Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1945 (6.2.1962)
- Date
- 1962-02-06
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9612947-9613029--1911-9613033- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Origen 1× ep/1025440
OCR text
Unter den Anwesenden, die den grossen Pablo Calais bei seiner Ankunft in Israel erwarteten, befand «sieh unter anderen ein schäbig gekleideter älterer, hagerer sehr nervös und aufgelegt gestikulierender Mann. Er sprach mit seiner Frau französisch, doch mengte er vor lauter Aufregung spanische Wörter in das Gespräch. Als Casals endlich ankam, stürzte sich der hagere nervöse Mann auf ihn, überreichte ihm einen riesigen Blumenstrauss, umarmte ihn herzlich und redete mit dem greisen Gast katalanisch. Casals war zu Tränen gerührt. Das hatte er nicht der Unbekannte? ★ Die Lewanda-Strasse im Süden Tel Aviv? ist eine vernachlässigte, schmutzige Gegend, nahezu ein ,Slum-’. In der Dachwohnung (6. Stock) des Hauses Nr. 56 dieser Strasse lese ich auf einem kleinen Schild „Carlos Nogueras Saumell“, „Vertreter der spanischen Republik in Israe lund Ritter des spanischen Befreiungsordens.'' Ich klingelte an der rostigen Glocke. Ein hagerer Mann etwa Mitte der Fünfzig. öffnete. In dem einzigen Zimmer der Dachwohnung wohnt er mit. seiner Frau und einem schwarzen Hund. Gegenüber dem Familienbett befindet sich ein alter Schreibtisch und darüber, hängt ein Beglaubigungsschreiben dass Señor Säumet! der alleinige und einzige Vertreter Spaniens in Israel sei. Das Schreiben wurde von Don Diego Martínez Barrio ausgestellt dem Ministerpräsidenten der spanischen Exilregierung (Sitz Paris). Das ganze Jahr über ist Herr Saumell Gärtner und Wächter im Cricket- Klub von Ramat Gan; doch einmal im Jahr am 24. April, dem Gründungstag der spansichen Republik, wird der bescheidene Gärtner zu einem Diplomaten. Zu Ehren dieses Tages zieht er seinen einzigen dunklen Anzug an, seine Frau backt Kleingebäck und Kuchen, er hilft ihr Sandwiches vorzubereiten, und das Paar veranstaltet einen friedlichen Diplomatenempfang. Carlos Nogueras Saumeli erinnert sich sehnsuchtsvoll daran, dass als Franco-Spanien noch in allen Ländern als „verruchtes faschistisches Regime” angesehen wurde, zu seinen Empfängen, damals im Kibbuz Caesarea. fast alle Diplomaten kamen, wenigstens alle Ostblock-Diplomaten. .Doch im Jahre 1955, als Spanien in die UN aufgeommen wurde”, setzt er fort, „hielt ich eine Rede vor den Diplomaten bei meinem Empfang. Ich sagte ihnen, wir sind nicht fü|- und nicht gegen den Kommunimus. Aber warum hat Russland kein Veto gegen die Aufnahme Spaniens in die UN eingelegt? Man antwortete mir, dass die USA Spanien unterstützen und Militärbasen in dem Land errichten. Ich als Diplomat konnte mich in keine Diskussionen einlassen, sondern übergab den Anwesenden das Protestschreiben meines Ministerpräsidenten. Das direkte Resultat davon war, dass fortan auch die Ostblockdiplomaten meinen Empfängen fernbleiben, und heute unterhalten nur noch Mexiko und Jugoslawien diplomatische Beziehungen mit meiner Exilregierung.” Zu seinen Empfängen kommen aber trotzdem einige Dutzend Freunde: „Jour- ► ♦ ♦ 4 » « « « ♦ ♦ ♦ » » » » t NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES * OLAMENU rr ir ISRAEL TEL AVIV BOB .{«02 Prof. Dr. H. Sternberg : Zur Geschickt« der Juden in Czernowitz Reich illustriert Kart. 3.— Prof. Karnilo Lundtnann : Israel und die Juden der Welt Kart. 2 — DEMNAECHST ERSCHEINT: Geld: Geschichte der Juden in der Bukowina II Band 9.— : IN VORBEREITUNG: Gobi Hugo: GESCHICHTE DER JUDEN IN WIEN Vor Erscheinen 15.