Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1947 (16.2.1962)
- Date
- 1962-02-16
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viente«, 16 de Febrero de 1962 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1947 Prozesse gegen Kriegsverbrecher New York. — In den ersten sieben Jahren, die auf den Sturz des Dritten Reiches folgten, lag die Frozessierung der Kriegsverbrecher fast ausschliesslich in Händen der alliierten Mächte. Damals fanden die Prozesse von Nürnberg, von Dachau und in der englischen und französischen Besatzungszone statt. Aber schon seit dem Zusammenbruch des Nazismus im Jahre 1945 begannen die Deutschen selbst ihre Kriegsverbrecher aufzuspüren und sie nach ihren eigenen Gesetzen gerichtlich zur Verantwortung zu ziehen, und eine nicht geringe Zahl von ihnen wurden in den Jahren zwischen 1946 und 1953 auf diese Weise von deutschen Gerichten abgeurteilt. Einer der grössten Prozesse, die das neue Deutschland aufgrund der alliierten Gesetzgebung und unter der Aufsicht der Alliierten durchführte, fand im Jahr 1950|51 statt, als Urteile gegen 730 Angeklagte gefällt wurden. Im Jahre 1952 hörten die Alliierten auf, die Kriegsverbrecher an die deutsche Justiz auszuliefern, doch diese nahm die Prozessführung in grossem Stil nicht vor 1958 auf. Zu dieser Zeit wurde in Ludwigsburg unter der Leitung von Dr. Schuele die Zentralstelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen geschaffen, welch« die Unterstützung aller Staaten der Bundesrepublik erhielt. Kurz nach Gründung dieser Zentralstelle, im Jahre 1960, lief! die Verjährungsfrist von 15 1 von Or. NEHEMIA ROBINSON Jahren für die Prozessierung von Kriegsverbrechern ab, die nur in den Fällen des Mordes, der Teilnahme oder Verwicklung in Mordtaten nicht als abgelaufen galt. Aus diesem Grunde beschränkt sich jetzt die Prozessierung von Kriegsverbrechern auf die hartgesottensten Delinquenten, die die schwärzesten und blutigsten Seiten in den Annalen des Zweiten Weltkrieges schrieben. Das Justizministerium der Deutschen Bundesrepublik gab vor kurzem einen umfassenden Bericht über die Prozessierung von Kriegs-. Verbrechern in der Zeit von 1945 bis zum März 1961 be-1 kannt. Einige Daten aus j diesem Dokument scheinen uns von besonderem Inter-! esse zu sein. j Nach Angaben des Justiz- | ministeriums verurteilten ' die alliierten Gerichte in ' Deutschland 5.025 Personen, 806 hiervon zur Todesstrafe.! Diese Urteile verteilen sich I nach Besatzungszonen wie I folgt: In der nordamerikti niscben Zone (einschliessj lieh die Militärtribunale von ’ Nürnberg und Dachau) wur- ' den 1814 Personen abgeur- | teilt, von denen 450 die To-; desstrafe erhielten. In der I britischen Zone wurden 1085 | Urteile, — davon 240 Todesurteile gefällt. In der französischen Zone wurden 2107 Urteile ausgesprochen, von denen 104 auf Todesstrafe lauteten. Gleichzeitig (1950 und 1951) urteilten die deutschen Gerichte aufgrund Die URO teilt mit: Belr.: Verfolgte aus Rumaenien Neuerdings besteht bei dem Amt Berlin/Rheinland/Pfalz die Möglichkeit, in denjenigen Fällen eine Wiedereinsetzung und Bearbeitung von Anträgen zu erreichen, in denen eine Anmeldung bis zum 1. April 1958 nicht vorgenommen wurde, weil die ursprüngliche Praxis der