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Jüdische Wochenschau · 1962-02-23 · 1948 (23.2.1962) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1948 (23.2.1962)
Date
1962-02-23
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, 23 de Febrero do 1962 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIII, — No. 194.4 — 5 Berliner Boxklub „Afacccrb/” Das neue Budget der ICA Irgendwie, irgendwann einmal im Frühjahr 1924 erzählte mir ein Freund, er habe von der Gründung eines jüdischen Sportklubs gehört, in dem man boxen lernen könne. Das war zu ■ei*, ner Zeit, in der ein eben der; Schule entwachsener jüdij scher Junge das Verlangen i verspürte, den Körper zu j stählen, um den antisemiti-1 sehen Anfeindungen handj kräftig entgegentreten zu ] können. Die Stimmung, mehr j Sport zu treiben als bisher, | war gut vorbereitet. Nur wenige Tage vor dieser Mitteilung hatten zwei meiner Freunde, Reichsbanner-Angehörige, eine Schlägerei in der berliner Elberfelder Strasse gehabt, und ich war mit hineinverwickelt worden — und hatte sehr spürbar tund später sichtbar) den Kürzeren gezogen. Anrempelungen und Anpöbeleien gegen Juden gehörten damals, da sich die Völkischen in Berlin immer mehr breit zu machen versuchten, fast zur Tagesordnung. Kurz und gut, des Freundes Information, dass da in der Joachimstaier Strasse zweimal wöchentlich der Boxklub „Maccabi” tagte, wurde Anlass, die Trainingsstätte dieser erst vor kurzem gegründeten Sportvereinigung, die sich dann später der in aller Welt bekannten Organisation ,,Maccabi” anschloss, aufzusuchen. So zogen wir denn eines Donnerstags im Frühling 1924 in das rote Gebäude dort im Westen Berlins — heute liegt ihm gegenüber das Haus der Jüdischen Gemeinde, damals noch Wohngebäude, auf dessen Hof sich das Logenheim befand, die heutige Synagoge. In der geräumigen Turnhalle waren einige Sportler anwesend, meist Jugendliche und ein paar ältere Herren. Da wurde Seil gesprungen, am Punchingbal, an der sogenannten Birne, herumgetänzelt oder gleichmässig auf den Sandsack eingeschlagen. Wir wurden, als wären wir alte Bekannte, freundschaftlich begrüsst und sogleich auf gefordert, die vorsorglich mitgebrachten Trainingssachen. bestehend aus schwär- ___ __ „ zer Hose und einem kurzen | hochzukommen. Hemd, anzuziehen. Boxhandnes Beginnen! von HERMANN IÆWY schuhe besassen wir noch: nicht, denn eigentlich woll-1 ten wir uns die Sache lediglich einmal ,,ansehen”. | Da kam ein älterer Herr; auf uns zu, seine Nase zeug- ’ te von Boxschlachten, sie! ses von Neugierigen war. war plattgedrückt wie eine Neugierige? Nein, das waweiehe Pflaume, und seine | ren unsympathische Spötter, Ohren rechtfertigten die und ich merkte als erstes boxtechnische Bezeichnung i Blumenkohlohren, denn die Plötzlich spürte ich, dass mein Kinn gerieben wurde, mir nasse Tücher auf das Gesicht gelegt waren — und ich Mittelpunkt eines um mich herumstehenden Krei- Ohrläppchen hatten das Ansehen von Kohlblättern. Er donnerte uns an: „Los, Hemden runter! Macht die Bäuche frei!”, reichte uns je ein Paar Boxhandschuhe, band sie uns fest — und, ohne dass wir widersprechen konnten (wir wagten es auch nicht), wurden wir aufgefordert, mit den andere» Anwesenden eine Reihe zu formieren. Mit einer, Sprachmischung aus ameri-1 kanischem Akzent und her- ■ liner Dialekt wurde kommandiert: „Zwei Reihen bilden! Rasch! Rasch! Stellt j euch gegenüber auf und übt! nun die Geraden!” Da stand ich nun einem mir unbej kannten Menschen gegen-, über, der mich um Kopfes-; länge überragte, mit dem! ich etwas üben sollte, was , ich noch gar nicht kannte. 