— Nach Erscheinen 25.— FESTSCHRIFT zum 70. Geburtstag des bekannten Historikers Dr. N. M. GELBER (Jerusalem) in hebräischer und englischer Sprache unter Mitarbeit der grössten Gelehrten in Israel und der Welt. Luxusband 12 Die Preise sind in USA-Dollar angegeben. von SC HR AG A H ARG IL erwartet. Wer war WIR BITTEN «««••«««*«*«♦*»*«*•««»♦••**♦♦♦**♦0«*« unsere Leser auf diesem Wege, von der Moeglichkeif direkter Ueberweisung der faeiligen Abono-Gebiihren frdl. Gebrauch machen zu wollen __ Direkte Einsendung des Abono-Betragej in SCHECK — GIRO — BONO POSTAI LA SEMANA ISRAELITA Rueyrredön 2ISO, 1? izq. Capital Hierdurch überweise ich Ihnen u«m Betrag \on rnSn . aus nachsteh nder Abrechnung, in Erwartung Ihr?.; Quittung begrüsse ich Sie f. u. 2. Quartal 1962 m n. 200. Jahr 1962: . . . m/n. 400. (Name) (Adresse) N B.: VI ir bitten. Einzahiu'gen zu richten an: LA SEMANA ISRAE¬ LITA. bitte ausstreichen) (Nicbi gewünscht« Zahiunc nalisten. alle Spanienkiimp- - :i fer und einige persönliche Freunde von Seftor Saumell selbst. Sa umeil, der ein schlechtes Iwrit spricht, steigert sich in immer grössere Begeisterung und mischt dabei immer mehr spanische Ausdrücke in seine Sprache. „Die spanische Republik besteht. 325.000 Spanier leben im Exil. In Mexiko und in Frankreich geben wir unsere eigene Zeitung heraus. Der mexikanische Staat erkennt unsere Pässe an und leistet uns diplomatische Hilfe in allen Staaten in denen Mexiko vertreten ist. In Jugoslawien unterhalten wir ein Generaikonsultat. Doch die Hauptsache ist: in Spanien selbst hat man noch nicht die spanische Republik vergessen und erwartet uns eines Tages zurück“ „Und Sie werden auch zurückkehren?“ fragte ich ihn. Saumeli überlegt eine Minute und erklärt dann: „Ich werde für einige Wochen zurückgehen. meinen Sohn, der Architekt in Barcelona ist, besuchen, ein Gesuch um Pensionsanspruch als hoher Staatsbeamter einreichen, und dann werde ich wieder nach Israel zurückkehren. Hier werde ich mich ans Jarkon-Ufer setzen. Tag für Tag fischen und mir selbst sagen: Carlos, Du hast viel gekämpft, doch es hat sich gelohnt. Und wenn meine Enkelkinder zu mir kommen werde ich ihnen erzählen, was ihr Grossvater leistete, als sie noch nicht geboren waren.“ Sechs Jahre studierte Don Carlos auf der Universität in Barcelona. Nach Absolvierung seines Studiums (Literatur und Philosophie) wurde er für drei Jahre Inspektor der spanischen Sicherheitspolizei. In den Jahren 1933:36 war er der diplomatische Vertreter Spaniens in Kuba. Bei Ausbruch des Bürgerkrieges kehrte er nach Spanien' zurück und wurde mit der Ueberwac-hung .der inneren Sicherheit des Landes betraut. Er Ist der einzige Spanier, der ein Dokument besitzt, von den acht Parteien der spanischen Republik unterschrieben, welche sich aktiv am spanischen Bürgerkrieg beteiligten und oft auch unr tereinander befehdeten. Seine erste Frau kam im Bürgerkrieg ums Leben. Seine Kinder blieben bei Verwandten in Barcelona. Er selbst flüchtete mit anderen Republikanern nach Frankreich. Saumell kam in ein frazösisches Arbeitslager, und nach vielen Strapazen gelang es ihm. in die Berge zu fliehen, und sich den französischen Maouis anzuschliessen. WO LIEGT RAHELS Die Nachricht, dass das auf transjordanischem Gebiet bei Bethlehem gelegene Grab unserer Stammutter Rahel dadurch entweiht worden ist, dass die Transjordanier an dieser Stelle ein Bad errichtet haben, in dem sie ihre Toten waschen hat in der israelischen Oeffentlichkeit Beunruhigung hervorgerufen und Veranlassung gegeben, dass sich das Religionsministerium mit dieser