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Jüdische Wochenschau · 1962-02-06 · 1945 (6.2.1962) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1945 (6.2.1962)
Date
1962-02-06
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE WOCHENSCHAU A»r xxnr. - m. ins Sar.?s. ti elf Febrero de 1962 AR VOR 29 JAHREN (Schluss von Seile 1) nv Not in dem Bewusstsein /.a überstellen, dass es im europäischen Osten grosse .tudenheit gibt, die überhaupt (oder angeblich überhaupt) keine politischen Rechte hätten. Diese besondere Stellung der Juden in Deutschland war einer der Gründe, dass selbst die Klügsten nicht den richtigen Blick für das hatten was allen bevorstand. Erzogen in einer längst nicht mehr vorhandenen humanistischen Welt, die in dieser Form wahrscheinlich nur in den Wunschträumen eines verklärten Zeitalters und einer wissensdurstigen Generation bestanden hat. waien die jüdischen Intellektuellen Träger einer Kultur, die von Sophokles über alle Formen des Hellenismus bis zur deutschen Klassik reichte. Bewundernswert war ihr Wissen, honorig ihre Haltung, einwandfrei ihre Lebensführung, ehrlich und aufrichtig ihr Streben. Nur in einer einzigen, von ihnen sicherlich als bedeutsam befundenen, aber bewusst unterdrückten „Angelegenheit" versuchten sie sich einer klaren Stellungnahme zu entziehen: in der Frage ihres Judeseins. Das war keine Reaktion der Feigheit, sondern das bedauerliche Ergebnis eines historischen Prozesses. Und doch w'ar für sie alle nur die Frage ihres Judeseins entscheidend. Das ist die kardinale Frage ihtes Lebens gewesen. Dass sie sich hierüber — aus welchen Gründen auch immer — hinwegsetzten, wurde allen zum Verhängnis. Die meisten deutschen Juden wollten das Herannahen der nazistischen Sturzflut nicht wahrhaben. Gerade diese Tendenz müssen wir auch heute und hier wieder feststellen: man will nichf sehen, man will nicht wahrhaben und nicht glauben, was dem einzelnen unbequem werden könnte. Nur nicht aus dem gewohnten und ach so liebgewordenen Leben des Ueberflusses Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1' iz<L. nachm. 16—19 Uhr herausgerissen werden! — Gewiss gibt es Gefahren, alle Stammtischpolitiker sprechen davon, in den Cafehäusern debattieren ältere Damen zwischen ihren Diskussionen über Renten und ähnliche Themen auch hierüber, aber die Realitäten des Lebens will niemand sehen. soweit diese Realitäten unangenehm sind. Aus politischer Blindheit, Blendung oder einem Unverstand lehni ten die Führer deutschen Juden W'enige Wochen vor | dem Umbruch die Hilfe ab, i die ihnen Stephen Wise, der j unvergessliche Seher unse- ' rer Gegenwart, ihnen angeboien hatte. Helfen sie den; armen polnischen Juden, wir : helfen uns allein, wenn es überhaupt nötig sein sollte... Nur Georg Bernhard der Politiker, gab als einziger eine klare Antwort, aus der die ’ Sorge über das Unvermeid-, bare sprach. Heute gibt es kein deutsches Judentum mehr, wenn wir auch noch deutschspre- : chende Juden haben. Die hier gestellten Fragen ge- , hen aber »Be Juden und alle Juden an, gleichgültig woher sie kommen und wo sie heute leben. Sie gehen in erster Linie allelateinameri- , kanischen Juden an denn hier befindet sich einer der zen- : tralen Gefahrenherde für die Juden. Nicht unähnlich der! Lage der deutschen wie der europäischen Juden im Jahre 1932 —33 wollen die hiesigen Juden auch 1 die Gefahren nicht sehen die ■ ihnen drohen, gleichgültig | nach welcher Seite heute die j Entscheidungen fallen. Deswegen sollten alle erkennen,- naehdenken und Konsequezen ziehen. Gegen die ehemaligen deutschen Juden hat man wegen ihrer Kurzsichtigkeit viel geschrieben; man hat ihnen ihre durch viele Irrtümer bedingte Haltung vorgeworfen. Manche! dieser Kritiken bestehen si- , cherlich zu Recht. Aber die ■ Kritiker haben die gleichen Fehler begangen. Haben die Juden in Osteuropa die Lehre verstanden, haben sie die Folgerungen gezogen, die man hätte aus den Leiden der deutschen Juden zwisehen 1933 und 1938/39 zie-; hen müssen? j Warum lernen die Men- , r MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719;! T. E. 76-6784 u. 76-2S12 . „V Jaime Liebling jj! S. A. ( SPERRHOELZER ♦ HOELZER« DIAZ VELEZ 5224 ♦ Tel.: 89-9349, 33-9305 J REAL PEN: Füllhalter * REPARATUREN * Spezialgeschäft ♦ CORRIENTES 569 C T. E. 49-5850 ♦ ♦ JACOB LAPIDUS; dipl. Mohel NEUE ADRESSE ¡ VIAMONTE 2037, 4o. B. ¡ $ 46 1716 und 48-2124 ¡ IV S MARTHA i j CHAPEAUX:- i - HUTSALON Í sehen nichts ausi ihrer eigenen Vergangenheit, nichts aus ihren eigenen Erlebnissen. Vergeblich bemühen sich Eltern, ihren Kindern etwas aus dem Schatz ihrer eigenen Erfahrungen zu übermitteln und ihnen auf den Lebensweg mitzugeben. Aber die Kinder akzeptieren manches andere, nur nicht Erfahrungen. Sie müssen sich selbst die Finger verbrennen... Ist die ganze Menschheit nicht ein solches Kind, sind nicht die Völker, sind nicht wir selbst alle Kinder, die nichts aus den Erfahrungen, noch nicht einmal aus unseren eigenen lernen? So betrachtet, ist die Erinnerung an jenen schwarzen Tag vor 29 Jahren mehr als eine historische Reminiszenz. Es ist eine Mahnung an uns selbst. Warum habe ich nicht das oder jenes rechtzeitig getan, haben sich damals viele gefragt. Warum? die Antwort ist heute einfach; nur deswegen, weil du die Sturmzeichen der Zeit verkannt hast, nicht hören und nicht sehen wolltest, was um dich herum geschieht. Du warst damals sozusagen in Punta del Este, ohne zu verstehen, was dort eigentlich vorgeht. Damals 1933, wie heute 1962, nur 29 Jahre später. Wie konnte ich es wissen, wird mancher fragen. Sehr einfach, lieber Freund, konntest du es wissen. Wenn du nur einmal weniger dich amüsiert hättest und dafür die Zeitungen gelesen haben würdest, du hättest schon wissen können. Wenn du nur einmal über dich selbst nachgedaeht haben würdest, du hättest verstanden. Wenn du dich selbst nur einmal ernst genommen hättest, du wärest vielleicht einen anderen Weg gegangen. Aber unverbereitet war niemand. Alle haben gewusst, und viele hätten noch besser wissen können, was geschieht und was geschehen wird. Wer hat schon das Buch ,Mein Kampf“ beachtet oder gar gelesen. Aber in diesem Buch, das für jeden erreichbar war, steht alles, was nachher kam. Die erschrekkende Sprache eines neuen politischen Gangstertums hätte allein schon die Juden aufhorchen lassen müssen, wenn sie nur das Buch gelesen hätten. Aber diese Literatur wird übersehen, obwohl sie uns direkt betrifft. Inzwischen hat die Forschung ein zweites Buch Hitlers im Nachlass des Enteignung arabischer Beeden Jerusalem, — Zwei arabische Mitglieder der Knesset beanstandeten die Pläne der Regierung, Grunil und Boden, der zum Teil arabischer Besitz ist. für den Bau einer Landstrasse von Acre nach Safed zu enteignen. Der Antrag wurde von dem kommunistischen Abgeordneten Emilie Hazizi und dem Mapam-Deputierten Jousef Khands eingebrachr. die forderten, die Enteignung solle zur Debatte gestellt werden. Khands gab zu bedenken, dass die dort gelegenen Marmorbrüche den Lebensunterhalt für 400 Araber und ihre Familien liefern und man anliegende Böden für Entwicklungszwecke verwenden könne, um die neue Stadt Carmiel aufzubauen. Finanzminister Levi Eshkol entgegnete namens der Regierung, es sei ein reiner Zufal. dass ein Teil dieser Ländereien arabischer Besitz ist. Er verwies darauf, das man auch schon jüdisches Land für ähnliche Projekte enteignet habe. Für die Wahl eines Ortes. so setzte er auseinander, seien topographische Gesichtspunkte. sowie das Vorhandensein von Wegen und die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln aus nahe gelegenen Zentren massgebend. Wie er betonte, habe die Regierung den Besitzern andere Böden oder Geldentschädigung angeboten, und die meisten der Betroffenen hätten Bargeld votgezogen. Elias Kakhle. ein anderer arabischer Deputierter, schlug hierauf vor, den Fall einer Kommission zu unterbreiten. Sein Vorschlag wurde ohne Einwände angenommen. (ITA) i Eher-Verlages gefunden, das bisher unbekannt war. Das Buch enhält keine wesentlichen Erweiterungen gegen über dem ersten HitlerlBuch „Mein Kampf", verschärft und konkretisiert aber manche