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Jüdische Wochenschau · 1962-02-16 · 1947 (16.2.1962) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1947 (16.2.1962)
Date
1962-02-16
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German, Spanish
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DIE ENTWICKLUNG ARADS Eine hügelige Ebene, windig und unfruchtbar, erstreckt sich bis zum dunstigen Horizont östlich von Beer Sehewa und steigt allmählich bis zu einer steilen Wand oberhalb des Toten Meeres an — von Ein Geddi im Norden bis Sodom im Süden — ein riesiges Dreieck von einer halben Million Dunam ausgetroeknelen Bodens. Dies ist Arad. Die Tage Abrahams, Isaaks und Jakobs sind in dieser Ebene noch lebendig. Dort, auf dem niedrigen Hügel, wie aus dem blauen Himmel geschnitten, steht bewegungslos die Silhouette eines Beduinenmädchens, die ihre Ziegen und Schafe hütet. Es scheint, als ob sie immer dort gestanden hätte und immer dort stehen ■wird. Oder sieh Dir den Beduinen an, der ganz allein, in seine Abaja gehüllt, durch die Wüste wandert und seinen Stock wie ein Joch an beiden Enden hinter seinem Nacken hält. Wer kann wissen, woher er kommt und wohin er geht. Es scheint, dass die Zeit und die Zivilisation hier vorübergerollt sind, über die einige Schritte entfernte Landstrasse, oder dass sie in einem Hubschrauber einige Meter darüber hingebraust sind, ohne die Wüste zu berühren, sie in ihrer jungfräulichen Keuschheit und Sehnsucht belassend. von EMANUEL PRATT durch eine Landkarte verdeckt, die die Aufgaben Ziele und Endfristen angibt. Grüne, rote und schwarze Linien bezeichnen die Schlusstermine der Planung, den Beginn der Ausführung und ihre Beendigung Eliav, ein magerer, energischer Mann Anfang vierzig, erwähnt als erstes, dass seine Mitarbeiter, die die Entwicklung des Arad-Begerne ausführlicher über die Pläne und das bisher Verwirklichte berichten: „Um mich kurz zu fassen — die Landstrasse Beer Schcwa-Sodom hat zwar gewisse wirtschaftliche Tatsachen geschaffen, wie die Lage von Dimona. die Verbindung zu den Oron-Phosphatwerken und anderen Industrieunternehmen der Gegend, aber sie lässt ein aus- Pctroleum, Gas, Phosphate, Marmor usw. NEUE AUTOSTRASSEN LITERATUR Die erste und wichtigste Aufgabe ist der Bau der Strasse von Arad nach Sodom durch den steilen Nahal Sohar. Denn die Stadt Arad wird sich nicht allein versorgen können, ebensowenig wie alle anderen Städte der Weit. Ihre Entwicklung, vielleicht sogar ihre Existenz, wird hauptsächlich von ihren Beziehun- Ein Revolutions^1 von HERBERT Aber es scheint nur sd. Die Tage Abrahams, Isaaks und Jakobs sind vorüber. Schwere Lastwagen und Traktoren poltern jetzt über die holprigen Wege und wirbeln gelben Staub hinter sieh auf. Hubschrauber landen und bringen Ingenieure,, Arc-hilekten und Landvermesser, die gekommen sind, eine neue Stadt zu bauen, die Stadt Arad. Dies ist das „Vorhutlager” der Stadt Arad, die für 25.000 Bewohner geplant ist. Das Lager wird vorläufig das Zentrum des Gebiets sein. Die Wasserleitung tim Vordergrund) wurde von einer 35 Kilometer entfernten Stelle über die fruchtbare, aber ausgetrocknete Aradebene hierhergelei.et. «Ernst Toller „Prosa, Briele. Drama. Gedichte“, mit einem Vorwort von Kurt Hiller, Bowohlt. Oktober 1961». In seinem Vorwort zur Paperback-Auswahl von Ernst Tollers Schriften, weist Kurt Hiller darauf hin, dass die grosse Dichtung der Welt im Grunde immer eine