Angelegenheit befassen wird. Dadurch wird erneut der Blick auf die leider ausserhalb des israelischen Staatsgebietes befindliche Erinnerungs - Stätte hingelenkt. von Dr. ALFRED «RlT* Ueber den Ort, an welchem sich Rahels Grab befindet, existieren in der Bibel zwei Angaben, die nicht mit einander übereinstimmen. Die eine ist in Gen. 35)19 enthalten in dem Bericht von Jakobs Rückkehr in das Land seiner Flucht vor Laban und seiner Begegnung mit Esau Kanaan durchzog, wurde Rahel auf dieser in Etappen zurückgelegten Reise von plötzlich einsetzenden Wehen befallen. „Und die Geburt wurde ihr schwer., und sie starb und wurde begraben auf dem Wege nach Efrat. das ist Bethlehem“. Fast den gleichen Inhalt hat die Erzählung in Gen. 47 7. Jakob entrollte auf seinem Sterbebett im Gespräch mit Josef Bilder aus seiner bewegten Vergangenheit und gedenkt dabei auch seiner geliebten Rahel. „Und Rahel starb mir auf dem Weg, als noch eine Strecke Landes nach Efrat hin war, und ich begrub sie daselbst auf dem Wege nach Efrat, das ist Bethlehem“. Die Tradition betrachtet daher dieses südlich von Jerusalem gelegene Städtchen als den Ort von Rahels Grabstätte. Der dort errichtete kleine weisse Kuppelbau, anmutig am Fusse eines grün bewachsenen Hügels gelagert, war von jeher das Wallfahrtsziel frommer Pilger. Von diesem Grabmal ist aber noch an einer anderen Stelle der Bibel die Rede, in I Sam. 10'2. wo die bekannte Episode erzählt wird von Saul, der auszog. die Eselinnen seines Vaters zu suchen und der eine Königskrone fand. Samuel, der Seher, der Verborgenes zu enthüllen vveiss, und an den sich Saul wegen der entlaufenen Tiere •wendet, verkündet ihm: „Wenn du heute von mir gehst, wirst du zwei Männer treffen bei dem Grabe Rahels im Gebiete Benjamin.“ Der Ort, der hier genannt wird, liegt aber nördlich von Jerusalem in einer ganz anderen Gegend. Auch hierzu gibt es eine Parallelstelle Jer. 3115. Aus dem Grabe Rahels in Rama glaubt der Prophet in dichterischer Vision die Klage der Stammutter um das unabwendbare Schicksal ihres Volkes zu hören. Rama ist aber ebenfalls in Benjamin, also nördlich von Jerusalem gelegen. Allerdings kann man die Worte kol berama nischma auch übersetzen mit: Eine Stimme ertönt in der Höhe. In der Epoche der Tanaim war man bemüht, diese geographische Divergenz, ob Bethlehem im Süden oder Rama im Norden als Grabstelle zu gelten habe, irgendwie auszugleichen, bezw. in Einklang zu bringen. In der Tosefta Suta 1111 neigt man der Version der Genesis zu. Andere Erklärer entschieden sich aber für die Angaben in I Sam. und Jer. mit der Begründung, die geographische Bezeichnung der Genesis sei nur ein Hinweis darauf, dass das Grab auf der Wegstrecke nach Bethlehem liege. Sie stützen sich dabei auf die Worte Jakobs, dass Rahel auf dem Wege starb, als noch eine Strecke Landes war bis nach Efrat hin. Dieser Ort soll also nicht als Begräbnisstätte gelten sondern als das Beiseziel, das Rahel aber nicht mehr erleichte. Die jüdische Ueberlieferung hat aber immer an Ra. hels Grab bei Bethlehem festgehalten, vielleicht in Anlehnung an Gen. 35 20: „Und J^kob erriet«* vL llQ u» —- Standnisi auf ihrem das ist da? Grebmm bis mf den iieuliger Di?se Zeitbestimmung auf den heutigen scheint ihre Fixierur sächiich bis zur Gegt beinhalten zu haben. Spur lässt sich schon früheres Mittelalter ai folgen, denn bereits d( thenvater Origenes Jahrhundert) erwäh acinen Schriften diese Hüfte in Bethlehem. Der bekennte Feit de Benjamin von Tude zwischen 1160 und 117 seiner spanischen I aus über Südfrankreil h'en und Griechenlan tief jiscit Asien hineii ausgedehnten Reise streckte, um überall i bensbedingungen sein dischen Glaubensbrü erforschen, und de wertvolle und aufs reichen Berichte hii sen hat. besuchte bei Aufenthalt im heilige auch Rahels Grab be Jehem und gibt eine Beschreibung des ment.