Demgegenüber steht frei-; i lieh die Auffassung, die Ge-11 erzogenen Haltung hat man angenommen, dass die höchste Steile des Staates und der damals für alle Offiziere verohrungswürdige Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Adolf Hitler, nicht Unrechtes tun kann.” Hinter so fadenscheinigen Argumenten versuchen also noch heute hohe Exoffiziere ihre eig-sjie Schuld zu verbergen. Welches Unrecht von Hitler begangen worden ist, konnte selbst ein Exgeneral Warlimont schon vor 1933 erkennen, bestimmt aber am 30. Juni 1934, dessen Geschehen seinerzeit die Wehrmacht entsetzte. Dass diesen Herrschaften der Mut zum Bekenntnis der eigenen schweren Fehler und zum Eingeständnis ihres Versagens fehlt, stimmt bedenklich. Aus die- Wien. — Alfred Josef Slawik, der als ehemaliger Adjutant Eichmanns diesem in Budapest bei der Deportation der ungarischen Juden half, wurde von einem wiener Provinzgericht von der Anklage freigesprochen, Eichmann bei der Tötung eines jüdischen Jungen in Budapest Mittäterschaft geleistet zu haben. Slawik wurde im vergangenen Juni verhaftet, weil er im Eichmann-Prozess belastet worden war. Das Gericht in Jericht in Jerusalem sprach Eichmann von dem Mord an dem jungen Juden frei. (ITA) ser Verwirrung die Jugend herauszuführen, wäre die Aufgabe neuer Befehlshaber,, die aber in Wahrheit und Wirklichkeit die alten geblieben sind. Man darf nicht allzu optimistisch sein, dass sie in der Lage sein werden, die erforderlichen Konsequenzen aus einer trüben Vergangenheit zu ziehen. Aber: Jeder soll eine Cl.ance haben... £X****#******-**#***********4fr**-5Hi-***4Hfr*** MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG, SAUBER, PREISWERT, SCHNELLSTENS ALFREDO STERN Virrey del Pino 2639 T. E. 76-7281 y 76-9088 Dr. l\t B. Schwartz : t M0HEL H. PLAKSÎN ZAHNARZT! ESTOMBA 2283 52 8214 + RAYOS X J PARADENTOSE I TELEF. ♦ VORANMELDUNG J! T. E. 35 - 7356 i Superi 2719 E. 76-6784 u. 7G-2S12 NERVEN n. GEMÜTS- £ KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN JACOB LAPIDUS PROPIEDADES FRANKENBERG Í MARTHA iCHAPEAUXJ;■ dipt. Mohel Í NEUE ADRESSE!; VIAMONTE 2037, 4j. Í 46-1716 und 48-2124 prov. RIVADAVIA 2625 111 Tel. 48-7524 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Verreist vom -7. Februar bis 10. Maerz Vertreter: Dr. A. SANGUINETTI Cabildo 2464 T. E. 76-2406 Sprechstunden täglich von 15 lThr 30 bis 18 Uhr VARICES-ULCERAS DE LI PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 ( berät Sie kostenlos und j \ unverbindlich beim Kauf , i oder Verkauf von 1 IGESCHAEFTEN 1 , WOHNUNGEN 1 > HAEUSERN i Manuela Pedraza 2530; 1 pl b. Dp. B! T. E 70-7244 HUTSALON VERREIST BIS 12. MAERZ :Dr. ■'■JVWWWACAVAVWlrt .••••••••••••a B Jetzt in E L G R A N 0 i : MOLDES 2561.; T. E. 73-9229 .; 73-9155!; _ _ ___ . _ _ . . Confitería NIZA j Servicios de lunch de categoría Conde 2020 76.028« H. ROSENZWEIG TAILOR HENRY •TFCUMAN 563 piso 1 - T.E, 32-0913;! Groesste Auswahl in imp. u. hiesigen Stoffen .IZlISLIäSSfSSiSSIlIiL-SkS- BI!i?32I3g5S2Sif£i BENJAMIN LIPNIZKYl l ZAHNARZT | i ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN — *BE- Z g HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU. g 5 LIKRUNG DER ZAHNSTELLUNG g- « Sprectootunden: Dienetag — Donnerstag — Sonnabend S g nach vorheriger Vereinbarung. 5 3 JOSE HERNANDEZ 2518 T. e 78-oerj und 73-«« 5 iOSEilKSiSillgiliiiiSSMEKIlIISSIiilliMsiCiMriESSISlHIiSZäi' I t yierirt** Der *enigst<?: sta51i’rpr Dieser geschieh« nach de« teidige1-5eingehe”- historisch1 Dr. Sän, letzten hat,bl«'b,f Geschieh^ Urteil spi In hen "ft nicht wer Aitgekiag zu einen zu einem die Zeft te Grupp sich e« mann ist der Vcrh sprachen bock"- Der Be bocks st: Geschieht kommt < druck in Jom Kipj Bock, au die Sünde trägt und fiir das schickt, selbst trä Er hat s: gen. Der V geltend: kann nici die Schul Verband« für die che". I wenn be Verantr fehlsgeb bene" A von h Schuld Teilnabi rer er den wi I lea: Eige BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. L. KLEIN Médico f**"» Magen, und Darmkrankheiten Röntgen -Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von W—lt OT* •> . Ec wird gebeten, sjch vorher telefonisch »tmimelden ' ^SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542;; AH *****