Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1947 (16.2.1962)
- Date
- 1962-02-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 - Viente«. 16 de Febrero de 1M2 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aö« XXIII. _ No. 1947 Wenn du die Wahrheit sagst (Schluss von Seite 1) sehe Gewissen nach <len Absichten der Männer des 20. Juii wachgerüttelt werden. Diese Männer haben übrigens alle auch von den schrecklichen Verbrechen gesprochen, die gegen die Juden begangen worden sind. Warum sollten, was wir nur nebenbei fragen wollen, nur diese Männer und Frauen, die spät, sehr spät gegen Hitler und sein Mordsystem rebellierten, hiervon gewusst haben, die deutschen Richter aber selbst heute noch nicht das „Entsetzliche des apokalyptischen Grauens” auch nur glauben können? Es ist auch kein Zufall, dass sich Dr. Bauer auf die Männer des 20. Juli bezieht, deren revolutionäres Streben nach dem Sturz der NS- Diktatur 1945 nicht weitergeführt worden ist. Fehlt es doch schon seit längerer Zeit nicht an Stimmen von Ehemaligen und Gleichgesinnten, die den Versuch machen, die Bestrebungen der Männer des 20. Juli als Verrat zu kritisieren und das Andenken an die vielen Opfer der hitleristischen Blutjustiz in den Schmutz zu ziehen. Was soll es bedeuten, dass der Ankläger beim Volksgerichtshof eine unerhört hohe Pension von der Bundesrepublik erhält, während vielen Opfern der nationalsozialistischen Gewaltmassnahmen jede Entschädigung aus fadenscheinigen Gründen vorenthalten wird. Auch das gehört zur unbewältigten Vergangenheit. Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 219« 1* iza. nachm. 16—19 Uhr REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Jaime Liebling S. A. SPERRHOELZER HOELZER! DIAZ VELEZ 5224! I Tel.: 89 -9349. 33-9305 \ III. j Drohung und Wahrheit! Die Durchsetzung . der | deutschen Polizeibehörden! mit ehemaligen Mördern und Totschlägern, von denen die Staatsanwältin Dr. Just-Dahlmann sprach, geht nach ihrer Mitteilung so weit, dass man der Polizei nicht einmal Fahndungsblätter gegen frühere SS-Leute aushändigen kann... Die Gefahr der vorzeitigen Unterrichtung der Gesuchten durch Gesinnungsfreunde bei der Polizei sei zu gross. Diese Enthüllung beleuchtet einen ungeheuerlichen Tat bestand. Man darf wohl annehmen, dass eine Staatsanwältin diese Mitteilung vor einem breiten Publikum nicht gemacht hätte, wenn sie sich nicht auf Tatsachen stützen würde. Natürlich sind heftige Proteste aus allen Kreisen eingegangen. Vor allem musste sich die Polizei selbst durch diese Mitteilungen getroffen fühlen. Es geht nicht nur darum, dass die Wahrheit von diesen Leuten nicht ertragen werden kann, es geht um ihre Existenz. Also trat Dr. Haussmann, der Justizminister von Baden- Württemberg auf den Plan, der sich nicht scheute, der mutigen Staatsanwältin mit einem Disziplinarverfahren zu drohen, weil .. sie offensichtlich die Wahrheit gesagt hat. Diese Haltung des Justizministers muss einen äusserst peinlichen Eindruck machen. Hat die Staatsanwältin die Wahrheit gesagt, so ist das ein Grund, ihr den Dank auszusprechen. Hat sie unrichtige Behauptungen aufgestellt, wie konnte sie zu einem so verantwortlichen Amt zugelassen werden? Die Erklärungen Haussmanns im Stuttgarter Landtag machen einen äusserst schlechten Eindruck. Er sagte u. a., die Staatsanwältin habe keinen Auftrag gehabt, diesen Vortrag zu halten, deswegen habe sie allein die Verantwortung für ihre Ausführungen. „Das Material habe Frau Dr. Just-Dahlmann nicht aus ihrer kurzen Uebersetzertätigkeit bei der Zentralen Stelle für die Verfolgung der nationalsozialistischen Verbrechen, ihre Kenntnisss beruhen vielmehr auf dem Studium der einschlägigen OPTICA DIPL. OPTIKER * Sarmiento 829 j T.E. 35-73561 é ♦ ♦ » ♦ r^«VV%l,^WVVVV%VVV^ PROPIEDADES Í FRANKENBERG J berät Sie kostenlos and % anverbindlich beim Kauf / oder Verkauf von J GESCHAEFTEN 5 WOHNUNGEN \ HAEUSER NJ Manuela Pedraza pi. b. Dp. B T. E. 70-7244 2530 MARTHA CHAPEAUX HUTSALON Jetzt m BEL6RAN0 MOLDES 2561 T. E. 73-9229 73-9155 Literatur.” Plötzlich ist die Staatsanwältin nur eine Uebersetzerin. Warum man eine Volljuristin zu Uebersetzungszwecken einsetzt, bleibt