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Jüdische Wochenschau · 1962-03-02 · 1949 (2.3.1962) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1949 (2.3.1962)
Date
1962-03-02
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, 2 de Mari« de 1952 LA SEMANA ISRAELITA A&o XXWf.— No. 1949 — 5 j Deutsche Jugend und Judenhass Glaubensfreiheit in Israe. Gibt es Antisemitismus unter den deutschen Jugendlichen? — Das war die Frage, die ein gewisser Wilfried von Bredow in einem Artikel der Essener ,,Welt” aufwarf. Bezeichnenderweise hat der Artikel in der „Welt” erhebliches Aufsehen erregt und viele Leserzuschriften gebracht. ZWIEFACHE BEWERTUNG Da schreibt ein gewisser Hermann Nichoff aus Freiburg, dass die „Zwiefache Bewertung” der Juden, wenn nicht Antisemitismus, so zumindest „Antipattie” erregt. Hier seine Argumente: Nach 1945, als die Cireuel, die an Juden verübt worden waren, der Allgemein heit bekannt wurden, stieg die Kurve des Philosemitismus steil an, um dann wieder stark abzufallen. Der Gründe sind mehrere: Die Bundesrepublik hat an einen Staat, Israel, der erst 1948 entstanden war, den es also zur Hitler-Zeit gar nicht gegeben hat, Reparationen in Höhe von mehreren Milliarden Mark gezahlt. Als in der Zeit der Suez-Krise dieser Staat im Verein mit Frankreich und Grossbrivon einem Sonderkorrespondenten Ende des Poststreiks Tel Aviv. — Die Postbehörden begannen damit, die Berge von Postsachen zu befördern, die sich während des 8tägigen Streiks angehäuft haben. Durch Verhandlungen zwischen Beamten der Post-Gewerkschaft und Vertretern der Regierung, die sich eine ganze Nacht bis in die frühen Morgenstunden hinzogen, gelang es, den Streik beizulegen. Das Abkommen sieht beträchtliche Erhöhungen der Gehälter für die Briefträger, Nachtboten und andere Postangestell te vor. (ITA) tannien ägyptische Städte bombardierte, war es nicht verwunderlich, wenn die einstmalige Sympathie für die Juden bis unter den Nullpunkt sank. Als die Düsseldorfer Synagoge von einem dummen Jungen mit Hakenkreuzen beschmiert worden war, setzte die zuständige amtliche Stelle eine Belohnung von — sage und schreibe — 10.000 D-Mark für Ausfindigmachung des Täters aus. Im Jahre 1958 wurden laut Statistik in der Bundesrepublik 300 Sexualmorde an Kindern — also täglich fast einer — und über 10 000 Sexualverbrechen an Jugendlichen verübt. Ich h'-be aber nicht gehört, dass man eine derart hohe Belohnung für die Ergreifung eines Täters dieses gemeinsten aller Verbrechen ausgesetzt nätte. Nun ja, was für Verbrechen ist schon das Anmaien eines Hakenkreuzes an einer Synagoge? — „Dekritische Deutsche, der im Juden den gleichen .Mensenen’ sieht, kann diese zwiefache Bewertung nicht verstellen” — schliesst Nichoff seinen Brief. LEHRER UND POLITIKER Horst Koop aus Harnt arg ist über das Judenproblem irritiert: Als Jugendlicher im Alter von 19 Jahren empfinde ich zuweilen sonderbare Eindrücke, wenn von der Zeit des offenen Judenhasses in Deutschland gesprochen wird. Dabei habe ich das unangenehme Gefühl, dass mich ein mahnendes, zugleich schlechtes Gewissen umschleicht. Dieses Gewissen wird in der Gestalt von Lehrern und Politikern personifiziert, die von Ahnungslosigkeit und unermesslicher Schande reden. Sie sprechen sehr eifrig und drohen mit dem Finger, zum Teil liegt aber auch ein schuldbewusster, entschuldigender Klang in ihrer Stimme, der mich irritiert Tatsächlich ist die neuti- Verbringen Sie die Pessachfeiertage im HOTEL LAGO RIO CEBALL0S — CORDOBA Casilla Correo 34 Bekannt durch seine Küche und aufmerksame Bedienung — Anmeldung erbeten Pension Familiär M Flamm unter Auisicht I. Ehrw., der Rabbiner Dr. J. Fink und Dr. J. Oppenheimer CHASCOMUS Cordoba 38 T. E. 2910 ZIMMER MIT PRIVATBAD Telef. Auskünfte in Bs. Aires:76-2312 u. 70-5805 ¡ Restaurant »Paso “IP3 I Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259Í Unter Aufaicht des Vaad Haraboaim der Kehllla f MITTAGS- und ABENDTISCH 1 ▼on jetzt an auch Sonntag abends geöffnet t Anrichten von kleinen Festlichkeiten * und Banketteu «! hu ge Jugend meiner Meinung nach von Antisemitismus gefährdet. Ich glaube, viele unserer Erzieher haben zuviel durchgemacht, und sie sollten nicht zu oft genört werden. Die Jugendlichen beider Völker müssten öfter miteinander sprechen, solange sie sich noch offeiwins Gesicht schauen können. Sonst leiden sie noch einmal an der Distanz, die unter dem Einfluss eines überwundenen Uebels entsteht. IN ENTGEGEN. GESETZTER