Entschädigungsbehörden eine Ablehnung der geltend gemachten Ansprüche vorsah und eine positive Regelung dieser Fälle erst nach Ablauf der Anmeldefrist erfolgte. Diese neue Regelung gilt für Verfolgte aus Rumänien bezw. aus Gebieten, die während des 2. Weltkrieges Rumänien zugeschlagen worden sind. Diese Anträge sollen nunmehr mit grösster Beschleunigung eingereicht werden. Sprechstunden der URO, Pasteur 633, 5. St.: Montag bis Donnerstag von 15—18 Uhr. HOTEL LAGO RIO CEBALLOS — CORDOBA Casilla Correo 34 tekAAh. EINGEBETTET IN «akkAtaa : ImTw die berge Umgeben von Wasser Pension Familiar M. Flamm unter Auísicht I. Ehrw., der Rabbiner Dr. J. Fink und Dr. J. Oppenheimer GHASCOMUS T. E. 29(0 Cordoba 38 ZIMMER MIT PRIVATBAD Telef. Auskünfte in Bs. Aires:76-2312 u. 70-5805 *> & > Restaurant »Paso" TBO Î Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259 Unter Aufsicht d«c Vasd Harabonlm der Kehilla i MITTAGS- und ABENDTISCH \ von jetzt an auch Bonntag abends geöffnet i Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten * -- — * der alliierten Gesetze 730 Personen, darunter 49 Frau-j en, ab. j Weiter heisst es in dem | Bericht, dass nach deutschen Gesetzen gegen 12.715 Personen Prozesse angej strengt wurden. 5.372 Angej klagte wurden für schuldig befunden; in 650 Fällen kam j es nicht zum Gerichtsverj fahren; 4.011 wurden freige- : sprochen; die Anklagen wurden in 2.549 Fällen entkräfj tet, und in den Verfahren j gegen weitere 133 Personen wurden die Prozesse in verj schiedenen Formen eingej stellt. Von den Prozessierten | wurden 131 wegen Mord ver-; urteilt, 231 wegen Totschlag : und 5.010 wegen anderer j Verbrechen. Zum Tode wur-; den 12 Angeklagte verur teilt. 68 zu lebenslänglichem; Zuchthaus, 5.178 zu verschieden langen Gefängnisstrafen und 114 zur Zahlung von Strafen. Am 10. März 1961 waren vor deutschen Gerichten 445 Verfahren wegen Kriegs verbrechen anhängig, nämlich: 40 Anklagen wegen Verbrechen in Konzentrationslagern ausserhalb des heutigen Gebietes der Bundesrepublik; 95 Verfahren gegen Angehörige der vier Einsatztruppen; 76 Prozesse wegen Verbrechen, die in Polen, dem von den Nazis genannten Generalgouvernement, begangen wurden; 52 Anklagen wegen in anderen Fremdländern verübten Verbrechen; 170 Fälle in Gebieten, die während des Krieges zum Deutschen Reich gehörten oder ihm einverleibt worden waren j (einschliesslich die Zone; von Bialystok, doch ohne das sogenannte Protektorat j Böhmen und Mähren). | Eine andere interessante i Angabe bezieht sich auf die I berüchtigte Wannsee-Konfe-! renz, bei der die Durchfüh-1 rung der „Endlösung” der | Judenfrage beschlossen wur-; de. Nach Auskunft des Justizministeriums leben heute noch vier dieser Teilnehmer, nämlich Adolf Eichmann, der in Jerusalem zum Tode verurteilt wurde; Georg Leibbrandt, der am 10. Mai 1950 vom Gericht in Nürnberg-Fürth freigesprochen wurde; Otto Hoffmann, der 1948 von einem nordamerikanischen Militärgericht zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt, doch 1954 freigelassen wurde; SS-Oberführer Klopfer, dessen Fall gegenwärtig von den Behörden in Ulm untersucht wird. — * Seit dem Jahre 1958, als die Zentralstelle geschaffen wurde, haben die deutschen Behörden wiederholt; israelische Stellen um Mitarbeit