politische war — die „Ilias”, die griechischen Tragödien. Dantes „Divina Comedia“. Shakespeares Dramen. Faust H. Teil, Schiller, Möllere, Heine, Tolstoi, Shaw, elwa im Sinne Platos. dass Kunst den Menschen ..besser” machen soll. Hiller führt diese grossen Namen an. „nicht um Toller durch den Vergleich zu schädigen .. sondern um die typologische Kategorie zu bezeichnen, der er angehört”. Es w'ar die gleiche Kategorie der „Tendenzkunst” im weiteren Sinne, der auch die anderen Repräsentanten des literarischen Expressionismus jener Kriegs- und Nachkriegsjahre angehörten — nur mit einem Unterschied: während sie den Vatermord auf ihre Fahne setzten, hat niemand von ihnen wirklich seinen Vater umgebracht. Ernst Toller dagegen predigte die Revolution — und stieg auf die Barrikaden. Echte Dichtung mag immer politisch sein, aber Dichter sind trotzdem nicht praktische Politiker. Disraeli war ein grosser Staatsmann und ein kleiner Schriftsteller: der grosse Goethe w'ar kein grosser Staatsbeamter: den Fall, da Genie der Dichtung und Sfaatskunsf sich vereinen, hat es noch nicht gegeben. Ernst Toller war ein Mann des Wartens und der Geduld. trotz der Rolle, die er spielen musste. An der Ausrufung der beiden Räterepubliken in München hatte er keinen Anteil, und wenn er sich zum Vorsitzenden des Revolutionären Zentralrates machen liass. so wahrscheinlich aus Respekt für den inzwischen ermordeten Kurt Eisner. Später wurde er Kommandant der Roten Armee in Dachau, „aber begann mit dem Betehl, nicht zu schiessen, wenn man nicht etwa unglücklicherweise angegriffen werden sollte” (Immanuel Birnbaum, „Juden in der Münchener Räterepublik“'. „Unabhängiger” Sozialist und Non-Komformist, fand er sich bald auf der einen Seite von der Mehrheits-Sozialdemokratie angefeindet, auf der anderen Seite von den Kommunisten überlistet und entmachtet, deren Schrekkensregime in Bayern er nicht verhindern konnte. ■orcchiessuuS' rt;<5eicrscl p,f ^MSos und ge» "Zer. E'nha versuchte er W®--* aUfhören Me”5iia«eO'zU qU der f n zu mordet ^er Shk der ki e<- angesichts suchen T«rf°rakt* Ernst Toller war t«r Lvriker, em & Humanist, em fa” Kriegsgegner- &eiwiUlgfrht ein F-ont erlebt - Koblhaas der?ozm als « chtigkeit. ein Ethi sieh im Morast d® stlien Parteien n rtchtfand, em reme Vi; im Netz der Int und Interessenten für mit einer fünl Festungshaft s“ta< te. ..Toüer ist wah kürzen Zeit seines h di; immer des Glat wsen. alles gütlich ta tu können." sei damalige preussis nenminister Wolfga zu Tollers Entlaste wies auf dessen ..Wi hfit. Optimismus u densgläubigkeit” h Toller war ein i Mensch. Mach der seiner ..Wandlung’ Thomas Mann: ,.D ne Art Gebet, diese BEZIRKSBEHOERDE Eine riesige Landkarte des Bezirks bedeckt die ganze Wand in Arie („Liova”) Eliavs Büro, des Leiters der Bezirksbehörde von Arad, die dem Arbeitsministerium untersteht. Die andere Wand ist vollständig zirks planen, in enger Zusammenarbeit mit anderen Instanzen tür Planung und Ausführung arbeiten, nämlich den Innen-, Entwicklungs-, Handels- und Industrieministerien, der Jewish Agency, dem Jüdischen Nationalfonds und dem Heer. Wenn man ihn nach der Arbeit treffeij kann, wird er ► ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ < NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES OLAMENU gedehntes Hinterland, den Arad-Bezirk, seine Entwicklung und Besiedlung, ausser Betracht. In diesem Gebiet leben etwa 15.000 Beduinen, hauptsächlich