Forderungen und Propagandapunkte der NSDAP. Die spätere Kriegspolitik Hitlers hat er bereits in diesem Buch 1928 festgelegt; sie wurde dann später in einem erstaunlichen Umfang realisiert. Das zweite Buch wurde nicht verbreitet, um den Absatz des „Mein Kampf“ nicht zu stören .. Schon in „Mein Kampf“ sind die Richtlinien der Judenpolitik niedergelegt, die völlige Entrechtung und Beseitigung der Juden. Man lachte darüber, man nahm dies nicht ernst, und doch hat es nur wenige Wochen gedau ert. bis nach dem 30. Januar 1933 die Gleichberechtigung der Juden in Deutschland, um die man mehr als 100 Jahre vergeblich gekämpft hatte, und die erst mit Weimar verwirklicht worden war, mit einem Federstrich vernichtet wurde. 1928 bemerkte Hitler, dass er den Lebensraum des deutschen Volkes auf etwa das Doppelte des Reichsgebietes bringen werde. Dieser Plan sollte im ..grossrussischen Raum“ durchgeführt werden, was schon in „Mein Kampf“ steht. Dann heisst es wörtlich; „Die nationalsozialistische Bewe-1 ♦ gung hätte kein Recht, sich als eine wahrhaft grosse Erscheinung im Leben des deutschen Volkes ansehen zu wollen, wenn sie nicht den Mut aufbrächte, die von ihr vertretenen Lebensgesetze allen Widerständen zum Trotz dem deutschen Volk aufzuzwingen.“ Bis zum 30. Januar 33 hat das Volk hierzu gezwungen werden müssen. Von diesem Zeitpunkt ab wurde gewiss ernster Widerstand gegen Hitler geleistet, dann aber liess der Widerstand reichlich schnell nach und Hitler brauchte nichts mehr der Masse des Volkes aufzuzwingen. die alles hinnabm. Auch das deutsche Volk — nicht nur die Juden — hat für seine Haltung schwer büssen müssen. Die Juden haben sich von Hitler überraschen. die Deutschen nur als zu willig „zwingen“ lassen. Und die Welt hat zu LA SIMAD ISRAELITA Bísemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190, 1’ izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: * 100.— pro Quartal Ausland J 600 — jährl. Ebrtnmal für Trtbliaka Stockholm. — Auf einer vom Jüdischen Weltkongress hier arrangierten Pressekonferenz gab der Vorsitzende des Jüdischen Zentraleomites in Polen, Salo Fiszgrund, Pläne für die Errichtung eines Ehrenmals an der Stätte des früheren Vernichtungslagers in Treblinka bekannt. Das acht Meter hohe’Mahnmal soll aus schwedischem Granit geformt werden. Die polnische Regierung gewährt dem Projekt finanzielle Unterstützung. 15 jüdische Organisationen in Schweden haben sich zusammengetan. um die restliche Summe aufzubringen. lange geschwiegen. Tod und Not. Krieg und Leid, Trümmer und Elend stehen dort, wo der 30. Januar 1933 in Blut und Asche unterging. Wenigstens über unser Schicksal nachzudenken, wäre schon wichtig, gerade weil es im Augenblick nicht möglich ist, zu Entschlüssen und Entscheidungen aus eigenem Willen und Wollen zu gelangen. ¡HC***-******-äe-X-*«**********-***-*****-X"*****.* MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG. SAUBER, PREISWERT, SCHNELLSTENS ALF R EPO STERN Virrey de! Pine 2639 T. E. 76-7281 y 76-9088 * * * * * * * * * :S*-****-****-*-**************-X**-»**#*******'‘ Br. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Vtrrftist vain 7. Februar bit 10. Maerz Vertreter: Dr. A. SAMGUINETTI Cabildo 2464 T. 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E. 87-1362 » s s sBissjsä£iä-*ii*sis*B?2*a#ss'4S*rs3i*i*iiSiisi*ifi*aaSä*isäa«satäü sDr. BENJAMIN LIPNIZKY5 S ZAHNARZT S S ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- S 3 HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU- ■ S LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG 3 5 Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend S 3 nach vorheriger Vereinbarung. g ¡ TOSE HERNANDEZ 2518 T. E 76-8973 und 73-0500 S ♦♦♦♦«♦♦ * * ■* +~4-4- >-4-4-4-+-4-* * » BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA IS 15 T» E. 58-4052 Dr. L. KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 übt Es wird gebeten, eich vorher telefonisch anaumelden 5 SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542 4 4

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