ersucht. So bittet die Zentralstelle den Jüdischen Weltkongress häufig um seine Hilfe bei der Lokalisierung überlebender Opfer, die in den Prozessen als Zeugen aussagen können. Sie hat sieh auch an den Weltkongress um Unterstiitzung gewandt, um den Verbleib von Kriegsverbrechern zu ermitteln, die von der Justiz gesucht werden, und in gewissen Fällen war es auch der Weltkongress der in diesem Sinne die Initiative ergriffen hat. Für das Institut für jüdische Fragen, das unter seinen zahlreichen Pflichten die Aufgabe hat, alle mit der Katastrophe des Judentums in Europa zusammenhängenden Umstände zu erforschen, wozu auch die Suche nach den Kriegsverbrechern gehört, waren die Anfragen der deutschen Justiz Anlass zu einer erheblichen Vermehrung seiner Aktivitäten. Das Institut befasst sich damit, Zeugen zu finden, mit ihnen und den kompetenten Behörden zu korrespondieren, Ueberlebende zu verhöre« und ihre Aussagen zu vergleichen u. a. m. Es ist dabei häufig auf die grössten Hindernisse gestossen, die sowohl auf sprachlichem Gebiet liegen wie durch die Schwierigkeit bedingt sind, sich an Einzelheiten von wichtigem juristischem Wert zu erinnern und Aussagen in der vom Gesetz vorgeschriebenen Form zu Papier zu bringen. Trotzdem ist es dem Institut gelungen, in zweijähriger Arbeit wichtige Daten zur Untersuchung der in Massen begangenen Verbrechen in neun Konzentrationslagern und über zwanzig Ghetti (darunter in Warschau, Lodz, Bialystok, Piaszow, Przemysl, Lwow, Riga und Wilna), sowie in den Zwangsarbeitslagern und auch in zahlreichen individuellen Fällen beizubringen. Das Hauptziel des Instituts besteht in der Sammlung glaubwürdiger Beweise für die begangenen Verbrechen. Bedenkt man die Verjährung der gerichtlichen Frist ausser in Fällen von Mord oder Teilnahme an Morden, so ist diese Aufgabe äusserst schwierig. Hinzu kommt, dass es viel leichter ist, Zeugen zu finden, die von subalternen Nazis verübte Verbrechen mitangesehen haben, als für die Vergehen ihrer Vorgesetzten, da die Opfer die konkreten Taten der Henkersknechte beobachten konnten, doch im allgemeinen die Kontakte mit den Leitern der verschiedenen Mordorganisationen den Angehörigen der von diesen selbst geschaffenen Judenräte Vorbehalten waren, von denen nur sehr wenige nicht durch die Nazis aus dem Wege geräumt wurden. Daher ist die Auffindung von Zeugen aus den grossen Ausrottungs- und Zwangsarbeitslagern wie Treblinka, Chelmno, Sobibor, Belzec, etc. mit äussersten Schwierigkeiten verbunden und die gezählten Ueberlebenden dieser Schreckensstätten sind schon nicht mehr am Leben. Andererseits sind auch nicht alle Zeugen, deren Auffindung gelungen ist, bereit auszusagen. In vielen Fällen war es notwendig, die Hilfe der repräsentativen. dem Weltkongress angeschlossenen Organisatio- Sechs Tage Haft pro Monat.. Vor den Karlsruher Richtern standen kürzlich dre ehemalige deutsche Offiziere, die während des Krieges u der Sowjetunion und in Litauen zahlreiche Juden umge bracht hatten. Einer der Angeklagten, ein gewisser Ham Schuhmacher, erhielt 4 Jahre Gefängnis. Auf seinem Ge wissen lasten 240 unschuldige Opfer des mörderische» Rassenhasses, der Schuhmacher dazu angespornt hatte Juden auszutilgen, die, wie es einmal Himmler betont hat