Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1945 (6.2.1962)
- Date
- 1962-02-06
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Martes, 6 de Febrero do 1962 LA SEMANA ISRAELITA Ado XXIII. — No. 1945 — 3 Gedanken nach dem Prozess Die Oeffentlichkeit nahm bis zum letzten Augenblick gespannt an der Verhandlung gegen Adolf Eichmann teil. Die Zeitungen berichteten, Klaus Eichmann, der Sohn des Verurteilten, hätte behauptet, der Prozess sei in einer wahren Hassatmosphäre geführt worden. Nun, dass die Angehörigen der Ermordeten den Verlauf der Verhandlung nicht gerade mit „Liebe für Eichmann” quittierten, ist ganz sicher; von Dr. CONRAD N. ROSENSTEIN lion Kinder — als Material fiir die Gaskammern und verwertende Kriegsindustrie zu schicken; man brauchte Haare für die Matratzen der deutschen Marine, die Nationalbank brauchte Gold aus den Mündern der Hekatomben von Toten. Ja, Professoren wussten, an wen sie sich zu wenden hatten, wenn sie „Schädel” für anthropologische Messungen jede Reaktion dieser Art; brauchten .. Waren das je dürfte man wohl als pervers ansehen! Indessen dürfte die Verhandlung in Polen, in der Tschechoslowakei, vielleicht sogar in Deutschland ganz ähnliche Reaktionen auslösen: des tiefen Abscheus vor dieser infernalischen Niedrigkeit eines Charakters, der sich selbst ein „Opfer” nennt — angesichts derer, die da auf ungarischen Chausseen bei Hungermärschen zusammenbrachen, angesichts all der Tausende und Abertausende, die nicht mehr die Gaskammer erreichten, die vor Luftmangel, Hunger und Dreck in den Viehwaggons, die Eichmann zusammenstellte, umkamen. Eichmann junior, — ein Aufgaben von „Soldaten”? Natürlich steht es dem Sohn frei, auch heute noch seinen Erzeuger zu lieben, — es liegt dies im Wesen der Natur, — nur wird die Menschheit für diese Argumentation nicht sehr viel Sinn aufbringen. Immerhin verlief der Prozess anders, als nationalistische Demagogen gehofft hatten. Sie erwarteten einen „Racheakt”, „Lynchjustiz”... indessen unterrichtete sich ein jüdischer Richter bei dem Angeklagten, was dieser unter dem ,,kate-1! gorischen Imperativ” von ' | Kant verstehe. Zeugen marschierten auf, nicht nur Is- ] i raelis, nein Menschen aus ( aller Herren Länder, Juden Papier und Schreibzeug zur Verfügung gestelt, wie er nur haben wollte. Nichts sollte ihn in seiner Selbstverteidigung einengen. Nicht nur das: Israels Regierung bezahlte sogar den deutschen Verteidiger, den er sich selbst und seine Familie ausgesucht hatten. Der Verteidiger, Dr. Servatius, brachte auch noch einen Vertreter mit. In einhunderteinundzwanzig Sitzungen wurde das Gesamtmaterial vorgelegt, durch Berge von Dokumenten belegt! Wann hätte es je einen „politischen Prozess” gegeben, in dem einem Gegner solche Freiheiten eingeräumt wurden! Der Prozess wurde nicht hinter geschlossenen Türen abgehalten, nein, er stand der Weltöffentlichkeit offen: Television und Tonband nahmen die Verhandlungen auf. Ja, Eichmann fand eine prozessuale Fairness, die er unter seinem Regime gewiss nicht gekannt hat. Dort gab es keine Israel auf internationalen Messen ten. Kein Rechtsmittel wird ihm versagt werden. Er äusserte zwar, er werde gerne in die „Gruft springen”, im stolzen Gefühl soviel Millionen Juden gemordet zu haben. Vorläufig macht Eichmann noch von all seinen Rechtsmitteln Gebrauch, um vielleicht doch j noch seine Haut zu retten. ) Israel wird ihm sein Recht j nicht versagen... j Und dann wird man er- | neut „Zuständigkeitsansprüche” des Gerichts, und „Entj führung aus