^ ir schilder eine aus 11 Steinen e .,ma2ewa'’ mit ei te vier Säulen ruhend' pel. Diese 11 Stein die -Stämme Israels 1FES1 Anlässlich des 25 Jubiläums des isr. Philharmonie 0t wählte der Dingt Kripps die Neunte nie von Beethoven Schlusshymne „An c de”. Eine sehr i Komposition für die freuiiebe Geiegenhe so stellte der Diri; sen Schlusschor in telpunkt seiner i sehen Darbietung« Etan-Lustigsche C ausgezeichnet ei und klang hervi Die vier ausländis ste waren untersi Nach dem Krieg liess er sieh in Marseille nieder und arbeitete in einer Tintenfabrik. In seinem Hotel lernte er eines Tages einen jungen Abgesandten der Hagana kennen, der Waffen zu kaufen suchte. Carlos Nogueras selbst ist kein Jude, doch seine Mutter war Jüdin. Weil die Nazis in ihm immer einen Juden sahen, beschloss er. obwohl er sich als Atheisten bezeichnet', Jude zu werden. Er stellte sich dem jungen Hagana-Mann vor und erklärte sich bereit, unentgeltlich Waffen zu besorgen. Er kannte ein Waffenarsenal der Kommunisten im französischen Macr.iis, welche diese Waffen für eine eventuelle Revolution auf bewahrten. Er stellte sich als spanischer Kommunist vor, der Waffen verlangte, um mit ihnen gegen Franco zu kämpfen. Er kam mit einem Lastwagen und dem Hagana-Vert.reter in das Arsenal, lud 100 Gewehre, Munition und Maschinengewehre auf, und noch in derselben Nacht wurde der Waffentransport auf ein Maapilim-Schiff verladen. das sofort in Bee stach Saumell selbst musste einige Tage darauf fluchtartig das Land verlassen, da die Kommunisten ihn ermorden wollten, weil sie erfuhren, dass er sie betrogen und die Waffen für teures Geld an die Juden Palästinas verkauft hatte. Saumell wurde darauf Matrose auf dem Maapilim-Schaff „Hanna Senesch“, und nach einigen Jahren zur See schloss er sich als Mitglied dem Kibbuz Cäsaria an. Im Kibbuz lernte er seine zweite Frau eine jüdische Witwe aus Frankreich, kennen, die das feuchte Meeresklima in Cäsaria nicht vertrug. Daher übersiedelte das Paar vor zwei Jahren nach Tel Aviv über. Fast eineinhalb Jahre war Saumeli arbeitslos. Er wandte sich an alle ihm bekannten Freunde aus der Zeit der illegalen Waffentransporte und der illegalen Einwanderertransporte sowie an die verschiedenen Diplomaten, die er von seinen Empfängen her kannte.Doch einer schickte ihn zum anderen und Arbeit fand er nicht. Zufällig hörte er von der Gärtners teile, die er bis heute innehat. Carlos klagte nicht über sein Schicksal. Er ist auf die aehwielen an seinei siofe. die ein ßew< sind, dass er kein bro'mt'Von Zeit schreibt er in re, sch«» Zeitu ' Kibbuz und rae]. :en U . wurde er de, tische Vertreter d Als er ghed von Cäsa er seiner ] über die Lage inT Mitglieder der Ex *en« « alle au <-ier Kampfe im , Bürgerkrieg , s ihn *u ihrem \“r c'a «ment ha zusammen “¿J Israel - Marken spaniseh-soda B(ei tei im ExD ïlstls SOg8r seinen trag für ein „ M voraus. gi®*( und Marken aller Laender — Neuigkeiten — “Temrtticos*9 ln groesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN- NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) — VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG ALFONSO MORITZSON Guanacache 2351. dep. 2 CABILDO e*q. *’lnchn‘t! ist ( ng- Sein« ¿b •h#H ikw, . k°hni celda. der zl,e]l i l"06’ Wenn ^anu daric Schreibtr ’ sPanis ‘ «ent: deil 't der presse ... die Leseda« Sr2( : »«s lst