te, „schädlicher als Unkraut und schlimmer als Ungezie fer sind.” Da das Jahr 365 Tage hat und 365 viermal addier 1460 ergibt, büsst Schuhmacher also pro Mord mit 6 Tagen Gefängnis, womit wohl der Weltrekord des Justiz- Grossausverkaufs erreicht sein dürfte, denn mit 4 Jahren Gefängnis kann im allgemeinen jeder mittlere Hochstapler rechnen. Der Tarif ist, wie man sieht, sehr billig und der Kurswert des Juden ist auch im vierten Reich noch be merkenswert niedrig. Was aber dem Fall Schuhmacher seine besondere Note gibt, ist die Tatsache, dass dieser Judenmörder im Namen und Geist seines Führers vor seiner Verhaftung eine führende Rolle im Verfassungsschutz der deutschen Bundesrepublik gespielt hat! Schuhmacher, an dessen Händen das Blut so vieler Juden klebt, leitete die saarländischen Dienste des Verfassungsschutzes. Dass ein derartiges Individuum so durch alle Maschen hindurchschlüpfen und zum offiziellen Protektor und Sie gelbewahrer der bundesrepublikanisrhen Verfassung wer den konnte, ist gewiss schlimm genug und zeigt zumindestens die krasse Fahrlässigkeit auf, mit der man in gewissen Kreisen die Mitarbeiter und sogar die Chefs der republikanischen Behörden aussuchte. Aber weit schlimmer als diese Tatsache scheint es zu sein, dass es Menschen gibt wie diesen Schuhmacher, der nach einer erfolgreichen Karriere als Judenschlächter im 3. Reich und mit einem eindrucksvollen Jagd Fazit von 240 erlegten Juden das Herz und das Uebermass an Zynismus aufbringt, um anschliessend an sein Vernichtungswerk den patentierten, amtlichen Hüter der demokratischen und antinazistischen Verfassung der Bundesrepublik zu spielen. „In jedem Menschen steckt eine Kanaille. Man braucht sie nur zu reizen, und sie kommt an die seeli sehe Oberfläche . hat 0100131 ein sehr pessimistischei französischer Philosoph gesagt. In Schuhmacher muss, knapp geschätzt, mindestens ein Zwilingspaar gewohnt ha ben. KURT KAISER BLUETH nen in den verschiedenen ’ Ländern zu erbitten, um diese Leute zum Sprechen I zu bringen. Tätige Mitarbeit; wurde hier von Institutionen | geleistet wie der Kanadisch i Jüdische Kongress, der Exe- | kutiv-Ausschuss der Juden j Oesterreichs, die DAIA in Argentinien und Organisa-! tionen in anderen Ländern,! vor allem Israel. I So ist es dem Weltkon-j gress vor allem in Israel j gelungen (obwohl die Deutsehen mit den Polizeibehör-j den des Landes in Kontakt j stehen), zahlreiche Zeugen I zu finden und Aussagen zu erhalten, die den Deutschen unbekannt waren, denn es ist verständlich, dass ein Zeuge vor den Repräsentanten des jüdischen Volkes Spende für das Wiizmann-Institut Jerusalem. — Das Weizmann-Institut kündigte an dass es von der James de» Rothschild Memorial Group in London eine Spende von 27.000 Pfund Setrling erhalten habe, um weitere Gebäude für die Zucht von Tieren im Institut zu errichten. Die gleiche Institution machte im Jahr 1960 eine Spende von 89.000 Pfund Sterling (ITA) ohne Rückhalte spricht, während er gegen die Vertreter der Nation, in deren Mitte der Nazismus geboren wurde, ein berechtigtes Misstrauen zeigt NO S0L0 DESDE LA' PLATEA!!! Los lugares que desde la pantalla le emocionan, le maravillan, le "transportan", VEA¬ LOS, CONOZCALOS, VIVALOS.., USTED MISMO tXtUKblüNtS tXÜDO DE