einem Laude, in das er siah unter falschem Namen eingeschlichen hatte, und die Rolle des .friedlichen Familienvaters’ spielte, — (ebenso wie jene, die ihr Häuschen neben den Gaskammern mit weissen Scheibengardinchen und Blumentöpfen schmückten) —, erörtern und sie zu seinen Gunsten auf die eine Waagschale legen; und Dr. Servatius wird auch an das Gnadengefühl der Juden appellieren, — und auf der anderen Waagschale wird man j die Wagenladungen von Ju- Israel beteiligte sich im Jahre 1961 an 24 internationalen Messen und Ausstellungen und veranstaltete auch eine Wanderausstellung, die in mehreren afrikanischen Ländern gezeigt wurde. Dies berichteten auf einer Presseknoferenz im Handels- und Industrie-Ministerium die Leiter der Israel- Messe-Gesellschaft. Die Referenten konnten darauf hinweisen, dass sich eine wachsende Zahl hiesiger Firmen als Aussteller daran beteiligten. Es konnten sehr gute Ergebnisse erzielt werden, wie dies durch die wachsende Zahl der erteilten Aufträge und der Anknüpfung guter Geschäftsbeziehungen erhärtet wurde. Dies gilt besonders auch für die Fälle, in denen die ausstellenden Firmen sich nicht nur mit der Beschikkung der Messen mit ihren Produkten benugen, sondern ein massgebender Verkaufs- Religionen, Rassen, sozialen Verhältnissen — sieht, „wie man” lebt, wie man ein kon- Verteidigung, da gab es nur i von p0¡en. Tschechen, f 'Anmbnnhif[<«” iaah < leiter der ausstellenden Firma bei der Messe anwesend ist. Auf der newyorker Messe, wo erstmals israelische Möbel gezeigt wurden, konnte dafür ein grösserer Auftrag erzielt werden, und eine grosse amerikanische Firma der Branche wird Rohmaterial nach Israel schicken und die daraus verfertigten Möbel übernehmen. Auch auf der kölner Nahrungs- und Genussmittelausstellung, der „Aguna”, die zum erstenmal beschickt wurde, konnten Aufträge von rund 200.000 Dollar gebucht werden. Hier erzielte der Israel-Sekt einen grossen Ueberraschungs-Erfolg. und es wurden hierfür Aufträge im Betrage von 75.000 Dollar ertelit. Für das Jahr 1962 ist die Beteiligung an 25 internationalen Messen und Ausstellungen vorgesehen, praktisch in allen vier Ecken der Welt. Eine Wanderausstellung ist nicht nur wieder für Afrika geplant, sondern auch für den Fernen Osten. Daneben laufen noch Israel-Wochen, die von grooffenbar sehr naiver junger : und Nichtjuden. Der Ange- Mann, — meint, sein Papa! sei „Soldat” gewesen, des- 1 halb hätte er vor ein Milij tärgericht gehört... Warum i eigentlich? Ein Soldat ist ein Mann, der sein Vaterland mit der Waffe in der Hand gegen den Feind, der mit der Waffe in der Hand gegen ihn ficht, verteidigt. Hat das Eichmann jemals getan? Er hat in keinem Schützengraben gesessen. Vor Stalingrad hat er nicht gestanden. Er war damit beschäftigt, wehrlose Zivilisten — darunter eine Milklagte sah vorzüglich ist, im sauberen Jackettanzug, die Krawatte umgebunden. Für gute Ernährung war gesorgt worden. Van der Lubbe — im Reichstagsbrandprozess — soll ein anderes Aussehen gehabt haben, nachdem ihn die Nazis .präpariert” hatten! Die israelische Polizei sorgte für Eichmanns Sicherheit, setzte ihn täglich im Verhandlungssaal in einen sehussicheren Glaskasten. Leibwächter sorgten für sein Wohl! Man hat Eichmann soviel „Genickschuss”! . . . Doch stehen dem Angeklagten und jetzt Verurteilten weitere Rechte zu. Er darf beim Obergericht appellieren. Er darf sogar beim israelischen Präsidenten um Gnade bit- MALERARBEITEN Rosenhain Günter Stern, H. LEANDRO N. ALEM 253« T. E.: 795-8710 und 740-1925 MUNRO