ein Geheimnis des Justizministers. Dass die konkreten Tatsachen, die in dem Vortrag der Staatsanwältin mitgeteilt worden sind, auf Kenntnis aus der einschlägigen Literatur beruhen sollen, ist eine unglaubliche Version. Jedenfalls wurde die Staatsanwältin nun in eigener Sache verschiedenen Verhören unterzogen. Schon sagt man, ihre Ausführungen seien falsch verstanden und unrichtig wiedergegeben worden. Die Staatsanwältin habe, so heisst es in einer weiteren Erklärung, nicht die Absicht gehabt, die heute amtierenden Oberbeamten der Polizei in Baden- Württemberg irgendwie zu verdächtigen oder anzugreifen.” Wir haben keinen Zweifel daran, dass es mit Hilfe aller möglichen Dementis und Erklärungen gelingen wird, die schweren Beschuldigungen, die nun endlich einmal von einer autorisierten deutschen Stelle erhoben worden sind, abzuschwächen. Autorisiert ist diese Stelle nicht deswegen, weil sie die Genehmigung der Vorgesetzten Behörden zu diesen Feststellungen hatte, sondern weil sie über die notwendige Sachkenntnis verfügt, um solche Mitteilungen zu machen. Dass sich das Justizministerium in Baden-Württemberg angesichts dieser Situation nicht mehr ganz sicher fühlt, dürfte auch nicht zweifelhaft sein. Frau Dr. Just-Dahlmann wird durch Drohungen dafür bestraft, dass sie Dinge gesagt hat, die den zuständigen Behörden — keinesfalls nur in Baden-Württemberg — unangenehm sind. Aber irgendeine konkrete Antwort muss wohl auf die konkreten Behauptungen der Staatsanwältin gegeben werden. Deswegen teilte nun das Justizministerium mit, dass schon seit längerer Zeit beim Landgericht ein Ermittlungsverfahren gegen alle Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaatsanwälte des Dritten Reiches anhängig sei. Diesem Kreise höchster deutschen Juristen, die in der Hitler-Zeit amtiert haben, wird der Vorwurf gemacht, nicht gegen das Euthanasie-Programm protestiert zu haben, obwohl sie zur Stellungnahme aufgefordert gewesen seien. Im übrigen wäre kei- \ M0HEL N. PLAKSIN \ \ Superi 2719 Í T. E. 76-6784 u. 76-2312 (V\JV Confitería NIZA Servidos de hinch de categoría Ceade 2020 TC.02SI JACOB LAPIDUS dipl. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037, 4«. B. -, 46 -1716 und 48-2124 i Oesterreicbische Entschaedigung Wien. — Aus gutinformierten Kreisen verlau tet, dass das Abkommen zwischen Oesterreich und Deutschland über die Entschädigungen an österreichische Opfer der Nazizeit noch in diesem Monat dem österreichischen Parlament vOrgelegt und im März ratifiziert werden soll. Das Abkommen sieht vor, dass Westdeutschland die Hälfte der Fonds für die Wiedergutmachung an verschiedenen Gruppen von Verfolgten bestreiten soll und somit die Behauptung der Oesterreicher, dass die Deutschen für die begangenen Grausamkeiten verantwortlich waren, akzeptiert. (ITA) ner, der zu diesem Kreis gehört, noch im Dienst der westdeutschen Justiz. Der Sinn dieser Mitteilung ist nicht klar. Ein Zusammenhang mit den gemachten Vorwürfen, insbesondere gegen die Polizei, ist nicht gegeben. Es wäre statt dieses Ablenkungsmanövers zweckmässiger gewesen, die Oeffentlichkeit über den Stand der Untersuchungen „gegen Mörder und Totschläger” bekanntzugeben, die noch heute bei den Polizeibehörden beschäftigt sind. Es wäre auch vernünftiger und der Sache dienlicher gewesen, die Oeffentlichkeit darüber zu unterrichten, wie viele Polizeibeamte wegen NS-Verbrechen von der Bundesrepublik entlassen worden sind. Man hätte dann besser verstehen können, warum es einigen Schwerverbrechern gelungen ist, im Augenblick drohender Verhaftung das Weite zu suchen und ins Ausland zu entkommen. Der Justizminister Baden- Württembergs meinte, Misstrauen sei unangebracht. Wir gestatten uns ganz anderer Meinung zu sein. Hierin werden wir durch das Vorgehen gegen die Staatsanwältin und die gegen sie ausgestossenen Drohungen nur unterstützt. Es ist eben gefährlich, die Wahrheit zu sagen. ' ► - ’ ’ B. Sdiwara;; ZAHNARZT! ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X : PARADENTOSE : VERREIST BIS 26. FEBRUAR; 1 NERVEN n. GEMÜTS¬ KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN prov. RIVADAVIA 2625 III Tel. 48-7524 VERREIST BIS 12. MAERZ- : H. ROSENZWEIG j I TAILOR HENRY £ •TUCUMÁN 563 piso 1 - T.E. 32-0913; l Grossst« Auswahl In imp. u. hiesigen Stoffen l ZEUGEN GESUCHT , Vom Zentralrat der Juden in Deutschland wird mitgeteilt: Der Untersuchungsrichter beim Landgericht Bochum ist zur Zeit mit der Untersuchung der Vorfälle in Neu- Sandez (Distrikt Krakau Polen) und in den umliegenden Orten Alt-Sandez. Limanowa, Grybow und Mszana- Dolna in den Jahren 1940 bis 1942 beschäftigt. Die Hauptanklage richtet sich gegen den früheren SS- Hauptsturmführer und Kriminalkommissar Heinrich Hamann, geb. am 1. 9. 1908 und den früheren SS-Ober- Scharführer und Kriminal- Angestellten Paul Anton Denk, geb. am 2. 2. 1908. Hinreichender Verdacht besteht gegen weitere Personen. und zwar: 1. Johann Bornholt, geb. am 5. 1. 1904, Gefängnisaufseher des Gestapo-Gefängnisses Neu-Sandez. 2. Günther Labitzke, geh. am 15. 5. 1912, SS-Oberscharf ührer bei der Gestapo-Aussenstell-e Neu-Sandez. 3. Josef Rouenhoff. geb. am 16. 8. 1911, Kriminal-Assistent bei der Gestapo-Aussenstelle in Neu-Sandez, mit Fechner zusammen zeitweise im „Judenreferat” tätig. 4. Egbert Brock, geb. am 29. 1. 1909, Kriminal-Assistent bei der Gestapo-Aussenstelle Neu-Sandez. 5. ' Wilhelm Josef Gaschnitz, geb. am 20. 3. 1898, Gendarmerieleutnant, Stellvertreter des Chefs der Gendarmerie Neu-Sandez. 6. Georg Urban, geb. am 6. 9. 1899, Gendarmerieleutnant in Limanowa. Alle Personen, welche Aussage über diese Personen machen können, werden gebeten, sieh schriftlich an Herrn Landgerichtsrat Dr. LA SEMANA ISIAEUTA Bisemanario — aparee« ios Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izqi T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland 5 600 — jährl. Neues Gebaeude der H. U. Jerusalem. — Das Institut für zeitgenössische jüdische Geschichte der Hebräischen Universität hat ein neues Gebäude mit Schlafsälen für Studenten eingeweiht, das den Namen des ersten Knesset-Präsidenten Josef Sprinzak trägt. Unter denen, die bei der feierlichen Einweihung dem Andenken des Verstorbenen ihren Tribut zollten, befanden sich der Minister für Volkswohlfahrt, Josef Barth, der Knesset-Präsident;Kaddisch Luz, sowie Dr. Nachum Goldmann, der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, und Dr. Mosche Davies, der Direktor des des Instituts. Vorher hatten Mitglieder der Knesset und Staatsbeamte, die der Einweihung beiwohnten, dem Grabe Sprinzaks auf dem Herzl-Berg einen Besuch abgestattet. (ITA) H. Froese, Untersuchungsrichter beim Landgericht Bochum, Viktoriastrasse 14, in der Sache gegen Hamann u. a. (Aktenzeichen 10 VUs 16/60) zu wenden. sir****«-******-***^*********#****»******** I MALERARBEITEN | * FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG, SAUBER, * * PREISWERT, SCHNELLSTENS * % ALFREDO STERN Virrey del Pin« 2639 * * T. E. 76-7281 y 76-9088 * **********-*-******'3HH**-;Hfr*-}HHHe-********-*-X--:<-!‘ Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Verreist vom 7. Februar bis (0. Maerz Vertreter: Dr. A. SANGUiNETTI Cabildo 2464 T. E. 76-2406 Sprechstunden täglich von 15 Uhr 30 bis 18 Uhr .■«MS355SMIlItIiESSSSEilZiS*lIS135*SS«aSSSBI*5SlB¥3SSSE8*iSISíg I VARICES-ULCERAS f ¡ DE U PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS |! Dr. SAUL UMANSKY | a Sarmiento 3116 T. E. 87*1362 > n ai ■ m /lE5EeBB»181»S»tlHSWlilSBR«IRiaSBSailiaB^»IigSlBlSBSRZM»iHsg SUEHIIEI12lgl{aS9SEXH8*Sfe«MS>IliSli0iCHllSEHSRfS£3iS(R8Btf SDr. BENJAMIN L1PN1ZKY¡ ZAHNARZT S ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEH - BE- I 3 HANDLONG MIT GASBETAEUBUMG - REGO- | LIKRÜNG DEB ZAHNSTELLUWO g 3 Sprvcfirtundea: Dienstag — Donnerctag — Soonabead « nacfa vorbenger Verembarung, | S JOSE HERNANDEZ 2518 T. E, 7»-8»73 «nd ts-bsoo K liKssiutsiiHniiniiniciuKitlUíniiiiHiUHuastílin« 'M BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG Ausfuehnmg saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1916 T. E. 58*4052 Dr. L KLEIN Meclico Magen, und Dannkrankheiten Röntgen Untersuchungen t SPRECHSTUNDEN: ► — ' Montag. Dienstag, Mittwoch «. Freitag rem 15-» W* - Es wird gebetan, «ich vorher talefoniaeh «nwuneid«*» 3ANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1541 #5