in dem westlichen Teil. Zweifellos wird die Entwiekung des Arad- Gebietes nicht nur der Ansiedlung von 20.000 bis 25.000 jüdischen Einwanderern in der neuen Stadt Arad dienen. sondern sie wird schliesslich auch den Wohlstand der Beduiunenstümme fördern.” gen und ihrer Verbindung mit anderen Teilen des Landes abhüngen. Auf der Landkarte in Herrn Eiiavs Büro sind die Strassen rot eingetragen. Die westliche Landstrasse wird Diese gewaltige Aufgabe wurde der Abteilung für Urbarmachung des Jüdischen Nationalfonds übertragen. tägliche, wichtige ist.” Aufgabe STAHL GEGEN FELS Mengen riesiger ken rollen in das hinab. DIE S0HARSCHL AUFGABE DES JUEDI- SCHEN NATIONALFONDS Warum dem Jüdischen Nationalfonds und nicht rr TEL AVIV rr POB 3002 ISRAEL Prof. Dr. H. Sternberg: Zur Geschichte der Juden in Czernowitz PI. A NM AUSSIGE ENTWICKLUNG Reich illustriert Kart. 3 — <• Prof. Kamilo Lundmttnn: Israel und die Juden der Welt Kart. 2 - DEMNAECHST ERSCHEINT: Gold; Geschichte der Juden in II. Band der Bukowina;: i ’ 2o.—;: IN VORBEREITUNG: Cold Hugo: GESCHICHTE DER JUDEN IN WIEN Vor Erscheinen 15.— Nach Erscheinen 25.- FESTSCHRIFT i 70. Geburtstag de« bekannten Historikers Dr. N. M. GELBER (Jerusalem) in hebräischer und englischer Sprache unter Mitarbeit der grössten Gelehrten in Israel und der Welt. Luxusband 12 - Die Preise sind in UM-Donar angegeben. Dies ist nicht der erste Versuch von jüdischer Seite, den Bezirk zu besiedeln. Die Ersten, die sich hierher wagten, war eine Gruppe von fünfzehn entlassenen Soldaten der Jüdischen Legion nach dem ersten Weltkrieg. Die britische Hochkommissar gab ihnen Erlaubnis, sich hier niederzulassen und ausserdem als Beihilfe ein Darlehen. Aber sie hatten kein Wasser und der Versuch missglückte. Doch wurden aus ihrem Unternehmen lehrreiche Schlüsse gezogen. Das Ergebnis der geologischen und hydrologischen Untersuchungen, die von den Engländern und später von den israelischen Behörden durchgeführt wurden, schloss die Möglichkeit grosszügiger landwirtschaftlicher Planung aus. Eine weitere Folgerung wurde aus der Geschichte gezogen. Dr. Jochanan Aharoni schreibt, dass zu allen Zeiten immer wieder bewiesen wurde, dass das Gebiet nur durch organisierte, gemeinschaftliche und offiziell geplante Bemühungen entwickelt v'erden könne. Somit muss die Planung für den Arad-Bezirk auf städtischer Siedlung und Industrie beruhen, wobei die Stadt selbst eine wichtige Verbidung zwischen dem Toten Meer und Beer Sche- \va darsteilen wird. Die Industrieunternehmen werden hauptsächlich Rohmaterialien verarbeiten, di* “fc der Gegend vorhanden sind, wie Ir ' 4 Kaswr-e-Zuera (Masad Sohar), ein Glied in der langen Kette römischer Festungen, die das bewohnte nördliche Gebiet vor den Wüstennomaden schützte, wird eine der Sehenswürdigkeiten der Strasse Arad-Sodom sein die Arad-Ebene in einer fast geraden Linie durchqueren und einige Kilometer südwestlich der Jordangrenze die alte Beer Schewa-Hebronstrasse schneiden. Hier wird sie durch eine andere neue Strasse, die im Bau ist, fortgesetzt, die nach Norden verläuft und durch Lahaw, Amazia, Nehuscha und Adullam nach Jerusalem führt (manchmal nicht mehr als 20 Meter von der Grenze entfernt). Bei Lahaw wird sie zu der Beer Schwea-Tel Aviv-Strasse abzweigen. Während diese westliche Strasse durch ein mehr oder weniger „normales” Terrain gelegt werden wird, stellt der Bau der Arad-Sodom- Strasse eine schwierige Aufgabe dar, sowohl