Teppichhaus - M. Hochberg 1 UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKI'üPFTEN « TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN j mER JEDES GEMUETLICHE HEIM.! i Eigen« Fabrikation — Unverbindliche Vorführung 2 Auf Wunsch Zahlungserleichterungen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samatag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 4 Quader vor Station Urquiza Mumti WalpAmantv MODERNE WOHN- UND SCHLAFZIMMER ■ EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN SARMIENTO 1147 CABILDO 774 AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BEN0” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 T. E. 51 - 2205 '(Ecke Monroe) Die Zeitung „darin" vom 24. 12. in einer Reportage über die Strasse Maipú wird folgendes über Carlton berichtet : Varios Bares de Café „Cremitalia” y al famoso estilo brasileño, nombres célebres, un Rothschild y un Bonaparte — contador público — y la famosa Sastrería de Ernesto Koppel, que viste a célebres músicos, tenores, que exporta a Europa „fracs ” de 1.000 movimientos, hechos para directores de orquesta, que durante la última guerra y postguerra enviaba trajes a campamentos de prisioneros y campos de concentración, para reencontrarse con ellos cuando llegaban a la Argen tina como inmigrantes agregan profundidad y matices a esta increíble Maipú, la calle más „chiflada” del centro porteño. Diese Linien bedeuteten für Carlton eine Anerkennung der jahrelangen korrekten Leistung im Dienste der gesamten Herrenbekleidungslinie. 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Masskleidung - Fertigkleidung - Herrenausstattung - Staendige Passforrakontrolle Auch Junioren kaufen gerne bei Herrenbekleidung V 484 L TE. 31-7845 HerrenaussUttung Maipú 982 TE. 31 OC Zigeunern abwiegen, (dem Obersturmbannführer „ras- , sisch” unterlegen), — man! wird die Riesendiebstähle j registrieren, die Eichmann | „duldete”, die Tränen der , Gemarterten, der Krüppel, der Sterilisierten, abwägen... | und dann wird sich erneut zeigen, wer das „Opfer” war, Eichmann, ein Mann des Gehorsams, der ..Tugend”, wie er sich ausdrückte, der als „Sündenbock” herzuhalten hat, oder das Volk, dem man seine Existenz streitig machte, und die Waage wird sich ge- ,!j wiss nach der richtigen Seij!j te neigen. i ij Das Volk von Israel aber wird in seinen Garten gehen. ihn zu bestellen in tagtäglicher Arbeit: Düngung des Bodens, Entsteinung, Drainage, damit die Reste eines Volkes wieder regeneriert werden, sich aufrichten nach der grossen Besudelung, die der Schüler Emmanuel Kants als Sinn seines Daseins betrachtete. Klaus Eichmann wird daraus bestimmt nichts lernen; aber es bleibt dennoch die Hoffnung, dass seine Generation, die deutsche Jugend, einiges lernen wird, jene Jugend, die zuweilen ihre Repräsentanten nach Israel schickt, und die — inmitten von Bürgern aller struktives Gemeinwesen auf- [ ssen Firmen in Schweden, baut aus den Resten, aus 1 Frankreich und England geden noch — Geretteten! plant werden. HOTEL ARMON ISRAELS BEKANNTESTES TOURISTENHOTEL ELEGANTE ZIMMER — Ai.LE MIT KUEHLLUFT ANLAGE — ERSTKLASSIGE KUE( HE - ANGE¬ NEHMER AUFENTHALT — LUFTIGE TERRASSE AM MEER — ZIMMER AUCH MIT VOLLPENSION Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 237II (Vorherige Zimmerbeste Jung ist unbedingt erforderlich) Dr. MAX FLESCH Berater für Investitionen und Finanzgeschaefte in Israel — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, George Elliot Str. 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