1 Ich war nicht so sehr bei der Sache, drehte mich um, j ob nicht ausser meinem Freund noch irgendein Be-1 kannter hier trainierte. Der! Trainer, es war Joe Dirck-: sen, der einst in den USA | den deutschen Schwerge-■ wichtsmeister und grossen Gegner von Hans Breiten-; strätter, Paul Samson-Körj ner, gemanagt und trainiert ' hatte, gab meinem Vis-a-vis einen Wink. Der verstand | ihn sehr genau und schlug seine rechte geballte Faust und ich merkte als wie wahr das Sprichwort ist: Wer den Schaden hat, | braucht für den Spott nicht zu sorgen. Wirklich, ein vielversprechender Auftakt. I Aber ich war ein so feuriger ' Anhänger des Boxsports,; dass ich den einmal gefass- I ten Entschluss verwirklichte: Ich wurde Mitglied des i „Maccabi”. , Bald nach seiner Griini düng war dieser jüdische Sportverein allen Sportanhängern (heute würde man „fans” sagen) ein Begriff, er ist es für die alten Berliner auch geblieben, wie ich jetzt immer wieder feststellen konnte. Die „Mac-cabi”-Veranstaltungen in den Spichern-Sälen oder später im Saalbau Friedrichshain, seine Freundschafts- und Meisterschaftskämpfe mit I den berliner Klubs „Heros”! und „Tennis Borussia” zähli ten zu den bestbesuchten! aller Amateurvereine. Der \ „Maccabi” besass unter seinen Mitgliedern ausgezeichnete und populäre Sportler, darunter nicht wenige, die ■ deutsche oder brandenburgische Meister wurden, wie Ball, Balsam, Buchbaum, Fuchs, Maltz, Praiss. Wir trainierten zweimal in der Woche sehr hart in der Joachimstaler Strasse, später entstand noch eine Gruppe im Statdzentrum, in der Auguststrasse. Bei Joe Dircksen blieb uns nichts London stattfand, wurde Sir Henry D’Avigdor Goldsmid! wieder zum Präsidenten und die Herren René Mayer I (Frankreich) und Max Gottj schalk Belgien) zu Vizepräj sidenten gewählt. | Wie es bei der ersten Sit-, zung in jedem Jahr üblich ' mir genau auf den Punkt i erspart, leider musste er am Kinn, dass mir plötzlich sein Amt aufgeben, da sein die Füsse vom Boden gezo gen wurden und ich der Länge nach hinplumpste. Man hätte damals bis 10, was weiss ich, bis 20 oder noch weiter zählen können — ich sah anfangs nichts als Sterne und träumte dann am Boden und fühlte mich schwach und elendig. Als ich wieder die Augen aufschlagen konnte, fühlte ich | Augenlicht immer schlechter wurde und er sehliess- I lieh völlig erblindete. Nach ihm wurden unsere Trainer der bekannte deutsche Meister im Fliegengewicht, Harry Stein, und darauf der deutsche Bantammeister Paul Noack (oder war es umgekehrt?). In den Jahren, da die nationalsozialistische Welle in . , — . -- -..vuHiovwaiiauavw TT eue in mich viel zu schwach, um ¡ Berlin anschwoll, wurden Ein schö- HOTEL LAGO RIO CEBALLOS — C0RD0 Casilla Correo 34 EINGEBETTET IN Iw «J die berge Umgeben von Wasser B A ► ♦♦-♦♦♦♦♦♦. ■♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦ ♦♦♦< Pension Familiär M Flamm unter Aufsicht I. Ehrw., der Rabbiner Dr. J. Fink und Dr. J. Oppenheimer GHASCOMUS Cordoba 38 T. E. 2910 ZIMMER MIT PRIVATBAD Telef. Auskünfte in Bs. Aires:76-2312 u. 70-5805 ___ . — M UXUVI1 die Maccabi-Mitglieder oftmals gemeinsam mit Freunden vom Reichsbund jüdischer Fronsoldaten an den Feiertagen zur Bewachung der Synagogen herangezogen — und so mancher Nazi trug im Gesicht ein veilchenblaues Auge, gezeichnet von einer Maceabi-Faust, so mancher SA-Mann und SS- Mann zog sich zurück, wenn er nur von weitem die Maccabinadel, das stilisierte M, am Rockaufschlag sah. •v\v\v\v. Restaurant »Paso” Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259} Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla I MITTAGS- und ABENDTISCH l von jetzt an auch Sonntag abends geöffnet $ Anrichten von kleinen Festlichkeiten 1 und Banketten Eichmann-Zimmer in Jerusalem Jerusalem. — Wie verlautet, wird im Jerusalemer Bet Haam. in dem der Eichmann-Prozess stattfand und im Dezember das Urte'l gegen Eichmann gefällt wurde, ein ständiges Eichmann- Prozess-Zimmer eingerichtet. ln diesem Museum des Grauens und der JudenVernichtung, werden alle Dokumente ausgestellt sein, aufgrund deren Eichmann angeklagt worden ist. Saeuberungsmassnahmen — - — um ■«•imv I S VII # j * London. — Ueberraschend * ' hat Staatspräsident Nasser unlängst 8 von 21 Provinz- Gouverneuren entlassen. Vier anderen wurden neue Provinzen zugewiesen. Von der „Säuberungswelle'' sollen auch einige Universität- Professoren in Kairo und Alexandrien sowie mehrere Journalisten betroffen worden sein. lAWZ) Nachkriegszeit von der TCA gegründet wurden, fertigge- Der Klub erhielt immer mehr Zulauf. Und wie das in grösseren Vereinen mitunter geschieht, mit der i sich verstärkenden Mitgliedschaft wuchsen auch i die Meinungsverschiedenheiten — und plötzlich war die | Rede von einem jüdischen! Boxklub „Berlin”. Der trai- I nierte ein paarmal in Räu- | men, die eigentlich dem Wassersport gehörten, in I einer Halle unter dem Stadtj tution in den verschiedenen ' bahnbogen an der Cuxhave-1 Ländern einer Prüfung unj | ner, Ecke Bachstrasse (dort terzogen und genehmigt, i! übten auch die Ruderer des uer grösste Teil des Koloweit über Berlin hinaus — j nisations-Budgets ist auch! nicht nur durch seine Bälle , diesmal wieder für Israel j — bekannten Klubs „Welle \ bestimmt, wo in diesem; i Poseidon”. Aber „Berlin”; Jahr die beiden letzten der; bestand nur kurze Zeit, ging | Siedlungen, welche in der i I sang- und klanglos ein, und j so etliche aus dem „Macea- , bi” Ausgetretene kehrten 1 j wieder zurück. I i Bis in das Jahr 1937 hin-1; ein kamen wir regelmässig;! zusammen. Schon längst j nicht nur zweimal in der ' ' Woche; enge Freundschafts-! bande waren geknüpft, und ' wir trafen uns in den Cafes, - diskutierten, gingen in die I Theater oder auch zum Tan-; zen oder zu den Veranstalj tungen. wo es notwendig \ war, dass handfeste Saal-; Wächter anwesend waren. | 1937 wurde diese jüdische Organisation, die den Nazis viel zu populär war, verboj ten und aufgelöst. j Die Freunde vom „Macca-1 bi” wurden in alle Winde I zerstreut. Dem kleinen Boxer Fuchs begegnete ich in ' St. C.vprien, wo er zugun-1 sten unserer mit Franzosen boxte. Im übrigen war dort auch der j . bekannte und mutige deutj j sehe Halbschwergewichts- I meister Adolf Witt — er ] j fand Beschäftigung in der i I Küche. Max Buchbaum soll I * nach Shanghai ausgewandert sein. Praiss, nach Amerika, viele, viele werden inzwischen in Israel, in den USA oder anderswo Fuss i gefasst und mehr oder mini der starke Bäuche angesetzt j haben. Und viele, viele verstarben in den Todeslagern, im Exil, auf der Flucht Ich bin überzeugt, dass jeder von ihnen aufrecht als Jude und Makkabäer sein Schicksal trug. Ehre ihrem Andenken. In der Sitzung des Ver-; te usw-, Neuankömmlingen waltungsrates, die kürzlich in Einwanderungsläncern, im zentralen Sitz der ICA inj besonders in Südameiika und Frankreich, gewährt werden. So wird in Frankreich die Kreditanstalt von Paris, die den Namen Israelitische Kasse für Wirtschafts-Integrierung trägt, von der ICA eine grössere Unterstützung erhalten, um ii uunui der vermehrten Anzahl von ist, wurden die Jahresbud-} Gesuchen stattgeben zu köngets für das Werk der Insti-: nen, die durch die wachsende Einwanderung aus Nordafrika bedingt sind. Landwirtschaftliche Ausbildung Gleichzeitig bewahrt die ICA ihr traditionelles Interesse an Berufsschulung und landwirtschaftlicher Au=bilstellt werden sollen. Es hanj düng, das in den Spenden del sich um Kfar Maimon 1 und Mosehaw Lachiseh. In beiden Kolonien ist die landwirtschaftliche Produktion in kurzer Zeit erhöht worden. Wichtige Massnahmen sind für den Fortschritt der Konsolidierung der landwirtschaftlichen und ökonomischen Lage von unterentwickelten Siedlungen geplant. Dieses Projekt, das gemeinsam mit der Jewisb Agency durchgeführt wird, umfasst 20 Landwirtschafts- Siedlungen, die seit Staatsgriindung errichtet wurden, und begünstigt rund L600 Siedlerfamilien, d. h. 8.000 Menschen. Im laufenden Jahr rind weitere Erleichterungen hauptsächlich im Wege von Verpflegung! Anleihen vorgesehen die für boxte. Im j Behausung’ klem« Geschafzum Ausdruck gelangt welche folgenden Institutionen zugehen: an die Hebräische Universität in Jerusalem ein Beitrag für das Budget der Landwirtschafts - Fakultät, ein Fonds für Studenten an Landwirtschafts - Schulen in Israel, an das Weizmann- Institut in Rechowot eine Zuwendung für das Budget der Abteilung für Vererbungslehre bei Pflanzen und Tieren, ein Beitrag an die WeltORT für das allgemeine Budget und an die argentinische ORT zur Unterstützung einiger Fachschulen in ICA-Kolonien, ein Beitrag an die Alliance Israelite Universell« für ihr Erziehungsprogramm und an die Anglo - .Jewish Association für die in Aden bestehende Selim-Schule. HOTEL ARMON ISRAELS BEKANNTESTES TOURISTENHOTEL! 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