für die Planer als auch für die Erbauer. Sie wird nur 20 km lang, aber sicher eine der steilsten Verkehrsadern in Israel sein und auf einer 10 km langen Strecke eine Steigung von 1.012 Meter aufweisen. An einer Stelle wird die Steigung auf einer 1 km langen Strecke 250 Meter betragen, d. h. zwei Mal so steil wie der be. rühmte Maale Akrabim. dem Amt für Oeffentliche Arbeiten des Arbeitsministeriums, das sonst für die Planung und Ausführung des Arad-Siedlungsprojekts verantwortlich ist? Herr Jakab Tsur, der Vorsitzende des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds, beantwortete diese Frage folgen, dermassen: „Ein Abkommen zwischen dem Jüdischen Nationalfonds und der Israel-Regierung legt die gemeinsame Verwaltung der Böden des Jüdischen Nationalfonds und des Staates fest, wobei der Jüdische Nationiafonds die Vorbereitung neuer Gebiete für jüdische Ansiedlur.g übernimmt. Wie kann man nun Boden urbar machen. ohne die Möglichkeit, dorthin zu gelangen? Und wie kann man hingelangen, ohne neue Strassen zu bauen? Die Regierungsämter sind viel zu sehr mit Arbeit überhäuft, um die Ausführung langfristiger Aufgaben zu übernehmen. Strassen in entlegenen Gegenden zu bauen, wäre mit Recht für jedes Ministerium ein* Angelegenheit letzten Ranges, während es für uns eint »M- Der graue, staubige Wagen Uri Orensteins. des KKL-Beamlen, der für den Bau der Strasse nach Sodom verantwortlich ist, rast in südöstlicher Richtung von Rosch Sohar auf einer breiten, glatten Strasse dahin. Es sind die ersten sechs Kilometer der Strasse (von Uris Kollegen, Schimon Dotan, gebaut). Die glatte Strasse ist zu Ende. Hier beginnt Uris Aufgabe. Die grauen Hügel in der Ferner schliessen uns von beiden Seiten ein und drängen uns in ein Tal, das sieh immer mehr verengt, als wir langsam und langsamer weiterfahren. Endlich stossen wir auf einen Traktor, einen Raumpflug. Hier tobt ein Kampf zwischen Stahl und Fels. Drei Räumpflüge sind vor einer Bergwand aufgereiht. Sie lassen ihre Messer herunter und stossen, erst langsam, darm stärker und stärker. bis sie fast vor Anstrengung ersticken. Sie halten eine Minute lang an. atmen tief aus, wobei sie schwarzen Rauch aus ihrem Auspuffrohr spucken, lassen wieder ihre Messer herunter und stossen... Wir fahren w< ksmmen mim 1 vorwärts. je meh der ..Wand” nähei Minuten lang fa durch eine breite ] tauchen dann in c Schlucht. Die Luf kig und heiss. Al] sdnd verschwunden nehme von rot. schwarz, und natüi tiefen Blau des Aber wer schaut; mel? Wir blicken ten, unter die Ri schleichen hinunti Zentimeter nach *rn, wobei wir de sten Gang einschal Dann halten w stat man deutlicl berreste der römis< stag Kasr-e-Zuera ^f-'Kes war “taungsgüed ln * römischer ui öTMtiniseher Be punkte tum Schi BUCHHANDLUNG G. Kaplansky beehrt sich, ihren werten Kunden. Freunden und Institutionen miUuteilen, dass He von CORRIEN- TES 2883 in ihr eigenes geräumige« Lokal in der Pueyrredón 451 umgesoge« ist. Marken Sie bitte vor PUEYRREDON 4SI ein halber Quader voe Corriente* 2800??dPata im Slide ^“bordunsi “fl die blau Tot« Me»res sens davun .. s fea,“»“t ta rot fier8« Moal . ir. biecoen jn T hlnsb- Die Kn ^<1 scharf üm:^.dh SoïÜftag «tahi., mir J»in»bführe^lneLa Autobus?1 Wlrd! schweb Jta! taauf. ^lwJge Ichwti “nd hitl » so « “la wird ‘Men, wirst Zl »Wehn), ta« »»dictat fr. >tat * ethalta ‘hr‘ bt es Äs JDck Ltaasgp ** 1e¡ tat«,

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