RICHTUNG Wolfgang Gutmann aus Schwenningen am Neckar meint, dass der Philosemitismus einer Uebernahme der Rassentheorien Hitlers, in entgegengesetzter R:chtung, gleichkommt: Unsere neudeutschen Philosemiten kommen mir manchmal recht eigenartig vor. Es hat den Anschein, als hätten sie Hitlers Rassentheorie, wenn auch nicht deren Wertungen, übernommen. Wenn man aber im Juden den Angehörigen einer anderen Rasse erblickt und nicht einfach den Stvatsbürger anderer Konfession, dann wird der Antisemitismus unvermeidlich. Lassen Sie mich ein scheinbar absurdes Beispiel anführen: den Wiedergutmachungsvertrag mit Israel- Darin leistet die Bundesrepublik dem Staat Israel Wiedergutmachung für die j von Hitler gemordeten Juden, deren Angehörige, weil j selbst Opfer der Verfolgung, keine Ansprüche mehr geltend machen können. Eine vom Rassenvorurteil P-eie Wiedergutmachungs Leistung, soweit individuell Anspruchsberechtigte leider nicht mehr überleben. Kennte also nie an den damals inexistenten Staat Israe1 erfolgen, sondern entweder an die Staaten, deren Bürger vergast wurden — ode*- an karitative religiöse jüdi-che Einrichtungen. Letzteres hätte sich vor allem empfohlen als Sühneleistung für die ermordeten deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens. Wie soll unsere deufs«„he Jugend vom Antisemitismus frei bleiben, wenn sie die mehrdeutige Haltung der älteren Generation er'.eDt? Auf der einen Seite Wiedergutmachung, auf der anderen Seite in höchsten Staatsämtern Männer, die durch die Judenpolitik des Dritten Reiches kompromittiert sind? EIGENE URTEILSBILDUNG Stephan Engelhardt, 19jähriger Student der puliti sehen Wissenschaft aus Hamburg sagt unverblümt, dass er sich eine eigene Meinung über das Prob'em bilden will: Unsere Generation fordert, dass über die Dinge gesprochen wird, wie sie vor 16 und mehr Jahien geschehen sind. Vornehmlich wird uns der Deutsche begegnen, der bedauert, entschuldigt und vergessen will. Ganz selten mögen wir auf einen treffen, der seinem Erschrockensein eine echte Besinnung folgen lässt. Weder der Antisemit, noch der Philosemit wird die Chance einer uneingeschränkten Einflussnahme auf uns lange erhalten. | Wir wollen uns heute mit den wenigen Zitaten aus den : Leserbriefen deutscher Jugendlicher begnügen. Was , aus ihnen unverkennbar hervorgeht, ist die Verwirrung, in der sich der junge Deutsche befindet, wenn er sein Verhältnis zu den Juden festlegen will. Was gestern noch als „Untermensch” verfemt und wie Ungeziefer vergast wurde, soll heute höher bewertet werden als jeder andere Mensch, bevorzugt sein oem normalen Deutschen gegenüber? Und wie kommt die Bundesrepublik dazu, dem Staat Israel Milliarden an Reparationen zu bezahlen, j obzwar diese ihm rechtlich nicht zukommen? Und war- | um ist ein Hakenkreuzj Schmierer gefährlicher als : ein Sittlichkeitsverbrecber? I Ziemlich klar ist, oass ' der deutsche Jugend’iche j nichts mit dem „Schuld- und I Sühnegefühl” der älteren , Generation zu tun ha»en ' will. Ob und wann der verkrampfte Philosem.tis-; mus in Deutschland bei aer jungen Generation in offe-! nen Antisemitismus um- ' schlagen wird — ist keineswegs klar. Doch ist sie da-! vor gewiss nicht immunisiert. Wenn nach der Erslä. | rung Ben Gurions das „Deutschland von heute nicht mehr das Deutschland; von gestern ist”, so darf daraus nicht geschlossen j werden, dass die nächste; deutsche Generation gefeit j ist gegen Judenhass. I Der Archimandrit Gregorio zeigt seinen Besuchern, H. Mendes vom Religions-Ministerium und Botschafter Zeew Levin das Innere der gnechisch-or.hodoxen Kirche. , Israel - Marken und Marken aller Laender — Neuigkeiten — “Tematicos** ln groesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN¬ NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) — VOLLSTAENOIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG ALFONSO MORITZSON Guanacachf 2351. dep. 2 esq. CABILDO' Gesetze gegen i Diskriminierung Washington. — In 21 Staaten der USA wurden Gesetze gegen rassische und reli giöse Diskriminierung bei Anstellung, Beschäftigung, Wohnen und Erziehung erlassen. 1 V NO SOLO DESDE LAl PLATEAN! tos lugares que desde la pantalla le emocionan, le maravillan, le "transportan*', VEA¬ LOS, CONOZCALOS, VIVALOS.,, USTEl MISMO ‘ EXCURSIONES "'EXOffO"~DE VIAJES iiiiii'i m; i : ■ CORRIENTES 2063 - PLANTA BAJA, ÖF. 9, 10, H y ]6 t, E. 49-3491/45-4957/49-0433/45-7607/49-1229

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